{"id":61312,"date":"2025-06-23T09:40:00","date_gmt":"2025-06-23T07:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=61312"},"modified":"2025-06-24T20:02:40","modified_gmt":"2025-06-24T18:02:40","slug":"grossstaedtischer-artenreichtum-landfluechtiger-tiere-ist-das-gegenteil-von-hoffnung-auf-eine-gesundende-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/grossstaedtischer-artenreichtum-landfluechtiger-tiere-ist-das-gegenteil-von-hoffnung-auf-eine-gesundende-natur\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfst\u00e4dtischer Artenreichtum landfl\u00fcchtiger Tiere ist das Gegenteil von Hoffnung auf eine gesundende Natur"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Brief an den NABU, die Antwort und ein Fazit<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062201WanderfalkeKlein-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062201WanderfalkeKlein-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61314\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062201WanderfalkeKlein-1.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062201WanderfalkeKlein-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062201WanderfalkeKlein-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Sturzflug erreicht der Wanderfalke, schnellster Vogel der Welt, Geschwindigkeiten von bis zu 320 km\/h &#8211; Er horstet heute &#8211; neben seinen urspr\u00fcnglichen Habitaten auch an Kraftwerken, Industriebauten, Autobahnbr\u00fccken und Sendet\u00fcrmen. (Foto: Hans Glader_Piclease, Bildarchiv Nationalparkverwaltung Berchtesgaden)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Originaltext des Briefs vom 30.1. 2025 an den NABU (Naturschutzbund Deutschland)<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von Naturschutzverb\u00e4nden oder auch von einzelnen Wissenschaftlern (Zoologen) wird des \u00f6fteren auf die reiche Artenvielfalt in Gro\u00dfst\u00e4dten hingewiesen und diese seit Jahrzehnten im Gang befindliche Entwicklung als Erfolg f\u00fcr den Artenschutz gewertet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel Wanderfalke:<\/p>\n\n\n\n<p>Dank intensiver Schutzma\u00dfnahmen und dem Verbot bestimmter Biozide in der Landwirtschaft sowie Wegfall anderer R\u00fcckgangsursachen (Aushorstung f\u00fcr Falknerei, St\u00f6rungen am Horst durch Kletterer und Fotografen) hat sich die einst vom Aussterben bedrohte Greifvogelart seit den 80er Jahren langsam erholt, so da\u00df die Bestandsentwicklung sp\u00e4testens seit den 1990er Jahren wieder einen deutlich positiven Trend anzeigt. Der Wanderfalke, schnellster Vogel der Welt ist zwar nach wie vor allgemein selten, aber aktuell nicht mehr gef\u00e4hrdet. Eine Ausnahme bildet nach gegenw\u00e4rtigem Stand die Schweiz, wo diese Greifvogelart erneut als gef\u00e4hrdet eingestuft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings h\u00e4lt sich meine Freude \u00fcber die Zunahme der Population insofern in Grenzen, als ich einfach keinen Spa\u00df daran habe, Wanderfalken auf Industrieschloten br\u00fctend zu sehen, in einer Umgebung also, die keiner mit dem Begriff Lebensqualit\u00e4t verbindet. Ein Labyrinth aus H\u00e4userschluchten, Hochspannungsleitungen, Fabrikschornsteinen, Kraftwerken, st\u00e4dtischen Betonw\u00fcsten und Gewerbegebieten, auch Windkraftanlagen \u2013 von Verkehrswegen durchzogen \u2013 sind Orte, wo sich weder Menschen noch Tiere auf Dauer wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen! \u00dcbrigens kommt es vermehrt vor, da\u00df Jungfalken an Glasfassaden t\u00f6dlich verungl\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062202WanderfalkeKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1014\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062202WanderfalkeKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61315\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062202WanderfalkeKlein.jpg 1014w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062202WanderfalkeKlein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025062202WanderfalkeKlein-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zu den Beutetieren des Wanderfalkens z\u00e4hlen V\u00f6gel bis zur Taubengr\u00f6\u00dfe, aber auch solche aus der Familie der Kr\u00e4hen. In den 1970er Jahren war dieser imposante Greifvogel bis auf die Alpen in Deutschland vom Aussterben bedroht. (Foto: Hans Glader_Piclease, Bildarchiv Nationalparkverwaltung Berchtesgaden)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eine technisch \u00fcberformte, von gro\u00dfindustriellen Strukturen gepr\u00e4gte Kunstlandschaft deutet auf eine wachsende Lebensfeindlichkeit unserer rein wirtschaftlich orientierten Freizeit- und Spa\u00dfgesellschaft hin. Der Mensch dringt immer weiter in die Natur vor \u2013 ohne jede R\u00fccksicht auf st\u00f6rungsempfindliche Tierarten und deren Lebensr\u00e4ume! Exzessiver Stra\u00dfenbau zerschneidet und zerst\u00fcckelt bzw. fragmentiert wertvolle Biotope. Wen wundert es, da\u00df die Anzahl gef\u00e4hrdeter Tier- und Pflanzenarten in den \u201eRoten Listen\u201c st\u00e4ndig zunimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn bestimmte Tierarten, die fr\u00fcher in der altb\u00e4uerlichen Kulturlandschaft zahlreich vorkamen und nahezu jedermann vertraut waren, sich nun pl\u00f6tzlich im undurchdringlichen Asphalt- und Betondschungel der St\u00e4dte ausbreiten, so ist das eine Entwicklung, die ich f\u00fcr sehr bedenklich halte. Und irgendwann verlassen \u201edie Ratten\u201c das sinkende Schiff, wenn diese n\u00e4mlich zu sp\u00fcren bekommen, da\u00df Megast\u00e4dte, sofern hier keine naturnahen und somit als Lebensr\u00e4ume geeigneten Biotope existieren, alles andere als Wohlf\u00fchloasen darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ber\u00fchmte Publizist, Fernseh- und Buchautor, Tier- und Natursch\u00fctzer Dr. h. c. Horst Stern (1922 \u2013 2019), schrieb einmal: \u201eDer gro\u00dfst\u00e4dtische Artenreichtum landfl\u00fcchtiger Tiere ist das Gegenteil von Hoffnung auf eine gesundende Natur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der l\u00e4ndliche Raum hat im Laufe der Jahre st\u00e4ndig an Attraktivit\u00e4t f\u00fcr zahlreiche Tierarten (z. B. Feldv\u00f6gel) eingeb\u00fc\u00dft, besonders durch intensive Landnutzung. Monostrukturen und Plantagenwirtschaft, Versiegelung, Zubetonierung, Uniformierung der D\u00f6rfer, Modernisierung der Geb\u00e4ude, sterile G\u00e4rten und fortgesetzten Fl\u00e4chenfra\u00df. Ein Riesenproblem! Hier bedarf es einer gewaltigen Kraftanstrengung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um die stark negativen Bestandstrends f\u00fcr eine Vielzahl von Tierarten wieder ins Gegenteil zu verkehren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Antwort des NABU vom 06.02. 2025:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir stimmen Ihnen zu, dass die positiven Bestandsentwicklungen von einigen Tierarten, die im Siedlungsraum des Menschen vorkommen oder als Kulturfolger gelten, nicht den fortschreitenden Artenschwund in der freien Landschaft aufwiegen. Daher lassen wir im Hinblick dieser positiven Entwicklungen auch nicht von unseren Forderungen ab, dass insgesamt mehr f\u00fcr den Artenschutz unternommen werden mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen es aber dennoch als kleinen Teilerfolg des Artenschutzes an, wenn Arten wie Wanderfalke, Mauersegler, Hausrotschwanz oder auch Fledermausarten, die menschliche Behausungen und Siedlungsfl\u00e4chen als Teillebensraum nutzen, positive Bestandstendenzen zeigen. Der Grund liegt darin, weil diese Arten zu unserer heimischen Artenvielfalt z\u00e4hlen, dort wichtige \u00f6kologische Funktionen \u00fcbernehmen und auch f\u00fcr uns Menschen eine Bereicherung f\u00fcr die Erlebbarkeit der Natur darstellen. Ohne menschliche Siedlungen oder Eingriffe in der Natur (Steinbr\u00fcche) w\u00fcrden Vogelarten wie Wanderfalke, Hausrotschwanz, Mauersegler, Uhu, Haus- und Feldsperling oder Mehlschwalbe kaum bei uns vorkommen. Das Vorkommen dieser Arten w\u00e4re meist auf Landschaften mit von Natur aus vorhandenen Felsformationen beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Arten, die nicht zu den Kulturfolgern geh\u00f6ren, nur noch in unseren St\u00e4dten einen Lebensraum finden, weil die urspr\u00fcnglichen Lebensr\u00e4ume in der freien Landschaft f\u00fcr den Menschen zerst\u00f6rt oder entwertet wurden, dann ist dies zurecht ein Alarmsignal und sollte nicht gefeiert werden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> <br \/>Was ist wirklich damit gewonnen, wenn immer mehr Tierarten in Ermangelung geeigneter Lebensr\u00e4ume die St\u00e4dte besiedeln? Wir m\u00fcssen deren angestammte urspr\u00fcngliche Lebensr\u00e4ume konsequent erhalten bzw. renaturieren und vor den \u201eSegnungen\u201c der Zivilisation bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als neuer Belastungsfaktor f\u00fcr die \u00f6kosystemare Artenvielfalt hinzugekommen ist der Bau von Windenergieanlagen in W\u00e4ldern. In Jahrhunderten entstandene Wald\u00f6kosysteme werden zur Kulisse von gigantischen M\u00fchlenmonstern. Davon handelt der n\u00e4chste Beitrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Brief an den NABU, die Antwort und ein Fazit Originaltext des Briefs vom 30.1. 2025 an den NABU (Naturschutzbund Deutschland): Von Naturschutzverb\u00e4nden oder auch von einzelnen Wissenschaftlern (Zoologen) wird &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/grossstaedtischer-artenreichtum-landfluechtiger-tiere-ist-das-gegenteil-von-hoffnung-auf-eine-gesundende-natur\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGro\u00dfst\u00e4dtischer Artenreichtum landfl\u00fcchtiger Tiere ist das Gegenteil von Hoffnung auf eine gesundende Natur\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[549],"tags":[7265,4599],"class_list":["post-61312","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-umwelt","tag-land","tag-stadt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61312\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}