{"id":60674,"date":"2025-03-25T22:07:35","date_gmt":"2025-03-25T21:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=60674"},"modified":"2025-03-25T22:23:41","modified_gmt":"2025-03-25T21:23:41","slug":"schadstoffe-im-ackerboden-mit-zwischenfruechten-entfernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/schadstoffe-im-ackerboden-mit-zwischenfruechten-entfernen\/","title":{"rendered":"Schadstoffe im Ackerboden mit Zwischenfr\u00fcchten entfernen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Wege zur Verbesserung der Bodengesundheit in der Landwirtschaft<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032501WieseKleeKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032501WieseKleeKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-60675\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032501WieseKleeKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032501WieseKleeKlein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032501WieseKleeKlein-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Als Zwischenfr\u00fcchte angebaute Pflanzenarten wie z.B. Klee k\u00f6nnen Schadstoffe aus dem Boden entfernen oder im Wurzelraum fixieren. (Pressefoto:<\/em> UFZ)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Nitrat, Pestizide, Metalle, Plastik &#8211; B\u00f6den in der Landwirtschaft enthalten h\u00e4ufig Schadstoffe. Gibt es nachhaltige und klimaneutrale L\u00f6sungen, um die Bodengesundheit von Agrarfl\u00e4chen zu verbessern und zu f\u00f6rdern? Ja, sagt ein Forschungsteam des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung (UFZ). Bestimmte Pflanzenarten k\u00f6nnten als Zwischenfr\u00fcchte zur Phytosanierung eingesetzt werden, also zum Entfernen von Schadstoffen aus dem Boden. In ihrem im Fachmagazin <em><strong>Trends in Plant Sciences<\/strong><\/em> ver\u00f6ffentlichten Artikel tragen die Forschenden Ergebnisse aus mehr als 100 wissenschaftlichen Studien zusammen und zeigen, welche Pflanzen sich nach bisherigem Kenntnisstand eignen, Schadstoffe aus landwirtschaftlich genutzten B\u00f6den zu entfernen oder im Wurzelraum zu fixieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Pressemitteilung UFZ)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Landwirte bauen zwischen zwei Hauptkulturen h\u00e4ufig sogenannte Zwischenfr\u00fcchte an. Sie werden unter anderem als Tierfutter genutzt oder verbleiben als Gr\u00fcnd\u00fcngung auf dem Acker. So versorgen sie den Boden vor der n\u00e4chsten Aussaat oder Pflanzung mit N\u00e4hrstoffen. Zwischenfr\u00fcchte sch\u00fctzen aber auch vor Erosion, stabilisieren den Wasser-, N\u00e4hrstoff- und Kohlenstoffhaushalt des Bodens, regulieren die Bodentemperatur, f\u00f6rdern die Humusbildung, speichern Kohlendioxid und erh\u00f6hen ober- und unterirdisch die Biodiversit\u00e4t. &#8222;Zwischenfr\u00fcchte sind in der Landwirtschaft tats\u00e4chlich so eine Art Wunderwaffe&#8220;, sagt Prof. Marie Muehe, Leiterin der Arbeitsgruppe Pflanzen-Biogeochemie am UFZ und Letztautorin der Publikation. Verkannt sei bislang allerdings ihr Potenzial, Schadstoffe aus B\u00f6den zu entfernen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032502PflanzenSchadstoffeKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032502PflanzenSchadstoffeKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-60676\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032502PflanzenSchadstoffeKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032502PflanzenSchadstoffeKlein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2025032502PflanzenSchadstoffeKlein-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Verschiedene Formen der Phytosanierung&nbsp;(Foto: Marie Muehe \/ UFZ<\/em>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Schadstoffe mithilfe von Pflanzen aus B\u00f6den zu entfernen, ist nicht neu. Schon jetzt werden beispielsweise kontaminierte B\u00f6den auf Industriefl\u00e4chen so saniert. In der Landwirtschaft k\u00f6nnte man von dieser Methode aber ebenso profitieren, sagt Marie Muehe: &#8222;Der Einsatz ausgew\u00e4hlter Zwischenfr\u00fcchte zur Phytosanierung ist ein naturbasierter und klimaneutraler Weg, um die Bodengesundheit zu verbessern und zu erhalten. Das sollten wir im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft auch nutzen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Doch welche Pflanzen eignen sich \u00fcberhaupt zur Phytosanierung in der Landwirtschaft? Und welche Schadstoffe k\u00f6nnten mit welchen Pflanzen gemanagt werden? Diesen Fragen ging das UFZ-Team nach und durchforstete die aktuelle Studienlage. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir haben zum Beispiel recherchiert, ob es bereits Studien gibt, die zeigen, welche der h\u00e4ufig genutzten Zwischenfr\u00fcchte F\u00e4higkeiten zum Schadstoffabbau haben. Dar\u00fcber hinaus haben wir ausgehend von sechs Schadstoffkategorien <em>Nitrat, Salze, Metalle, Pestizide, Plastik und Antibiotikaresistenzgene<\/em> nach Pflanzen gefahndet, die in der Lage sind, diese Schadstoffe abzubauen oder zu fixieren&#8220;, erkl\u00e4rt Erstautorin Dr. Pooja Sharma, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe Pflanzen-Biogeochemie am UFZ forscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Ergebnissen der Literaturrecherche hat das Forschungsteam f\u00fcr die jeweiligen Schadstoffkategorien Konzepte f\u00fcr die Phytosanierung entwickelt. Damit zum Beispiel \u00fcbersch\u00fcssiges Nitrat im Ackerboden nicht ausgewaschen wird und das Grundwasser belastet, k\u00f6nnten Roggen und Sonnenblume als Zwischenfr\u00fcchte zum Einsatz kommen. F\u00fcr ihr Wachstum nehmen die Pflanzen das Nitrat aus dem Boden auf und k\u00f6nnen als Gr\u00fcnd\u00fcngung auf dem Feld verbleiben. Dort nicht verbleiben sollten dagegen Zwischenfr\u00fcchte, die dem Boden unerw\u00fcnschte Metalle wie etwa Cadmium entziehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr infrage k\u00e4men etwa verschiedene Kleesorten, Roggen oder Raps. &#8222;Die Zwischenfr\u00fcchte, die man zur Entfernung von Metallen nutzt, eignen sich in der Regel nicht als Tierfutter. Daf\u00fcr k\u00f6nnten sie bei der Produktion von Biogas eine Rolle spielen&#8220;, sagt Pooja Sharma.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Sonnenblumen seien in der Lage, Metalle gut aus dem Boden zu entfernen. Da sich die Metalle vor allem in den Bl\u00e4ttern festsetzen, k\u00f6nnten die Samen geerntet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dasselbe gelte f\u00fcr die Samen von Senf, der als Zwischenfrucht dem Boden insbesondere Pestizide entziehe, ebenso wie S\u00fc\u00dfgras oder Ostindischer Hanf.<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich der Schadstoffkategorien Plastik und Antibiotikaresistenzgene konnten die Forschenden keine Zwischenfr\u00fcchte identifizieren, die sich besonders gut zur Phytosanierung eignen. Sie vermuten, dass auch die Interaktionen zwischen Bodenbakterien und Zwischenfr\u00fcchten eine wichtige Rolle dabei spielen, ob und wie gut sich Schadstoffe durch Phytosanierung fixieren, abbauen oder entfernen lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Hier muss noch viel geforscht werden &#8211; und zwar gemeinsam mit Landwirten. Nur so k\u00f6nnen wirksame und praktikable Strategien zur Phytosanierung &#8211; zugeschnitten auf verschiedene Standorte, B\u00f6den und Schadstoffprobleme &#8211; entwickelt werden&#8220;, sagt Marie Muehe. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Zwischenfr\u00fcchte auch zum Management von Bodenschadstoffen zu nutzen, ist aus unserer Sicht ein effizientes Zukunftskonzept f\u00fcr ges\u00fcndere B\u00f6den und eine nachhaltigere Landwirtschaft.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 2025 startet ein UFZ-Forschungsteam im Rahmen des Projekts <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ufz.de\/index.php?en=50492\">SmartManure<\/a> gemeinsam mit Landwirten eine Feldstudie. Deren Ziel ist es, verschiedene Zwischenfr\u00fcchte und ihre Sanierungsleistung differenzierter zu untersuchen und dar\u00fcber hinaus die Praktikabilit\u00e4t der Phytosanierung in der landwirtschaftlichen Praxis zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Publikation:<\/strong><br \/>Pooja Sharma, Thomas Reitz, Surendra Pratap Singh, Anja Worrich und E. Marie Muehe: Going beyond improving soil health: cover plants as contaminant removers in agriculture, Trends in Plant Sciences, <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tplants.2025.01.009\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tplants.2025.01.009<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Wege zur Verbesserung der Bodengesundheit in der Landwirtschaft Nitrat, Pestizide, Metalle, Plastik &#8211; B\u00f6den in der Landwirtschaft enthalten h\u00e4ufig Schadstoffe. 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