{"id":60628,"date":"2025-03-20T13:33:19","date_gmt":"2025-03-20T12:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=60628"},"modified":"2025-03-21T19:14:42","modified_gmt":"2025-03-21T18:14:42","slug":"aktion-vor-dem-bundestag-waelder-staerken-nicht-verheizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/aktion-vor-dem-bundestag-waelder-staerken-nicht-verheizen\/","title":{"rendered":"Aktion vor dem Bundestag: W\u00e4lder st\u00e4rken, nicht verheizen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Umweltorganisationen fordern konsequente Ma\u00dfnahmen zur Erreichung von Deutschlands Klimazielen und zum Schutz der W\u00e4lder<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"486\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-1024x486.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-60633\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-1024x486.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-300x142.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-768x365.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-1536x729.jpg 1536w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald-1200x570.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/25032001AktionWald.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Protestaktion in Berlin zum morgigen Tag des Waldes. W\u00e4lder m\u00fcssen geschont und erhalten werden. Leider werde ein Drittel des in Deutschland dem Wald entnommenen Holzes verbrannt, um Energie zu erzeugen. (Pressefoto: DUH)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Der Wald in Deutschland ist in einem schlechten Zustand. Seit einigen Jahren setzt er mehr CO2 frei, als er bindet, und f\u00e4llt damit als wichtiger Klimasch\u00fctzer in Deutschland aus. Neben Borkenk\u00e4fer-Befall, D\u00fcrren und Waldbr\u00e4nden als Folge der Klimakrise, dem gro\u00dffl\u00e4chigen Anbau von Nadelforsten sowie Schadstoffeintr\u00e4gen liegt dies auch daran, dass er forstwirtschaftlich zu stark genutzt wird. Ohne politische Gegenma\u00dfnahmen sind die Klimaschutzziele daher nicht zu erreichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Gemeinsame Pressemitteilung vom 20.03.2025 zum morgigen internationalen Tag des Waldes von NABU, BUND, DUH, ROBIN WOOD, DNR, WWF, Greenpeace, Biofuelwatch und AUSGEBRANNT)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Darauf machten heute die Umweltorganisationen NABU, BUND, Deutsche Umwelthilfe (DUH), ROBIN WOOD, DNR, WWF, Greenpeace, Biofuelwatch und das B\u00fcndnis AUSGEBRANNT mit einer <strong>Aktion vor dem Bundestag anl\u00e4sslich des morgigen Tages des Waldes<\/strong> aufmerksam. Sie fordern von den neuen Abgeordneten und der k\u00fcnftigen Bundesregierung, z\u00fcgig wirksame Gegenma\u00dfnahmen umzusetzen. Dazu z\u00e4hlt, W\u00e4lder besser zu sch\u00fctzen und weniger Holz zu verheizen. Holzverbrennung ist klimasch\u00e4dlich, denn es erh\u00f6ht das CO2 in der Atmosph\u00e4re und mindert den in W\u00e4ldern gespeicherten Kohlenstoff. Wie die Umweltsch\u00fctzer*innen bei ihrer Aktion bildlich darstellten, wird ein Drittel des in Deutschland aus dem Wald entnommenen Holzes direkt verbrannt. Trotz dieser gewaltigen Menge deckt Energie aus Wald- und Gebrauchtholz nur vier Prozent des deutschen Energieverbrauchs. Der gleichzeitige Verlust der Klimaschutzleistung der W\u00e4lder steht dazu in keinem Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD, sagt: <em>\u201eDie Funktion der W\u00e4lder als CO2-Senke ist in Deutschlands Klimazielen und in globalen Klimamodellen eingepreist. Doch wenn die W\u00e4lder stattdessen CO2 emittieren, geht diese Rechnung nicht auf. Und nur intakte und naturnahe W\u00e4lder hemmen das globale Artensterben. Die zuk\u00fcnftige Bundesregierung muss das \u00fcberalterte Bundeswaldgesetz dringend novellieren. Au\u00dferdem brauchen wir endlich eine <\/em><a href=\"https:\/\/denkhausbremen.de\/nach-uig-antrag-von-denkhausbremen-bmuv-gibt-nabis-studie-frei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Nationale Biomassestrategie<\/em><\/a><em>. Holznutzung ja, aber nur entlang \u00f6kosystemarer Grenzen und in einer Kreislaufwirtschaft.<\/em>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sascha M\u00fcller-Kraenner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DUH, erg\u00e4nzt:<em> \u201eDie Erreichung der Klimaziele im Landnutzungssektor ist in weiter Ferne. Trotz Gerichtsurteils ist die Bundesregierung nicht ins Handeln gekommen &#8211; dabei liegen eine Reihe von Ma\u00dfnahmen auf dem Tisch, die unmittelbar wirksam w\u00e4ren. Weniger Holz zu verbrennen und daf\u00fcr mehr Holz in langlebigen Produkten zu nutzen, ist ein zentraler Baustein.\u201d<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Michaela Kruse, NABU-Referentin f\u00fcr Bioenergie, f\u00fcgt hinzu: <em>\u201eUnser Wald steckt in der Krise. Durch massive \u00dcbernutzung in Folge des klimabedingten Waldsterbens sind seit 2018 Kahlfl\u00e4chen doppelt so gro\u00df wie das Saarland entstanden \u2013 mit fatalen Folgen: Statt CO2 zu speichern, setzen die W\u00e4lder nun klimasch\u00e4dliche Emissionen frei. H\u00e4ufig wurde das geerntete Holz kaum sinnvoll genutzt, ein Drittel landete direkt im Feuer. Das Ergebnis: hoher Klimaschaden, wenig wirtschaftlicher Nutzen. Jetzt braucht es echten Waldschutz und eine nachhaltige Nutzung, die Holz in langlebige Produkte lenkt \u2013 f\u00fcr Klima, Artenvielfalt und die Zukunft der holzbasierten Wirtschaft.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dorothea Epperlein, Waldexpertin von Greenpeace, betont: <em>\u201eUnsere W\u00e4lder k\u00f6nnen den Herausforderungen der Klimakrise und des Artensterbens nur durch mehr Naturn\u00e4he gewappnet sein. Um eine extensive Waldnutzung und ausreichend Schutzgebiete im Wald etablieren zu k\u00f6nnen, muss der Nutzungsdruck sinken. Das hei\u00dft keine Verschwendung mehr von wertvollem Holz \u2013 besonders nicht als Brennstoff in Kraftwerken. Der Schutz des Klimas und der Arten h\u00e4ngt jetzt davon ab, dass wir uns gesunde und widerstandsf\u00e4hige W\u00e4lder bewahren<\/em>.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Nicola Uhde, BUND-Expertin f\u00fcr Waldpolitik: <em>\u201eWir brauchen dringend mehr naturnahe, klimastabile Laubmischw\u00e4lder anstelle naturferner, instabiler Nadelforste. Wir fordern die neue Bundesregierung auf, ein wirksames Bund-L\u00e4nder-Programm f\u00fcr den Waldumbau aufzulegen, um den Wandel hin zu gesunden Laubmischw\u00e4ldern im Staatswald, in den Kommunen und in den Privatw\u00e4ldern voranzubringen. Damit die jungen Laubb\u00e4ume eine Chance haben und nicht gleich wieder von Rehen gefressen werden, braucht es fl\u00e4chendeckend ein gutes Wildtiermanagement. Daf\u00fcr soll die Bundesregierung das Bundesjagdgesetz so anpassen, dass Naturverj\u00fcngung und Waldumbau eine Chance haben.<\/em>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes Zahnen, WWF Deutschland: \u201e<em>Jahrzehntelang wurde der Wald vor allem als schneller Holzlieferant betrachtet. Das r\u00e4cht sich jetzt: Nur jeder f\u00fcnfte Baum in Deutschland weist keine sichtbaren Sch\u00e4den auf. Wetterextreme, wie lange D\u00fcrre- und Hitzeperioden, sind inzwischen zu einem Dauerproblem geworden. Wir brauchen umgehend einen Paradigmenwechsel hin zu naturnahen W\u00e4ldern, geringeren Wilddichten und damit einer nat\u00fcrlichen Verj\u00fcngung, einer Wiedervern\u00e4ssung sowie einer weniger intensiven Holzentnahme, damit im Wald gen\u00fcgend Schatten erhalten bleibt. Nur so k\u00f6nnen unsere W\u00e4lder wieder zu dem werden, was sie einmal waren: ein Ort der Artenvielfalt, ein verl\u00e4sslicher Rohstofflieferant und ein wichtiger Klimastabilisator<\/em>.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>Der internationale Tag des Waldes soll die Aufmerksamkeit auf die W\u00e4lder und deren Bedeutung f\u00fcr uns Menschen richten. Als vielf\u00e4ltiges \u00d6kosystem, das ein Drittel unserer Landesfl\u00e4che bedeckt, stellen die W\u00e4lder uns umfangreiche Funktionen und Leistungen, wie beispielsweise Wasser- und Luftreinigung, Erosionsschutz, Holzproduktion und K\u00fchlung der Landschaft zur Verf\u00fcgung. Doch laut Waldzustandsbericht ist nur noch jeder f\u00fcnfte Baum in Deutschland gesund und auf 19 Prozent der Waldfl\u00e4chen haben laut Bundeswaldinventur D\u00fcrren und Borkenk\u00e4fer un\u00fcbersehbaren Schaden hinterlassen. Die absterbenden Waldbest\u00e4nde und deren R\u00e4umung haben erstmalig dazu gef\u00fchrt, dass im Zeitraum von 2017-2023 die W\u00e4lder in Deutschland mehr CO2 aussto\u00dfen als speichern. Dabei sind die W\u00e4lder im Klimaschutzgesetz zur Erreichung konkreter CO2-Senkenziele eingeplant.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mai 2024 entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, dass die Bundesregierung bisher keine ausreichenden Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Schutz der wichtigen \u00d6kosysteme wie W\u00e4lder, Moore und Auen getroffen hat. Hier muss nun nachgebessert werden, um das Einspeichern von Treibhausgasen langfristig und im ausreichenden Umfang gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind vitale W\u00e4lder auch essentiell f\u00fcr die nat\u00fcrliche Klimaanpassung, den Schutz der Biodiversit\u00e4t sowie als Freizeit- und Erholungsraum f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltorganisationen fordern konsequente Ma\u00dfnahmen zur Erreichung von Deutschlands Klimazielen und zum Schutz der W\u00e4lder Der Wald in Deutschland ist in einem schlechten Zustand. 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