{"id":60481,"date":"2025-02-22T18:57:09","date_gmt":"2025-02-22T17:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=60481"},"modified":"2025-02-22T18:57:09","modified_gmt":"2025-02-22T17:57:09","slug":"ohne-intakte-natur-werden-wir-unseren-wohlstand-nicht-halten-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/ohne-intakte-natur-werden-wir-unseren-wohlstand-nicht-halten-koennen\/","title":{"rendered":"&#8222;Ohne intakte Natur werden wir unseren Wohlstand nicht halten k\u00f6nnen&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft fordern ambitionierte Biodiversit\u00e4tspolitik von der k\u00fcnftigen Bundesregierung<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-52504\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022061702Nuhnewiesen.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sch\u00e4fer, Hund und Herde auf den Nuhnewiesen (archivfoto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten sind hochgradig abh\u00e4ngig von einer vielf\u00e4ltigen Natur und intakten \u00d6kosystemen. Hierin waren sich alle Expert:innen \u00a0einig, die vor drei Tagen beim &#8222;Hauptstadt-Impuls&#8220;, einer von mehreren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien gemeinsam durchgef\u00fchrten Online-Veranstaltung, zu einer ambitionierten Biodiversit\u00e4tspolitik in der kommenden Legislaturperiode aufriefen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Pressemitteilung UFZ)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Beteiligten richteten ihren Appell an alle politischen Parteien, die sich morgen zur Bundestagswahl stellen. Die Kernbotschaft: Ohne intakte Natur werden wir unseren Wohlstand nicht halten k\u00f6nnen, weil wir essenzielle Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen verlieren. Wir brauchen deshalb eine ambitionierte Biodiversit\u00e4tspolitik in der n\u00e4chsten Legislaturperiode.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Das Bewahren von Biodiversit\u00e4t und der Erhalt von \u00d6kosystemen sind unverzichtbar f\u00fcr die Existenz der Menschen&#8220;, erinnerte Gastgeber Alexander Bonde, Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in seinem Eingangsstatement. &#8222;Nachlassendes Engagement oder gar R\u00fcckschritte im Klima-, Natur- und Umweltschutz gef\u00e4hrden die Grundlagen unserer Gesundheit, unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;55 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes sind abh\u00e4ngig von Leistungen der Natur&#8220;, zitierte Dr. Stefanie Eichiner, Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative &#8222;Biodiversity in Good Company (BiGC)&#8220; aus einer <a href=\"https:\/\/www.pwc.com\/gx\/en\/strategy-and-business\/content\/sbpwc-2023-04-19-Managing-nature-risks-v2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">globalen Risikoanalyse<\/a> der internationalen Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. &#8222;Das entspricht einem Geldwert von nahezu 58.000 Milliarden US-Dollar.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht immer sind diese Abh\u00e4ngigkeiten zwischen Wirtschaft, Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemleistungen sofort offensichtlich. Oft braucht es eine sorgf\u00e4ltige Bestandsaufnahme entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette eines Unternehmens, um zu erkennen, wie sehr die h\u00e4ufig komplex ineinandergreifenden Produktions- und Wirtschaftsprozesse auf vielf\u00e4ltige biologische Ressourcen und funktionierende \u00d6kosysteme angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Biodiversit\u00e4tskrise ist deshalb nicht nur ein Problem f\u00fcr naturbezogene Branchen wie die Holz-Industrie&#8220;, bekr\u00e4ftigte Stefanie Eichiner, die in der internationalen Pfleiderer-Gruppe den Unternehmensbereich &#8222;Nachhaltigkeit&#8220; leitet. &#8222;Ein weiter grassierender Klimawandel und die dramatischen Verluste an biologischer Vielfalt bedrohen den wirtschaftlichen Wohlstand unseres Landes insgesamt&#8220;, fasste die BiGC-Vorsitzende zusammen. Passend dazu listet das Weltwirtschaftsforum in seinem aktuellen &#8222;<a href=\"https:\/\/reports.weforum.org\/docs\/WEF_Global_Risks_Report_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Global Risks Report 2025<\/a>&#8220; extreme Wettereignisse, den Verlust biologischer Vielfalt und die Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen als die drei schwerwiegendsten Risiken f\u00fcr die Wirtschaft im n\u00e4chsten Jahrzehnt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Oft h\u00f6rt man in der \u00f6ffentlichen Debatte, dass Naturschutz ein Luxus sei, den man sich in wirtschaftlich guten Zeiten leisten kann. Vordergr\u00fcndig mag das manchmal so wirken, aber auf lange Sicht ist das ein gef\u00e4hrlicher Trugschluss&#8220;, konterte Prof. Dr. Katrin B\u00f6hning-Gaese vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) ein verbreitetes politisches Argument. &#8222;Als Wissenschaftlerin kann ich Ihnen sagen: Schutz und Wiederherstellung von Natur sind effektiv und verhindern gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den und h\u00f6here Kosten bereits heute, aber erst recht in der Zukunft.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wissenschaftliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des UFZ machte in ihrem Statement noch einmal das Ausma\u00df der gegenw\u00e4rtigen Biodiversit\u00e4tskrise deutlich. Auf \u00fcber 1.200 Seiten hat die Community der deutschen Biodiversit\u00e4tsforschung mit dem &#8222;<a href=\"https:\/\/www.oekom.de\/buch\/faktencheck-artenvielfalt-9783987260957\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Faktencheck Artenvielfalt<\/a>&#8220; erst vor wenigen Monaten die bisher umfassendste Bestandsaufnahme zur biologischen Vielfalt in Deutschland vorgelegt. Demnach ist \u00fcber die H\u00e4lfte der Lebensr\u00e4ume in Deutschland in einem \u00f6kologisch bedenklichen Zustand, ein Drittel der untersuchten Arten sind gef\u00e4hrdet, die biologische Vielfalt geht weitr\u00e4umig zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Biodiversit\u00e4tskrise ist also kein Problem &#8218;der Anderen&#8216; und kein Problem, das Aufschub vertr\u00e4gt&#8220;, fasst Katrin B\u00f6hning-Gaese ihre Botschaft zusammen. &#8222;Dabei m\u00fcssen wir uns immer vor Augen halten, dass wir es hier mit langfristigen Entwicklungen von gro\u00dfer Tragweite zu tun haben. Einmal angesto\u00dfen, lassen sie sich nicht auf Knopfdruck umdrehen. Die gute Nachricht ist: Wir k\u00f6nnen die Biodiversit\u00e4t retten und \u00d6kosysteme wiederherstellen. Die L\u00f6sungen sind bekannt und gut erprobt &#8211; wir m\u00fcssen sie jetzt nur noch in der Breite umsetzen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sehr auch die menschliche Gesundheit von einer vielf\u00e4ltigen Natur und einer intakten Umwelt abh\u00e4ngt, betonte Dr. Eckart von Hirschhausen. Der Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gr\u00fcnder der Stiftung &#8222;Gesunde Erde &#8211; Gesunde Menschen (GEGM)&#8220; sagt: &#8222;Gesundheit beginnt nicht mit Tabletten, Operationen oder einem MRT. Gesundheit beginnt mit der Luft, die wir atmen, dem Wasser zum Trinken, Pflanzen zum Essen, ertr\u00e4glichen Temperaturen und einem friedlichen Miteinander. Alle diese f\u00fcnf Lebensgrundlagen sind akut in Gefahr, und nichts davon wird von alleine besser.&#8220; Von Hirschhausen betont: &#8222;Wir sind nicht die Krone der Sch\u00f6pfung, sondern Teil von ihr. Wir sind getragen vom Netzwerk des Lebens. Wenn wir eins aus der Pandemie lernen k\u00f6nnen: Machen wir die Tiere um uns herum krank, machen sie uns krank. Gesunde Menschen gibt es nur zusammen mit gesunder Natur und einer gesunden Erde!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In der n\u00e4chsten Legislaturperiode darf das politische Engagement f\u00fcr eine Trendumkehr des dramatisch fortschreitenden Verlusts an Natur und Biodiversit\u00e4t nicht nachlassen. Es muss sich im Gegenteil noch verst\u00e4rken. In dieser Forderung waren sich die Veranstalter des Hauptstadt-Impulses einig. Ambitionierte Biodiversit\u00e4tspolitik d\u00fcrfe in einer k\u00fcnftigen Bundesregierung deshalb kein Nischenfeld f\u00fcr das Umweltressort sein &#8211; wie beim Klimaschutz m\u00fcsse sie zur gemeinsamen Verantwortung aller Regierungsressorts werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Hier der Mitschnitt: <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/warum-wirtschaft-und-wissenschaft-eine-mutige-biodiversitaetspolitik-erwarten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.dbu.de\/termine\/warum-wirtschaft-und-wissenschaft-eine-mutige-biodiversitaetspolitik-erwarten\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft fordern ambitionierte Biodiversit\u00e4tspolitik von der k\u00fcnftigen Bundesregierung Wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten sind hochgradig abh\u00e4ngig von einer vielf\u00e4ltigen Natur und intakten \u00d6kosystemen. 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