{"id":60087,"date":"2025-01-09T17:18:06","date_gmt":"2025-01-09T16:18:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=60087"},"modified":"2025-01-09T17:18:06","modified_gmt":"2025-01-09T16:18:06","slug":"erneuerbare-senken-strompreise-und-emissionen-mangelnde-dynamik-bei-gebaeuden-und-verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/erneuerbare-senken-strompreise-und-emissionen-mangelnde-dynamik-bei-gebaeuden-und-verkehr\/","title":{"rendered":"Erneuerbare senken Strompreise und Emissionen \u2013 Mangelnde Dynamik bei Geb\u00e4uden und Verkehr"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"314\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/winterbergverkehr2010022202.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6756\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/winterbergverkehr2010022202.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/winterbergverkehr2010022202-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Blech-Lawine ist im Winterberger Skitourismus eine regelm\u00e4\u00dfige Erscheinung. Daran \u00e4ndert sich seit Jahren nichts,  auch wenn jedes Mal aufs Neue geklagt wird:  Abflie\u00dfender Verkehr aus den Skigebieten in Winterberg 2010. (Symbolbild verfehlte Verkehrswende, Archiv: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Aufgrund neuer Rekorde bei Erneuerbaren und einem historischen Tief bei der Kohleverstromung gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2024 deutlich zur\u00fcck. Damit h\u00e4lt die Bundesrepublik das nationale Jahresklimaziel ein, verfehlt zugleich aber die EU-Klimavorgaben aufgrund fehlender Fortschritte in den Bereichen Geb\u00e4ude und Verkehr. Um die positive Dynamik des Stromsektors auf die Nachfragesektoren zu \u00fcbertragen, sind Investitionsanreize f\u00fcr klimaneutrale Technologien und die Absicherung attraktiver Strompreise essenziell.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Pressemitteilung Agora Energiewende)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlands Treibhausgasemissionen sind 2024 deutlich gesunken \u2013 sie gingen um 18 Millionen Tonnen bzw. 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 656 Millionen Tonnen CO2* zur\u00fcck. Damit fielen die Emissionen zum dritten Mal in Folge und erreichten einen historischen Tiefstand, auch wenn sich der R\u00fcckgang im Vergleich zum letzten Jahr stark verlangsamte. Dies zeigen vorl\u00e4ufige Berechnungen von Agora Energiewende, die der Thinktank in seiner Bilanz des Energiejahres 2024 vorgelegt hat. Somit wird das Jahresziel nach dem neuen Klimaschutzgesetz um 36 Millionen Tonnen CO2 \u00fcbererf\u00fcllt. Aufgrund mangelnder Minderung bei Geb\u00e4uden und Verkehr verfehlte die Bundesrepublik jedoch die europ\u00e4isch vereinbarten Klimaziele im Rahmen der sogenannten Effort Sharing Regulation (ESR) um sch\u00e4tzungsweise 12 Millionen Tonnen CO2. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 gingen die deutschen Treibhausgasemissionen 2024 insgesamt um 48 Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Hauptursache des R\u00fcckgangs waren positive Effekte in der Energiewirtschaft, die mehr als 80 Prozent der Emissionsreduktionen ausmachten: So wurden 2024 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von 6,1 Gigawatt stillgelegt, was 16 Prozent der installierten Kohle-Kapazit\u00e4t entsprach. Der Wegfall wurde durch eine Rekorderzeugung bei den Erneuerbaren Energien in H\u00f6he von 55 Prozent des Bruttostromverbrauchs und gestiegene Importe ausgeglichen, welche zu 49 Prozent aus Erneuerbaren stammten. Der B\u00f6rsenstrompreis sank trotz gleichbleibender Stromnachfrage gegen\u00fcber 2023 um durchschnittlich 18 Prozent bzw. 17 Euro je Megawattstunde auf 78 Euro je Megawattstunde. Weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr den Emissionsr\u00fcckgang waren milde Witterungsbedingungen und eine schw\u00e4chere Wirtschaftsleistung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Simon M\u00fcller, Direktor von Agora Energiewende Deutschland: \u201eIm Stromsektor zeigen die Klimaschutzma\u00dfnahmen der letzten Jahre immer st\u00e4rker ihre Wirkung: Deutschland bereitet mit einem deutlichen Plus bei den Erneuerbaren Energien und der positiven Entwicklung beim Netzausbau den Weg f\u00fcr eine erfolgreiche Transformation in allen Sektoren. Dabei profitiert die Bundesrepublik zunehmend von sinkenden Emissionen und g\u00fcnstigeren B\u00f6rsenstrompreisen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als im Stromsektor zeigten sich in den Nachfragesektoren Industrie, Geb\u00e4ude und Verkehr keine strukturellen Fortschritte. Im Gegenteil, die Investitionen in klimaneutrale Technologien wie W\u00e4rmepumpen oder E-Pkw waren gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar r\u00fcckl\u00e4ufig. In der Industrie stiegen die Emissionen trotz der wirtschaftlichen Stagnation im vergangenen Jahr um 3 Millionen Tonnen CO2 leicht an, insbesondere wegen eines gesteigerten Verbrauchs fossiler Brennstoffe in der Schwerindustrie. Die geringf\u00fcgigen Emissions-reduktionen im Geb\u00e4udebereich von 2 Millionen Tonnen CO2 gingen im Wesentlichen auf den verringerten Heizenergiebedarf wegen milder Witterung zur\u00fcck. W\u00e4re die Witterung im Vergleich zu 2023 gleichgeblieben, w\u00e4ren die Emissionen sogar gestiegen. Im Verkehrssektor wurde ebenfalls nur eine gering-f\u00fcgige Reduktion von 2 Millionen Tonnen CO2 gegen\u00fcber dem Vorjahr erreicht \u2013 vor allem durch geringeren Lkw-Verkehr infolge der wirtschaftlichen Schw\u00e4che. Zugleich stieg aber der Pkw-Verkehr an. Insgesamt verfehlt der Verkehrssektor mit Emissionen in H\u00f6he von 144 Millionen Tonnen CO2 das im Klimaschutzgesetz definierte Jahresziel deutlich um 19 Millionen Tonnen CO2. Durch die Zielverfehlung bei Geb\u00e4uden und Verkehr muss die Bundesregierung in absehbarer Zeit Emissionsrechte aus anderen EU-Mitgliedstaaten zukaufen, ansonsten drohen Strafzahlungen \u2013 ein milliardenschweres Haushaltsrisiko.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin zentraler Grund f\u00fcr den Mangel an strukturellem Klimaschutz in den Sektoren Industrie, Geb\u00e4ude und Verkehr ist die Verunsicherung bei Haushalten und Unternehmen. Diese f\u00fchrte zu einer allgemeinen Investitionszur\u00fcckhaltung &#8211; trotz 2024 insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufiger Stromkosten\u201d, sagte Simon M\u00fcller. So gingen der Absatz von W\u00e4rmepumpen und die Neuzulassungen von E-Pkw im Vergleich zum Vorjahr um 44 bzw. 26 Prozent zur\u00fcck. \u201eIn der n\u00e4chsten Legislaturperiode gilt es, die Transformationsdynamik aus dem Strom-sektor auch in die Nachfragesektoren zu \u00fcbertragen. Zentral hierf\u00fcr sind politische Ma\u00dfnahmen, die die soziale Ausgewogenheit sichern und es Haushalten und Unternehmen erm\u00f6glichen, den Umstieg zur Klimaneutralit\u00e4t zu schaffen. Denn die kommende Legislaturperiode ist entscheidend, um die f\u00fcr die nationalen und europ\u00e4ischen Klimaziele notwendigen Investitionen zu t\u00e4tigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emissionsreduktion durch Erneuerbare, Stromimporte und flexible Stromnutzung&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Emissionen der Energiewirtschaft sanken 2024 bei gleichbleibendem Strombedarf auf 183 Millionen Tonnen CO2 und verzeichneten damit ein deutliches Minus von 18 Millionen Tonnen (-9 Prozent) gegen\u00fcber 2023. Die wachsende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (+12 Terawattstunden) und ein h\u00f6heres Stromimportsaldo aus den europ\u00e4ischen Nachbarl\u00e4ndern (+12 Terawattstunden) verringerten signifikant die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken. Die Stromimporte bestanden dabei knapp zur H\u00e4lfte (49 Prozent) aus Erneuerbaren Energien und machten insgesamt 5 Prozent des Stromverbrauchs aus. Kernenergie lieferte wie im vergangenen Jahr rund ein Viertel der importierten Strommenge. Deutsche Haushalte und Unternehmen profitieren von den Importen insbesondere durch niedrigere Strompreise. Dar\u00fcber hinaus st\u00e4rkt der gemeinsame europ\u00e4ische Stromhandel die Versorgungssicherheit, reduziert den Einsatz fossiler Kraftwerke und senkt so die Emissionen der europ\u00e4ischen Stromerzeugung. Insgesamt wurden 2024 noch 210 TWh konventioneller Strom in Deutschland produziert; das entspricht einem R\u00fcckgang um 11 Prozent, der \u00fcberwiegend auf einen R\u00fcckgang der Kohleverstromung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (-16 Prozent gegen\u00fcber 2023). Die Erdgasverstromung blieb dagegen unver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der B\u00f6rsenstrompreis sank gegen\u00fcber 2023 um durchschnittlich 18 Prozent bzw. 17 Euro je Megawattstunde auf 78 Euro. Auch die Verbraucherstrompreise f\u00fcr Industrie und Haushalte sanken 2024, dank nachziehender Preisanpassungen gegen\u00fcber den hohen Werten 2022\/2023. Insbesondere bei Neukundenvertr\u00e4gen f\u00fcr Privathaushalte sind deutliche Einsparungen m\u00f6glich: So konnte ein Haushalt mit 3500 kWh Jahresverbrauch \u00fcber einen Neukundenvertrag zu 28,7 Cent je Kilowattstunde etwa 426 Euro gegen\u00fcber dem Durchschnittstarif sparen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die erh\u00f6hte Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien war im vergangenen Jahr auch eine erh\u00f6hte Volatilit\u00e4t an der Stromb\u00f6rse zu beobachten. \u201eZeiten mit viel Wind und Sonne f\u00fchren zu viel Erneuerbarem Strom, der zu niedrigen bis negativen Strompreisen f\u00fchren kann. Unsere Berechnungen zeigen, dass solche Phasen im Jahresverlauf deutlich h\u00e4ufiger auftreten als Dunkelflauten. Insgesamt f\u00e4llt aufs Jahr gerechnet der preissenkende Effekt solcher Gr\u00fcnstromphasen doppelt so stark ins Gewicht wie die Preisspitzen der Dunkelflauten\u201c, so Simon M\u00fcller. Das Potential solcher Phasen mit viel g\u00fcnstigem Erneuerbaren Strom m\u00fcsse durch mehr Flexibilit\u00e4ten nutzbar gemacht werden. \u201eDazu braucht es mehr Stromspeicher, einen schnelleren Einbau von Smart Metern, sowie Anreize f\u00fcr flexiblere Nachfrage bei industriellen Gro\u00dfverbrauchern. Eine Reform der Netzentgelte ist hier entscheidend, denn die aktuelle Preisstruktur ist eine echte Flexibilit\u00e4tsbremse.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dfhandelspreise f\u00fcr Gas sind 2024 gegen\u00fcber dem krisenbedingt hohen Niveau der Jahre 2021-23 insgesamt gesunken. Allerdings stiegen die Preise in der zweiten Jahresh\u00e4lfte wieder an, u.a. wegen der Ent-wicklung an den globalen LNG-M\u00e4rkten. Dies verdeutlicht, dass langfristig stabile und niedrige Preise nur durch einen konsequenten Umstieg von fossilen auf Erneuerbare Energien m\u00f6glich sind. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Solarboom und neue Rekorde bei Ausschreibungen und Genehmigungen f\u00fcr Wind an Land<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der positive Trend beim Ausbau der Erneuerbaren Energien setzte sich 2024 fort. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch stieg auf 55 Prozent. Bei der Photovoltaik wurde der Ausbaurekord von 2023 mit einem Wert von rund 16 Gigawatt nochmals \u00fcbertroffen. Die Leistung neu installierter Windenergieanlagen an Land fiel mit 2,3 Gigawatt zwar wieder zu niedrig aus. Allerdings zeigt sich bei Ausschreibungsergebnissen und Genehmigungen eine deutliche Trendwende: 2024 wurden 11 Gigawatt neue Windanlagen an Land in den Ausschreibungen bezuschlagt, ebenfalls ein neuer Rekord. Die Anzahl der Genehmigungen neuer Onshore-Windprojekte stieg sogar auf knapp 13 Gigawatt und liegt damit knapp dreimal so hoch wie vor zwei Jahren. Auch die Ausschreibungen f\u00fcr Wind auf See waren mit Zuschl\u00e4gen f\u00fcr 8 Gigawatt neuer Leistung erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leicht gestiegene Emissionen in der Industrie, trotz wirtschaftlicher Stagnation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Treibhausgasemissionen der Industrie lagen 2024 bei 158 Millionen Tonnen CO2, was einem leichten Anstieg von 3 Millionen Tonnen beziehungsweise zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insge-samt wog der Effekt des leicht erh\u00f6hten Verbrauchs fossiler Kraftstoffe der energieintensiven Industrie h\u00f6her als der allgemeine Produktionsr\u00fcckgang \u00fcber alle Industrien hinweg. Dennoch lagen die Emissionen um 10 Millionen Tonnen CO2 unter dem indikativen Jahressektorziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Blick auf die Strompreise zeigt sich in der Industrie ein differenzierteres Bild: Im Vergleich zu 2023 sank der Strompreis f\u00fcr industrielle Abnehmer dank niedrigerer Beschaffungskosten und der deutlich reduzierten Stromsteuer. Damit liegt der Strompreis f\u00fcr kleinere Industrie- und Gewerbebetriebe wieder auf dem Niveau von 2021. Gro\u00dfe Verbraucher zahlen weiterhin deutlich mehr als vor der Krise. &nbsp;<br \/>\u201eSteigende Industrieemissionen bei stagnierender Wirtschaft zeigen, wie dringend wir strukturelle Klima-schutzma\u00dfnahmen brauchen. Gerade in der Industrie besteht ein enormes Potential f\u00fcr den Umstieg von fossilen Energien auf strombasierte Prozesse\u201c, so Simon M\u00fcller. Die Ampelkoalition habe wichtige Rahmen-bedingungen wie Klimaschutzvertr\u00e4ge, den Start der Umsetzung des europ\u00e4ischen F\u00f6rderprogramms IPCEI f\u00fcr Wasserstoff oder die Genehmigung des Wasserstoffkernnetzes geschaffen. Dennoch dominiere die Investitionszur\u00fcckhaltung, auch aus Sorge vor wieder steigenden Energiepreisen. \u201e2024 zeigt bei den Strompreisen eine klare Erholung, dennoch liegen die Preise f\u00fcr die wirklich energieintensiven Unternehmen weiter deutlich \u00fcber dem Vorkrisenniveau. Strom ist im Vergleich zu Gas auch immer noch zu teuer. F\u00fcr eine klimaneutrale Erholung der Wirtschaft braucht es daher in der n\u00e4chsten Legislaturperiode weitere Ma\u00dfnahmen, u. a. eine Absenkung der Stromsteuer, eine grundlegende Reform der Netzentgelte sowie unb\u00fcrokratische Anreize f\u00fcr Investitionen in Klimaneutralit\u00e4t und Flexibilisierung\u201c, so M\u00fcller.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kaum Emissionsminderung bei Geb\u00e4uden und Verkehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Jahr 2024 konnte im Geb\u00e4udesektor keine nennenswerte Reduktion der Emissionen erzielt werden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden lediglich 2 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgesto\u00dfen. Anstatt der im Klimaschutzgesetz festgelegten maximalen Emissionsmenge von 96 Millionen Tonnen CO2, wurden insgesamt 105 Millionen Tonnen CO2 im Geb\u00e4udesektor emittiert. Die geringf\u00fcgigen Emissionsreduktionen gehen im Wesentlichen auf den abermals verringerten Heizenergiebedarf infolge der milden Witterung zur\u00fcck. Bei strukturellen Ver\u00e4nderungen gab es dagegen wenig Fortschritte: So ging der W\u00e4rmepumpenabsatz gegen\u00fcber dem Vorjahr um 44 Prozent auf rund 200.000 W\u00e4rmepumpen zur\u00fcck, und die Schw\u00e4che der Baubranche f\u00fchrte zu einem historischen Tiefstand bei energetischen Sanierungen von 0,61 Prozent im letzten Quartal.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr das Erreichen der Klimaziele sind Emissionsminderungen im Geb\u00e4udesektor essenziell. Mit dem Geb\u00e4udeenergiegesetz wurde 2023 ein solides Fundament geschaffen, auf das in der kommenden Legislatur-periode weiter aufgebaut werden sollte. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger brauchen dringend Klarheit, damit sie beim Heizungstausch vorangehen k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist es wichtig, soziale H\u00e4rten im \u00dcbergang abzufedern und bed\u00fcrftige Haushalte gezielt bei Investitionen zu unterst\u00fctzten\u201c, sagte Simon M\u00fcller. \u201eDie Beibehaltung der zentralen Elemente des Geb\u00e4udeenergiegesetzes, insbesondere der 65-Prozent-Erneuerbaren-Regel, schafft Vertrauen und Investitionssicherheit \u2013 auch f\u00fcr die deutschen Heizungsbauer, die bereits massiv in die Steigerung ihrer Produktionskapazit\u00e4ten f\u00fcr W\u00e4rmepumpen investiert haben.\u201c Au\u00dferdem seien eine differenziertere Ausgestaltung der F\u00f6rderung f\u00fcr Privathaushalte, eine Erh\u00f6hung der Bundesf\u00f6rderung effiziente W\u00e4rmenetze (BEW), die Einf\u00fchrung eines dauerhaften W\u00e4rmepumpenstrompreises und eine verst\u00e4rkte F\u00f6rderung von Gro\u00dfw\u00e4rmepumpen und klimaneutralen KWK-Anlagen wichtige Bausteine.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Verkehrssektor sanken die Emissionen gegen\u00fcber 2023 geringf\u00fcgig um ein Prozent beziehungsweise 2 Millionen Tonnen CO2 auf insgesamt 144 Millionen Tonnen CO2. Damit lagen die Emissionen abermals weit oberhalb des indikativen Jahresziels des Klimaschutzgesetzes von 125 Millionen Tonnen CO2. Der R\u00fcckgang des Lkw-Verkehrs um ein Prozent ist im Wesentlichen der schwachen Konjunktur geschuldet, dagegen nahm der Pkw-Verkehr leicht zu. Mit rund 347.000 neu zugelassenen Elektroautos wurden bis Ende November nochmals weniger reine Elektroautos zugelassen als im Vorjahreszeitraum \u2013 und weit weniger, als f\u00fcr die Zielmarke von 15 Millionen E-Autos bis 2030 erforderlich w\u00e4ren. Positiv war dagegen der Anstieg des Fahrgastaufkommens im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr (\u00d6PNV) im ersten Halbjahr um sechs Prozent, der vor allem auf die Einf\u00fchrung des Deutschlandtickets im Mai 2023 zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Dennoch ist der Verkehrssektor derzeit weder klima- noch industrie- oder sozialpolitisch auf Kurs. Um dies zu \u00e4ndern, braucht es in der n\u00e4chsten Legislaturperiode zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen und eine klare Strategie. Dazu geh\u00f6ren etwa eine zeitnahe, am CO2-Aussto\u00df orientierte Reform der Steuern, Abgaben und Subventionen rund um den Pkw \u2013 von Kfz- und Dienstwagenbesteuerung bis zu CO2-Preis mit Klimageld und verursachergerechter Pkw-Maut. Au\u00dferdem ist es wichtig, die Transformation der Automobilindustrie zu unterst\u00fctzen und einen starken Heimatmarkt f\u00fcr Elektrofahrzeuge zu schaffen, etwa mit Instrumenten zum Hochlauf der Elektromobilit\u00e4t in gewerblichen Flotten, wirtschaftlichen Anreizen, die vor allem kleinere Elektroautos g\u00fcnstiger machen, und einem weiterhin schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein wirksamer Politikmix und eine solide Finanzierungsbasis f\u00fcr die Transformation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine erfolgreiche Klima- und Energiepolitik ist es in der n\u00e4chsten Legislaturperiode entscheidend, die Finanzierung der Transformation in allen Sektoren strukturell auf eine solide Basis zu stellen. Dazu geh\u00f6ren verschiedene Elemente, wie eine gezielte Unterst\u00fctzung, um private Investitionen zu erm\u00f6glichen, Entlastungsma\u00dfnahmen f\u00fcr B\u00fcrger:innen und Unternehmen im \u00dcbergang, \u00f6ffentliche Infrastruktur-investitionen \u2013 insbesondere auch auf kommunaler Ebene \u2013 und internationale Klimafinanzierung, um den Klimaschutz weltweit in geopolitisch herausfordernden Zeiten verl\u00e4sslich voranzubringen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere j\u00fcngsten Analysen zeigen deutlich: Klimaschutz bildet die Grundlage f\u00fcr eine wettbewerbsf\u00e4hige Wirtschaft, erh\u00f6ht die Energiesicherheit und kann die soziale Teilhabe st\u00e4rken. F\u00fcr die kommende Legislaturperiode ist es deshalb entscheidend, dass Deutschland klima- und energiepolitisch am Ball bleibt. Voraussetzung daf\u00fcr sind ein wirksamer Politikmix und eine solide Finanzierungsbasis f\u00fcr die Transfor-mation\u201c, so Simon M\u00fcller. \u201eKlimaschutz bleibt eine Generationenaufgabe, f\u00fcr die es jetzt mehr denn je mutige politische Entscheidungen und eine entschlossene, \u00fcberparteiliche Zusammenarbeit von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik braucht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie \u201e<a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/publikationen\/die-energiewende-in-deutschland-stand-der-dinge-2024\">Die Energiewende in Deutschland: Stand der Dinge 2024<\/a>\u201c fasst die wesentlichen Entwicklungen zur Energiewende und Klimazielen des vergangenen Jahres zusammen und steht unter <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/publikationen\/die-energiewende-in-deutschland-stand-der-dinge-2024\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.agora-energiewende.de<\/a> zum kostenfreien Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>*Zur besseren Lesbarkeit wird auf die exakte Bezeichnung CO<sub>2-\u00c4q<\/sub> verzichtet: Gemeint sind alle Treibhausgasemissionen; inklusive Stoffe wie Methan und Lachgas, die als CO2-\u00c4quivalente umgerechnet in die Emissionsbilanz eingerechnet werden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund neuer Rekorde bei Erneuerbaren und einem historischen Tief bei der Kohleverstromung gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland 2024 deutlich zur\u00fcck. 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