{"id":59755,"date":"2024-11-29T16:29:23","date_gmt":"2024-11-29T15:29:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=59755"},"modified":"2024-11-29T16:29:23","modified_gmt":"2024-11-29T15:29:23","slug":"zerrissene-traeume-expressionistische-kunst-vom-aufbruch-in-die-moderne-bis-zur-ns-verfolgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/zerrissene-traeume-expressionistische-kunst-vom-aufbruch-in-die-moderne-bis-zur-ns-verfolgung\/","title":{"rendered":"\u201eZERRISSENE TR\u00c4UME. Expressionistische Kunst vom Aufbruch in die Moderne bis zur NS-Verfolgung\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br \/>Sonderausstellung im Sauerland-Museum ab dem 29. November<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"721\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112901PlakatKlein-721x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59757\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112901PlakatKlein-721x1024.jpg 721w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112901PlakatKlein-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112901PlakatKlein-768x1091.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112901PlakatKlein.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausstellungsmotiv &#8222;ZERRISSENE TR\u00c4UME&#8220; : Heinrich Maria Davringhausen | Schwester Maria, schlafend | um 1916 (Bild: Sauerlandmuseum \/ Fotoatelier Sa\u0161a Fuis, K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hochsauerlandkreis. &#8222;ZERRISSENE TR\u00c4UME&#8220; bildet nach &#8222;August Macke &#8211; ganz nah&#8220; und &#8222;Im Westen viel Neues&#8220; den Abschluss der Expressionismus-Trilogie im Sauerland-Museum. Die Ausstellung soll den Blick auf die kunsthistorischen Wirkungen des Aufbruchs in die Moderne und die Einfl\u00fcsse der historischen Ereignisse auf das k\u00fcnstlerische Schaffen weiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Pressemitteilung HSK)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Historische Einordnung<\/strong><br \/>Die deutsche Kunstgeschichte des 20. Jahrhundert besticht mit einem zuvor unerreichten Variantenreichtum. Die gro\u00dfen Neuerungen in der Kunstproduktion begannen 1905 mit fulminanter Durchschlagskraft, als die ersten Ausstellungen der K\u00fcnstlergruppe &#8222;Die Br\u00fccke&#8220; in Dresden die interessierte \u00d6ffentlichkeit \u00fcberw\u00e4ltigten. Sie begr\u00fcndet den &#8222;Expressionismus&#8220;, wie er erst sp\u00e4ter bezeichnet wird. Die sie treibende Idee formulierten die K\u00fcnstler in einem kurz gefassten Programm, in dem es hei\u00dft: &#8222;Mit dem Glauben an Entwicklung an eine neue Generation [\u2026] rufen wir alle Jugend zusammen und als Jugend, die die Zukunft tr\u00e4gt, wollen wir uns Arm- und Beinfreiheit verschaffen gegen\u00fcber den wohlangesessenen \u00e4lteren Kr\u00e4ften.&#8220; Das Revolution\u00e4re in ihren Bildkompositionen bezog sich auf das Abr\u00fccken von der Lokalfarbigkeit und die Deformation als Gestaltungsprinzip. Letztere pr\u00e4gte vor allem ihre Druckgrafik und mit ihren Holzschnitten erlangte die deutsche Kunst erstmals seit Albrecht D\u00fcrer wieder weltweite Beachtung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"739\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112906BlickInDieAusstellungKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59762\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112906BlickInDieAusstellungKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112906BlickInDieAusstellungKlein-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112906BlickInDieAusstellungKlein-768x554.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zerrissene Tr\u00e4ume. Blick in die Ausstellung (Bild: Sauerland-Museum)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sechs Jahre sp\u00e4ter verstanden sich Wassily Kandinsky und Franz Marc als &#8222;Der Blaue Reiter&#8220;, auch sie im Selbstverst\u00e4ndnis eine Gemeinschaft, die mit den Traditionen der Kunstakademien brach, um sich neuen k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen zuzuwenden bis hin zur Abstraktion. 1912 ver\u00f6ffentlichten sie dazu ihren gleichnamigen Almanach, der zu einem der wichtigsten Manifeste moderner Kunst geriet. &#8222;Der Blaue Reiter&#8220; verstand sich als offene Gemeinschaft, die von Anfang an auch internationale Beziehungen pflegte, vor allem zu franz\u00f6sischen und russischen Kollegen. Das zeigten ihre beiden Ausstellungen von 1911 und 1912. Man tr\u00e4umte von weltumspannendem Austausch. Diesen Traum zerriss der Ausbruch des Ersten Weltkriegs \u2013 bereits wenige Wochen nach Kriegsbeginn fiel August Macke, 1916 Franz Marc, 1917 Wilhelm Morgner, um nur drei Exponenten des Aufbruchs in die Moderne zu nennen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"796\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112905DerBlaueReiterKlein-796x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59759\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112905DerBlaueReiterKlein-796x1024.jpg 796w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112905DerBlaueReiterKlein-233x300.jpg 233w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112905DerBlaueReiterKlein-768x988.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112905DerBlaueReiterKlein.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sauerland-Museum, Kandinsky, Wassily, Marc, Franz &#8211; Der Blaue Reiter, 1912<br \/>(Fotoatelier Sa\u0161a Fuis, K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt erl\u00e4utert den Zeitpunkt der Ausstellung: &#8222;Dass sich in diesem Jahr der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 110. Mal j\u00e4hrt, ist f\u00fcr das Sauerland-Museum Anlass, seine Darstellung in der Kunst ausf\u00fchrlich zu w\u00fcrdigen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie er zum ersten Mal durch die Massenproduktion industriell hergestellter Waffen zu unvorstellbaren Materialschlachten mit Millionen Toten, zuvor nie gekannten Verwundungen und Traumata f\u00fchrte, so sah auch eine Vielzahl von K\u00fcnstlern die Auseinandersetzung damit in den Mitteln der neuen expressionistischen Kunst, der es gelang, diese Erfahrungen in vielerlei Hinsicht hautnah zu vermitteln: So hielten sie ihr inneres Erleben und F\u00fchlen an der Front f\u00fcr alle und f\u00fcr alle Zeit im Bild fest. Der Traum von einer friedlichen Welt war zu einer Utopie geworden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1017\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112904VerwundeterKavalleristKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59760\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112904VerwundeterKavalleristKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112904VerwundeterKavalleristKlein-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112904VerwundeterKavalleristKlein-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112904VerwundeterKavalleristKlein-768x763.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lorenz B\u00f6sken | Verwundeter Kavallerist am Wasser | um 1917\/18 | \u00d6l auf Leinwand (Bild: Sauerlandmuseum)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Revolution am Ende des Krieges keimten neue Hoffnungen auf. Es ist ein bis heute noch kaum in den Blick genommenes Ph\u00e4nomen, wie der R\u00fcckgriff auf die seit dem Jahrhundertbeginn neue Bildwelt des Expressionismus eine j\u00fcngere Generation erfasste, wobei ihr einige der &#8222;Gr\u00fcndungsv\u00e4ter&#8220; zur Seite standen. Zum ersten Mal glaubten weite Kreise der K\u00fcnstlerschaft daran, mit ihrem Schaffen die Welt ver\u00e4ndern und auf eine bessere Gesellschaft hin wirken zu k\u00f6nnen. Nach und nach mussten sie jedoch erfahren, dass ihre Ideale einer offenen, kulturaffinen Gesellschaft keinen Widerhall fanden: Lange lebte die Masse der Menschen auch in der Weimarer Republik am Rande des Existenzminimums. Wieder zerplatzten die Tr\u00e4ume von einer freieren Welt, dieses Mal an den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"740\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112903DerAbgrundKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59761\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112903DerAbgrundKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112903DerAbgrundKlein-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2024112903DerAbgrundKlein-768x555.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Georg Netzband &#8211; Der Abgrund, 1935 (Bild: Sauerland-Museum)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Macht\u00fcbertragung an Adolf Hitler beginnt die &#8222;Gleichschaltung&#8220;, die in allen Bereichen der Kultur r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt, romantisch naiv, spie\u00dfb\u00fcrgerlich Vorgaben machte. Alle Bereiche des Aufbruchs in die Moderne (Kunst, Literatur, Musik) versah er mit dem Etikett &#8222;entartet&#8220;. Bereits in seiner Programmschrift &#8222;Mein Kampf&#8220; hatte der sp\u00e4tere Reichskanzler in ihnen &#8222;Zerfallserscheinungen der arischen Rasse&#8220; ausgemacht, die es auszumerzen g\u00e4lte, sie dem Einfluss des Judentums und des Bolschewismus zugeschrieben. Davon war besonders der Expressionismus betroffen. Ab 1937 wurden in Beschlagnahmeaktionen \u00fcber 20.000 Kunstwerke als &#8222;degeneriert&#8220;, die &#8222;Volksgesundheit zersetzend&#8220;, beschlagnahmt. Eine Auswahl davon wurde auf insgesamt 35 Femeschauen angeprangert, deren unr\u00fchmlicher H\u00f6hepunkt die Ausstellung &#8222;Entartete Kunst&#8220; 1937 in M\u00fcnchen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Mal zerriss der Traum der K\u00fcnstler, der es in der Weimarer Republik immerhin bis zu einem bis dahin nicht gekannten Variantenreichtum an Ausdrucksformen gebracht hatte. Stattdessen waren sie Repressionen ausgesetzt, mussten sich samt und sonders durch die &#8222;Reichskammer der bildenden K\u00fcnste&#8220; g\u00e4ngeln lassen. F\u00fcr jene, die aufgrund ihrer Herkunft oder politischen Einstellung an Leib und Leben bedroht waren, blieb nur die M\u00f6glichkeit der Emigration. Von denen, die sie nicht w\u00e4hlten oder denen sie nicht gelang, kam eine ungez\u00e4hlte Anzahl in KZs ums Leben; einige w\u00e4hlten den Suizid. \u2013 Ein Teil derer, die im Lande verblieben, passte sich an oder zog sich in die &#8222;innere Emigration&#8220; zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur Wenigen gelang es nach dem Ende der NS-Diktatur, an ihre Schaffenskraft vor 1933 anzukn\u00fcpfen. Der Soester Eberhard Viegener schuf mit der wiedergewonnenen Freiheit noch ein respektables Alterswerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zur Ausstellung<\/strong><br \/>Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Gestaltungsb\u00fcro Matthies Weber &amp; Schnegg aus Berlin konzipiert und mit dem Sammler Dr. Gerhard Schneider kuratiert. Die klassische Sammlungspr\u00e4sentation erg\u00e4nzt das Museum um eine dynamische Gestaltung aus Farben, Medien, begleitenden Tischvitrinen und einen Vermittlungszugang f\u00fcr Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fcr die Ausstellung ausgew\u00e4hlte Titelmotiv &#8222;Schwester Maria, schlafend&#8220; von Heinrich Maria Davringhausen befindet sich bereits im ersten Ausstellungsraum zum Blick auf den fr\u00fchen Expressionismus bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und gibt exemplarisch Auskunft \u00fcber die Vielfalt der Stilmittel und Ausdrucksformen, die die Expressionisten entwickelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit vermutlich rund 100 Jahren erstmals \u00f6ffentlich zu sehen ist das Werk &#8222;Verwundeter Kavallerist am Wasser&#8220; (1917\/18) von Lorenz B\u00f6sken, das lange in der Versenkung verschwunden war und mit Gr\u00f6\u00dfe, Farbgebung und Darstellung den Mittelpunkt der Ausstellung zur Verarbeitung des Ersten Weltkriegs bildet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In k\u00fcnstlerisch hellsichtiger Weise f\u00fchrt im letzten und gr\u00f6\u00dften Ausstellungsraum das Werk &#8222;Der Abgrund&#8220; (1935) von Georg Netzband dem Besucher vor Augen, dass durch die Politik des &#8222;Dritten Reichs&#8220; die Menschheit nicht nur vor einem Abgrund steht, sondern bereits von ihm verschlungen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die insgesamt etwa 170 Werke aus der umfangreichen Sammlung von Gerhard Schneider umfassen \u00e4u\u00dferst seltene, zum Teil noch nie \u00f6ffentlich gezeigte \u00d6lbilder und Grafiken, so zum Beispiel fr\u00fche Grafiken des K\u00fcnstlers Josef Albers oder auch Werke von K\u00fcnstlern wie Max Pechstein, Florenz Robert Schabbon und K\u00e4the Kollwitz.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sammlung Gerhard Schneider<\/strong><br \/>Die Sammlung Gerhard Schneider stellt mit \u00fcber 6.000 Kunstwerken zum gesamten 20. Jahrhundert einen kaum vergleichbaren Bestand dar. Das hervorstechende Merkmal dieses Fundus besteht in der Verbindung von hohem k\u00fcnstlerischen Gestaltungsanspruch und der Wiedergabe historischer und gesellschaftlicher Ereignisse. Neben einer Reihe renommierter Namen wie Beckmann, Heckel, Kandinsky, Kirchner, Marc, Morgner, Pechstein, Schmidt-Rottluff oder Rohlfs findet sich eine kaum zu benennende Zahl von nahezu Unbekannten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Gerhard Schneider zu seiner umfangreichen Sammlung: &#8222;Insbesondere deren Wirken und ihre Wiederentdeckung zeigen, in welchem Umfang Meisterleistungen in unserer Erinnerung nicht mehr pr\u00e4sent sind.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rahmenprogramm<\/strong><br \/>Das umfassende Rahmenprogramm erg\u00e4nzt die Ausstellung um k\u00fcnstlerisch-kreative Angebote. Sowohl t\u00e4nzerische als auch lyrische Ausstellungsf\u00fchrungen bereichern die bildende Kunst um weitere, darstellerische Ebenen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Januar liest der K\u00f6lner Literat Stephan Sch\u00e4fer aus &#8222;Die Ermordung einer Butterblume&#8220; von Alfred D\u00f6blin, der als Wegbereiter des Expressionismus in der Literatur gilt und dessen Texte bereits 1910\/1911 in der Zeitschrift Der Sturm von Herwarth Walden publiziert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schillernde Pers\u00f6nlichkeit Alma Mahler steht im Mittelpunkt einer weiteren Lesung im Februar. Alma Mahler war zun\u00e4chst mit dem Komponisten und Wiener Operndirektor Gustav Mahler verheiratet, hatte eine Aff\u00e4re mit dem Bauhaus-Architekten Walter Gropius, den sie nach Mahlers Tod und einer Liaison mit dem Maler Oskar Kokoschka heiratete. Nach der Scheidung von Gropius wurde sie die Ehefrau des Schriftstellers Franz Werfel, mit dem sie gemeinsam in die USA auswanderte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lesung beleuchtet einige der Facetten dieser &#8222;gro\u00dfen Dame&#8220;, indem sie den autobiografischen Texten Alma Mahlers Stimmen aus ihrer Umgebung und verschiedene Klavierst\u00fccke an die Seite stellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regelm\u00e4\u00dfige \u00f6ffentliche F\u00fchrungen durch die Ausstellung runden das Angebot ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausstellung wird gef\u00f6rdert vom Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonderausstellung im Sauerland-Museum ab dem 29. 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