{"id":59585,"date":"2024-11-08T13:43:24","date_gmt":"2024-11-08T12:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=59585"},"modified":"2024-11-08T13:43:24","modified_gmt":"2024-11-08T12:43:24","slug":"un-klimakonferenz-cop-29-in-baku","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/un-klimakonferenz-cop-29-in-baku\/","title":{"rendered":"UN-Klimakonferenz COP-29 in Baku"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Konsequenter Klimaschutz ist dringend notwendig<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_dKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1014\" height=\"735\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_dKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59586\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_dKlein.jpg 1014w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_dKlein-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_dKlein-768x557.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dargestellt ist mit Balken die Abweichung der Temperatur in den bisherigen Jahren im Vergleich zum vorindustriellen Klimamittel im Zeitraum 1881-1910 (rot = w\u00e4rmer, blau = k\u00e4lter). Die rote Fl\u00e4che zeigt die Bandbreite der Klimaprojektionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte bei einem weltweit ungebremsten Aussto\u00df von Treibhausgasen, die blaue Fl\u00e4che bei konsequentem globalen Klimaschutz (Einhaltung der Pariser Klimaziele) (Grafik: \u00a9 DWD)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong><em>Offenbach, 8. November 2024 <\/em>\u2013 Das Klima ist bereits deutlich w\u00e4rmer als in vorindustrieller Zeit, in \u00d6sterreich um 2,9 Grad, in der Schweiz um 2,8 Grad. In Deutschland waren die vergangenen zehn Jahre 2,3 Grad w\u00e4rmer als zu Beginn der Messungen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch 2024 best\u00e4tigt den Trend zu einem immer w\u00e4rmeren Klima und ist in \u00d6sterreich und Deutschland sogar auf Rekordkurs.<\/p>\n\n\n\n<p>Auswertungen von GeoSphere Austria, dem Deutschen Wetterdienst und MeteoSchweiz zeigen, dass die Erw\u00e4rmung bereits deutliche negative Auswirkungen gebracht hat, wie zum Beispiel eine massive Zunahme der Hitzebelastung, weniger Schnee in tiefen Lagen, mehr Ereignisse mit Starkregen und ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr D\u00fcrreperioden.<br \/><br \/>Mit konsequentem Klimaschutz k\u00f6nnten weitere negative Auswirkungen in den n\u00e4chsten Jahrzehnten deutlich abgemildert werden. Ohne Klimaschutz ist eine weitere Beschleunigung der bisherigen Entwicklung zu erwarten.<br \/><br \/>Anl\u00e4sslich der UN-Klimakonferenz COP-29 in Baku (Aserbaidschan) fassen GeoSphere Austria, der Deutsche Wetterdienst und MeteoSchweiz einige zentrale Themen zu Vergangenheit und Zukunft des Klimas in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz zusammen:<br \/><br \/><strong>Die zehn w\u00e4rmsten Jahre der Messgeschichte waren in der j\u00fcngsten Vergangenheit<\/strong><br \/>Seit vorindustrieller Zeit (Vergleich mit Zeitraum 1881-1910) hat sich die Jahresmitteltemperatur in \u00d6sterreich um 2,9 Grad erh\u00f6ht, in der Schweiz um 2,8 Grad, auch in Deutschland waren die vergangenen zehn Jahre schon 2,3 Grad w\u00e4rmer als im Zeitraum 1881-1910.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Jahr 2000 geh\u00f6ren in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz fast alle Jahre zu den w\u00e4rmsten Jahren der Messgeschichte. Auch 2024 best\u00e4tigt den Trend zu einem immer w\u00e4rmeren Klima und wird in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz wieder eines der w\u00e4rmsten Jahre der Messgeschichte werden.<br \/><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><th colspan=\"6\">Die zehn w\u00e4rmsten Jahre der Messgeschichte<\/th><\/tr><tr><th colspan=\"2\">\u00d6sterreich<\/th><th colspan=\"2\">Deutschland<\/th><th colspan=\"2\">Schweiz<\/th><\/tr><tr><td>Jahr<\/td><td>Abweichung<br \/>(\u00b0C)<\/td><td>Jahr<\/td><td>Abweichung<br \/>(\u00b0C)<\/td><td>Jahr<\/td><td>Abweichung<br \/>(\u00b0C)<\/td><\/tr><tr><td>2024*<br \/>(Jan-Okt)<\/td><td>4,1<\/td><td>2024*<br \/>(Jan-Okt)<\/td><td>3,3<\/td><td>2022<\/td><td>3,6<\/td><\/tr><tr><td>2023<\/td><td>3,3<\/td><td>2023<\/td><td>2,8<\/td><td>2024*<br \/>(Jan-Okt)<\/td><td>3,5<\/td><\/tr><tr><td>2022<\/td><td>3,2<\/td><td>2022<\/td><td>2,7<\/td><td>2023<\/td><td>3,4<\/td><\/tr><tr><td>2018<\/td><td>3,2<\/td><td>2018<\/td><td>2,7<\/td><td>2018<\/td><td>3,1<\/td><\/tr><tr><td>2019<\/td><td>3,0<\/td><td>2020<\/td><td>2,6<\/td><td>2020<\/td><td>3,0<\/td><\/tr><tr><td>2014<\/td><td>3,0<\/td><td>2014<\/td><td>2,5<\/td><td>2015<\/td><td>2,8<\/td><\/tr><tr><td>2015<\/td><td>2,9<\/td><td>2019<\/td><td>2,5<\/td><td>2011<\/td><td>2,8<\/td><\/tr><tr><td>2020<\/td><td>2,7<\/td><td>2015<\/td><td>2,1<\/td><td>2014<\/td><td>2,7<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>2,6<\/td><td>2000<\/td><td>2,1<\/td><td>2019<\/td><td>2,7<\/td><\/tr><tr><td>2016<\/td><td>2,4<\/td><td>2007<\/td><td>2,1<\/td><td>1994<\/td><td>2,6<\/td><\/tr><tr><td>2000<\/td><td>2,4<\/td><td>1994<\/td><td>1,9<\/td><td>2003<\/td><td>2,4<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Tabelle: Die zehn w\u00e4rmsten Jahre der Messgeschichte in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz. Abweichung jeweils zum vorindustriellen Durchschnitt (Mittelwert 1881-1910). Messungen in \u00d6sterreich seit 1767, in Deutschland seit 1881, in der Schweiz seit 1864. *Anmerkung: 2024 umfasst den Zeitraum Januar bis Oktober.<br \/><br \/><strong>Erw\u00e4rmung zeigt bereits deutliche Auswirkungen<\/strong><br \/>Die in den vergangenen Jahrzehnten gemessene Erw\u00e4rmung wirkt sich bereits auf viele Bereiche aus, die unsere nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen betreffen. Einige Beispiele daf\u00fcr:<br \/><strong><br \/>Die Belastung durch Hitze nimmt massiv zu:<\/strong> In Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz hat sich die Anzahl der Hitzetage (Tage mit mindestens 30 Grad) in den vergangenen Jahrzehnten verdoppelt bis vervierfacht.<br \/><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><th colspan=\"4\">Entwicklung der Hitzetage (mindestens 30 Grad Celsius)<\/th><\/tr><tr><th><\/th><th>Z\u00fcrich<br \/>Fluntern<\/th><th>Wien<br \/>Hohe Warte<\/th><th>Berlin<br \/>Brandenburg<\/th><\/tr><tr><td>Mittel Klimaperiode<br \/>1961-1990<\/td><td>2 bis 3<\/td><td>9 bis 10<\/td><td>6 bis 7<\/td><\/tr><tr><td>Mittel Klimaperiode<br \/>1991-2010<\/td><td>8 bis 9<\/td><td>20 bis 21<\/td><td>12 bis 13<\/td><\/tr><tr><td>Rekord bis 1990<\/td><td>27 (1947)<\/td><td>20 (1983)<\/td><td>17 (1971)<\/td><\/tr><tr><td>Rekord aktuell<\/td><td>27 (2003)<\/td><td>45 (2024)<\/td><td>32 (2018)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><br \/><strong>In tiefen Lagen gibt es immer weniger Schnee:<\/strong> Durch die Erw\u00e4rmung f\u00e4llt in tiefen Lagen \u00f6fter Niederschlag als Regen anstatt Schnee und gefallener Schnee schmilzt schneller wieder. In hohen Lagen (oberhalb ca. 2000 m \u00fc. M.) hat die Niederschlagsmenge im Winter einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die Schneelage als die Temperatur, da es hier trotz Klimaerw\u00e4rmung meist kalt genug f\u00fcr Schneefall ist.<br \/><br \/>In \u00d6sterreich hat die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke zum Beispiel in Wien, Innsbruck und Graz in den vergangenen 90 Jahren um rund 30 Prozent abgenommen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_aKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"742\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_aKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59587\" style=\"width:632px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_aKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_aKlein-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_aKlein-768x557.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dargestellt ist mit Balken die Abweichung der Temperatur in den bisherigen Jahren im Vergleich zum vorindustriellen Klimamittel im Zeitraum 1881-1910 (rot = w\u00e4rmer, blau = k\u00e4lter). Die rote Fl\u00e4che zeigt die Bandbreite der Klimaprojektionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte bei einem weltweit ungebremsten Aussto\u00df von Treibhausgasen, die blaue Fl\u00e4che bei konsequentem globalen Klimaschutz (Einhaltung der Pariser Klimaziele) (Grafik: \u00a9 Geosphere Austria)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Mittelland der Schweiz hat die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke in den vergangenen 90 Jahren zwischen 25 und 35 Prozent abgenommen, wobei der wesentliche Einbruch Ende der 1980er Jahre mit der kr\u00e4ftigen Wintererw\u00e4rmung erfolgte. Kurz nach 2000 gab es vor\u00fcbergehend schneereichere Winter im Schweizer Mittelland. In den vergangenen Jahren ist hingegen wieder eine ausgepr\u00e4gte Schneearmut zu beobachten.<br \/><br \/>In Deutschland hat die mittlere Anzahl der Schneedeckentage ebenfalls abgenommen. In M\u00fcnchen finden sich heute zum Beispiel im Mittel rund neun Tage weniger mit Schnee als zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in Berlin sind es zehn Tage weniger als im Mittel des Zeitraums 1951-1980. Dieser Trend ist allerdings von einer hohen nat\u00fcrlichen Variabilit\u00e4t \u00fcberlagert. So gab es auch in der j\u00fcngsten Vergangenheit immer wieder Winter mit fl\u00e4chendeckend vielen Tagen mit einer geschlossenen Schneedecke, wie zum Beispiel in den Wintern 2009\/10 und 2012\/13.<br \/><br \/><strong>Ereignisse mit Starkregen werden in vielen Regionen bereits h\u00e4ufiger und intensiver:<\/strong> Je w\u00e4rmer Luft ist, desto mehr Feuchte kann sie aufnehmen, und desto mehr Regen kann fallen. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr lokale \u00dcberschwemmungen und Muren.<br \/><br \/>In \u00d6sterreich zeigt eine Analyse auf Basis von Beobachtungsdaten, dass im Sommer und Herbst die Anzahl der Tage mit viel Niederschlag zugenommen hat und die Tage mit wenig Niederschlag seltener werden. Konkret hat zum Beispiel die Anzahl der Tage mit extremem Regen seit den 1960er-Jahren im Sommer um 30 Prozent und im Herbst um 40 Prozent zugenommen.<br \/><br \/>In der Schweiz zeigt sich f\u00fcr die vergangenen gut 120 Jahre eine deutliche Zunahme der t\u00e4glichen und mehrt\u00e4gigen Starkniederschl\u00e4ge bis in die fr\u00fchen 1980er Jahre und ein R\u00fcckgang danach. Langfristige Trends sind \u00fcberwiegend positiv mit +11 Prozent bei der Intensit\u00e4t und +25 Prozent bei der H\u00e4ufigkeit der t\u00e4glichen Starkniederschl\u00e4ge. F\u00fcr den Zeitraum 1981\u20132023 wurden auch kurzzeitige Ereignisse analysiert, wobei im Sommer eine Zunahme der Niederschlagsintensit\u00e4t festgestellt wurde, aber keine \u00c4nderung in der H\u00e4ufigkeit. Diese Trends werden durch den Klimawandel und die atmosph\u00e4rische Dynamik beeinflusst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_chKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"742\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_chKlein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59589\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_chKlein.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_chKlein-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/20241108_pm_cop_d-a-ch_klimawandel_chKlein-768x557.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dargestellt ist mit Balken die Abweichung der Temperatur in den bisherigen Jahren im Vergleich zum vorindustriellen Klimamittel im Zeitraum 1881-1910 (rot = w\u00e4rmer, blau = k\u00e4lter). Die rote Fl\u00e4che zeigt die Bandbreite der Klimaprojektionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte bei einem weltweit ungebremsten Aussto\u00df von Treibhausgasen, die blaue Fl\u00e4che bei konsequentem globalen Klimaschutz (Einhaltung der Pariser Klimaziele) (Grafik: \u00a9 MeteoSchweiz)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In Deutschland sind die \u00c4nderungen der Starkniederschl\u00e4ge komplex und stark regional gepr\u00e4gt, weshalb hier deutschlandweit kein klarer Trend zu erkennen ist. Allerdings waren sowohl die 12-Monatsepisoden vom Juli 2023 bis Juni 2024 als auch Oktober 2023 bis September 2024 die jeweils niederschlagsreichsten 12-Monatsperioden in Deutschland seit Aufzeichnungsbeginn. Eingebettete Dauerregenereignisse haben zu gro\u00dfr\u00e4umigen Hochwasserlagen in verschiedenen Teilen Deutschlands gef\u00fchrt.<br \/><br \/><strong>Durch die Erw\u00e4rmung steigt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr D\u00fcrreperioden:<\/strong> Bei der Entstehung von D\u00fcrreperioden spielt neben dem Niederschlag auch die Temperatur eine gro\u00dfe Rolle. Je w\u00e4rmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet aus dem Boden. Au\u00dferdem verl\u00e4ngern h\u00f6here Temperaturen die Vegetationszeit und somit die Zeit, in der Pflanzen dem Boden Wasser entnehmen.<br \/><br \/>Untersuchungen f\u00fcr Deutschland zeigen eine Abnahme der Bodenfeuchte insbesondere in der Vegetationsperiode im Fr\u00fchling und im Sommer.<br \/><br \/>In \u00d6sterreich hat sich die klimatische Wasserbilanz (ber\u00fccksichtigt Niederschlag und Verdunstung) im Sommerhalbjahr besonders im Osten und Norden des Landes zu trockeneren Verh\u00e4ltnissen verschoben.<br \/><br \/>In der Schweiz zeigen zum Beispiel Messungen in Bern, dass die vergangenen zw\u00f6lf Jahre w\u00e4hrend der Vegetationsperiode allesamt trockener waren als im langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Das ist einzigartig in dieser Messreihe seit 1864. Die anhaltende und oft ausgepr\u00e4gte Sommertrockenheit der vergangenen Jahre ist offenbar eine typische Folge der zunehmend hei\u00dferen und verdunstungsintensiveren Sommer in der Schweiz.<br \/><br \/><strong>Nur konsequenter Klimaschutz kann negative Entwicklungen bremsen<\/strong><br \/>Diese Trends setzen sich in den n\u00e4chsten Jahrzehnten mit hoher Wahrscheinlichkeit fort. Offen ist, wie stark die \u00c4nderungen ausfallen. Im Falle von tiefgreifenden Ma\u00dfnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, wie im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vorgesehen, k\u00f6nnte die weitere Erw\u00e4rmung deutlich abgeschw\u00e4cht werden. Dann fallen auch die weiteren Auswirkungen deutlich geringer aus. Dabei z\u00e4hlt jedes Zehntelgrad vermiedener Erw\u00e4rmung, um die negativen Folgen zu minimieren.<br \/><br \/><strong>Derzeitige Entwicklung bereits vor einigen Jahrzehnten vorhergesagt<\/strong><br \/>Die mittlerweile bereits gemessenen und beobachteten Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung wurden im Grundsatz bereits vor einigen Jahrzehnten von Klimamodellen vorhergesagt.<br \/>Die aktuell beobachtete Erw\u00e4rmung liegt insbesondere in \u00d6sterreich, aber auch in Deutschland und der Schweiz sogar am Oberrand der Berechnungen durch die Klimamodelle (siehe Abbildungen). Nach heutigem Kenntnisstand sind es die notwendigen Luftreinhaltema\u00dfnahmen seit den 1980er Jahren (weniger menschgemachte Aerosole) und eine Abnahme der Bew\u00f6lkung seit den 2000er Jahren, welche die Erw\u00e4rmung in Europa zus\u00e4tzlich verst\u00e4rken. Diese Prozesse wurden in einigen Klimamodellen bisher nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt.<br \/><br \/><strong>Zwei m\u00f6gliche Entwicklungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte<\/strong><br \/>Davon unabh\u00e4ngig lassen sich aus den Modellsimulationen zwei m\u00f6gliche Entwicklungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte ableiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bei einem weltweit ungebremsten Aussto\u00df von Treibhausgasen (Szenario RCP 8.5) erw\u00e4rmt sich das Klima in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz bis zum Jahr 2100 um weitere 1,5 Grad bis 4,5 Grad und liegt damit dann um 4,0 bis 7,5 Grad \u00fcber dem Wert vorindustrieller Zeit. Damit w\u00e4ren massive Auswirkungen verbunden, unter anderem eine weitere Zunahme der Hitzebelastung, noch weniger Schnee in tiefen Lagen und mehr sowie intensivere Ereignisse mit Starkregen.<\/li>\n\n\n\n<li>Bei konsequentem globalen Klimaschutz (Einhaltung der Pariser Klimaziele, Szenario RCP 2.6) k\u00f6nnte sich die Erw\u00e4rmung und die damit verbundenen Auswirkungen knapp \u00fcber dem aktuellen Niveau einpendeln.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel w\u00e4re in \u00d6sterreich der derzeit noch extreme Wert von pro Jahr 40 Hitzetagen in tiefen Lagen (Tage mit einer Maximaltemperatur von mindestens 30 Grad, auch Hei\u00dfe Tage genannt) bis zum Jahr 2100 der Normalfall. Die Rekorde l\u00e4gen dann in einem derzeit noch v\u00f6llig unvorstellbaren Bereich von 60 bis 100 Hitzetagen pro Jahr.<br \/><br \/>In Deutschland werden aktuell im Mittel pro Jahr ca. sieben Hitzetage registriert, am Ende des 21. Jahrhunderts w\u00fcrde unter der Annahme eines weiter ungebremsten Aussto\u00dfes von Treibhausgasen die Anzahl der Hitzetage im Deutschlandmittel um bis zu 28 Tage ansteigen, in weiten Teilen Deutschlands sind dann auch \u00fcber 40 Hitzetage pro Jahr zu erwarten.<br \/>Am Messstandort Z\u00fcrich in der Schweiz ist zu erwarten, dass bis Ende des Jahrhunderts die durchschnittliche Anzahl Hitzetage ohne Klimaschutz von derzeit acht bis neun auf 27 bis 57 Hitzetage pro Jahr ansteigt.<br \/><br \/><strong>Beim Klimaschutz z\u00e4hlt der Beitrag aller L\u00e4nder<\/strong><br \/>Um die negativen Auswirkungen der Erderw\u00e4rmung zu begrenzen, m\u00fcssen die menschgemachten Treibhausgasemissionen m\u00f6glichst auf Netto-Null reduziert werden, das bedeutet, dass alle durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen durch Reduktionsma\u00dfnahmen wieder aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden m\u00fcssen.<br \/><br \/>Da die globale Gesamtmenge dieser Emissionen die Erw\u00e4rmung und somit die Schwere der Folgen definiert, haben alle L\u00e4nder und somit auch Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz die Verantwortung ihren Beitrag an den Emissionsreduktionen zu leisten.<br \/><br \/>Weitere Informationen auf der Webseite des DWD unter: <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/klimaumwelt\/klimawandel\/klimawandel_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.dwd.de\/klimawandel<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konsequenter Klimaschutz ist dringend notwendig Offenbach, 8. 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