{"id":59516,"date":"2024-10-31T07:56:38","date_gmt":"2024-10-31T06:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=59516"},"modified":"2024-11-14T15:18:52","modified_gmt":"2024-11-14T14:18:52","slug":"wie-wir-als-reiche-industrienation-unseren-zweifelhaften-wohlstand-zu-lasten-der-so-genannten-3-welt-erkaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wie-wir-als-reiche-industrienation-unseren-zweifelhaften-wohlstand-zu-lasten-der-so-genannten-3-welt-erkaufen\/","title":{"rendered":"Wie wir als reiche Industrienation unseren (zweifelhaften) Wohlstand zu Lasten der so genannten 3. Welt \u201eerkaufen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">An der Auspl\u00fcnderung der so genannten 3. Welt ist auch die Autonation Deutschland ma\u00dfgeblich beteiligt.<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/W._A._Rogers_One_Reason_for_the_Child_Labor_Problems_New_York_Herald.gif\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"536\" height=\"359\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/W._A._Rogers_One_Reason_for_the_Child_Labor_Problems_New_York_Herald.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-59519\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">W. A. Rogers, \u201cOne Reason for the Child Labor Problems,\u201d New York Herald, 28 Feb. 1903, rep. in David MacLeod, The Age of the Child: Children in America, 1890\u20131920 (New York, 1998), 115. (Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:W._A._Rogers,_%E2%80%9COne_Reason_for_the_Child_Labor_Problems,%E2%80%9D_New_York_Herald.gif\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wikimedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Beispiel Kongo: Dort schuften 3 Mio. Menschen als Tagel\u00f6hner im Kobaltbergbau. 70 % des gef\u00f6rderten Kobalts stammen aus diesem afrikanischen Land. Es sind die \u201eSklaven\u201c des 21. Jahrhunderts. Kobaltgr\u00e4ber schlagen 3 kg Kobaltgestein t\u00e4glich; und das f\u00fcr 20 Dollar. Die Tagebaust\u00e4tten gleichen Mondlandschaften.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Krater reiht sich an den anderen. Der Staub der Minen vergiftet alles. Metallische Rohstoffe wie dieser und andere werden f\u00fcr unsere immer leistungsst\u00e4rkeren Limousinen ben\u00f6tigt. Eineinhalb Tonnen bringen gr\u00f6\u00dfere Autos auf die Waage. Die Arbeiter tragen schwere Krankheiten davon oder sterben sp\u00e4ter daran. U. a. treten Mi\u00dfbildungen und Nervensch\u00e4den auf. Frei vom Kleinbergbau sind die wenigsten Landstriche. Anforderungen an Umweltstandards und Menschenrechte sind \u2013 wie sollte es anders sein \u2013 \u00e4u\u00dferst niedrig. Es fehlt bisher jede Transparenz in den Lieferketten. Es gibt keine Sorgfaltswahrung im Sinne des Lieferkettengesetzes. (Quelle: ZDF) <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erinnerung: Kurz nach Mitte Oktober hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den eingeladenen Kanzler Olaf Scholz ultimativ aufgefordert, f\u00fcr das ohnehin durch Intervention der FDP bereits zur Unkenntlichkeit verw\u00e4sserte Lieferkettengesetz das endg\u00fcltige AUS zu beschlie\u00dfen. Der Einwand des BDI: Das betreffende Gesetz sei viel zu \u201eb\u00fcrokratisch\u201c und schw\u00e4che die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft erheblich. Eine dreiste und zynische Forderung! Unter B\u00fcrokratieabbau verstand die Wirtschaftslobby und deren Handlanger auf der politischen B\u00fchne nie etwas anderes als den Abbau von Umwelt- und Sozialstandards. Und wie es sich f\u00fcr einen deutschen Bundeskanzler geh\u00f6rt \u2013 beugte sich Scholz erwartungsgem\u00e4\u00df ohne jeden Widerspruch bedingungslos dem Druck der Industrielobby. Noch vor den anwesenden G\u00e4sten erkl\u00e4rte der SPD-Kanzler das Gesetz kurzerhand f\u00fcr \u201etot\u201c und lie\u00df jenes, besser gesagt, was davon noch \u00fcbrig geblieben war, endg\u00fcltig zur Makulatur werden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Lieferkettengesetz regelt z. B., da\u00df auf allen Produktionsstufen Menschenrechte eingehalten werden, keine Naturzerst\u00f6rung (z. B. Entwaldungsma\u00dfnahmen) stattfindet, da\u00df gute Arbeitsbedingungen und nachhaltige Anbauverfahren garantiert, faire L\u00f6hne gezahlt werden sowie Kinderarbeit ausgeschlossen ist. Ein weiteres Paradebeispiel f\u00fcr die Entm\u00fcndigung der Politik durch die Wirtschaft!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der deutsche Hunger nach fossilem Gas, egal woher und zu welchem Preis, f\u00fchrt l\u00e4ngst im globalen S\u00fcden zur Zerst\u00f6rung von Klima und biologischer Vielfalt. Nach der vor 2 Jahren erfolgten Ank\u00fcndigung des Bundeskanzlers Scholz, im Senegal mit finanzieller Hilfe neue Offshore-Gasfelder und LNG-Exportanlagen zu unterst\u00fctzen, ist diese Initiative ein weiterer Tiefschlag f\u00fcr den Klimaschutz. Au\u00dferdem droht durch fossile Gro\u00dfprojekte weltweit die Zerst\u00f6rung von bisher unber\u00fchrter Natur, im Falle Senegals bspw. eines der gr\u00f6\u00dften Kaltwasserriffe der Welt. (Quelle: Deutsche Umwelthilfe DUH). Weiterhin setzte sich Olaf Scholz bei seiner Afrika-Reise nach Nigeria im Herbst 2023 daf\u00fcr ein, da\u00df in diesem armen Land ebenfalls Erdgas f\u00fcr den Export nach Deutschland gef\u00f6rdert wird &#8211; zu Lasten der dort lebenden Menschen und einzigartiger Natursch\u00e4tze!<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00e4glich sterben auch 1.000 Kinder in Drittstaaten durch verseuchtes Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Ca. 1 Billionen US-Dollar w\u00e4ren n\u00f6tig, um den Entwicklungsl\u00e4ndern dabei zu helfen, die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Jahre 2050 k\u00f6nnte es lt. UNO 140 Mio. Umwelt- und Klimafl\u00fcchtlinge geben. Wichtigstes Ziel mu\u00df es daher sein, zum einen die Fluchtursachen zu bek\u00e4mpfen und langfristig das Bev\u00f6lkerungswachstum zu verlangsamen und darauf hinzuwirken, die Bev\u00f6lkerungszahlen auf einem niedrigeren Niveau zu stabilisieren.. Dies kann aber nur gelingen, wenn der Teufelskreis von Armut, Unbildung und Naturzerst\u00f6rung durchbrochen wird. Hier sind die Industriestaaten gefordert, verst\u00e4rkt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Den Kleinbauern mit ihren Familien mu\u00df eine Zukunftsperspektive er\u00f6ffnet werden, was diese in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten, und zwar unabh\u00e4ngig von Gro\u00dfgrundbesitzern und international operierenden, multinationalen Konzernen. Seit Jahrhunderten wirtschaften die Kleinbauern traditionell, also im Einklang mit der Natur, frei von Chemie und Gentechnik. Der \u00d6kolandbau mit seiner Vielfalt an robusten Nutzpflanzen bietet die beste Gew\u00e4hr daf\u00fcr, auch unter den Bedingungen des Klimawandels erfolgreich zu wirtschaften. So k\u00f6nnen die negativen Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung auf die Funktionsf\u00e4higkeit agrarischer \u00d6kosysteme stark abgemildert bzw. in Grenzen gehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel Papierkonsum: Deutschland geh\u00f6rt weltweit zu den Spitzenreitern beim Verbrauch von Papier. Mit 220 Kilo pro Person und Jahr ist er deutlich h\u00f6her als der EU-Durchschnitt von 152 Kilogramm. Indien bringt es dagegen nur auf 12 Kilo.<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich CO\u00b2-Emissionen kommen hierzulande auf jeden Bundesb\u00fcrger 8 bis 10 Tonnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Rund 80 % unseres Papierverbrauchs entf\u00e4llt auf Verpackungen \u2013 mit st\u00e4ndig steigender Tendenz. Gefolgt von grafischen Papieren und Zeitungen, Zeitschriften, Schreib- und Kopierpapieren (29 %) sowie Haushalts- und Hygienepapier (11 %).<\/p>\n\n\n\n<p>Rd. 75 % der in Deutschland verarbeiteten Frischfasern werden importiert. Gr\u00f6\u00dfter Zellstofflieferant ist Brasilien \u2013 er deckt \u00bc unseres Bedarfs. Geringe Mengen kommen aus Chile und Uruguay. Zellstoff aus Indonesien erreicht uns gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcber China \u2013 als Rohstoff oder fertiges Produkt (Papier, B\u00fccher, Textilien aus Viskose). In diesen L\u00e4ndern schwindet der Urwaldbestand weiterhin dramatisch. F\u00fcr Baumplantagen werden W\u00e4lder illegal gerodet und Menschen vertrieben. Korrupte Regierungen in s\u00fcdamerikanischen und asiatischen L\u00e4ndern betreiben Machtmissbrauch, indem sie z. B. demokratische Rechte der Bev\u00f6lkerung au\u00dfer Kraft setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere hohe Zellstoffnachfrage tr\u00e4gt also ma\u00dfgeblich zur globalen Waldzerst\u00f6rung bei. 9,94 Mio. Hektar Baumplantagen wachsen derzeit in Brasilien. Davon sind 7,6 Mio. Hektar mit Eukalypten sowie 1,0 Mio. Hektar mit Kiefern bepflanzt, Monokulturen aus Mrd. genetisch identischer B\u00e4ume. In Indonesien breiten sich die Eukalyptus-Akazien-Plantagen der Zellstoffindustrie auf 10 Milliarden Hektar aus, vor allem in Sumatra und Borneo.<\/p>\n\n\n\n<p>Der problematischste Teil der Papierherstellung ist somit ins Ausland verlagert. Dazu geh\u00f6ren neben den Plantagen auch die Zellstoff-Papierfabriken mit ihrem immensen Verbrauch an Chemikalien, Wasser, Energie und Aussto\u00df von Abgasen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollten wir den gesamten Prim\u00e4rfaserverbrauch durch heimische B\u00e4ume decken, m\u00fc\u00dfte die gesamte Holzernte vollst\u00e4ndig daf\u00fcr genutzt werden. Es bedarf also einer sehr drastischen Verringerung des Prim\u00e4rfaserverbrauchs (Quelle: Regenwald-Report der Organisation \u201eRettet den Regenwald\u201c in Hamburg).<\/p>\n\n\n\n<p>Papier-Tipps f\u00fcr die Bewahrung der Regenw\u00e4lder.<\/p>\n\n\n\n<p>Recycling-Papier ist in seiner \u00d6kobilanz unschlagbar. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr Toilettenpapier. Und da gibt es noch viel Luft nach oben, denn <strong>nur 12 Prozent<\/strong> <strong>der Deutschen entscheiden sich f\u00fcr diese umweltschonende Alternative. Ein Armutszeugnis erster G\u00fcte.<\/strong> Es dokumentiert wieder einmal die Umweltgesinnung unserer Wegwerfgesellschaft. Dazu passt auch eine TV-Umfrage, welcher zufolge nur 7 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung der Klimaschutz wichtig ist. Sorglosigkeit und Gleichg\u00fcltigkeit, statt Verantwortung f\u00fcr Natur und Umwelt sowie nachfolgenden Generationen beherrscht also weiterhin die Lebenseinstellung einer gro\u00dfen Mehrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Papierprodukte mit dem blauen Engel enthalten immer 100 % Altpapier. Au\u00dferdem d\u00fcrfen f\u00fcr die Herstellung kein Chlor und keine schwer abbaubaren Stoffe verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Online-K\u00e4ufe sowie Einweg-To-Go-Becher und \u2013Teller verschlingen jede Menge Papier- und Verpackungsmaterial. Hier gilt: So wenig wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun die exakten Zahlen der \u00d6kobilanz von Recycling-Papier:<\/p>\n\n\n\n<p>3 g Chemikalien \u2013 2 kw Energie \u2013 15 Liter Wasser \u2013 1,2 Kilo Altpapier ben\u00f6tigt man f\u00fcr die Herstellung von 1 kg Recyclingpapier.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6kobilanz von Frischfaserpapier:<\/p>\n\n\n\n<p>15 g Chemikalien 5 kw Energie \u2013 50 Liter Wasser \u2013 2,2 Kilo Holz f\u00fcr die Herstellung von 1 Kilo Frischfaserpapier.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist paradox: Einerseits bef\u00f6rdern wir unter dem Label Entwicklungshilfe Milliardenbeitr\u00e4ge in Staaten der \u201e3. Welt\u201c, ohne uns sonderlich darum zu k\u00fcmmern, was eigentlich mit diesem Geld passiert, und ob es nicht in irgendwelchen undurchsichtigen Kan\u00e4len landet. Andererseits leben wir, die Industriestaaten auf Kosten armer L\u00e4nder und leisten uns den Luxus von Elektroautos, f\u00fcr deren Produktion unersetzliche Ressourcen vergeudet werden. Somit sorgen die Industrienationen daf\u00fcr, da\u00df die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen von Millionen Menschen unwiederbringlich zerst\u00f6rt werden und damit eine unvorstellbar reiche Vielfalt an Biodiversit\u00e4t, von der wir alle auf Gedeih und Verderb abh\u00e4ngig sind! Im neusten<strong> Living Planet Report 2024 des WWF (World Fund for Nature) hei\u00dft es:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Inzwischen sind 73 % weniger Wirbeltiere vorhanden. Weltweit nehmen die Populationen von S\u00e4ugetieren. Amphibien, Reptilien, V\u00f6geln und Fischen dramatisch ab.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrotz verschiedener Schutzma\u00dfnahmen in den vergangenen 50 Jahren bleibt der weltweite Trend (in Bezug auf die Entwicklung der Arten \u2013 eigene Anm.) insgesamt negativ. Die Schrumpfung der Best\u00e4nde schw\u00e4cht die Widerstandsf\u00e4higkeit der \u00d6kosysteme gegen weitere menschliche Einfl\u00fcsse. Um den Zustand der Biodiversit\u00e4t ist es also weiterhin schlecht bestellt.\u201c (<strong>Autoren des Reports: Kathrin Samson, Vorstand Naturschutz und Heike Vesper, Transformation Politik und Wirtschaft).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>50 Mio. Millionen Fahrzeuge nehmen mittlerweile Deutschlands Autobahnen und Landstra\u00dfen in Anspruch. Und was ist eigentlich damit gewonnen, wenn &#8211; abgesehen von dem mit der Herstellung von E-Autos verbundenem Raubbau an den Ressourcen \u2013 diese 50 Millionen Autos die ganze Republik verstopfen? Solange sich an der unver\u00e4ndert wachstumsorientierten Industriepolitik nichts \u00e4ndert, wird der Verkehrsinfarkt auf deutschen Stra\u00dfen, vor dem Umweltsch\u00fctzer und kritische Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten eindringlich warnen und immer wieder eine grundlegende Kurskorrektur fordern, auch in Zukunft allgegenw\u00e4rtig sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Bahn raus aus Amazonien! Das berichtet der \u201eRegenwald-Report\u201c 3\/24. Die DB will sich an einem gro\u00dfen Schienenprojekt in Brasilien beteiligen. Mit seiner Partnerorganisation Justicianos Trilhos hat \u201eRettet den Regenwald\u201c gegen das Vorhaben auf dem Potsdamer Platz in Berlin demonstriert. Die Bev\u00f6lkerung sagt NEIN zu einem Wirtschaftsmodell, das ihre Lebensgrundlagen zerst\u00f6rt. Nein zu Gewalt und Raubbau auf unserem Land und an unseren Fl\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund ist die Beteiligung des Unternehmens an dem geplanten Hafen- und Schienenprojekt Grao Para Maranhao (GPM) im brasilianischen Amazonasregenwald. Mit der G\u00fctereisenbahn sollen Millionen Tonnen Eisenerz und Soja aus dem Landesinneren an die Atlantikk\u00fcste transportiert und nach Europa und China verschifft werden. Die Folgen f\u00fcr die dort lebende Bev\u00f6lkerung und den Tropischen Regenwald w\u00e4ren verheerend.<\/p>\n\n\n\n<p>Zustande gekommen ist die Zusammenarbeit von \u201eRettet den Regenwald\u201c mit JnT im Fr\u00fchjahr 2023. Die deutsche Botschaft in Brasilien hatte Vertreter der Firma GPM und der DB eingeladen, um das Projekt Politikern der brasilianischen Regierung, Funktion\u00e4ren der Europ\u00e4ischen Union und Managern internationaler Unternehmen vorzustellen. \u00dcber die Bedrohungen f\u00fcr die Menschen und die Natur im \u00f6stlichen Amazonasgebiet wurde damit<strong> nicht<\/strong> informiert. Es folgten intensive Recherchen und Aktivit\u00e4ten in Brasilien und Deutschland mit dem Ziel, das <strong>katastrophale Projekt zu verhindern.<\/strong> Dazu geh\u00f6rte auch eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung in der Rosa Luxemburg-Stiftung.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat die Beschwerdestelle der DB das Verfahren er\u00f6ffnet. Doch der Ausgang ist ungewiss. DB-Vorstand Richard Lutz teilte \u201eRettet den Regenwald\u201c mit, da\u00df f\u00fcr die Deutsche Bahn die Einhaltung der international anerkannten Menschenrechte und Grundfreiheiten ein wichtiger Grundsatz sei, die DB das Anliegen der Umweltorganisation sehr ernst nehmen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Deutsche Bahn das alles wirklich so ernst nimmt, sollte sie sich von diesem Mammutprojekt des Gr\u00f6\u00dfenwahns so schnell wie m\u00f6glich wieder verabschieden und stattdessen umgehend dort zur Tat schreiten, wo ganze Berge an Aufgaben zu erledigen sind, n\u00e4mlich hier im eigenen Land!<\/p>\n\n\n\n<p>Nirgendwo, nicht nur in Deutschland, aber vor allem dort, gehen Industriel\u00e4nder mit gutem Beispiel voran. Das betrifft auch den Sektor Lebensmittelverschwendung, ein Markenzeichen der westlichen \u00dcberflu\u00dfgesellschaft. Auch in diesem Bereich nimmt Deutschland eine Spitzenposition ein. Statt Lebensmittel wertzusch\u00e4tzen, landen riesige Berge davon auf dem M\u00fcll, sofern sie nicht an die \u201eTafel\u201c abgegeben werden oder sich B\u00fcrgerinitiativen formieren, die Foodsharing auf ihre Fahnen schreiben und zu diesem Zweck Nahrungsmittel mit abgelaufenem Datum sammeln und an bed\u00fcrftige Menschen verteilen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20241030KnoppikUmwelt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-59517\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20241030KnoppikUmwelt.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20241030KnoppikUmwelt-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">W\u00e4hrend zig Millionen Menschen auf diesem Planeten hungern, werden hierzulande von wohlstands\u00fcbers\u00e4ttigten Menschen Lebensmittel in noch gut verwertbarer Qualit\u00e4t achtlos und ohne jede Wertsch\u00e4tzung, einfach in die M\u00fclltonne entsorgt. Wir waren Zeuge des unglaublichen Frevels und haben diese Schandtat fotografisch festgehalten. Es war eine junge Mutter mit 2 Kindern. Beileibe kein Einzelfall! (Foto: Knoppik)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Unter dem Label \u201eEntwicklungshilfe\u201c schaffen wir schon seit Jahrzehnten zu viel Geld ins Ausland, das bei uns immer dringender ben\u00f6tigt wird, um die vielf\u00e4ltigen, schlicht ins Uferlose wachsenden Aufgaben leisten zu k\u00f6nnen, die schon jetzt nur noch m\u00fchsam zu bew\u00e4ltigen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst so genannte aufstrebende Staaten erhalten von uns Entwicklungshilfe, darunter sogar das Riesenreich China, obwohl aus dem drittgr\u00f6\u00dften Land der Erde l\u00e4ngst ein Wirtschaftsgigant geworden ist, der die USA inzwischen \u00fcberholt hat. Genauso wenig bedarf Indien einer solchen Unterst\u00fctzung. Dieses Land besitzt \u2013 ebenso wie sein Nachbar Pakistan \u2013 Atomwaffen. An Syrien, Afghanistan, den Jemen, Indonesien und Bangladesch flie\u00dfen ebenfalls Entwicklungsgelder.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich meine, da\u00df Entwicklungshilfe nur jenen Staaten gew\u00e4hrt werden sollte, die Menschenrechte und Meinungsfreiheit strikt beachten und ihre Natur konsequent sch\u00fctzen. Diese Voraussetzungen erf\u00fcllt etwa Indonesien in keiner Weise. Dort werden einzigartige Regenwald-\u00d6kosysteme vernichtet \u2013 f\u00fcr riesige Palm\u00f6lplantagen sowie Zellstoff- und Papierfabriken. Das allein ist schlimm genug. Noch schlimmer finde ich es allerdings, wenn auch europ\u00e4ische Staaten aus dieser Zerst\u00f6rungsorgie Profit ziehen, f\u00fcr ihren zweifelhaften Wohlstand. Sind das unsere Werte, auf denen deren Reichtum beruht?<\/p>\n\n\n\n<p>In der ZDF-Sendung \u201eKampf um die Welt\u201c \u2013 Deutschland und die Globalisierung\u201c hei\u00dft es: \u201e In einer sich entwickelnden Weltordnung zwischen demokratischen und autokratischen L\u00e4ndern sind deutsche Unternehmen gezwungen, trotz geopolitischer Risiken mit Staaten wie China im Gesch\u00e4ft zu bleiben. Denn sie brauchen dieses Land als Absatzmarkt und Rohstofflieferant.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ansicht, die jedenfalls bei mir auf entschiedenen Widerspruch st\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie passt diese Aussage zu jener von Ministerin Annalena Baerbock, die ihre Au\u00dfenpolitik als \u201eWerte geleitet\u201c sieht? Die Wirklichkeit ist doch eine ganz andere. Fakt ist: Wir begeben uns in eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Abh\u00e4ngigkeit von Schurkenstaaten, in denen Unterdr\u00fcckung, Folter, Mord, Inhaftierung von Andersdenkenden an der Tagesordnung sind. China, Saudi-Arabien, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Jemen und \u00c4gypten z\u00e4hlen dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres, auch sehr krasses Beispiel f\u00fcr sinnlose Verschwendung und die Billig-Philosophie, auf welcher der weltweite Handel beruht. ist die Fast Fashion-Mode: Der Begriff entstand in den 1990er Jahren, als die Modeindustrie beschloss, in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden neue Looks auf den Markt zu bringen, inzwischen alle 2 Wochen. Mindestens. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Herstellung von Kleidung weltweit mehr als verdoppelt und w\u00e4chst ungebremst weiter. Fast Fashion wird weder f\u00fcr ein l\u00e4ngeres Leben noch f\u00fcr die Wiederverwendung entworfen. Die billigen Textilien sind oft so minderwertig, da\u00df sie kaum recycelt werden k\u00f6nnen und nach kurzem Tragen auf dem M\u00fcll landen. Entsorgt wird in Afrika, S\u00fcdamerika und Osteuropa. Verbunden damit ist eine massive Plastikverm\u00fcllung. Jede Woche treffen z. B. rd. 100 Container mit hochgerechnet 15 Mio. Artikeln in Ghana ein. Ein Gro\u00dfteil der aus der EU in Drittstaaten exportierten Altkleider ist oder wird zu M\u00fcll. \u00dcber 96 % der 46 Tonnen Textilien besteht aus synthetischen Fasern. (nachzulesen im \u201eRegenwald-Report\u201c 3\/24 \u2013 <a href=\"http:\/\/www.regenwald.org\/\">www.regenwald.org<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Aufstieg der Fast Fashion werden heute doppelt so viele Kleidungsst\u00fccke produziert wie im Jahre 2000. Gleichzeitig werden diese Kleidungsst\u00fccke nur noch halb so lange getragen wie fr\u00fcher, was zu einer rasant wachsenden Menge an Textilabf\u00e4llen f\u00fchrt. Von den 100 Milliarden Kleidungsst\u00fccken, die jedes Jahr produziert werden, landen etwa 92 Millionen Tonnen auf M\u00fclldeponien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Atacama-W\u00fcste in Chile ist eine der trockensten W\u00fcsten der Welt. Sie ist bekannt f\u00fcr ihre unwirkliche Sch\u00f6nheit, gepr\u00e4gt von riesigen D\u00fcnen, T\u00e4lern und pastellfarbenen H\u00fcgeln aus Salz, Stein und Sand. Diese karge und abgelegene Landschaft wird heute als M\u00fcllhalde f\u00fcr ungewollte Kleidung genutzt. Eine riesige W\u00fcste, die sich \u00fcber mehr als 100.000 Quadratkilometer erstreckt, hat sich in einen Fast Fashion-Friedhof verwandelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr \u00fcber diese Umweltkatastrophe u.a. ist \u00fcber folgenden Link abrufbar: https:\/kids-earth-org.translate.goog\/climate\/how-did-the-atacama-desert-become-a-fast-fashion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein betr\u00e4chtlicher Teil an Fashion Mode erreicht uns Europ\u00e4er auch aus China (\u201eTemu\u201c und \u201eShein\u201c). Sie ist durch den Online-Handel zu beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider reicht Recycling allein nicht aus, um das Problem des wachsenden Textilm\u00fclls zu l\u00f6sen. Stattdessen m\u00fcssen wir als Verbraucher \u00fcber unsere Eink\u00e4ufe nachdenken. Wenn Sie einen Artikel sehen, von dem Sie meinen, da\u00df Sie ihn haben m\u00f6chten, kaufen Sie ihn nicht sofort, hei\u00dft es unter o.g. Link. Nehmen Sie sich stattdessen eine Woche Zeit, um zu \u00fcberlegen, warum Sie das Kleidungsst\u00fcck haben m\u00f6chten und ob Sie etwas \u00c4hnliches zu Hause haben. Ist es ein Artikel, den Sie oft tragen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn m\u00f6glich, kaufen sie hochwertigere oder gebrauchte Kleidung. Hochwertigere Kleidung sorgt daf\u00fcr, da\u00df Ihre Kleidung l\u00e4nger h\u00e4lt als ein paar W\u00e4schen. Erw\u00e4gen Sie Upcycling \u2013 machen Sie aus einem Outfit, das Sie nicht mehr tragen, eine neue Tasche oder ein neues Kleidungsst\u00fcck. \u2013 Das sind weit mehr als nur gute Ratschl\u00e4ge!<\/p>\n\n\n\n<p>30. Oktober 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Auspl\u00fcnderung der so genannten 3. 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