{"id":58167,"date":"2024-05-04T20:04:11","date_gmt":"2024-05-04T18:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=58167"},"modified":"2024-08-19T15:26:10","modified_gmt":"2024-08-19T13:26:10","slug":"deutsche-forstwirtschaft-weiter-auf-irrwegen-kuestentanne-douglasie-roteiche-und-andere-exoten-sollen-die-vom-klimawandel-gebeutelte-fichte-ersetzen-und-damit-den-verfehlten-nadelholzanbau-zementie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/deutsche-forstwirtschaft-weiter-auf-irrwegen-kuestentanne-douglasie-roteiche-und-andere-exoten-sollen-die-vom-klimawandel-gebeutelte-fichte-ersetzen-und-damit-den-verfehlten-nadelholzanbau-zementie\/","title":{"rendered":"Deutsche Forstwirtschaft weiter auf Irrwegen: K\u00fcstentanne, Douglasie, Roteiche und andere Exoten sollen die vom Klimawandel gebeutelte Fichte ersetzen und damit den verfehlten Nadelholzanbau zementieren."},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"745\" height=\"950\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/MeisterRettetdenWald_klein.jpg\" alt=\"Buchcover: Rettet unsere W\u00e4lder! Wei\u00dfe Schrift auf gr\u00fcnem Laubwaldhintergrund.\" class=\"wp-image-58174\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/MeisterRettetdenWald_klein.jpg 745w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/MeisterRettetdenWald_klein-235x300.jpg 235w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Buchcover Rettet unsere W\u00e4lder<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schon seit dem vorletzten Jahrhundert gibt es unter F\u00f6rstern und Waldbauwissenschaftlern fortschrittlich denkende und handelnde Pers\u00f6nlichkeiten, deren vorbildlicher, mutiger und k\u00e4mpferischer Einsatz &#8211; nicht nur f\u00fcr naturnah bewirtschaftete, sondern auch f\u00fcr von Menschen v\u00f6llig unbeeinflu\u00dfte Natur- und Urw\u00e4lder &#8211; gro\u00dfen Respekt verdienen. Zwei der allerersten von ihnen waren Karl Gayer (1822 \u2013 1907) und Alfred M\u00f6ller (1860 \u2013 1922), beide Forstwissenschaftler. Letztgenannter begr\u00fcndete die Idee vom Dauerwald.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was darunter zu verstehen ist, sei nachstehend erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Dauerwaldbetrieb orientiert sich an den Entwicklungsabl\u00e4ufen im Naturwald. In ihm werden die Eingriffe so weit wie m\u00f6glich reduziert, um die nat\u00fcrlichen Abl\u00e4ufe im Wald zu nutzen und zu f\u00f6rdern. Durch diese Art der Waldbewirtschaftung entsteht ein Wald, in dem alle Altersstufen von B\u00e4umen auf ein- und derselben Fl\u00e4che nebeneinander zu finden sind \u2013 bis hin zu abgestorbenen B\u00e4umen (Totholz), die vermodern und dabei noch vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. Es entwickelt sich ein stufig aufgebauter, stabiler, struktur- und vorratsreicher Wald, der eine Vielfalt an Lebensr\u00e4umen aufweist und gegen\u00fcber Krankheiten und St\u00fcrmen etc. sehr widerstandsf\u00e4hig ist. Durch Naturverj\u00fcngung werden sehr hohe Pflanz- und Kulturkosten eingespart. Unter den Hunderttausenden von S\u00e4mlingen werden diejenigen Individuen herausselektiert, die durch ihr genetisches Potenzial am besten an die am jeweiligen Wuchsort vorherrschenden Standortbedingungen angepa\u00dft sind.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0565_klein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58168\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0565_klein.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0565_klein-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stabilit\u00e4tsfaktor in naturnahen und nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen: Die klimarobuste Wei\u00dftanne (hier im NP Berchtesgaden). Ihr Wurzelwerk vergr\u00f6\u00dfert das Porensystem im Boden und  verbessert die Infiltration und das Speichervolumen bei Starkniederschl\u00e4gen. Durch ihre leichter sich zersetzende Nadelstreu, die aufgrund der Pfahlwurzel auch N\u00e4hrstoffe aus tiefer gelegenen Bodenhorizonten enth\u00e4lt und somit als &#8222;N\u00e4hrstoffpumpe&#8220; dient, ist sie auch  bodenpfleglicher als die Fichte.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mich beeindruckt es sehr, wie bedeutende, fortschrittlich denkende Waldbaupioniere, die sich bereits im vorletzten Jahrhundert f\u00fcr ein Wald\u00f6kosystem nach den Ordnungsprinzipien der Natur engagierten (weitere folgten \u2013 siehe unten -) in ihren B\u00fcchern, Vortr\u00e4gen, Exkursionen und TV-Sendungen schonungslos und \u00fcberzeugend die eklatanten Schw\u00e4chen und Fehler einer auf Holznutzung und Gewinnmaximierung basierenden Forstwirtschaft ans Tageslicht bef\u00f6rderten und diese Mi\u00dfst\u00e4nde \u00f6ffentlich anprangerten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade heute, wo die Umweltzerst\u00f6rung be\u00e4ngstigende Dimensionen annimmt und die globale Erw\u00e4rmung rasant fortschreitet, mu\u00df mehr als je zuvor der <strong>Wert des Waldes<\/strong> und nicht der des Holzes klar im Vordergrund stehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1225_klein.jpg\" alt=\"Roteiche: Heimat: \u00d6stliches Nordamerika und Kanada. Kommt seit 1724 in Deutschland vor und wird bis zu 25 m hoch. IImposanter Baum, aber f\u00fcr unsere B\u00f6den toxisch.\" class=\"wp-image-58173\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1225_klein.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1225_klein-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Roteiche: Heimat: \u00d6stliches Nordamerika und Kanada. Kommt seit 1724 in Deutschland vor und wird bis zu 25 m hoch. IImposanter Baum, aber f\u00fcr unsere B\u00f6den toxisch.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispielhaft genannt f\u00fcr die letzten Jahrzehnte sei der Vision\u00e4r und Wegbereiter der Schutzwaldsanierung bayerischer Bergw\u00e4lder, <strong>Herr Dr. Georg Meister<\/strong>. Er studierte Forstwissenschaft an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen und leitete bis 1994 das Gebirgsforstamt Bad Reichenhall. Z\u00fcgig, unbeirrt und entschlossen nahm er nach seinem Dienstantritt die Schutzwaldsanierung an der Queralpenstra\u00dfe in Angriff. Seine Arbeit sollte von Erfolg gekr\u00f6nt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem war Dr. Meister Gr\u00fcndungsmitglied des \u00d6kologischen Jagdverbands Bayern, in dem er sich zeit seines Lebens f\u00fcr eine waldvertr\u00e4gliche Jagd einsetzte (Quelle: Rettet unsere W\u00e4lder). Verstorben am 2. M\u00e4rz 2022 im Alter von 93 Jahren konnte Georg Meister sein Buch nicht ganz zu Ende schreiben. Diese ehrenvolle Aufgabe \u00fcbernahm dann Frau Dr. Monika Offenberger, Biologin aus M\u00fcnchen, die zusammen mit Dr. Meister schon im Jahre 2004 das viel beachtete Werk \u201eDie Zeit des Waldes\u201c (erschienen im Verlag Zweitausendeins) auf den Markt brachte. Daf\u00fcr wurde der Autor mit dem Bruno H. Schubert-Preis geehrt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0707_klein.jpg\" alt=\"Totholz hat viele Funktionen: Es bereichert die Artenvielfalt und schafft optimale Bedingungen f\u00fcr die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung des Waldes. Denn der &quot;Verhau&quot; aus verrottenden \u00c4sten und Stammst\u00fccken dient zugleich als Wasser- und N\u00e4hrstoffspeicher sowie als Barriere gegen hungriges Wild - und bietet damit ein gesch\u00fctztes Keimbett f\u00fcr eine Vielfalt von Kr\u00e4utern und Geh\u00f6lzen. (&quot;Aus Rettet unsere W\u00e4lder&quot; - Foto: Karl J. Knoppik)\" class=\"wp-image-58169\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0707_klein.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0707_klein-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Totholz hat viele Funktionen: Es bereichert die Artenvielfalt und schafft optimale Bedingungen f\u00fcr die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung des Waldes. Denn der &#8222;Verhau&#8220; aus verrottenden \u00c4sten und Stammst\u00fccken dient zugleich als Wasser- und N\u00e4hrstoffspeicher sowie als Barriere gegen hungriges Wild &#8211; und bietet damit ein gesch\u00fctztes Keimbett f\u00fcr eine Vielfalt von Kr\u00e4utern und Geh\u00f6lzen. (&#8222;Aus Rettet unsere W\u00e4lder&#8220; &#8211; Foto: Karl J. Knoppik)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der engagierte Forstmann wurde auch 1975 staatlich beauftragter Planer des bisher einzigen bei Berchtesgaden gegr\u00fcndeten Alpen-Nationalparks, welcher am 1.8. 1978 offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben wurde. Trotz seines jahrzehntelangen unerm\u00fcdlichen Einsatzes f\u00fcr nachhaltige, zukunftsf\u00e4hige W\u00e4lder, der dazu f\u00fchrte, da\u00df in seinem Revier endlich wieder artenreiche Mischw\u00e4lder ungest\u00f6rt aufwachsen konnten (dank einer konsequenten und intensiven Bejagung des Reh- und Rotwildes), w\u00fcrdigten Staatsforstverwaltung und Regierung mit keinem Wort seine gro\u00dfen Verdienste um den deutschen Wald, ja schlimmer noch: Dr. Meister wurde nicht mal offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Erst nach seinem Tode  ernannte Staatsministerin Michaela Kanniber zu seinen Ehren den so genannten oberen Erschlie\u00dfungsweg zwischen Wachterl und Anthauptenalm im Rahmen eines Festaktes zum Dr. Georg Meister-Weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anderer, ebenso bedeutender und engagierter Pionier f\u00fcr naturnahe W\u00e4lder ist der Radikalreformer, Autor zahlreicher Fachver\u00f6ffentlichungen, auch B\u00fcchern, und Naturschutzpraktiker <strong>Dr. Georg Sperber<\/strong>, Forstdirektor i. R., seinerzeit Chef der Forstverwaltung Ebrach im Steigerwald. Dar\u00fcber hinaus bekleidete Herr Dr. Sperber zu Beginn der 70er Jahre das Amt des stellvertretenden Leiters der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in der Anfangszeit seines Bestehens. Am Aufbau dieses ersten deutschen Gro\u00dfschutzgebietes war er ma\u00dfgeblich beteiligt. Nach wie vor gilt Georg Sperber als entschiedener Verfechter eines Nationalparks Steigerwald, der bis heute jedoch am Widerstand der regierenden CSU\/Freie W\u00e4hler und diesen Parteien nahestehenden Interessensverb\u00e4nden aus Holz- und Forstwirtschaft scheiterte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und last not least ist da noch <strong>Peter Wohlleben<\/strong>, Vorsitzender der Waldakademie in Wershofen (Eifel) zu nennen, ein Waldexperte aus der noch j\u00fcngeren Generation. Dieser engagierte und weitsichtige Forstrebell k\u00fcndigte seine Beamtenstelle, weil er die Mi\u00dfst\u00e4nde in der Forstwirtschaft nicht l\u00e4nger unterst\u00fctzen wollte (Quelle: Lebenswelten M\u00e4rz 2021). Er pl\u00e4diert f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Abkehr von der traditionellen Forstwirtschaft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1079_klein.jpg\" alt=\"Naturwald im Nationalpark Bayerischer Wald - Bergmischwald\" class=\"wp-image-58170\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1079_klein.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1079_klein-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Naturwald im Nationalpark Bayerischer Wald &#8211; Bergmischwald &#8211; Foto: Karl Josef Knoppik<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Interview mit dem WWF \u00e4u\u00dfert er: \u201eMan m\u00fc\u00dfte sich eingestehen, da\u00df das konventionelle Wirtschaftsmodell gescheitert ist. Man m\u00fc\u00dfte mal innehalten, stopp sagen und sich fragen: Was haben wir falsch gemacht? Aber diese Fehlerdiskussion findet nicht statt. Aktuell sterben Fichtenplantagen ab. Die Erkenntnis aber, da\u00df es nicht allein an der Baumart, sondern auch an der Art und Weise liegt, wie gewirtschaftet wird, fehlt. Da wird nicht diskutiert; es wird weitergemacht, indem man einfach die Baumart wechselt. Plantagenb\u00e4ume aus Massenbaumhaltungen werden nicht alt. Denn wenn B\u00e4ume asozial aufwachsen, das hei\u00dft ohne ihre Mutterb\u00e4ume, sind sie auf sich alleine gestellt und k\u00f6nnen sich nicht vernetzen. Sie wachsen im prallen Sonnenschein viel zu schnell und verausgaben sich. Diese B\u00e4ume f\u00fchren ein ganz sch\u00f6n stressiges Leben. Denn B\u00e4ume wachsen eigentlich lieber langsam, weil sie dann resistenter werden. Hier gibt es auch viele Parallelen zu uns Menschen.\u201c<br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/heyday-magazine.com\/2021\/03\/21\/unser-wald-steht-unter-stress\">https:\/\/heyday-magazine.com\/2021\/03\/21\/unser-wald-steht-unter-stress<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/themen-projekte\/waelder\/schuetzt-den-wald-vor-der-motorsaege\">www.wwf.de\/themen-projekte\/waelder\/schuetzt-den-wald-vor-der-motorsaege<\/a> (2.3. 2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6rt man Vertreter der Forstwirtschaft reden, ist an allem \u00dcbel ein winziges Krabbeltier schuld, das permanent zum S\u00fcndenbock gestempelt wird. \u201eFr\u00fcher war es der Wolf oder der Luchs, sagt Peter Wohlleben, heute ist es der Borkenk\u00e4fer. Da steckt Kalk\u00fcl dahinter. Dort, wo der Borkenk\u00e4fer ist, macht man, was man will. Da wird Gift eingesetzt. B\u00f6den werden komplett mit schwerstem Ger\u00e4t befahren. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel hat sich das nat\u00fcrlich versch\u00e4rft. Da ist es gut, wenn man den Schwarzen Peter abgeben kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da\u00df die wahren Ursachen in einer naturfernen Nadelholzplantagenwirtschaft liegen, wird ganz bewu\u00dft au\u00dfen vor gehalten. Man m\u00f6chte offenbar trotz besserem Wissen nichts Grunds\u00e4tzliches an dem verfehlten Waldbaukonzept \u00e4ndern. Man verf\u00e4hrt nach der Devise: Augen zu und durch. Hauptsache es kostet wenig und bringt viel. Aber diese Rechnung ging noch nie auf. Dennoch h\u00e4lt man starrsinnig an veralteten Denkmustern fest und weigert sich zur Kenntnis zu nehmen, da\u00df z. B. auch der Fichtenborkenk\u00e4fer (\u201eBuchdrucker\u201c) neben zahllosen anderen Organismen ein integraler Bestandteil des Wald\u00f6kosystems ist und im N\u00e4hrstoffkreislauf des Waldes eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie K\u00e4ferfra\u00dfg\u00e4nge machen das Holz f\u00fcr den Abbau durch Pilze und Mikroorganismen zug\u00e4nglich, und das Recycling von Rinde und Holz kann beginnen. Au\u00dferdem sind die Fichtenborkenk\u00e4fer Teil der Waldnutzungsketten, z. B. als Nahrung von anderen K\u00e4fern und Spechten. Der Buchdrucker kann als \u00f6kologisch wertvolle St\u00f6rung wirken. Nach einem Befall entsteht ein neues Habitat mit Krautpflanzen, Pioniergeh\u00f6lzen und viel Totholz. Dieser Lebensraum wird von unz\u00e4hligen Organismen genutzt, bis wieder ein geschlossener Wald mit anderen Bewohnern entsteht.\u201c (Funktion des Fichtenborkenk\u00e4fers im \u00d6kosystem Wald \u2013 Internet)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1080_klein.jpg\" alt=\"Laubholz dominierter Naturwald ebenfalls im bayerisch-b\u00f6hmischen Grenzgebirge\" class=\"wp-image-58171\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1080_klein.jpg 640w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1080_klein-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Laubholz dominierter Naturwald ebenfalls im bayerisch-b\u00f6hmischen Grenzgebirge<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Borkenk\u00e4fer wird nur dann zum vermeintlichen \u201eKatastrophensch\u00e4dling\u201c, vermehrt sich nur dann explosionsartig, wenn F\u00f6rster den Wald in erster Linie als Sparkasse und Holzlieferant betrachten und deshalb auch weiterhin unbelehrbar an Fichten- und Kiefern-Monokulturen festhalten. Die Risiken, \u00fcber die eigentlich niemand hinwegsehen kann, werden einfach ausgeblendet bzw. von vornherein bewu\u00dft in Kauf genommen, weil sie eben nicht ins Konzept passen. F\u00fcr den entgangenen Gewinn durch so genannte Kalamit\u00e4ten, sprich Insekten- und Pilzbefall, Schneebruch, Sturmsch\u00e4den und Feuersbrunst, wie sie mit diesem pervertierten Verst\u00e4ndnis von Forstwirtschaft untrennbar verbunden sind, kam ja bisher immer der Staat und somit die Allgemeinheit auf. Es ist aber partout nicht einzusehen, da\u00df der Staat bzw. der Steuerzahler das Risiko tr\u00e4gt. Doch hier besteht auch die gro\u00dfe Chance ein Umdenken bei den Forstleuten zu erzwingen. Wer n\u00e4mlich allen Widrigkeiten zum Trotz auf eine Beibehaltung dieser Misswirtschaft setzt, mu\u00df f\u00fcr die entstandenen Sch\u00e4den selbst aufkommen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Stefan Kreft von der Naturwald-Akademie L\u00fcbeck (Siehe unten) <\/strong>sagt: \u201eHolz ist ein vielf\u00e4ltig einsetzbares Material. Aber wie viel wir davon ernten k\u00f6nnen, gibt letztlich der Wald vor. Und der ist nun mal kein beliebig zu optimierender Holzlieferant. Er braucht, um als \u00d6kosystem zu funktionieren, ein ausreichendes Volumen an Laub, Totholz und organischer Biomasse im Boden. Wasserr\u00fcckhaltung, Speicherung von CO\u00b2.\u201c (Quelle: Zeitschrift \u201eRiffreporter\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch ungeachtet aller Warnungen von Wissenschaftlern und anderen Experten wird die forstwirtschaftliche Praxis, so wie sie heutzutage immer noch gang und g\u00e4be ist, von f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten dieser Branche gelobt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAls gr\u00f6\u00dfte CO\u00b2-Senke \u00fcberhaupt ist die Forstwirtschaft \u201eStakeholder Nr. 1\u201c in Sachen Klimaschutz des Landes, konstatiert Max von Elverfeldt, der als Vorsitzender der \u201eFamilienbetriebe Land und Forst\u201c private Waldbesitzer in NRW und im Bund vertritt. Ins selbe Horn bl\u00e4st AGDW-Pr\u00e4sident Hans-Georg von der Marwitz, dessen Bundesverband die Anliegen von rund zwei Millionen Waldbesitzern in Deutschland repr\u00e4sentiert: \u201eDie Waldeigent\u00fcmer bewirtschaften ihre W\u00e4lder nachhaltig und generationen\u00fcbergreifend, Das ist aktiver Klimaschutz, der allen Menschen zugute kommt. Diese Leistung mu\u00df honoriert werden, damit die Waldeigent\u00fcmer auch in Zukunft f\u00fcr die Stabilisierung und Klimafestigkeit der W\u00e4lder sorgen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1222_klein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58172\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1222_klein.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_1222_klein-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">K\u00fcsten- oder Riesentanne bei Stockhausen: Dieser m\u00e4chtige Baum w\u00e4chst von Natur aus entlang der Pazifikk\u00fcste von Vancouver Island und von British Columbia \u00fcber Washington und Oregon bis Nordwestkalifornien. Nach den extrem trockenen Sommern 2018, 2019 und 2020 sehr anf\u00e4llig gegen Borkenk\u00e4ferbefall. Erreicht in den Herkunftsgebieten eine H\u00f6he von 85 m.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNaturschutzverb\u00e4nde bem\u00e4ngeln hingegen, die geforderte Verg\u00fctung ber\u00fccksichtige weder die unterschiedlichen regionalen stand\u00f6rtlichen Ausgangsbedingungen noch die unterschiedlichen Ma\u00dfnahmen der jeweiligen Waldbesitzenden. Daher bef\u00fcrchtet NABU-Waldexperte Stefan Adler: \u201e Die derzeitige Forderung des Waldbesitzerverbandes w\u00fcrde wie in der Landwirtschaft zu einer pauschalen Fl\u00e4chenf\u00f6rderung nach dem Gie\u00dfkannenprinzip f\u00fchren, die wir uns als Gesellschaft jedoch nicht leisten k\u00f6nnen. An ihre Stelle sollte eine F\u00f6rderung nach dem Leistungsprinzip treten, welche den nachweislich erfolgreichen Waldumbau hin zu klimatauglichen Mischw\u00e4ldern honoriert. Auch die Forstminister fordern eine massive Unterst\u00fctzung der Waldbesitzer. Der Bund ist dazu angehalten, innerhalb von vier Jahren 800 Mio. Euro an zus\u00e4tzlichen Finanzmitteln zur R\u00e4umung von Schadensfl\u00e4chen und f\u00fcr die Wiederbewaldung bereitzustellen. Das schlie\u00dft die Etablierung von nicht heimischen, an den Klimawandel angepassten, neuen Baumarten ein, hei\u00dft es in der Moritzburger Erkl\u00e4rung vom 9. August 2019. Neben Douglasien, K\u00fcstentannen oder Roteichen, die bereits mehr oder weniger lange auf deutschem Boden wachsen, haben Forstleute zwei Dutzend weitere Arten im Visier, z. B. Atlaszeder, Orientalische Buche, Ungarische Eiche, Japanl\u00e4rche, oder T\u00fcrkische Hasel.\u201c <a href=\"http:\/\/dnb.d-nb.de\/\">http:\/\/dnb.d-nb.de<\/a> Aus \u201eRettet unsere W\u00e4lder\u201c von Dr. Georg Meister, erschienen im <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/\">www.westendverlag.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bestell-Link:  https:\/\/westendverlag.de\/Rettet-unsere-Waelder\/1507 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widernat\u00fcrlich und anf\u00e4llig, wie Nadelholzplantagen bekanntlich sind, z. B. gegen\u00fcber St\u00fcrmen, Hitze, extremer Trockenheit und Feuersbrunst, werden sie rasch zu einem gefundenen Fressen f\u00fcr Borkenk\u00e4fer, Kupferstecher, Fichtenblattwespe &amp; Co..<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Wohlleben:<\/strong> \u201eDer Borkenk\u00e4fer ist ein Schw\u00e4cheparasit. Er kann nur B\u00e4ume angreifen, die schon angeschlagen sind. Fichtenplantagen sind Monokulturen wie Maisfelder, die geschw\u00e4cht sind; sie w\u00fcrden so oder so eingehen. Der Borkenk\u00e4fer gibt nur den Todessto\u00df, besonders f\u00fcr B\u00e4ume, die unter Trockenheit und Hitze leiden. Forstmaschinen verdichten die B\u00f6den. Die Biomasse der toten Fichten mu\u00df unbedingt im Wald bleiben, und die Kahlschl\u00e4ge m\u00fcssen aufh\u00f6ren. Wenn man sich die Satellitenbilder vom Sauerland oder dem Harz anschaut, ist das katastrophal. Deutlich \u00fcber die H\u00e4lfte der Waldb\u00f6den in Deutschland ist bereits jetzt durch die Maschinen kaputtgefahren. Das soll nachhaltige Forstwirtschaft sein? Solche Bodensch\u00e4den regenerieren in menschlichen Zeitr\u00e4umen nicht mehr. Es ist dramatisch!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da man aber seitens der Forst- und Holzlobby mittlerweile nicht mehr an der Tatsache vorbeikommt, da\u00df der \u201eBrotbaum\u201c Fichte aufgrund zunehmender Ausfallerscheinungen durch den Klimawandel kein lukratives Gesch\u00e4ftsmodell mehr ist, tritt man nun die Flucht nach vorn an und pr\u00e4sentiert als Allheilmittel den verst\u00e4rkten Einsatz exotischer Baumarten. Die Vorteile, die man sich davon verspricht, liegen auf der Hand: Schnelles Wachstum und damit &#8211; so die Erwartung \u2013 h\u00f6here Profite. Es geht also um nichts anderes als eine Steigerung der Holzproduktion. Die Holz- und Forstlobby m\u00f6chte uns allen weismachen, da\u00df die Wald\u00f6kosysteme nur mit diesen schon ansatzweise gescheiterten Konzepten unter den Bedingungen des Klimawandels bestehen k\u00f6nnen, sprich eine Zukunft haben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den Anbau vermeintlich klimastabiler, nicht standortheimischer Baumarten begibt man sich jedoch vom Regen in die Traufe und gef\u00e4hrdet obendrein die Artenvielfalt unserer W\u00e4lder. Darin sehe ich ein hochriskantes Abenteuer, in das man sich lieber nicht st\u00fcrzen sollte. Es gab immer schon selbst ernannte bzw. so genannte Fachleute, die Irrlehreren verbreiteten, um Aufmerksamkeit zu erregen. Man sollte sich denen auf keinen Fall anvertrauen, sondern vielmehr auf die eigenen St\u00e4rken setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Wohlleben verlangt gar ein Verbot nicht heimischer Nadelb\u00e4ume.<\/strong> \u201eWenn Sie brennbare B\u00e4ume in die Landschaft bringen und Br\u00e4nde verhindern m\u00f6chten, widerspricht sich das. Aufh\u00f6ren mit dem Unsinn. Die staatlichen F\u00f6rderungen von Forstbetrieben einstellen, die Kiefern, Fichten, Douglasien..anpflanzen. Stattdessen heimische \u00d6kosysteme wie Laubw\u00e4lder aus Buchen, Eichen, Ahorn, Ulmen, Linden, Zitterpappeln u.a. f\u00f6rdern. Die heimische Wei\u00dftanne kann man ja dazu mischen. Die Douglasie, oder Douglasfichte, wie sie auch genannt wird, stammt aus den n\u00f6rdlichen Kaltregenw\u00e4ldern. Sie soll die Fichte ersetzen, die durch den Klimawandel eingeht. Die Douglasie braucht aber noch mehr Regen. Diese B\u00e4ume sterben gerade auch gro\u00dffl\u00e4chig ab.\u201c Der Waldexperte bef\u00fcrchtet, da\u00df der gr\u00f6\u00dfte Teil der Fichten und Kiefern die kommenden 10 Jahre nicht \u00fcberleben wird. Nat\u00fcrlich macht es der Klimawandel hei\u00dfer und trockener. Aber mit heimischen Laubw\u00e4ldern h\u00e4tten wir auch mit dem Klimawandel das Problem nicht. Die Ursache der Br\u00e4nde ist aber nicht der Klimawandel, sondern der Anbau nichtheimischer Nadelh\u00f6lzer. Ein Gro\u00dfteil der Probleme im Wald, in S\u00fcdeuropa wie in Deutschland, sind durch die Forstwirtschaft hausgemacht. Das Lokalklima spielt gar nicht eine so gro\u00dfe Rolle, der Wald kann die Temperatur unglaublich d\u00e4mpfen und selbst f\u00fcr Wasser sorgen. Voraussetzung ist, da\u00df man ihn in Ruhe l\u00e4\u00dft.\u201c <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/earth\/experten\/peter-wohlleben-im-interview\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.focus.de\/earth\/experten\/peter-wohlleben-im-interview<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBis heute, so Dr. Georg Meister in seinem Buch \u201e<strong>Rettet unsere W\u00e4lder<\/strong>\u201c \u2013<strong>Verm\u00e4chtnis und Forderungen eines vision\u00e4ren F\u00f6rsters<\/strong>, stehen nur 2,8 Prozent unserer W\u00e4lder dauerhaft unter Schutz \u2013 obwohl die Bundesregierung schon im Jahr 2007 beschlossen hatte, 5 Prozent des deutschen Waldes nicht mehr wirtschaftlich zu nutzen, wie dies beispielsweise in den Nationalparks die Regel ist. <strong>Dr. Hans Bibelriether<\/strong>, erster Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, setzt sich daf\u00fcr ein, sogar 10 Prozent der \u00f6ffentlichen Waldfl\u00e4che der Natur zu \u00fcberlassen. Die \u00fcbrigen 90 Prozent angemessen zu bewirtschaften sei Herausforderung genug.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/dnb.d-nb.de\/\">http:\/\/dnb.d-nb.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/\">www.westendverlag.de<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch <strong>Dr. Stefan Kreft<\/strong> von der Naturwald-Akademie L\u00fcbeck bezieht klar Position f\u00fcr Naturw\u00e4lder. Aus seiner Sicht ist die Fichte ebenfalls ein Negativ-Beispiel f\u00fcr die Einbringung gebietsfremder Baumarten. \u201eDie kahlen Fl\u00e4chen abgebrannter und zusammengebrochener Fichtenforste bieten keine der vielen anderen \u00d6kosystemleistungen mehr, auf die wir dringend angewiesen sind. Vielmehr bilden die kahlen Fl\u00e4chen Hitzepole, die auch benachbarte Fl\u00e4chen aufheizen.\u201c Wenn man den Umbau eines Waldes der Natur \u00fcberl\u00e4\u00dft, setzt man nicht nur auf einen, sondern auf Millionen Zuf\u00e4lle \u2013 lauter Optionen, mit denen die Natur aufwartet. Da gibt es den S\u00e4mling, der unter Totholz heranwachsen darf, und den S\u00e4mling, der sich auf Wurzeltellern ansiedelt. Der eine sprie\u00dft im Schatten, der andere sonnenexponiert, dieser an einer feuchten, jener an einer trockenen Stelle. Das sind unz\u00e4hlige kleine Experimente, Totholz im Wald zu belassen.\u201c(Quelle: Zeitschrift \u201eRiffreporter\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundvoraussetzung f\u00fcr das Aufkommen artenreicher, stabiler und klimaresistenter Wald\u00f6kosysteme ist aber zun\u00e4chst einmal eine waldvertr\u00e4gliche, mit der \u00c4sungskapazit\u00e4t in Einklang zu bringende Schalenwilddichte (Rehe, Hirsche, auch Muffel- und Sikawild, Herkunft Sardinien und Ostasien). Um die \u00f6kologischen Waldbauziele zu erreichen, m\u00fcssen die Schalenwildbest\u00e4nde daher auf einem niedrigen Niveau gehalten werden, und zwar mittels effektiver Jagdmethoden. Auf deutschen Stra\u00dfen gibt es j\u00e4hrlich 30.000 Unf\u00e4lle, die auf Kollisionen mit Rehwild zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. W\u00fcrde eine konsequente, waldfreundliche Bejagung des bestandsregulierenden Kahlwildes stattfinden, also Jagd auf weibliche Tiere, k\u00f6nnte auch ein Gro\u00dfteil der oft schweren Unf\u00e4lle vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAuf einen Sinneswandel in der bis heute konservativ ausgerichteten J\u00e4gerschaft ist nicht zu hoffen. Es fehlt unver\u00e4ndert an der n\u00f6tigen Einsicht, da\u00df die traditionelle Schalenwildhege der Entwicklung klimatoleranter W\u00e4lder entgegensteht. Stattdessen wird die alte Leier von einem \u201eWald ohne Wild\u201c bem\u00fcht, die bei vielen Laien immer noch verf\u00e4ngt. Die gebetsm\u00fchlenartig vorgebrachte Falschbehauptung, das Wild st\u00fcnde kurz vor der Ausrottung, zeugt von einer Fixierung auf einige wenige ausgew\u00e4hlte Tierarten und mi\u00dfachtet die \u00fcbrige Artenvielfalt unserer W\u00e4lder, die so zur Kulisse der Jagd degradiert werden. Nur wenn diese als Wildtiermanagement statt als Freizeitvergn\u00fcgen begriffen wird, sind unsere W\u00e4lder noch zu retten. Das belegen die beispielhaft gef\u00fchrten Betriebe, um die es im folgenden Kapitel geht.\u201c <\/p>\n<cite>Quelle: Rettet unsere W\u00e4lder\/Dr. Georg Meister \u2013 Co-Autorin Dr. Monika Offenberger)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu der \u00e4u\u00dferst problematischen Ansiedelung exotischer Geh\u00f6lze nimmt auch das \u201eRobin Wood\u201c-Magazin \u2013 in seiner Ausgabe 4\/2019 Stellung: \u201eSeit rd. 100 Jahren wird die Douglasie schon in Deutschland angepflanzt. Das bedeutet allerdings nicht, da\u00df ihr Verhalten in unseren \u00d6kosystemen schon hinreichend erforscht wurde. Die B\u00f6den in der Herkunftsregion Amerika sind anders zusammengesetzt; das \u00d6kosystem besteht aus Arten, die spezifische Interaktionen untereinander vollziehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere heimischen Baumarten sind f\u00fcr ihre gedeihliche Entwicklung auf bestimmte Pilze im Boden, so genannte Mykorrhiza-Pilze angewiesen. Diese leben in Symbiose mit den Baumwurzeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBei den hier gepflanzten Douglasien f\u00e4llt die Vielfalt an Mykorrhiza-Pilzen geringer aus als in naturnah gemischten Best\u00e4nden. Offensichtlich bevorzugt die Baumart bestimmte Pilze auf Kosten anderer \u2013 und ver\u00e4ndert so das Gef\u00fcge heimischer Lebensgemeinschaften, die sich \u00fcber wechselseitige Anpassungen w\u00e4hrend langer Zeitr\u00e4ume entwickelt haben\u201c, sagt Prof. Erwin Hussend\u00f6rfer, Professor f\u00fcr Waldbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.\u201c (Quelle: Rettet unsere W\u00e4lder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Robin Wood: \u201e<\/strong> W\u00e4hrend wissenschaftliche Studien zwischen 150 und 280 Insektenarten nachweisen k\u00f6nnen, die mit und von unseren heimischen Baumarten Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche und Rotbuche leben, sind es weniger als 25, die an die nicht heimischen Arten, wie Douglasie oder K\u00fcstentanne, angepa\u00dft sind. Und weiter: \u201eAllein dieses Forschungsergebnis sollte alle Bestrebungen, diese Arten hier anzusiedeln, ein f\u00fcr alle Mal unterbinden. Schadinsekten am Herkunftsort entpuppen sich hier eventuell als \u201eKatastropheninsekten.\u201c. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit Pilzen und Viren. Welches Risiko gehen wir ein, wenn wir nun inflation\u00e4r B\u00e4ume aus anderen Regionen der Erde anpflanzen? Bei lang anhaltenden Hitzeperioden wachsen sie nicht schneller als unsere heimischen Baumarten \u2013 ihr \u00f6konomischer Vorteil f\u00e4llt also weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eProf. Hussend\u00f6rfer ist \u00fcberzeugt, da\u00df unsere W\u00e4lder nicht durch neue \u201eWunderb\u00e4ume\u201c klimaplastisch werden. Vielmehr hilft ihnen dabei ihre \u00fcber Hunderte oder Tausende von Jahren gesammelte \u201eLebensgemeinschaftserfahrung\u201c, die in ihrem Erbgut gespeichert ist. Aus Sicht der \u00f6kologischen Genetik weisen heimische Waldlebensgemeinschaften noch gro\u00dfe Potenziale in ihrem genetischen System auf, um auch im Klimawandel anpassungs- und \u00fcberlebensf\u00e4hig zu bleiben. Diese Potenziale d\u00fcrfen nicht durch eine unkontrollierte Einbringung nicht heimischer Baumarten oder Herk\u00fcnfte geschw\u00e4cht werden, sondern m\u00fcssen im Sinne einer auch genetischen Nachhaltigkeit gesichert und genutzt werden, mahnt der Experte.\u201c (Rettet unsere W\u00e4lder \u2013 www.westendverlag.de)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEine weitere, h\u00e4ufig vorgebrachte Behauptung der \u201eHolzlobby\u201c \u2013 n\u00e4mlich, da\u00df Wirtschaftsw\u00e4lder, insbesondere solche mit \u201everk\u00fcrzten Produktionszeiten\u201c, in denen die B\u00e4ume m\u00f6glichst fr\u00fch geschlagen werden, mehr Kohlenstoff speichern und somit einen h\u00f6heren Beitrag zum Klimaschutz leisten als wenig oder gar nicht genutzte Naturw\u00e4lder \u2013 h\u00e4lt einer genaueren \u00dcberpr\u00fcfung nicht stand. Eine vergleichende Studie auf rd. 18.500 Waldfl\u00e4chen in Nordamerika zeigt, da\u00df der Kohlenstoffgehalt des gesamten \u00d6kosystems mit seinem Alter steigt, vor allem jenseits von 150 Jahren. Zudem weisen die \u00e4ltesten W\u00e4lder die h\u00f6chsten Wachstumsraten auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Waldnutzung darf der CO\u00b2-Speicherung nicht entgegenstehen. Der Klimawandel l\u00e4\u00dft sich nur dann noch abfedern, wenn die Treibhausgasemissionen radikal sinken. Dagegen ist der Beitrag des Waldes zur Abschw\u00e4chung der Erderw\u00e4rmung zweitrangig. Dennoch dient das Holz lebender B\u00e4ume ebenso wie andere Biomasse inklusive \u201eTotholz\u201c und Humus als CO\u00b2-Speicher: Intakte, vorratsreiche W\u00e4lder zeichnen sich durch eine hohe Resilienz aus und haben damit bestm\u00f6gliche Chancen, auch mit den Umweltver\u00e4nderungen im Zuge des Klimawandels zurechtzukommen; zudem binden sie besonders viel Kohlendioxid. Deshalb sollte m\u00f6glichst viel Holz m\u00f6glichst lange im Wald bleiben, und jede Entnahme mu\u00df schonend und ausnahmslos ohne Kahlschlag erfolgen. Allein die lebende Biomasse k\u00f6nnte von heute durchschnittlich 360 auf 450 oder mehr Volumenfestmeter je Hektar Waldfl\u00e4che angehoben werden und so \u00fcber viele Jahre gro\u00dfe Mengen an CO\u00b2 binden. (Quelle: Rettet unsere W\u00e4lder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Peter Wohlleben sind Hitze und Klimawandel nicht der Hauptgrund f\u00fcr die immer h\u00e4ufiger auftretenden Waldbr\u00e4nde. Gr\u00fcnde sind vielmehr der Raubbau an Urw\u00e4ldern, wie z. B. in Spanien, Italien und Griechenland, was nicht nur z. T. mit der s\u00fcdlichen Lage zu tun hat. Auf Sizilien gibt es von Natur aus Buchenw\u00e4lder, glaubt man gar nicht. Nicht die komplette Insel, aber die \u00e4lteste bekannte Buche steht auf Sizilien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs liegt am Wassermangel, der Austrocknung und daran, da\u00df man dort genau wie in Deutschland nichtheimische Baumarten pflanzt. Gro\u00dfe Pinienplantagen, ein massiver Eukalyptusanbau. Eukalyptus ist australisch und brennt wie Benzin. Man hat die Waldbrandsituation k\u00fcnstlich geschaffen, genau wie in Deutschland auch, Die heimischen Lauburw\u00e4lder k\u00f6nnten gar nicht brennen. Wir haben uns nordische Baumarten hierhin geholt, die in trockenem, hei\u00dfen Klima Schwierigkeiten bekommen und voller leicht brennbarer Substanzen sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Problem ist: Wir bekommen unsere Informationen von den Forstbeh\u00f6rden, die zu den jeweiligen Umwelt- und Landwirtschaftsministerien geh\u00f6ren. Die Forstverwaltungen sind die gr\u00f6\u00dften Holzverk\u00e4ufer und Dienstleistungsgeber in Deutschland; sie beherrschen den Markt und schreiben auch den Waldzustandsbericht. Von dieser Gruppe wird als Ursache f\u00fcr die Br\u00e4nde und die Trockenheit nur der \u201eKlimawandel\u201c genannt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNat\u00fcrlich macht es der Klimawandel hei\u00dfer und trockener. Aber mit heimischen Laubw\u00e4ldern h\u00e4tten wir auch mit dem Klimawandel das Problem nicht. Die Ursache der Br\u00e4nde ist aber nicht der Klimawandel, sondern der Anbau nicht heimischer Nadelh\u00f6lzer. Ein Gro\u00dfteil der Probleme im Wald, in S\u00fcdeuropa wie in Deutschland, sind durch die Forstwirtschaft hausgemacht. Das Lokalklima spielt gar nicht eine so gro\u00dfe Rolle; der Wald kann die Temperatur unglaublich d\u00e4mpfen und selbst f\u00fcr Wasser sorgen. Voraussetzung ist, da\u00df man ihn in Ruhe l\u00e4\u00dft.\u201c <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/earth\/experten\/peter-wohlleben-im-interview\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.focus.de\/earth\/experten\/peter-wohlleben-im-interview<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Wald ist \u00fcberall r\u00fccksichtslos heruntergewirtschaftet worden\u201c, sagt Peter Wohlleben. Man m\u00fc\u00dfte mit Volldampf daran gehen, die W\u00e4lder zu renaturieren. Da sehe ich nicht allzu viel Bewegung. \u00dcber das Artensterben durch die Vernichtung der W\u00e4lder reden wir dabei noch gar nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>02. 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