{"id":5665,"date":"2009-11-18T22:07:56","date_gmt":"2009-11-18T21:07:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=5665"},"modified":"2009-11-18T22:25:31","modified_gmt":"2009-11-18T21:25:31","slug":"lokalpresse-die-absahner-gedanken-beim-laufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/lokalpresse-die-absahner-gedanken-beim-laufen\/","title":{"rendered":"Lokalpresse: Die Absahner &#8211; Gedanken beim Laufen."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_5666\" aria-describedby=\"caption-attachment-5666\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5666\" title=\"Neger- und Ruhrtal\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/negerruhr01.jpg\" alt=\"Hier k\u00f6nnen die Gedanken schweifen. Links Neger- und rechts das Ruhrtal\" width=\"480\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/negerruhr01.jpg 480w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/negerruhr01-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 85vw, 480px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5666\" class=\"wp-caption-text\">Hier k\u00f6nnen die Gedanken schweifen. Links das Neger- und rechts das Ruhrtal mit Blick Richtung Olsberg (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bevor ich zu den <strong>Absahnern<\/strong>, den Reklamepublikationen,\u00a0 komme, m\u00f6chte ich kurz auf das Bild oben eingehen.<\/p>\n<p>Der Bergr\u00fccken in der Mitte teilt das Negertal(links) vom Ruhrtal(rechts). Am Ende, hinter der Fichten bestandenen Kuppe flie\u00dfen die beiden Gew\u00e4sser in Steinhelle zusammen.<\/p>\n<p>Die wei\u00dfen Geb\u00e4ude ganz hinten geh\u00f6ren zum Schulzentrum der Stadt Olsberg. Bei dem &#8222;l\u00e4nglichen Streifen&#8220; handelt es sich sehr wahrscheinlich um das Berufskolleg.<\/p>\n<p>Der Standpunkt von dem das Foto aufgenommen wurde, liegt fast 700 Meter hoch \u00fcber den T\u00e4lern. Der freie Blick wurde vom Sturm Kyrill geschaffen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein gutes Foto ist ein sehr gutes Weitwinkel-Objektiv n\u00f6tig, welches mehr als 90\u00b0 Blickwinkel abbilden kann, dazu entweder Morgen-oder Abendstunden mit transparenten Luft- und Lichtverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>Mit der kleinen Exilim war einfach nicht mehr drin.<\/p>\n<p><strong>Zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen gibt es hier im Hochsauerland im Raum Brilon und Olsberg neben dem <a href=\"http:\/\/www.sauerlandkurier.de\/\" target=\"_blank\">Sauerlandkurier<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/www.briloner-anzeiger.de\/\" target=\"_blank\">Briloner Anzeiger<\/a> eine dritte durch Werbung finanzierte lokale Zeitung, den &#8222;<a href=\"http:\/\/www.staedtespiegel.de\/\" target=\"_blank\">St\u00e4dtespiegel<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Die &#8222;Macher&#8220; des neuen St\u00e4dtespiegel haben, soweit mir bekannt, vorher beim Briloner Anzeiger gearbeitet.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist, dass in Zeiten der Medien- und insbesondere Printmedienkrise im lokalen Raum neue reklamefinanzierte Printprojekte entstehen.<\/p>\n<p>Ich folgere zun\u00e4chst, dass es einen Markt f\u00fcr diese Art von Printprodukten geben muss.<\/p>\n<p>Die Eigenleistung der Herausgeber besteht zum gr\u00f6\u00dften Teil in der Verwertung nicht selbst produzierter Inhalte.<\/p>\n<p><strong>Wer produziert diese Inhalte?<\/strong><\/p>\n<p>Die Pressewarte der Vereine, die \u00f6ffentlichen Einrichtungen, PR-Agenturen, private Institutionen und Einzelpersonen, sowie einige freie und bei entsprechender Gr\u00f6\u00dfe des Reklame-Verlags feste Mitarbeiter, denn die ganzen Einzelteile m\u00fcssen Woche f\u00fcr Woche kompiliert und publiziert werden. Sehr gerne werden auch Artikel von eigenen Leuten \u00fcber Firmen und Institutionen geschrieben, wenn diese damit gekoppelt Anzeigen schalten.<\/p>\n<p>Irgendwie muss man ja auch Geld verdienen. Es reicht nicht kostendeckend zu arbeiten. Gewinne m\u00fcssen sein.<\/p>\n<p>Wo bleibt der Journalismus?<\/p>\n<p>In der Regel auf der Strecke.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich freuen sich die Mitarbeiter der Werbebl\u00e4tter, wenn sie dem Platzhirschen <a href=\"http:\/\/www.westfalenpost.de\" target=\"_blank\">Westfalenpost<\/a> mal eins auswischen k\u00f6nnen, aber in der Regel erreichen sie nur punktuell journalistisches Niveau.<\/p>\n<p><strong>Muss die Westfalenpost diese Bl\u00e4tter und Bl\u00e4ttchen dann \u00fcberhaupt ernst nehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Klar doch! Sie fischt n\u00e4mlich selber in den Gew\u00e4ssern der Werbung und Reklame. Die Leserinnen und Leser bezahlen die Kosten der Zeitung nur zu einem Teil, mindestens die H\u00e4lfte wird durch Reklame finanziert. Damit h\u00e4ngt die Zeitung nicht nur am Tropf der Leserabos, sondern auch an der Infusion der Werbekunden.<\/p>\n<p>Diese \u00dcberlegungen im Hinterkopf ist es verst\u00e4ndlich, dass die Westfalenpost nicht \u00fcber diejenigen Bereiche objektiv berichten kann, aus denen m\u00e4chtige und einflu\u00dfreiche Werbekunden kommen. Die k\u00f6nnen dann mit Anzeigenentzug und Abwanderung zu den Reklamebl\u00e4ttern drohen.<\/p>\n<p>Die Westfalenpost kann dar\u00fcber hinaus auch nicht \u00fcber Bereiche objektiv berichten, in denen die m\u00e4chtigen Reklamekunden Einfluss haben. Das k\u00f6nnen Vereine sein, in denen zum Beispiel der Kunde selbst auch als B\u00fcrger seine F\u00e4den zieht, das kann die \u00f6ffentliche Verwaltung sein, deren Mitarbeiter und Repr\u00e4sentanten gelegentlich mit den Werbekunden, famili\u00e4r oder \u00fcber die lokalen Strukturen verbunden ist.<\/p>\n<p>Der einzelne Leser z\u00e4hlt in dieser Kosten-Nutzenrechnung nicht viel.<\/p>\n<p><strong>Hier allerdings beginnt das Problem der Bezahl-Zeitung.<\/strong><\/p>\n<p>Da die Redakteure aus oben genannten Gr\u00fcnden PR-Artikel in der Bezahl-Zeitung verarbeiten, n\u00e4hert sich das Niveau dieser Zeitungen in Teilbereichen den Reklamezeitungen an.<\/p>\n<p>Der normale Leser nimmt die, meiner Meinung nach noch vorhandenen, Qualit\u00e4tsunterschiede nicht angemessen wahr und sagt sich: Sauerlandkurier und Westfalenpost sind beides Zeitungen und wenn ich die eine umsonst haben kann, dann k\u00fcndige ich doch die andere und spare mir das Geld f\u00fcr die angenehmen Dinge des Lebens.<\/p>\n<p>Die <strong>Gleichungen f\u00fcr die Konkurrenz<\/strong> zwischen der Abo-Zeitung Westfalenpost und den Reklamebl\u00e4ttern lauten:<\/p>\n<p>Ein schlechter Artikel bei der Westfalenpost z\u00e4hlt beim Leser zehnfach negativ, bei der Reklamezeitung nur einfach, denn da wird Nix erwartet.<\/p>\n<p>Ein guter Artikel bei der Westfalenpost z\u00e4hlt maximal zweifach, denn er wird erwartet.<\/p>\n<p>Ein schlechter Artikel bei der Reklamezeitung z\u00e4hlt h\u00f6chstens einfach, denn schlechte Artikel sind die Regel.<\/p>\n<p>Ein guter Artikel in der Reklamezeitung z\u00e4hlt hundertfach, denn es wird eigentlich die Regel plus Reklame erwartet.<\/p>\n<p>Die Reklamebl\u00e4tter erreichen jeden B\u00fcrger im lokalen Bereich, denn sie werden jedem in den Briefkasten geworfen. Abdeckung 100%. Leser k\u00f6nnen kaum k\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Abdeckung der Abo-Zeitung Westfalenpost: Abos plus Mitleser. Leser k\u00f6nnen k\u00fcndigen und damit die Abdeckung und den Wert f\u00fcr die Werbekunden verringern.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Die Abo-Zeitungen stecken richtig in der Klemme. Wenn sie das Alleinstellungsmerkmal &#8222;Qualit\u00e4t&#8220; verlieren, gehen sie den Bach ab, was nicht weiter schlimm w\u00e4re, wenn die Zeitungen nur aus Holzprodukten bestehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Es h\u00e4ngen Menschen dran. Arbeitnehmer. Und Leser.<\/p>\n<p><strong>Der Ausweg aus dieser anscheinenden Zwickm\u00fchle kann nur \u00fcber die journalistische Qualit\u00e4t gehen, sonst gehen die Leser &#8211; und die Arbeitspl\u00e4tze.<\/strong><\/p>\n<p>Den<strong> Zeitungsbesitzern<\/strong> geht es derweil nicht schlecht.<\/p>\n<p>Nein, sondern <strong>pr\u00e4chtig:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Auf den Milliard\u00e4rs-Listen von Forbes finde ich neben Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch, neben Schlecker und Thurn und Taxis weiterhin auch Hubert Burda, Friede Springer, Heinz Bauer,<strong> Anneliese Brost (WAZ)<\/strong>, drei Holtzbrincks sowie die Familie des im Oktober verstorbenen Reinhard Mohn. Wir m\u00fcssen also vielleicht doch nicht sofort sammeln. <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/Bildung\/Medien\/2009\/11\/Tom-Schimmeck-Preis-und-Wert-des-Journalismus-2.html\" target=\"_blank\">weiter zu einem sehr guten Artikel<\/a><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor ich zu den Absahnern, den Reklamepublikationen,\u00a0 komme, m\u00f6chte ich kurz auf das Bild oben eingehen. Der Bergr\u00fccken in der Mitte teilt das Negertal(links) vom Ruhrtal(rechts). 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