{"id":56243,"date":"2023-11-07T21:30:24","date_gmt":"2023-11-07T20:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=56243"},"modified":"2023-11-07T21:30:24","modified_gmt":"2023-11-07T20:30:24","slug":"die-resiliente-stadt-konzepte-konflikte-loesungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/die-resiliente-stadt-konzepte-konflikte-loesungen\/","title":{"rendered":"Die Resiliente Stadt \u2013 Konzepte, Konflikte, L\u00f6sungen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neues UFZ-Fachbuch gibt \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Stadtforschung<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56244\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231107BuchResilienteStadtKlein.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Das neue Fachbuch gibt einen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Stadtforschung. (Foto: \u00a9UFZ<\/em>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><\/strong><strong>Viele St\u00e4dte sind aufgrund ihrer hohen Bev\u00f6lkerungs- und Bebauungsdichte, begrenzter Freir\u00e4ume sowie \u00f6ffentlicher Infrastrukturen besonders anf\u00e4llig gegen\u00fcber klimatischen Extremereignissen, Wirtschaftskrisen oder Pandemien. Wie sie mit diesen Krisen umgehen und wie robust und widerstandsf\u00e4hig sie sind, zeigt sich in ihrer Resilienz. Den aktuellen Stand der Diskussion zeigt nun das gerade erschienene Fachbuch &#8222;Die Resiliente Stadt &#8211; Konzepte, Konflikte, L\u00f6sungen&#8220;, das UFZ-Stadtforscherinnen und Stadtforscher herausgegeben haben. Das Buch dokumentiert gleichzeitig die Vielfalt der Forschung zu diesem Thema am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An die moderne Stadt von heute gibt es unz\u00e4hlige Anforderungen: Sie soll nachhaltig, global oder kreativ sein, zudem lebenswert, smart und gr\u00fcn oder gerne noch europ\u00e4isch ausgerichtet. Neben diesen Eigenschaften ist seit einiger Zeit ein weiteres Kriterium popul\u00e4r geworden: Die Resilienz. &#8222;Eine Stadt ist dann resilient, wenn sie gegen\u00fcber Krisen, Katastrophen, Extremereignissen, Pandemien oder sonstigen Stressoren robust und widerstandsf\u00e4hig ist&#8220;, definiert der UFZ-Stadtsoziologe Prof. Dieter Rink, einer der drei Herausgeber des Buches. Eine resiliente Stadt brauche Strukturen, um mit Ereignissen wie der Corona-Pandemie, \u00dcberschwemmungen, Hitze oder St\u00fcrmen, aber auch sozialen und \u00f6konomischen Krisen sowie starken Bev\u00f6lkerungsschwankungen umzugehen, sich davon zu erholen und daraus zu lernen. Resilienz habe sich zum Stadtkonzept der Stunde entwickelt, weil durch die Pandemie und die Folgen der Klimakrise das Thema im Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit und der Politik angekommen sei. Als ein Beleg daf\u00fcr gilt das im Jahr 2021 ver\u00f6ffentlichte &#8222;Memorandum Urbane Resilienz&#8220; des Bundesbauministeriums, das Handlungsempfehlungen und Schlussfolgerungen f\u00fcr eine resiliente Stadtentwicklung beschreibt. Am UFZ besch\u00e4ftigen sich Stadtforscherinnen und -forscher im Rahmen urbaner Transformationen seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema. &#8222;Das UFZ hat schon fr\u00fchzeitig erkannt, dass es infolge von immer mehr und sich \u00fcberlagernden Krisen und Katastrophen f\u00fcr die St\u00e4dte ein spezifisches Konzept braucht&#8220;, sagt die UFZ-Stadtsoziologin Prof. Sigrun Kabisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fachbuch, das sich an die Wissenschaftscommunity, Stadtplaner:innen sowie Interessierte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft richtet, will Ergebnisse aus der natur- und sozialwissenschaftlichen Forschung am UFZ zum Thema &#8222;Resiliente Stadt&#8220; in den deutschen Diskurs einbringen. &#8222;Die Besonderheit ist, dass wir mit empirischen Ergebnissen arbeiten, die vorrangig in der Stadt Leipzig als unser urbanes Laboratorium erarbeitet wurden&#8220;, betont UFZ-Stadtforscherin Dr. Ellen Banzhaf. Dies mache das Thema urbane Resilienz fassbar. Zudem veranschaulicht das Buch das in seiner Breite besondere Spektrum der Forschung zu diesem Thema am UFZ. So suchen die Wissenschaftler:innen Antworten darauf, wie vor dem Hintergrund der Anforderungen der &#8222;Resilienten Stadt&#8220; Sanierungsprozesse in Bestandsquartieren ablaufen k\u00f6nnten, wie eine W\u00e4rmewende umgesetzt werden kann oder wie sich Gro\u00dfwohnsiedlungen bei schrumpfender Bev\u00f6lkerung &nbsp;resilient entwickeln lassen. Sie besch\u00e4ftigen sich mit der Frage, wie sogenannte blau-gr\u00fcne Infrastrukturen als naturbasierte L\u00f6sungen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlen etwa verschiedene Gr\u00fcndachtypen zur Regenwassernutzung, die Fassadenbegr\u00fcnung mehrgeschossiger Wohnh\u00e4user f\u00fcr ein besseres Mikroklima oder das Pflanzen von hitzeresistenten Stra\u00dfenb\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zunahme von Hitzewellen im Zuge der Klimakrise ist eine der Herausforderungen, mit denen St\u00e4dte vor allem in sehr dicht besiedelten Vierteln umgehen m\u00fcssen, denn sie beeintr\u00e4chtigen die Gesundheit, die Lebensqualit\u00e4t und das Wohlbefinden der Menschen stark. So fanden UFZ-Forschende f\u00fcr zwei v\u00f6llig verschiedene Leipziger Stadtquartiere durch die Kombination von Bewohnerbefragungen, der Simulation und Modellierung der W\u00e4rmebelastung und der Auswertung soziodemographischer Daten der Kommunalstatistik heraus, wo und f\u00fcr wen der Hitzestress besonders gro\u00df ist, was die Ursachen daf\u00fcr sind und wie man sich dagegen sch\u00fctzen kann. Weil sich damit die Hitzebelastung eines Stadtviertels bewerten l\u00e4sst, k\u00f6nnen so resiliente Quartiersplanungen zielgenauer entwickelt werden. In einem anderen Buchbeitrag beschreiben UFZ-Forschende, dass Konsequenzen beim Wiederaufbau in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach der Hochwasserkatastrophe 2021 kaum Konsequenzen gezogen wurden. Anhand der Region Bad-Neuenahr-Ahrweiler sowie der St\u00e4dte Eschweiler und Stolberg bilanzieren sie, dass ein resilienter Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Geb\u00e4uden und Infrastruktur nur vereinzelt gelingt. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind mannigfaltig: So wird beispielsweise ein Wiederaufbau durch F\u00f6rderrichtlinien und raumplanerische Vorgaben derzeit nur ungen\u00fcgend unterst\u00fctzt. Zudem fehlen der politische Wille zur Ver\u00e4nderung sowie ein Ziel- und Koordinatensystem auf Bundesebene, an dem sich F\u00f6rderrichtlinien und Wiederaufbauprogramme nach Naturkatastrophen transparent, verbindlich und schnell ausrichten k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In die g\u00e4ngige Praxis der Stadtplanung findet Resilienz in Deutschland noch zu wenig Eingang. &#8222;Viele St\u00e4dte setzen zwar schon einzelne Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Hochwasserschutz, gegen Hitzebelastung oder f\u00fcr den Gesundheitsschutz der Bev\u00f6lkerung um. Es br\u00e4uchte aber eine umfassendere Strategie, die die Vielfalt von urbaner Resilienz ber\u00fccksichtigt&#8220;, sagt Dieter Rink. Aus R\u00fcckmeldungen von Kommunen wei\u00df er, dass es dort Vorbehalte gibt und vielen das Thema Resilienz zu unkonkret ist. Hinzu kommt: F\u00fcr viele ist Nachhaltigkeit deckungsgleich mit Resilienz. Das ist aber nicht so. &#8222;Nachhaltigkeit ist ein \u00fcbergeordnetes Konzept der Daseinsvorsorge, das die Gesellschaft ver\u00e4ndern wird.&#8220; Deshalb bedarf es eines besseren Resilienz-Verst\u00e4ndnisses. Dieter Rink: &#8222;Die St\u00e4dte kommen um das Thema Resilienz nicht herum, sie m\u00fcssen sich damit besch\u00e4ftigen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Publikation:<\/strong><br \/>Sigrun Kabisch, Dieter Rink, Ellen Banzhaf (Hrsg.): &#8222;Die Resiliente Stadt. Konzepte, Konflikte, L\u00f6sungen&#8220;, Springer Spektrum, ISBN 978-3-662-66915-0 <br \/> <br \/>Das Buch ist in gedruckter Form erh\u00e4ltlich und steht unentgeltlich als Open Access zum Download bereit: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/10.1007\/978-3-662-66916-7.pdf?pdf=button\" target=\"_blank\">https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/10.1007\/978-3-662-66916-7.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues UFZ-Fachbuch gibt \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Stadtforschung Viele St\u00e4dte sind aufgrund ihrer hohen Bev\u00f6lkerungs- und Bebauungsdichte, begrenzter Freir\u00e4ume sowie \u00f6ffentlicher Infrastrukturen besonders anf\u00e4llig gegen\u00fcber klimatischen Extremereignissen, Wirtschaftskrisen oder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/die-resiliente-stadt-konzepte-konflikte-loesungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Resiliente Stadt \u2013 Konzepte, Konflikte, L\u00f6sungen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[218,303,8406,1043,549,3096,8524],"tags":[1842],"class_list":["post-56243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bucher","category-in-unserem-briefkasten","category-klimakrise","category-pressemitteilungen","category-umwelt","category-urbanes-wohnen","category-wissenschaft","tag-helmholtz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56243\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}