{"id":55955,"date":"2023-10-06T20:56:00","date_gmt":"2023-10-06T18:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=55955"},"modified":"2023-10-06T20:56:00","modified_gmt":"2023-10-06T18:56:00","slug":"neue-analyse-zur-aktuellen-und-zukuenftigen-globalen-wasserqualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/neue-analyse-zur-aktuellen-und-zukuenftigen-globalen-wasserqualitaet\/","title":{"rendered":"Neue Analyse zur aktuellen und zuk\u00fcnftigen globalen Wasserqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fernerkundung und Modellierung helfen, die blinden Flecken aus dem Gew\u00e4sser-Monitoring zu beseitigen.<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55956\" style=\"width:700px\" width=\"700\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231006WasserqualitaetKlein.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Satellitenbild der Kisumu-Bucht am Victoriasee (Afrika). Immer wieder beeintr\u00e4chtigen Algenbl\u00fctenteppiche die <\/em><em>Wasserqualit\u00e4t. (Foto: EOMAP GmbH &amp; Co. KG<\/em>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><\/strong><strong>Weltweit werden noch immer etwa 40 Prozent des h\u00e4uslichen Abwassers ungekl\u00e4rt abgeleitet. Gleichzeitig fehlen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern verl\u00e4ssliche Informationen zur Wasserqualit\u00e4t von Fl\u00fcssen und Seen. Deshalb setzt sich die World Water Quality Alliance, ein vom UN-Umweltprogramm ins Leben gerufenes Konsortium, daf\u00fcr ein, der Wasserqualit\u00e4t die notwendige Aufmerksamkeit zu verleihen. Das vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) koordinierte und vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rderte Verbundprojekt GlobeWQ tr\u00e4gt zur Arbeit der World Water Quality Alliance bei. Das Forschungsteam konnte auf globaler Skala und f\u00fcr verschiedene Anwendungsbeispiele zeigen, wie durch die innovative Kombination von in-situ-Messdaten, Fernerkundungsdaten und Modellierungen die Wasserqualit\u00e4t von Gew\u00e4ssern und die von ihr ausgehenden Risiken f\u00fcr Mensch und Umwelt besser bestimmt werden k\u00f6nnen als bisher. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden jetzt im Abschlussbericht des Projekts ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Pressemitteilung UFZ)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Die ausreichende Verf\u00fcgbarkeit von Wasser guter Qualit\u00e4t f\u00fcr Mensch und Natur ist daher unabdingbar. &#8222;Sauberes Wasser und sanit\u00e4re Einrichtungen f\u00fcr alle&#8220; &#8211; so lautet deshalb das Ziel Nummer 6 von insgesamt 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen, die im Rahmen der Agenda 2030 umgesetzt werden sollen. &#8222;Das sechste Nachhaltigkeitsziel beinhaltet auch den Schutz wasserabh\u00e4ngiger \u00d6kosysteme sowie die Sicherung der Wasserqualit\u00e4t f\u00fcr Mensch und Umwelt&#8220;, sagt Prof. Dietrich Borchardt, Leiter des UFZ-Themenbereichs Wasserressourcen und Umwelt. &#8222;Doch daf\u00fcr fehlt es vielerorts &#8211; insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern &#8211; an Informationen, mit denen die Wasserqualit\u00e4t \u00fcberhaupt eingesch\u00e4tzt werden kann. Zudem ist ein regelm\u00e4\u00dfiges Gew\u00e4ssermonitoring mit Probenahmen und Laboranalysen aufwendig und teuer &#8211; und daher nicht an allen Orten der Welt durchf\u00fchrbar.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt GlobeWQ f\u00fcllt diese globalen Daten- und Informationsl\u00fccken im Bereich der Wasserqualit\u00e4t. &#8222;Durch die Kombination von Daten aus Freilandmessungen, Fernerkundung und Wasserqualit\u00e4tsmodellierung wollten wir ein fl\u00e4chendeckendes und koh\u00e4rentes Bild \u00fcber den Zustand von Gew\u00e4ssern gewinnen sowie Erkenntnisse \u00fcber ihre wichtigsten Einflussfaktoren&#8220;, sagt Projektleiter Dietrich Borchardt. Gemeinsam mit Nutzerinnen und Nutzern vor Ort entwickelten und erprobten die Forschenden verschiedene regionale Anwendungsbeispiele f\u00fcr die Analyse- und Service-Plattform GlobeWQ: den Victoriasee in Afrika, den Sewansee in Armenien und die Elbe in Deutschland. Daf\u00fcr kombinierten die Forschenden jeweils Vor-Ort-Messdaten aus der globalen Datenbank GEMStat mit Aufnahmen der Sentinel-2-Satelliten und Modellrechnungen. &#8222;Mithilfe der Fernerkundung sind optische Messungen wie die Erfassung von Tr\u00fcbung, Sichttiefe und des Gehalts an Chlorophyll-a als Anzeiger f\u00fcr das Algenvorkommen im Gew\u00e4sser m\u00f6glich&#8220;, sagt Hydrogeologe Dr. Christian Schmidt, der das Projekt am UFZ koordiniert. F\u00fcr den Victoriasee, wo es immer wieder zu sch\u00e4dlichen Algenbl\u00fcten kommt, die sich negativ auf die Fischerei auswirken, liefert GlobeWQ zeitnahe und fl\u00e4chige Informationen zu Chlorophyll-a-Konzentrationen. Sie erm\u00f6glichen, Gefahren durch Algenbl\u00fcten fr\u00fchzeitig zu erkennen. Das Risiko sch\u00e4dlicher Algenbl\u00fcten besteht auch in der Elbe. &#8222;Gemeinsam mit der Flussgebietsgemeinschaft Elbe haben wir im Projekt den Prototyp f\u00fcr eine Plattform erstellt, der zuverl\u00e4ssige Informationen zu zeitlichen Abl\u00e4ufen und r\u00e4umlichen Mustern von Algenbl\u00fcten innerhalb des Flusssystems liefert&#8220;, sagt der UFZ-Forscher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang wurden Daten aus Vor-Ort-Messungen f\u00fcr die Bewertung der Wasserqualit\u00e4t als Goldstandard angesehen. Doch mit den Anwendungsbeispielen aus dem GlobeWQ-Projekt k\u00f6nnen die Forschenden zeigen, dass Fernerkundungsdaten und Modellierung diese sinnvoll erg\u00e4nzen k\u00f6nnen, um die Datenl\u00fccken zu schlie\u00dfen und die Wasserqualit\u00e4t von Gew\u00e4ssern einzusch\u00e4tzen. &#8222;Vom Prinzip her ist es genauso wie bei der Wettervorhersage&#8220;, sagt Hydrobiologe Dietrich Borchardt. &#8222;Die zus\u00e4tzlichen und hochaufgel\u00f6sten Informationen haben einen gro\u00dfen Mehrwert, den wir nutzen sollten &#8211; um k\u00fcnftig die Wasserqualit\u00e4t r\u00e4umlich und zeitlich besser einsch\u00e4tzen und vorhersagen zu k\u00f6nnen und sie durch zielgenauere Ma\u00dfnahmen nachhaltig zu verbessern.&#8220; Die Methode wurde auch von am Projekt beteiligten deutschen Firmen aufgegriffen und weiterentwickelt. Erfolgreich angewandt wurde sie beispielsweise bei der Aufkl\u00e4rung der Ursachen f\u00fcr das Fischsterben in der Oder im Sommer 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den regionalen Anwendungsbeispielen wurde im GlobeWQ-Projekt das Wasserqualit\u00e4tsmodell WorldQual der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum ausgebaut. &#8222;Mit dem WorldQual-Modell ist es m\u00f6glich, in monatlicher Aufl\u00f6sung zu simulieren, wie sich bestimmte Parameter, die f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung der Wasserqualit\u00e4t wichtig sind, entwickeln&#8220;, erkl\u00e4rt Christian Schmidt. Dazu z\u00e4hlen etwa der biologische Sauerstoffbedarf, das Vorkommen von Indikatorkeimen f\u00fcr f\u00e4kale Verunreinigungen oder der Phosphorgehalt. &#8222;Bislang waren mit WorldQual solche Simulationen ausschlie\u00dflich f\u00fcr Fl\u00fcsse in S\u00fcdamerika, Afrika oder Teilen Asiens m\u00f6glich. Im Rahmen von GlobeWQ konnten wir das Modell so erweitern, dass es nun weltweit funktioniert.&#8220; Dietrich Borchardt erg\u00e4nzt: &#8222;Damit gibt es f\u00fcr ehemals wei\u00dfe Flecken auf der Wasserqualit\u00e4ts-Weltkarte erstmalig Modelldaten, die es erm\u00f6glichen, die Wasserqualit\u00e4t von Fl\u00fcssen fl\u00e4chendeckend einzusch\u00e4tzen. So ist schneller erkennbar, wo es besonders wichtig ist, Eintr\u00e4ge aus der Landwirtschaft zu reduzieren oder Kl\u00e4ranlagen zu bauen.&#8220; Die Wasserqualit\u00e4tsmodellierung erlaubt dar\u00fcber hinaus Prognosen zur zuk\u00fcnftigen Entwicklung der globalen Wasserqualit\u00e4t unter den Bedingungen des Bev\u00f6lkerungswachstums und des Klimawandels. Die Analyse gibt vorsichtigen Anlass zur Hoffnung, dass die Belastung durch coliforme Bakterien (in Folge f\u00e4kaler Verunreinigungen) wegen der verbesserten Abwasserbehandlung bis 2040 weltweit sinkt &#8211; mit Ausnahme von Afrika. Dort d\u00fcrfte die Belastung noch bis 2060 steigen, danach aber ebenso kontinuierlich sinken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Forschungsprojekt <a href=\"http:\/\/www.globewq.info\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GlobeWQ<\/a> wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der BMBF-F\u00f6rderma\u00dfnahme &#8222;Globale Ressource Wasser (GRoW)&#8220; gef\u00f6rdert. Das Projektkonsortium bilden das UFZ, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, das International Centre for Water Resources and Global Change (ICWRGC) sowie die Firmen Earth Observation &amp; Environmental Services (EOMAP) und terrestris GmbH &amp; Co. Das Umweltbundesamt (UBA) und die Europ\u00e4ische Umweltagentur (EEA) unterst\u00fctzen das Projekt beim Anschluss an die Bewirtschaftungspraxis als strategische Partner.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlussbericht: <a href=\"https:\/\/www.globewq.info\/assets\/globewq_quality_known_300dpi.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.globewq.info\/assets\/globewq_quality_known_300dpi.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr Informationen zum Projekt: <a href=\"http:\/\/www.globewq.info\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.globewq.info<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernerkundung und Modellierung helfen, die blinden Flecken aus dem Gew\u00e4sser-Monitoring zu beseitigen. Weltweit werden noch immer etwa 40 Prozent des h\u00e4uslichen Abwassers ungekl\u00e4rt abgeleitet. 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