{"id":55941,"date":"2023-10-04T19:25:16","date_gmt":"2023-10-04T17:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=55941"},"modified":"2023-10-04T19:25:16","modified_gmt":"2023-10-04T17:25:16","slug":"im-wortlaut-dokumentiert-laudate-deum-von-papst-franziskus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/im-wortlaut-dokumentiert-laudate-deum-von-papst-franziskus\/","title":{"rendered":"Im Wortlaut dokumentiert: \u201eLaudate Deum\u201c von Papst Franziskus"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Der menschliche \u2013 \u201eanthropogene\u201c \u2013 Ursprung des Klimawandels kann nicht mehr bezweifelt werden.&#8220; <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das heute erschienene Apostolische Schreiben \u201eLaudate Deum\u201c von Papst Franziskus &#8211; als Fortf\u00fchrung seiner Sozialenzyklika \u201eLaudato Si\u201c gedacht &#8211; in amtlicher \u00dcbersetzung aus dem Vatikan.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html<\/a>)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weitere Informationen aus den Medien des Vatikan:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-10\/laudate-deum-papst-verlangt-antwort-auf-klimakrise.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-10\/laudate-deum-papst-verlangt-antwort-auf-klimakrise.html\" target=\"_blank\">Papst verlangt Antwort auf Klimakrise<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-10\/laudate-deum-papst-mahnt-rettung-des-gemeinsamen-hauses.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-10\/laudate-deum-papst-mahnt-rettung-des-gemeinsamen-hauses.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Papst kritisiert Kleinreden der Klimakrise<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2023-10\/klimakrise-vatikanische-gaerten-konferenz.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2023-10\/klimakrise-vatikanische-gaerten-konferenz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eLaudate Deum&#8220;-Konferenz mit Luisa Neubauer in Vatikan-G\u00e4rten<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. \u201eLobt Gott f\u00fcr all seine Gesch\u00f6pfe\u201c. Dies war die Aufforderung, die der heilige Franz von Assisi mit seinem Leben, seinen Liedern, seinen Taten zum Ausdruck brachte. Damit griff er die Einladung der biblischen Psalmen auf und gab die Feinf\u00fchligkeit Jesu f\u00fcr die Gesch\u00f6pfe seines Vaters wieder: \u00bbLernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen\u00ab (<em>Mt<\/em> 6,28-29). \u00bbVerkauft man nicht f\u00fcnf Spatzen f\u00fcr zwei Pfennige? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen\u00ab (<em>Lk<\/em> 12,6). Wie k\u00f6nnten wir diese Z\u00e4rtlichkeit Jesu f\u00fcr all jene, die uns auf unserem Weg begleiten, nicht bewundern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Es sind nun schon acht Jahre seit der Ver\u00f6fffentlichung der Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> vergangen. Damals wollte ich mit euch allen, meinen Schwestern und Br\u00fcdern auf unserem leidenden Planeten, meine tiefe Besorgnis um den Erhalt unseres gemeinsamen Hauses teilen. Aber mit der Zeit wird mir klar, dass wir nicht gen\u00fcgend reagieren, w\u00e4hrend die Welt, die uns umgibt, zerbr\u00f6ckelt und vielleicht vor einem tiefen Einschnitt steht. Abgesehen von dieser M\u00f6glichkeit besteht kein Zweifel daran, dass die Auswirkungen des Klimawandels das Leben vieler Menschen und Familien zunehmend beeintr\u00e4chtigen werden. Wir werden seine Folgen unter anderem in den Bereichen der Gesundheit, der Arbeitspl\u00e4tze, des Zugangs zu den Ressourcen, des Wohnraums und der Zwangsmigration sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>3. Es ist ein globales soziales Problem, das eng mit der W\u00fcrde des menschlichen Lebens zusammenh\u00e4ngt. Die Bisch\u00f6fe der Vereinigten Staaten haben den sozialen Sinn unserer Sorge um den Klimawandel, der \u00fcber einen rein \u00f6kologischen Ansatz hinausgeht, sehr gut zum Ausdruck gebracht, denn \u00bbunsere Sorge f\u00fcreinander und unsere Sorge f\u00fcr die Erde sind eng miteinander verbunden. Der Klimawandel ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr die Gesellschaft und die globale Gemeinschaft. Die Auswirkungen des Klimawandels gehen zu Lasten der am meisten gef\u00e4hrdeten Menschen, sei es im eigenen Land oder auf der ganzen Welt\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn1\">[1]<\/a>Mit anderen Worten sagten dies auch die Bisch\u00f6fe auf der Amazonas-Synode: \u00bbDie Attentate gegen die Natur haben Konsequenzen f\u00fcr das Leben der V\u00f6lker\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn2\">[2]<\/a>&nbsp;Und um deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass es sich nicht mehr um ein zweitrangiges oder ideologisches Thema handelt, sondern um ein Drama, das uns allen schadet, erkl\u00e4rten die afrikanischen Bisch\u00f6fe, dass der Klimawandel \u00bbein schockierendes Beispiel f\u00fcr eine strukturelle S\u00fcnde\u00ab darstellt. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>4. Die \u00dcberlegungen und Informationen, die wir in diesen vergangenen acht Jahren sammeln konnten, erm\u00f6glichen uns, das bereits vor einiger Zeit Gesagte genauer zu bestimmen und zu erg\u00e4nzen. Aus diesem Grund und weil die Situation immer dringlicher wird, wollte ich diese Gedanken nun mit euch teilen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>1. Die globale Klimakrise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>5. Wie sehr man auch versuchen mag, sie zu leugnen, zu verstecken, zu verhehlen oder zu relativieren, die Anzeichen des Klimawandels sind da und treten immer deutlicher hervor. Niemand kann ignorieren, dass wir in den vergangenen Jahren Zeugen von extremen Ph\u00e4nomenen, h\u00e4ufigen Perioden ungew\u00f6hnlicher Hitze, D\u00fcrre und anderem Wehklagen der Erde geworden sind, die nur einige greifbare Auspr\u00e4gungen einer stillen Krankheit sind, die uns alle betrifft. Es stimmt, dass nicht jede einzelne Katastrophe automatisch auf den globalen Klimawandel zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Es ist jedoch nachweisbar, dass bestimmte von der Menschheit verursachte Ver\u00e4nderungen des Klimas die Wahrscheinlichkeit immer h\u00e4ufigerer und intensiverer Extremereignisse deutlich erh\u00f6hen. So wissen wir, dass mit jedem Anstieg der globalen Temperatur um 0,5 Grad Celsius auch die Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit von starken Regenf\u00e4llen und \u00dcberschwemmungen in einigen Gebieten und schweren D\u00fcrren in anderen zunehmen; ebenso kommt es in einigen Regionen vermehrt zu extremer Hitze und andernorts zu starken Schneef\u00e4llen. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn4\">[4]<\/a> Wenn wir fr\u00fcher einige Male im Jahr eine Hitzewelle hatten, was wird dann bei einem globalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius geschehen, dem wir uns n\u00e4hern? Solche Hitzewellen werden viel h\u00e4ufiger sein und eine st\u00e4rkere Intensit\u00e4t haben. Bei einem Anstieg von mehr als 2 Grad w\u00fcrden die Eisschilde Gr\u00f6nlands vollst\u00e4ndig schmelzen und ein Gro\u00dfteil der Antarktis <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn5\">[5]<\/a> &#8211; mit enormen und sehr ernsten Folgen f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Widerstand und Verwirrung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>6. In den vergangenen Jahren hat es nicht an Personen gefehlt, welche diese Beobachtung kleinreden wollten. Sie f\u00fchren vermeintlich wissenschaftlich fundierte Daten an, wie die Tatsache, dass der Planet schon immer Phasen der Abk\u00fchlung und Erw\u00e4rmung hatte und haben wird. Sie vers\u00e4umen dabei die Erw\u00e4hnung einer anderen relevanten Gegebenheit: dass das, was wir jetzt erleben, eine ungew\u00f6hnliche Beschleunigung der Erw\u00e4rmung ist, und zwar mit einer solchen Geschwindigkeit, dass eine einzige Generation \u2013 nicht Jahrhunderte oder Jahrtausende \u2013 gen\u00fcgt, um dies wahrzunehmen. Der Anstieg des Meeresspiegels und das Schmelzen der Gletscher k\u00f6nnen von einem Menschen w\u00e4hrend seiner Lebenszeit leicht wahrgenommen werden und wahrscheinlich werden in wenigen Jahren viele Menschen aufgrund dieser Ereignisse umsiedeln m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>7. Um diejenigen ins L\u00e4cherliche zu ziehen, die \u00fcber die globale Erw\u00e4rmung sprechen, wird die Tatsache angef\u00fchrt, dass es auch oft zu extremen K\u00e4lteeinbr\u00fcchen kommt. Dabei wird vergessen, dass diese und andere au\u00dfergew\u00f6hnliche Symptome lediglich alternative Ausdrucksformen derselben Ursache sind, n\u00e4mlich des globalen Ungleichgewichts, das durch die Erderw\u00e4rmung verursacht wird. Sowohl die D\u00fcrren als auch die \u00dcberschwemmungen, sowohl die austrocknenden Seen als auch die durch Flutwellen oder \u00dcberschwemmungen ausgel\u00f6schten Populationen haben letztlich dieselbe Ursache. Andererseits d\u00fcrfen wir, wenn wir von einem globalen Ph\u00e4nomen sprechen, dies nicht mit vor\u00fcbergehenden und wandelbaren Ereignissen verwechseln, die sich weitgehend durch lokale Faktoren erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>8. Der Mangel an Informationen f\u00fchrt dazu, dass gro\u00dfe Klimaprojektionen, die lange Zeitr\u00e4ume umfassen \u2013 wir sprechen von mindestens Jahrzehnten \u2013 mit Wettervorhersagen verwechselt werden, die h\u00f6chstens ein paar Wochen umfassen k\u00f6nnen. Wenn wir \u00fcber den Klimawandel sprechen, beziehen wir uns auf eine globale Wirklichkeit \u2013 mit st\u00e4ndigen lokalen Abweichungen \u2013, die \u00fcber mehrere Jahrzehnte anh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>9. Es mangelt nicht an Personen, die in einer sehr vereinfachenden Sicht der Wirklichkeit den Armen die Schuld daf\u00fcr geben, weil sie viele Kinder haben, und die sogar versuchen, das Problem zu l\u00f6sen, indem sie die Frauen in wenigerentwickelten L\u00e4ndern verst\u00fcmmeln. Wie immer scheinen die Armen schuld zu sein. Aber die Wirklichkeit ist, dass ein kleiner Prozentsatz der Reichsten auf der Erde die Umwelt mehr verschmutzt als die \u00e4rmsten 50% der gesamten Weltbev\u00f6lkerung und dass die Pro-Kopf-Emissionen der reichsten L\u00e4nder um ein Vielfaches h\u00f6her sind als die der \u00e4rmsten. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn6\">[6]<\/a>&nbsp;Wie k\u00f6nnen wir vergessen, dass Afrika, wo mehr als die H\u00e4lfte der \u00e4rmsten Menschen der Welt leben, nur f\u00fcr einen winzigen Bruchteil der in der Geschichte angefallenen Emissionen verantwortlich ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>10. Es wird auch oft behauptet, dass die Bem\u00fchungen zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels durch die Verringerung der Nutzung fossiler Brennstoffe und die Entwicklung sauberer Energieformen zu einem R\u00fcckgang der Arbeitspl\u00e4tze f\u00fchren w\u00fcrden. Tatsache ist, dass Millionen von Menschen aufgrund der verschiedenen Folgen des Klimawandels ihren Arbeitsplatz verlieren: Der Anstieg des Meeresspiegels, D\u00fcrreperioden und viele andere Ph\u00e4nomene, die den Planeten heimsuchen, haben etliche Menschen in Bedr\u00e4ngnis gebracht. Andererseits k\u00f6nnen der \u00dcbergang zu erneuerbaren Energieformen, wenn er gut gesteuert wird, sowie alle Bem\u00fchungen zur Anpassung an die Sch\u00e4den des Klimawandels unz\u00e4hlige Arbeitspl\u00e4tze in verschiedenen Sektoren schaffen. Dies erfordert, dass Politiker und Unternehmer sich umgehend mit diesem Thema befassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die menschlichen Ursachen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>11. Der menschliche \u2013 \u201eanthropogene\u201c \u2013 Ursprung des Klimawandels kann nicht mehr bezweifelt werden. Sehen wir uns an, warum. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosph\u00e4re, die die globale Erw\u00e4rmung verursachen, blieb bis zum 19. Jahrhundert stabil und lag unter 300 pro eine Million Volumenteilen. Aber in der Mitte jenes Jahrhunderts begannen, zeitgleich mit der industriellen Entwicklung, die Emissionen zu steigen. In den vergangenen f\u00fcnfzig Jahren hat sich der Anstieg deutlich beschleunigt, wie die Forschungsstation in Mauna Loa, die seit 1958 t\u00e4gliche Messungen des Kohlendioxids vornimmt, best\u00e4tigt. Als ich <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> schrieb, wurde ein Allzeithoch von 400 Teilen pro eine Million und im Juni 2023 423 Teile pro eine Million erreicht. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn7\">[7]<\/a>&nbsp;Mehr als 42% der gesamten Nettoemissionen seit 1850 sind nach 1990 erfolgt. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>12. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Temperatur in den vergangenen f\u00fcnfzig Jahren in noch nie dagewesener Geschwindigkeit gestiegen ist, so schnell wie nie zuvor in den letzten zweitausend Jahren. In diesem Zeitraum war der Trend eine Erw\u00e4rmung von 0,15 Grad Celsius pro Jahrzehnt, in den letzten 150 Jahren hat sich dieser Wert verdoppelt. Von 1850 bis heute ist die globale Temperatur um 1,1 Grad Celsius gestiegen, ein Ph\u00e4nomen, das in den Polargebieten noch deutlicher ausgepr\u00e4gt ist. Bei diesem Tempo kann es sein, dass wir in nur zehn Jahren die erstrebenswerte globale Obergrenze von 1,5 Grad Celsius erreichen. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn9\">[9]<\/a>&nbsp;Der Anstieg hat nicht nur an der Erdoberfl\u00e4che stattgefunden, sondern auch in mehreren Kilometern H\u00f6he in der Atmosph\u00e4re, an der Oberfl\u00e4che der Ozeane und sogar in Hunderten Metern Tiefe. Dies hat auch die Versauerung der Meere verst\u00e4rkt und ihren Sauerstoffgehalt verringert. Die Gletscher ziehen sich zur\u00fcck, die Schneedecken nehmen ab und der Meeresspiegel steigt stetig an. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>13. Das Einhergehen dieser globalen Klimaph\u00e4nomene mit dem beschleunigten Anstieg der Treibhausgasemissionen, insbesondere seit Mitte des 20. Jahrhunderts, l\u00e4sst sich nicht verbergen. Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Klimawissenschaftler vertritt diese Korrelation und nur ein winziger Prozentsatz von ihnen versucht, diese Evidenz zu bestreiten. Bedauerlicherweise ist die Klimakrise nicht gerade eine Angelegenheit, die die gro\u00dfen Wirtschaftsm\u00e4chte interessiert, die sich um den h\u00f6chstm\u00f6glichen Profit zu den geringstm\u00f6glichen Kosten und in der k\u00fcrzestm\u00f6glichen Zeit bem\u00fchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>14. Ich sehe mich gezwungen, diese Klarstellungen, die offenkundig erscheinen m\u00f6gen, aufgrund bestimmter absch\u00e4tziger und wenig vern\u00fcnftiger Meinungen vorzunehmen, die ich selbst innerhalb der katholischen Kirche vorfinde. Aber wir k\u00f6nnen nicht mehr daran zweifeln, dass der Grund f\u00fcr die ungew\u00f6hnliche Geschwindigkeit dieser gef\u00e4hrlichen Ver\u00e4nderungen eine unbestreitbare Tatsache ist: die gewaltigen Entwicklungen, die mit dem ungez\u00fcgelten Eingriff des Menschen in die Natur in den letzten zwei Jahrhunderten zusammenh\u00e4ngen. Nat\u00fcrliche Einfl\u00fcsse, die typischerweise eine Erw\u00e4rmung verursachen, wie Vulkanausbr\u00fcche und andere, reichen nicht aus, um das Ausma\u00df und die Geschwindigkeit der Ver\u00e4nderungen in den letzten Jahrzehnten zu erkl\u00e4ren. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn11\">[11]<\/a>Die Entwicklung der durchschnittlichen Oberfl\u00e4chentemperaturen kann ohne den Effekt der zunehmenden Treibhausgase nicht erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sch\u00e4den und Risiken<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>15. Einige Auswirkungen dieser Klimakrise sind bereits jetzt f\u00fcr mindestens Hunderte von Jahren unumkehrbar, wie der Anstieg der globalen Temperatur der Ozeane, deren Versauerung und Sauerstoffverarmung. Die Ozeangew\u00e4sser haben eine thermische Tr\u00e4gheit, und es dauert Jahrhunderte, bis sich Temperatur und Salzgehalt normalisieren, was das \u00dcberleben vieler Arten beeintr\u00e4chtigt. Dies ist eines unter vielen Zeichen daf\u00fcr, dass die \u00fcbrigen Lebewesen dieser Welt nicht mehr unsere Weggef\u00e4hrten, sondern unsere Opfer sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>16. Das Gleiche gilt f\u00fcr den Prozess, der zum R\u00fcckgang des Kontinentaleises f\u00fchrt. Das Abschmelzen der Pole kann f\u00fcr Hunderte von Jahren nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Was das Klima betrifft, so gibt es Faktoren, die \u00fcber lange Zeit weiter andauern, unabh\u00e4ngig von den Ereignissen, die sie ausgel\u00f6st haben. Aus diesem Grund k\u00f6nnen wir den enormen Schaden, den wir verursacht haben, nicht mehr aufhalten. Wir kommen blo\u00df noch rechtzeitig, um noch dramatischere Sch\u00e4den zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>17. Bestimmte apokalyptische Diagnosen erscheinen oft wenig vern\u00fcnftig oder unzureichend begr\u00fcndet. Dies sollte uns nicht dazu verleiten, zu ignorieren, dass die reale M\u00f6glichkeit besteht, dass wir einen kritischen Punkt erreichen. Kleine Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen aufgrund der Tr\u00e4gheitsfaktoren gro\u00dfe, unvorhergesehene und vielleicht bereits unumkehrbare Ver\u00e4nderungen ausl\u00f6sen. Auf diese Weise w\u00fcrde eine Kaskade von Ereignissen losgetreten, die sich wie ein Schneeballeffekt auswirkt. In einem solchen Fall kommt man immer zu sp\u00e4t, denn kein Eingreifen kann einen solchen einmal begonnenen Prozess aufhalten. Von dort gibt es kein Zur\u00fcck mehr. Wir k\u00f6nnen nicht mit Gewissheit sagen, dass dies unter den derzeitigen Bedingungen der Fall sein wird. Es ist aber gewiss eine M\u00f6glichkeit, wenn wir die bereits im Gange befindlichen Ph\u00e4nomene ber\u00fccksichtigen, die das Klima \u201esensibilisieren\u201c, wie zum Beispiel das Schmelzen der Eisschilde, die Ver\u00e4nderung der Meeresstr\u00f6mungen, das Abholzen der tropischen Regenw\u00e4lder und das Auftauen des Permafrostbodens in Russland. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>18. Deshalb braucht es dringend eine erweiterte Sicht der Dinge, die es uns erlaubt, nicht nur \u00fcber die Wunder des Fortschritts zu staunen, sondern auch auf andere Auswirkungen zu achten, die man sich vor einem Jahrhundert wahrscheinlich nicht einmal vorstellen konnte. Es wird von uns nichts weiter verlangt als eine gewisse Verantwortung f\u00fcr das Erbe, das wir am Ende unseres Erdendaseins hinterlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>19. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen wir hinzuf\u00fcgen, dass die Covid-19-Pandemie die enge Verbindung zwischen dem menschlichen Leben und dem anderer Lebewesen und der Umwelt best\u00e4tigt hat. Vor allem aber hat sie best\u00e4tigt, dass das, was an irgendeinem Ort der Welt geschieht, Auswirkungen auf den gesamten Planeten hat. Dies erlaubt mir, zwei \u00dcberzeugungen zu bekr\u00e4ftigen, auf denen ich bis zum \u00dcberdruss bestehe: \u201eAlles ist miteinander verbunden\u201c und \u201eNiemand rettet sich allein\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>2. Das wachsende technokratische Paradigma<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>20. In <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> habe ich das technokratische Paradigma kurz erl\u00e4utert, das dem derzeitigen Prozess der Umweltzerst\u00f6rung zugrunde liegt. Es handelt sich um \u00bbein Verst\u00e4ndnis des menschlichen Lebens und Handelns, das fehlgeleitet ist und der Wirklichkeit widerspricht bis zu dem Punkt, ihr zu schaden\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn13\">[13]<\/a>Im Grunde genommen besteht es darin, so zu denken, \u00bbals gingen die Wirklichkeit, das Gute und die Wahrheit spontan aus der technologischen und wirtschaftlichen Macht selbst hervor\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn14\">[14]<\/a>\u00bbVon da aus gelangt man\u00ab \u2013 als logische Konsequenz \u2013 \u00bbleicht zur Idee eines unendlichen und grenzenlosen Wachstums, das die \u00d6konomen, Finanzexperten und Technologen so sehr begeisterte\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>21. W\u00e4hrend der vergangenen Jahre haben wir diese Diagnose best\u00e4tigen k\u00f6nnen und zugleich ein weiteres Fortschreiten dieses Paradigmas erlebt. Die k\u00fcnstliche Intelligenz und die j\u00fcngsten technologischen Neuerungen gehen von der Vorstellung eines Menschen ohne jegliche Grenzen aus, dessen F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten dank der Technologie bis ins Unendliche erweitert werden k\u00f6nnen. So n\u00e4hrt sich das technokratische Paradigma in ungeheurer Weise von sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>22. Die nat\u00fcrlichen Ressourcen, die die Technologie ben\u00f6tigt, wie Lithium, Silizium und viele andere, sind gewiss nicht unbegrenzt, aber das gr\u00f6\u00dfte Problem ist die Ideologie, der eine Besessenheit zugrunde liegt: Die menschliche Macht \u00fcber alles Vorstellbare hinaus zu steigern, f\u00fcr die die nicht-menschliche Wirklichkeit nur eine Ressource zu ihren Diensten ist. Alles, was existiert, h\u00f6rt auf, ein Geschenk zu sein, das man w\u00fcrdigt, sch\u00e4tzt und pflegt, und wird zum Sklaven, zum Opfer einer beliebigen Laune des menschlichen Geistes und seiner F\u00e4higkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>23. Es ist erschreckend festzustellen: Die erweiterten M\u00f6glichkeiten der Technologie \u00bbgeben denen, welche die Kenntnis und vor allem die wirtschaftliche Macht besitzen, sie einzusetzen, eine beeindruckende Gewalt \u00fcber die gesamte Menschheit und die ganze Welt. Nie hatte die Menschheit so viel Macht \u00fcber sich selbst, und nichts kann garantieren, dass sie diese gut gebrauchen wird, vor allem wenn man bedenkt, in welcher Weise sie sich gerade jetzt ihrer bedient [\u2026]. In welchen H\u00e4nden liegt so viel Macht, und in welche H\u00e4nde kann sie gelangen? Es ist \u00fcberaus gef\u00e4hrlich, dass sie bei einem kleinen Teil der Menschheit liegt\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Unseren Umgang mit der Macht \u00fcberdenken<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>24. Nicht jeder Zuwachs an Macht ist ein Fortschritt f\u00fcr die Menschheit. Es gen\u00fcgt, an die \u201ebewundernswerten\u201c Technologien zu denken, die genutzt wurden, um Bev\u00f6lkerungen zu dezimieren, Atombomben abzuwerfen und ethnische Gruppen auszul\u00f6schen. Das waren Momente in der Geschichte, in denen die Bewunderung f\u00fcr den Fortschritt uns verunm\u00f6glicht hat, die Schrecken seiner Auswirkungen zu sehen. Doch diese Gefahr besteht immer, \u00bbdenn das enorme technologische Wachstum ging nicht mit einer Entwicklung des Menschen in Verantwortlichkeit, Werten und Gewissen einher [&#8230;]. In diesem Sinne ist er seiner eigenen Macht, die weiter w\u00e4chst, ungesch\u00fctzt ausgesetzt, ohne die Mittel zu haben, sie zu kontrollieren. Er mag \u00fcber oberfl\u00e4chliche Mechanismen verf\u00fcgen, doch wir k\u00f6nnen feststellen, dass er heute keine solide Ethik, keine Kultur und Spiritualit\u00e4t besitzt, die ihm wirklich Grenzen setzen und ihn in einer klaren Selbstbeschr\u00e4nkung z\u00fcgeln\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn17\">[17]<\/a>&nbsp;Es ist nicht verwunderlich, dass eine so gro\u00dfe Macht in solchen H\u00e4nden in der Lage ist, Leben zu zerst\u00f6ren, w\u00e4hrend die Denkmatrix des technokratischen Paradigmas uns verblendet und uns nicht erlaubt, dieses \u00e4u\u00dferst ernste Problem der gegenw\u00e4rtigen Menschheit wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>25. Entgegen dieses technokratischen Paradigmas sagen wir, dass die Welt um uns herum kein Objekt der Ausbeutung, der ungez\u00fcgelten Nutzung und unbegrenzter Ambitionen ist. Wir k\u00f6nnen nicht einmal sagen, dass die Natur ein blo\u00dfer \u201eRahmen\u201c ist, in dem wir unser Leben und unsere Projekte entwickeln, denn \u00bbwir sind in sie eingeschlossen, sind ein Teil von ihr und leben mit ihr in wechselseitiger Durchdringung\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn18\">[18]<\/a>&nbsp;man \u00bbbetrachtet die Welt nicht von au\u00dfen, sondern von innen her\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>26. Dies schlie\u00dft die Vorstellung aus, dass der Mensch ein Au\u00dfenstehender ist, ein externer Faktor, der nur in der Lage ist, die Umwelt zu sch\u00e4digen. Er muss als Teil der Natur betrachtet werden. Das menschliche Leben, die Intelligenz und die Freiheit sind in die Natur eingebettet, die unseren Planeten bereichert, und sie sind Teil seiner inneren Kr\u00e4fte und seines Gleichgewichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>27. Deshalb ist eine gesunde Umwelt auch das Ergebnis der Interaktion zwischen Mensch und Umwelt, wie es in den indigenen Kulturen der Fall ist und wie es \u00fcber Jahrhunderte in verschiedenen Regionen der Erde geschehen ist. Menschliche Gruppen haben oft eine Umwelt \u201eerschaffen\u201c, <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn20\">[20]<\/a>&nbsp;sie haben sie in irgendeiner Weise neugestaltet, ohne sie zu zerst\u00f6ren oder zu gef\u00e4hrden. Das gro\u00dfe aktuelle Problem ist, dass das technokratische Paradigma diese gesunde und harmonische Beziehung zerst\u00f6rt hat. Allerdings liegt die unabdingbare \u00dcberwindung eines solch sch\u00e4dlichen und zerst\u00f6rerischen Paradigmas nicht in einer Verleugnung des Menschen, sondern beinhaltet die Interaktion der nat\u00fcrlichen Systeme \u00bbmit den Sozialsystemen\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>28. Wir m\u00fcssen alle gemeinsam die Frage nach der menschlichen Macht, nach ihrem Sinn und nach ihren Grenzen neu bedenken. Denn unsere Macht hat sich in nur wenigen Jahrzehnten rasant gesteigert. Wir haben beeindruckende und erstaunliche technologische Fortschritte gemacht, und wir sind uns nicht bewusst, dass wir gleichzeitig zu h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Wesen geworden sind, die das Leben vieler Gesch\u00f6pfe und unser eigenes \u00dcberleben gef\u00e4hrden k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen heute mit der Ironie von Solowjew wiederholen: \u201eEin so weit fortgeschrittenes Jahrhundert, dass es, im \u00dcbrigen, das Gl\u00fcck hatte, das letzte zu sein\u201c. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn22\">[22]<\/a>&nbsp;Es braucht Klarheit und Ehrlichkeit, um rechtzeitig zu erkennen, dass unsere Macht und der Fortschritt, den wir erzeugen, sich gegen uns selbst richten. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der ethische Stachel<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>29. Der ethische Verfall der tats\u00e4chlichen Macht wird durch Marketing und falsche Informationen verschleiert, die n\u00fctzliche Mechanismen in den H\u00e4nden derer sind, die \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Mittel verf\u00fcgen, um durch diese die \u00f6ffentliche Meinung zu beeinflussen. Wenn ein Projekt mit starken Eingriffen in die Umwelt und erheblich belastenden Auswirkungen geplant ist, werden den Bewohnern des Gebiets mit Hilfe dieser Mechanismen Illusionen gemacht, indem man von dem lokalen Fortschritt spricht, der erzielt werden kann, oder von den wirtschaftlichen, besch\u00e4ftigungspolitischen und menschlichen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten, die dies f\u00fcr ihre Kinder bedeuten wird. Aber in Wirklichkeit sind sie nicht wirklich an der Zukunft dieser Menschen interessiert, denn es wird ihnen nicht klar gesagt, dass ein solches Projekt verw\u00fcstetes Land hinterl\u00e4sst; wesentlich ung\u00fcnstigere Lebens- und Wachstumsbedingungen; eine trostlose Region, weniger bewohnbar, ohne Leben und ohne die Freude des Zusammenlebens und der Hoffnung; ganz zu schweigen von dem globalen Schaden, der schlie\u00dflich viele andere sch\u00e4digen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>30. Man denke nur an die kurzlebige Freude \u00fcber das Geld, das man im Austausch f\u00fcr die&nbsp;Lagerung von Atomm\u00fcll an einem Standort erh\u00e4lt. Das mit diesem Geld erworbene Haus hat sich in ein Grab verwandelt, wegen der Krankheiten, die ausgel\u00f6st wurden. Und ich spreche nicht aus einer wilden Phantasie heraus, sondern aufgrund von etwas, das wir erlebt haben. Man k\u00f6nnte sagen, dass es sich um ein extremes Beispiel handelt, aber wir k\u00f6nnen hier nicht von \u201egeringeren\u201c Sch\u00e4den sprechen, denn es ist gerade die Summe vieler als tolerierbar eingesch\u00e4tzter Sch\u00e4den, die uns am Ende in diese Situation bringt, in der wir uns jetzt befinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>31. Diese Situation hat nicht nur mit der Physik oder der Biologie zu tun, sondern auch mit der Wirtschaft und unserer Weise, sie zu verstehen. Die Logik des maximalen Profits zu den niedrigsten Kosten, verschleiert als Rationalit\u00e4t, als Fortschritt und durch illusorische Versprechen, macht jede aufrichtige Sorge um das gemeinsame Haus und jede Sorge um die F\u00f6rderung der Ausgesto\u00dfenen der Gesellschaft unm\u00f6glich. In den letzten Jahren konnten wir sehen, dass die Armen, die von den Versprechungen so vieler falscher Propheten verwirrt und entz\u00fcckt sind, manchmal selbst auf die T\u00e4uschung einer Welt hereinfallen, die nicht zu ihren Gunsten aufgebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>32. Es gibt falsche Vorstellungen von der so genannten \u201eLeistungsgesellschaft\u201c, die zu einer \u201everdienten\u201c menschlichen Macht geworden ist, der sich alles unterordnen muss, zu einer Herrschaft derer, die unter besseren Entwicklungsbedingungen geboren wurden. Es ist eine Sache, eine gesunde Einstellung zum Wert der Anstrengung, zur Entwicklung der eigenen F\u00e4higkeiten und zu einem lobenswerten Initiativgeist zu haben, wenn aber keine wirkliche Chancengleichheit angestrebt wird, wird dies leicht zu einer Projektionsfl\u00e4che, die die Privilegien einiger weniger mit gr\u00f6\u00dferer Macht weiter festigt. Was k\u00fcmmert sie bei dieser perversen Logik der Schaden am gemeinsamen Haus, wenn sie sich unter dem vermeintlichen Schutzschild der wirtschaftlichen Ressourcen, die sie durch ihre F\u00e4higkeiten und Anstrengungen erworben haben, sicher f\u00fchlen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>33. Im eigenen Gewissen und angesichts der Kinder, die f\u00fcr den Schaden ihres Handelns bezahlen werden, stellt sich die Frage nach dem Sinn: Welchen Sinn hat mein Leben, was ist der Sinn meines Erdendaseins, was ist letztlich der Sinn meiner Arbeit und meiner M\u00fche?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>3. Die Schw\u00e4che der internationalen Politik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>34. \u00bbDie Geschichte liefert Indizien f\u00fcr einen R\u00fcckschritt\u00ab, sodass \u00bbjede Generation sich die K\u00e4mpfe und die Errungenschaften der fr\u00fcheren Generationen zu eigen machen und sie zu noch h\u00f6heren Zielen f\u00fchren muss. Das ist der Weg. Das Gute, ebenso wie die Liebe, die Gerechtigkeit und die Solidarit\u00e4t erlangt man nicht ein f\u00fcr alle Male; sie m\u00fcssen jeden Tag neu errungen werden.\u00ab <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn24\">[24]<\/a>Um einen soliden und dauerhaften Fortschritt zu erzielen, pl\u00e4diere ich daf\u00fcr, dass \u00bbdie multilateralen Abkommen zwischen den Staaten favorisiert werden\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>35. Es ist nicht angemessen, den Multilateralismus mit einer Weltautorit\u00e4t zu verwechseln, die in einer Person oder einer Elite mit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Macht konzentriert ist: \u00bbWenn von der M\u00f6glichkeit einer Form von politischer Weltautorit\u00e4t die Rede ist, die sich dem Recht unterordnet, so ist dabei nicht notwendigerweise an eine personale Autorit\u00e4t zu denken\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn26\">[26]<\/a>Wir sprechen vor allem von \u00bbwirksameren Weltorganisationen [\u2026], die mit der Autorit\u00e4t ausgestattet sind, das weltweite Gemeinwohl, die Beseitigung von Hunger und Elend sowie die wirksame Verteidigung der Menschenrechte zu gew\u00e4hrleisten\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn27\">[27]<\/a>Es geht darum, dass sie mit echter Autorit\u00e4t ausgestattet sein m\u00fcssen, um die Erf\u00fcllung bestimmter unverzichtbarer Ziele zu \u201egew\u00e4hrleisten\u201c. Dies w\u00fcrde zu einem Multilateralismus f\u00fchren, der nicht von wechselnden politischen Umst\u00e4nden oder den Interessen einiger weniger abh\u00e4ngt und der eine stabile Wirksamkeit hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>36. Es bleibt bedauerlich, dass man globale Krisen verstreichen l\u00e4sst, wo sie doch die Chance bieten w\u00fcrden, heilsame Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn28\">[28]<\/a>So war es bei der Finanzkrise 2007-2008 und so war es auch bei der Covid-19-Krise. In der Tat scheint es, \u00bbdass die tats\u00e4chlichen Strategien, die sich im Anschluss daran weltweit entwickelt haben, auf mehr Individualismus und weniger Integration zielten, auf mehr Freiheit f\u00fcr die wahren M\u00e4chtigen, die immer ein Hintert\u00fcrchen finden\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn29\">[29]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Den Multilateralismus neu gestalten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>37. Die derzeitige Herausforderung scheint nicht so sehr darin zu bestehen, den alten Multilateralismus zu retten, sondern ihn zu rekonfigurieren und unter Ber\u00fccksichtigung der neuen Weltlage neuzugestalten. Ich lade dazu ein, anzuerkennen, dass \u00bbviele Vereinigungen und Organisationen der Zivilgesellschaft [dabei helfen], die Schw\u00e4chen der internationalen Gemeinschaft, ihren Mangel an Koordination in komplexen Situationen, ihr Fehlen an Aufmerksamkeit f\u00fcr die grundlegenden Menschenrechte und f\u00fcr \u00e4u\u00dferst kritische Situationen einiger Gruppen auszugleichen\u00ab <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn30\">[30]<\/a>. Diesbez\u00fcglich ist der Ottawa-Prozess gegen den Einsatz, die Produktion und die Herstellung von Antipersonenminen ein Beispiel daf\u00fcr, wie die Zivilgesellschaft und ihre Organisationen in der Lage sind, effiziente Dynamiken zu schaffen, die die Vereinten Nationen nicht erreichen. Auf diese Weise findet das <em>Subsidiarit\u00e4tsprinzip<\/em> auch auf die global-lokale Beziehung Anwendung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>38. Mittelfristig beg\u00fcnstigt die Globalisierung einen spontanen kulturellen Austausch, ein gr\u00f6\u00dferes Wissen \u00fcbereinander und Formen der Integration von Menschen, die zu einem Multilateralismus \u201evon unten\u201c f\u00fchren, der nicht einfach von den Machteliten beschlossen wurde. Die Forderungen, die \u00fcberall auf der Welt von unten kommen, wo sich engagierte Personen aus den unterschiedlichsten L\u00e4ndern gegenseitig helfen und begleiten, k\u00f6nnen letztlich Druck auf die Machtverh\u00e4ltnisse aus\u00fcben. Es ist zu hoffen, dass dies im Hinblick auf die Klimakrise geschieht. Deshalb wiederhole ich: \u00bbWenn die B\u00fcrger die nationale, regionale und kommunale politische Macht nicht kontrollieren, ist auch keine Kontrolle der Umweltsch\u00e4den m\u00f6glich\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn31\">[31]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>39. Die postmoderne Kultur hat eine neue Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber den Schw\u00e4cheren und weniger M\u00e4chtigen hervorgebracht. Dies verbindet sich mit meinem Beharren in der Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Fratelli tutti<\/a><\/em> auf dem Primat der menschlichen Person und der Verteidigung ihrer W\u00fcrde unabh\u00e4ngig von allen Umst\u00e4nden. Es ist eine andere Art, zum Multilateralismus aufzurufen, um die wirklichen Probleme der Menschheit zu l\u00f6sen und dabei vor allem die W\u00fcrde der Person so zu achten, dass die Ethik Vorrang vor lokalen oder umst\u00e4ndebedingten Zweckm\u00e4\u00dfigkeiten hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>40. Es geht nicht darum, die Politik zu ersetzen, denn auf der anderen Seite gewinnen die aufstrebenden M\u00e4chte zunehmend an Bedeutung und sind in der Tat in der Lage, wichtige Ergebnisse bei der L\u00f6sung konkreter Probleme zu erzielen, wie einige von ihnen w\u00e4hrend der Pandemie gezeigt haben. Gerade der Umstand, dass die Antworten auf die Probleme von jedem Land kommen k\u00f6nnen, mag es auch klein sein, f\u00fchrt dazu, den Multilateralismus als unausweichlichen Weg anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>41. Die alte Diplomatie, die sich ebenfalls in einer Krise befindet, stellt weiterhin ihre Bedeutung und Notwendigkeit unter Beweis. Ihr ist es allerdings noch nicht gelungen, ein Modell multilateraler Diplomatie zu entwickeln, das der neuen Weltlage gerecht wird. Aber wenn sie in der Lage ist, sich neu zu aufzustellen, dann wird sie Teil der L\u00f6sung sein m\u00fcssen, denn auch die Erfahrung von Jahrhunderten kann nicht verworfen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>42. Die Welt ist im Begriff, so multipolar und zugleich so komplex zu werden, dass ein anderer Rahmen f\u00fcr eine effektive Zusammenarbeit erforderlich wird. Es reicht nicht, \u00fcber Machtgleichgewichte nachzudenken, sondern es ist auch notwendig, auf neue Herausforderungen zu antworten und mit globalen Mechanismen auf \u00f6kologische, gesundheitliche, kulturelle und soziale Herausforderungen zu reagieren, insbesondere um die Achtung der elementaren Menschenrechte, der sozialen Rechte und der Sorge um das gemeinsame Haus zu festigen. Es geht darum, universale und effiziente Regeln aufzustellen, die diesen weltweiten Schutz gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>43. All dies setzt voraus, dass ein neues Verfahren der Entscheidungsfindung und der Legitimierung dieser Beschl\u00fcsse umgesetzt wird, weil das vor mehreren Jahrzehnten eingerichtete Verfahren nicht ausreicht und nicht effektiv zu sein scheint. In diesem Kontext sind notwendigerweise R\u00e4ume des Gespr\u00e4chs, der Konsultation, der Schlichtung, der Konfliktl\u00f6sung und der Supervision, letztendlich also eine Art gr\u00f6\u00dfere \u201eDemokratisierung\u201c auf Weltebene erforderlich, damit die verschiedenen Situationen wahrgenommen und einbezogen werden k\u00f6nnen. Es wird nicht mehr hilfreich sein, Institutionen aufrechtzuerhalten, die die Rechte der St\u00e4rksten wahren, ohne sich um die Rechte aller zu k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>4. Die Klimakonferenzen: Fortschritte und Misserfolge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>44. Seit Jahrzehnten versammeln sich Vertreter von mehr als 190 L\u00e4ndern regelm\u00e4\u00dfig, um sich mit der Klimafrage zu befassen. Die Konferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992 f\u00fchrte zum Rahmen\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber Klima\u00e4nderungen (UNFCCC), einem Vertrag, der in Kraft trat, als die erforderlichen Ratifizierungen durch die Unterzeichnerstaaten im Jahr 1994 erreicht wurden. Diese Staaten versammeln sich jedes Jahr auf der Konferenz der Vertragsparteien (COP), dem h\u00f6chsten Entscheidungsgremium. Einige dieser Konferenzen sind gescheitert, wie die in Kopenhagen (2009), w\u00e4hrend andere wichtige Schritte erm\u00f6glichten, wie die COP3 in Kyoto (1997). Deren bedeutendes Protokoll legte das Ziel fest, die gesamten Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 5% zu reduzieren. Die Frist war 2012, aber offenkundig wurde sie nicht eingehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>45. Alle Vertragsparteien verpflichteten sich au\u00dferdem, Anpassungsprogramme einzuf\u00fchren, um die bereits bestehenden Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Au\u00dferdem wurde eine Unterst\u00fctzung zur Deckung der Kosten dieser Ma\u00dfnahmen in Entwicklungsl\u00e4ndern vorgesehen. Das Protokoll ist 2005 in Kraft getreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>46. Sp\u00e4ter wurde ein Mechanismus f\u00fcr durch den Klimawandel herbeigef\u00fchrte Sch\u00e4den und Verluste vorgeschlagen, der die reichsten L\u00e4nder als Hauptverantwortliche ausmacht und darauf abzielt, die verursachten verheerenden Auswirkungen in den schw\u00e4chsten L\u00e4ndern auszugleichen. Es geht nicht mehr darum, die \u201eAnpassung\u201c dieser L\u00e4nder zu finanzieren, sondern darum, die Sch\u00e4den zu kompensieren, die sie bereits erlitten haben. Dieses Thema war Gegenstand wichtiger Diskussionen bei verschiedenen COP.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>47. Die COP21 in Paris (2015) war ein weiterer bedeutender Moment, denn sie f\u00fchrte zu einer Vereinbarung, die alle einbezog. Angesichts der Tatsache, dass die in der vorherigen Phase festgelegten Ziele nicht erreicht wurden, kann sie als Neuanfang angesehen werden. Das Abkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten. Es handelt sich zwar um ein verbindliches Abkommen, aber nicht alle Bestimmungen sind Verpflichtungen im strengen Sinne, und einige von ihnen lassen einen gro\u00dfen Ermessensspielraum zu. Dar\u00fcber hinaus sieht es selbst f\u00fcr nicht erf\u00fcllte Verpflichtungen keine eigentlichen Sanktionen vor und es gibt auch keine wirksamen Instrumente, um deren Einhaltung sicherzustellen. Es sieht zudem Formen der Flexibilit\u00e4t f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>48. Das Pariser Abkommen setzt ein wichtiges langfristiges Ziel, n\u00e4mlich den Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen unter 2 Grad Celsius \u00fcber dem vorindustriellen Niveau zu halten und gleichzeitig weniger als 1,5 Grad Celsius anzustreben. Man arbeitet noch daran, konkrete \u00dcberwachungsverfahren festzulegen und allgemeine Vergleichskriterien f\u00fcr die Ziele der verschiedenen L\u00e4nder aufzustellen. Dies erschwert eine objektivere (quantitative) Bewertung der tats\u00e4chlichen Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>49. Nach einigen Konferenzen mit d\u00fcrftigen Ergebnissen und der Entt\u00e4uschung der COP25 in Madrid (2019) hoffte man, dass diese Tr\u00e4gheit auf der COP26 in Glasgow (2021) \u00fcberwunden w\u00fcrde. Im Grunde kam man dort zu dem Ergebnis, das Pariser Abkommen neu zu beleben, das durch die Zw\u00e4nge und Auswirkungen der Pandemie in Frage gestellt worden war. Dar\u00fcber hinaus gab es eine F\u00fclle von \u201eAufrufen\u201c, von denen man sich kaum echte Auswirkungen erwarten konnte. Die Vorschl\u00e4ge zur Gew\u00e4hrleistung eines raschen und effektiven \u00dcbergangs zu alternativen, weniger umweltsch\u00e4dlichen Energieformen konnten nicht weiterentwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>50. Die COP27 in Sharm El Sheikh (2022) war von Anfang an durch die Situation bedroht, die durch die Invasion in der Ukraine entstanden war, welche eine gro\u00dfe Wirtschafts- und Energiekrise verursachte. Der Einsatz von Kohle nahm zu und alle wollten ihre Versorgung sichern. Die Entwicklungsl\u00e4nder betrachteten den Zugang zu Energie und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten als dringende Priorit\u00e4t. Es wurde klar erkannt, dass die fossilen Brennstoffe immer noch 80% der weltweiten Energieversorgung ausmachen und dass ihre Nutzung weiter zunimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>51. Diese Konferenz in \u00c4gypten war ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Schwierigkeiten der Verhandlungen. Man k\u00f6nnte sagen, dass sie zumindest einen Fortschritt bei der Konsolidierung des Systems zur Finanzierung von \u201eVerlusten und Sch\u00e4den\u201c in den am st\u00e4rksten von Klimakatastrophen betroffenen L\u00e4ndern gebracht hat. Dies schien den Entwicklungsl\u00e4ndern eine neue Stimme und eine gr\u00f6\u00dfere Teilhabe zu geben. Aber selbst bei diesem Thema blieben viele Punkte vage, insbesondere die konkrete Verantwortung der L\u00e4nder, die einen Beitrag leisten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>52. Heute k\u00f6nnen wir nach wie vor feststellen, dass \u00bbdie getroffenen Vereinbarungen nur ein geringes Ma\u00df an praktischer Umsetzung [erfuhren], weil keine geeigneten Mechanismen zur Kontrolle, zur periodischen \u00dcberpr\u00fcfung und zur Bestrafung der Zuwiderhandlungen eingerichtet wurden. Die formulierten Grunds\u00e4tze fordern weiterhin wirksame und schnelle Wege der konkreten Verwirklichung\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn32\">[32]<\/a>&nbsp;Und ebenso k\u00f6nnen \u00bbdie internationalen Verhandlungen [\u2026] keine namhaften Fortschritte machen aufgrund der Positionen der L\u00e4nder, die es vorziehen, ihre nationalen Interessen \u00fcber das globale Gemeinwohl zu setzen. Diejenigen, welche unter den Folgen leiden werden, die wir zu \u00fcberspielen suchen, werden an diesen Mangel an Gewissen und an Verantwortlichkeit erinnern\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn33\">[33]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>5. Was ist von der COP28 in Dubai zu erwarten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>53. Die Vereinigten Arabischen Emirate werden die n\u00e4chste Konferenz der Vertragsparteien (COP 28) ausrichten. Es ist ein Land am Persischen Golf, das als gro\u00dfer Exporteur fossiler Energie gilt, auch wenn es erhebliche Investitionen in erneuerbare Energien get\u00e4tigt hat. Zugleich streben die \u00d6l- und Gasunternehmen dort neue Projekte an, um die Produktion noch weiter auszubauen. Zu sagen, dass man sich nichts zu erwarten braucht, gliche einer Selbstverst\u00fcmmelung, denn es w\u00fcrde bedeuten, die gesamte Menschheit, insbesondere die \u00c4rmsten, den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels auszusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>54. Wenn wir auf die F\u00e4higkeit des Menschen vertrauen, \u00fcber seine kleinen Interessen hinauszugehen und im Gro\u00dfen zu denken, k\u00f6nnen wir nur hoffen, dass die COP28 zu einer deutlichen Beschleunigung der Energiewende mit wirksamen Verpflichtungen f\u00fchrt, die einer dauerhaften \u00dcberwachung unterliegen. Diese Konferenz kann ein Wendepunkt sein, der beweist, dass alles, was seit 1992 getan wurde, ernsthaft war und sich gelohnt hat, andernfalls wird sie eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung sein und all das Gute, das bisher erreicht werden konnte, in Gefahr bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>55. Trotz der vielen Verhandlungen und Vereinbarungen sind die weltweiten Emissionen weiter gestiegen. Es stimmt, dass man behaupten kann, dass sie ohne diese Abkommen noch st\u00e4rker angestiegen w\u00e4ren. Aber bei anderen Umweltthemen wurden, wenn der Wille vorhanden war, sehr bedeutende Ergebnisse erzielt, wie beim Schutz der Ozonschicht. Demgegen\u00fcber geht der notwendige \u00dcbergang weg von fossilen Brennstoffen und hin zu sauberen Energiequellen wie Wind- und Solarenergie nicht schnell genug voran. Folglich besteht die Gefahr, dass das, was getan wird, nur als Ablenkungsman\u00f6ver interpretiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>56. Wir m\u00fcssen diese Logik \u00fcberwinden, dass wir einerseits ein Problembewusstsein an den Tag legen und gleichzeitig nicht den Mut haben, wesentliche Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. Wir wissen, dass wir bei diesem Tempo in nur wenigen Jahren die w\u00fcnschenswerte H\u00f6chstgrenze von 1,5 Grad Celsius \u00fcberschreiten werden und nur wenig sp\u00e4ter 3 Grad Celsius erreichen k\u00f6nnten, mit dem hohen Risiko, an einen kritischen Punkt zu gelangen. Selbst wenn dieser Punkt, von dem es kein Zur\u00fcck mehr gibt, nicht erreicht w\u00fcrde, w\u00e4ren die Auswirkungen katastrophal und es m\u00fcssten in aller Eile unter enormen Kosten und mit \u00e4u\u00dferst schwerwiegenden und unertr\u00e4glichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Wenn auch die Ma\u00dfnahmen, die wir jetzt anwenden, mit Kosten verbunden sind, so werden diese noch wesentlich h\u00f6her sein, je l\u00e4nger wir warten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>57. Ich halte es f\u00fcr wesentlich, darauf zu bestehen, dass \u00bbeinfach nur eine technische L\u00f6sung f\u00fcr jedes auftretende Umweltproblem zu suchen bedeutet, Dinge zu isolieren, die in der Wirklichkeit miteinander verkn\u00fcpft sind, und die wahren und tiefsten Probleme des weltweiten Systems zu verbergen\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn34\">[34]<\/a>&nbsp;Es stimmt, dass Anpassungsbem\u00fchungen angesichts kurzfristig unumkehrbarer \u00dcbel notwendig sind; einige Eingriffe und technologische Fortschritte zur Absorption oder Bindung der emittierten Gase sind ebenfalls positiv; aber wir laufen Gefahr, in einer Logik des Ausbesserns, des Flickens und des Anbindens gefangen zu bleiben, w\u00e4hrend im Untergrund ein Prozess der Verschlechterung voranschreitet, den wir weiter f\u00f6rdern. Die Annahme, dass jedes k\u00fcnftige Problem mit neuen technischen Eingriffen gel\u00f6st werden kann, ist ein fataler Pragmatismus, der einen Schneeballeffekt hervorrufen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>58. H\u00f6ren wir endlich auf mit dem unverantwortlichen Spott, der dieses Thema als etwas blo\u00df \u00d6kologisches, \u201eGr\u00fcnes\u201c, Romantisches darstellt, das oft von wirtschaftlichen Interessen ins L\u00e4cherliche gezogen wird. Geben wir endlich zu, dass es sich um ein in vielerlei Hinsicht menschliches und soziales Problem handelt. Deshalb bedarf es einer Beteiligung von allen. Auf Klimakonferenzen ziehen die Aktionen von sogenannten \u201eradikalisierten\u201c Gruppen oft die Aufmerksamkeit auf sich. In Wirklichkeit f\u00fcllen sie jedoch eine L\u00fccke in der Gesellschaft als Ganzer, die einen gesunden \u201eDruck\u201c aus\u00fcben m\u00fcsste, denn es liegt an jeder Familie, zu bedenken, dass die Zukunft ihrer Kinder auf dem Spiel steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>59. Wenn ein aufrichtiges Interesse besteht, die COP28 zu einer historischen Konferenz zu machen, die uns als Menschen ehrt und adelt, dann k\u00f6nnen wir nur auf verbindliche Formen der Energiewende hoffen, die drei Merkmale aufweisen sollten: dass sie effizient sind, dass sie verpflichtend sind und dass sie leicht \u00fcberwacht werden k\u00f6nnen. Damit soll erreicht werden, dass ein neuer Prozess eingeleitet wird, der drastisch und intensiv ist und auf das Engagement aller z\u00e4hlen kann. Das ist auf dem bisherigen Weg nicht geschehen, aber allein mit einem solchen Prozess w\u00e4re es m\u00f6glich, die Glaubw\u00fcrdigkeit der internationalen Politik zur\u00fcckgewinnen, denn nur auf diese konkrete Weise wird es m\u00f6glich sein, das Kohlendioxid nennenswert zu reduzieren und rechtzeitig die schlimmsten \u00dcbel zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>60. Hoffen wir, dass diejenigen, die sich einbringen, strategisch f\u00e4hig sind, an das Gemeinwohl und an die Zukunft ihrer Kinder zu denken statt an umstandsbedingte Interessen einiger L\u00e4nder oder Unternehmen. M\u00f6gen sie auf diese Weise den edlen Charakter der Politik sichtbar machen und nicht deren besch\u00e4mende Z\u00fcge. An die M\u00e4chtigen erlaube ich mir erneut diese Frage zu richten: \u00bbWarum m\u00f6chte man heute eine Macht bewahren, die in die Erinnerung eingehen wird wegen ihrer Unf\u00e4higkeit einzugreifen, als es dringend und notwendig war?\u00ab <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn35\">[35]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a><\/a>6. Geistliche Beweggr\u00fcnde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>61. Ich m\u00f6chte es nicht unterlasssen, die katholischen Gl\u00e4ubigen an die Beweggr\u00fcnde zu erinnern, die sich aus ihrem Glauben ergeben. Ich ermutige die Br\u00fcder und Schwestern anderer Religionen, dasselbe zu tun, denn wir wissen, dass echter Glaube nicht nur das menschliche Herz st\u00e4rkt, sondern das ganze Leben verwandelt, die eigenen Ziele ver\u00e4ndert und die Beziehung zu den anderen wie auch die Verbindung mit der ganzen Sch\u00f6pfung in eine neues Licht taucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Licht des Glaubens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>62. Die Bibel berichtet, \u00bbGott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war <em>sehr gut<\/em>\u00ab&nbsp;( <em>Gen<\/em> 1,31). Ihm geh\u00f6rt \u00bbdie Erde und alles, was auf ihr lebt\u00ab&nbsp;( <em>Dtn<\/em> 10,14). Deshalb sagt er uns: \u00bbDas Land darf nicht endg\u00fcltig verkauft werden; denn das Land geh\u00f6rt mir und ihr seid nur Fremde und Beisassen bei mir\u00ab&nbsp;( <em>Lev<\/em> 25,23). Deshalb gilt: \u00bbDiese Verantwortung gegen\u00fcber einer Erde, die Gott geh\u00f6rt, beinhaltet, dass der Mensch, der vernunftbegabt ist, die Gesetze der Natur und die empfindlichen Gleichgewichte unter den Gesch\u00f6pfen auf dieser Welt respektiert\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn36\">[36]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>63. Auf der anderen Seite zeigt \u00bbdie Gesamtheit des Universums mit seinen vielf\u00e4ltigen Beziehungen [\u2026] am besten den unersch\u00f6pflichen Reichtum Gottes\u00ab; daher m\u00fcssen wir, um weise zu sein, \u00bbdie Verschiedenheit der Dinge in ihren vielf\u00e4ltigen Beziehungen wahrnehmen\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn37\">[37]<\/a>&nbsp;Auf diesem Weg der Weisheit ist es f\u00fcr uns nicht unerheblich, dass viele Arten aussterben und dass die Klimakrise das Leben so vieler Wesen bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>64. Jesus \u00bbkonnte andere auffordern, auf die Sch\u00f6nheit zu achten, die es in der Welt gibt, denn er selbst war in st\u00e4ndigem Kontakt mit der Natur und widmete ihr eine von Liebe und Staunen erf\u00fcllte Aufmerksamkeit. Wenn er jeden Winkel seines Landes durchstreifte, verweilte er dabei, die von seinem Vater ausges\u00e4te Sch\u00f6nheit zu betrachten, und lud seine J\u00fcnger ein, in den Dingen eine g\u00f6ttliche Botschaft zu erkennen\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn38\">[38]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>65. Gleichzeitig \u00bberscheinen uns die Gesch\u00f6pfe dieser Welt nicht mehr als eine blo\u00df nat\u00fcrliche Wirklichkeit, denn geheimnisvoll umschlie\u00dft sie der Auferstandene und richtet sie auf eine Bestimmung der F\u00fclle aus. Die gleichen Blumen des Feldes und die V\u00f6gel, die er mit seinen menschlichen Augen voll Bewunderung betrachtete, sind jetzt erf\u00fcllt von seiner strahlenden Gegenwart\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn39\">[39]<\/a>Es entfaltet sich \u00bbdas Universum [\u2026] in Gott, der es ganz und gar erf\u00fcllt. So liegt also Mystik in einem Bl\u00fctenblatt, in einem Weg, im morgendlichen Tau, im Gesicht des Armen\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn40\">[40]<\/a>&nbsp;Die Welt l\u00e4sst ein Lied unendlicher Liebe erklingen, wie k\u00f6nnten wir nicht f\u00fcr sie sorgen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gemeinsam und engagiert unterwegs sein<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>66. Gott hat uns mit allen seinen Gesch\u00f6pfen verbunden. Allerdings kann uns das technokratische Paradigma von der Welt um uns herum isolieren und uns dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die ganze Welt eine \u201eKontaktzone\u201c ist. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn41\">[41]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>67. Die j\u00fcdisch-christliche Weltanschauung besteht auf dem besonderen und zentralen Wert des Menschen inmitten des wunderbaren Konzerts aller Lebewesen, aber heute sind wir gezwungen zu erkennen, dass man nur von einem \u201esituierten Anthropozentrismus\u201c sprechen kann. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen anerkennen, dass das menschliche Leben ohne andere Lebewesen nicht verstanden und nicht aufrechterhalten werden kann. Es gilt, \u00bbdass s\u00e4mtliche Gesch\u00f6pfe des Universums, da sie von ein und demselben Vater erschaffen wurden, durch unsichtbare Bande verbunden sind und wir alle miteinander eine Art universale Familie bilden, eine sublime Gemeinschaft, die uns zu einem heiligen, liebevollen und dem\u00fctigen Respekt bewegt\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn42\">[42]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>68. Dies ist kein Produkt unseres Willens, sondern hat einen anderen Ursprung, der an der Wurzel unseres Daseins liegt, denn \u00bbdurch unsere Leiblichkeit hat Gott uns so eng mit der Welt, die uns umgibt, verbunden, dass die Desertifikation des Bodens so etwas wie eine Krankheit f\u00fcr jeden Einzelnen ist, und wir k\u00f6nnen das Aussterben einer Art beklagen, als w\u00e4re es eine Verst\u00fcmmelung\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn43\">[43]<\/a>&nbsp;Machen wir also Schluss mit der Vorstellung eines autonomen, allm\u00e4chtigen, unbegrenzten Menschen und \u00fcberdenken wir uns selbst, um uns auf eine dem\u00fctigere und umfassendere Weise zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>69. Ich lade einen jeden ein, diesen Weg der Vers\u00f6hnung mit der Welt, die uns beherbergt, zu begleiten und ihn mit einem eigenen Beitrag zu bereichern, denn unser Engagement hat mit der pers\u00f6nlichen W\u00fcrde und den gro\u00dfen Werten zu tun. Ich kann jedoch nicht bestreiten, dass es notwendig ist, aufrichtig zu sein und anzuerkennen, dass die wirksamsten L\u00f6sungen nicht allein von individuellen Bem\u00fchungen, sondern vor allem von bedeutenden Entscheidungen in der nationalen und internationalen Politik kommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>70. Gleichwohl tr\u00e4gt alles zum Ganzen bei und das Verhindern des globalen Temperaturanstiegs um ein Zehntelgrad k\u00f6nnte schon reichen, um vielen Menschen Leid zu ersparen. Aber was z\u00e4hlt, ist etwas weniger Quantitatives, n\u00e4mlich die Erinnerung daran, dass es keine dauerhaften Ver\u00e4nderungen ohne kulturellen Wandel gibt, ohne eine Reifung im Lebensstil und der gesellschaftlichen \u00dcberzeugungen, und es gibt keinen kulturellen Wandel ohne einen Wandel in den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>71. Das Bem\u00fchen der Haushalte um weniger Verschmutzung, um eine Reduzierung des Abfalls und um einen umsichtigen Konsum schafft eine neue Kultur. Der blo\u00dfe Umstand, die pers\u00f6nlichen, famili\u00e4ren und gemeinschaftlichen Gewohnheiten zu \u00e4ndern, n\u00e4hrt die Besorgnis angesichts nicht wahrgenommener Verantwortung durch politische Akteure und die Emp\u00f6rung gegen\u00fcber dem Desinteresse der M\u00e4chtigen. Es ist also festzustellen, dasses durchaus hilft, gro\u00dfe Transformationsprozesse in Gang zu setzen, die aus der Tiefe der Gesellschaft heraus wirken, auch wenn dies quantitativ gesehen nicht unmittelbar zu sehr relevanten Auswirkungen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>72. Wenn wir bedenken, dass die Emissionen pro Person in den Vereinigten Staaten ungef\u00e4hr doppelt so hoch sind wie die eines Einwohners von China und circa siebenmal so hoch wie der Durchschnitt der \u00e4rmeren L\u00e4nder, <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftn44\">[44]<\/a> dann k\u00f6nnen wir bekr\u00e4ftigen, dass eine umfassende Ver\u00e4nderung des unverantwortlichen Lebensstils, der mit dem westlichen Modell verbunden ist, eine bedeutende langfristige Wirkung h\u00e4tte. Zusammen mit den unentbehrlichen politischen Entscheidungen w\u00e4ren wir so auf dem Weg der gegenseitigen F\u00fcrsorge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>73. \u00bbLobt Gott\u00ab&nbsp;ist der Name dieses Schreibens. Denn ein Mensch, der sich anma\u00dft, sich an die Stelle Gottes zu setzen, wird zur schlimmsten Gefahr f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gegeben zu Rom, bei Sankt Johannes im Lateran, am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franz von Assisi, im Jahr 2023, dem elften meines Pontifikats.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">FRANZISKUS<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref1\">[1]<\/a> United States Conference of Catholic Bishops (USCCB), <em>Global Climate Change Background<\/em>, 2019.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref2\">[2]<\/a>&nbsp;Sonderversammlung der bischofssyonde f\u00fcr die Pan-Amazonas-Region, <em>Schlussdokument<\/em>, Oktober 2019, 10: <em>AAS <\/em>111 (2019), 1744.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref3\">[3]<\/a> Symposium of Episcopal Conferences of Africa and Madagascar (Sceam), <em>African climate dialogues communiqu\u00e9<\/em>, Nairobi, 17. Oktober 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref4\">[4]<\/a>&nbsp;Vgl. Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), <em>Climate Change 2021, The Physical Science Basis<\/em>, Cambridge and New York 2021, B.2.2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. Ders., <em>Climate Change 2023<\/em>, <em>Synthesis Report, Summary for Policymakers<\/em>, B.3.2. F\u00fcr den Bericht 2023 wird Bezug genommen auf https:\/\/www.ipcc.ch\/report\/ar6\/syr\/downloads\/report\/IPCC_AR6_SYR_SPM.pdf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref6\">[6]<\/a>&nbsp;Vgl. United Nations Environment Program, <em>The<\/em> <em>Emissions Gap Report 2022<\/em>: https:\/\/www.unep.org\/resources\/emissions-gap-report-2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref7\">[7]<\/a>&nbsp;Vgl. National Oceanic and Atmospheric Administration, Earth System Research Laboratories, Global Monitoring Laboratory <em>, Trends in Atmospheric Carbon Dioxide<\/em>: https:\/\/www.gml.noaa.gov\/ccgg\/trends\/.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref8\">[8]<\/a>&nbsp;Vgl. IPCC, <em>Climate Change 2023<\/em>, <em>Synthesis Report, Summary for Policymakers<\/em>, A.1.3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref9\">[9]<\/a>&nbsp;Vgl. <em>ebd.<\/em>, B.5.3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref10\">[10]<\/a>&nbsp;Dies sind die Daten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), die auf 34.000 Studien beruhen: IPCC, <em>&nbsp;Synthesis Report of the Sixth Assessment Report (20\/03\/2023): AR6 Synthesis Report: Climate Change 2023<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref11\">[11]<\/a>Vgl. IPCC, <em>Climate Change 2023<\/em>, <em>Synthesis Report, Summary for Policymakers<\/em>, A.1.2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref12\">[12]<\/a> <em>Ebd.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref13\">[13]<\/a>&nbsp;Enyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> (24. Mai 2015), 101: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 887.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref14\">[14]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 105: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 889.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref15\">[15]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 106: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 890.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref16\">[16]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 104: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 888-889.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref17\">[17]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 105: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 889.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref18\">[18]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 139: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 903.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref19\">[19]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 220: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 934.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref20\">[20]<\/a>&nbsp;Vgl. Sverker S\u00f6rlin \u2013 Paul Warde, <em>\u201eMaking the Environment Historical. An Introduction\u201d<\/em>, in <em>Nature\u2019s End: History and Environment<\/em>, Basingstoke \u2013 New York 2009, 1-23.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref21\">[21]<\/a>&nbsp;Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> (24. Mai 2015), 139: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 903.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref22\">[22]<\/a>&nbsp;Vgl. Wladimir Solowjew, <em>Drei Gespr\u00e4che \u00fcber Krieg, Fortschritt und das Ende der Weltgeschichte mit Einschluss einer kurzen Erz\u00e4hlung vom Antichrist<\/em>, M\u00fcnchen 1979.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref23\">[23]<\/a>&nbsp;Vgl. Hl. Paul VI., <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/en\/speeches\/1970\/documents\/hf_p-vi_spe_19701116_xxv-istituzione-fao.html\">Ansprache anl\u00e4sslich des 25-j\u00e4hrigen Bestehens der F.A.O.<\/a><\/em> (16. November 1970), 4: <em>AAS <\/em>62 (1970), 833.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref24\">[24]<\/a>&nbsp;Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Fratelli tutti<\/a><\/em> (3. Oktober 2020), 11: <em>AAS<\/em> 112 (2020), 972.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref25\">[25]<\/a> Vgl. <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">ebd<\/a><\/em>., 174: <em>AAS<\/em> 112 (2020), 1030.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref26\">[26]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Ebd<\/a><\/em>., 172: <em>AAS<\/em> 112 (2020), 1029.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref27\">[27]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Ebd<\/a><\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref28\">[28]<\/a>&nbsp;Vgl. <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">ebd<\/a><\/em>., 170: <em>AAS<\/em> 112 (2020), 1029.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref29\">[29]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Ebd<\/a><\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref30\">[30]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Ebd<\/a><\/em>., 175: <em>AAS<\/em> 112 (2020), 1031.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref31\">[31]<\/a>&nbsp;Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> (24. Mai 2015), 179: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 918.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref32\">[32]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 167: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 914.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref33\">[33]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 169: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 915.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref34\">[34]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 111: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 982.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref35\">[35]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 57: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 870.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref36\">[36]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 68: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 874.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref37\">[37]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 86: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 881.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref38\">[38]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 97: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 886.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref39\">[39]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 100: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 887.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref40\">[40]<\/a> <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Ebd<\/a><\/em>., 233: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 938.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref41\">[41]<\/a>&nbsp;Vgl. D.J. Haraway, <em>When Species Meet<\/em>, Minneapolis 2008, 205-249.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref42\">[42]<\/a>&nbsp;Enzyklika <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/em> (24. Mai 2015), 89: <em>AAS<\/em> 107 (2015), 883.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref43\">[43]<\/a>&nbsp;Apostolisches Schreiben <em><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Sich_der_Schwachen_annehmen\">Evangelii gaudium<\/a><\/em> (24. November 2013), 215: <em>AAS<\/em> 105 (2013), 1109.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/20231004-laudate-deum.html#_ftnref44\">[44]<\/a>Vgl. United Nations Environment Program,&nbsp; <em>Emission Gap Report 2022<\/em>: https:\/\/www.unep.org\/resources\/emissions-gap-report-2022.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der menschliche \u2013 \u201eanthropogene\u201c \u2013 Ursprung des Klimawandels kann nicht mehr bezweifelt werden.&#8220; Das heute erschienene Apostolische Schreiben \u201eLaudate Deum\u201c von Papst Franziskus &#8211; als Fortf\u00fchrung seiner Sozialenzyklika \u201eLaudato Si\u201c &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/im-wortlaut-dokumentiert-laudate-deum-von-papst-franziskus\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eIm Wortlaut dokumentiert: \u201eLaudate Deum\u201c von Papst Franziskus\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[303,8406,32,49],"tags":[9157],"class_list":["post-55941","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-unserem-briefkasten","category-klimakrise","category-medien","category-religion","tag-papst-franziskus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55941","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55941"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55941\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}