{"id":52512,"date":"2022-06-21T06:00:00","date_gmt":"2022-06-21T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=52512"},"modified":"2022-06-18T22:32:49","modified_gmt":"2022-06-18T20:32:49","slug":"die-auserwaehlten-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/die-auserwaehlten-in-russland\/","title":{"rendered":"Die \u201eAuserw\u00e4hlten\u201c in Russland"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Christliche Soldaten der Wehrmacht \u2013 eine Erinnerung zum 81. Gedenktag des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bundesarchiv_Bild_146-2007-_0127_Russland_Gebirgs-Jaeger_beim_Vormarsch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-52513\" width=\"700\" height=\"428\"\/><figcaption>Deutsche Soldaten beim Vormarsch nahe der deutsch-sowjetischen Interessengrenze, 22. Juni 1941 (Foto gemeinfrei: Bundesarchiv, Bild 146-2007- 0127 \/ CC-BY-SA 3.0)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Genozid der Geschichte wurde von deutschen Waffentr\u00e4gern nebst Helfershelfern 1941-1945 ausgef\u00fchrt und ist doch nicht, wie das 80. Jahresgedenken 2021 auf besonders traurige Weise gezeigt hat, Teil der \u201enationalen Erinnerungskultur\u201c in Deutschland geworden. <br><\/strong><br><em>(Ein Gastbeitrag von Peter B\u00fcrger)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1941 setzte die Wehrmacht den in Polen begonnenen \u201eNS-Vernichtungsfeldzug gen Osten\u201c in der Sowjetunion mit Morden an \u00fcber 20 Millionen Zivilisten (darunter drei Millionen Juden, sowie Sinti und Roma) und drei Millionen Kriegsgefangenen fort. Die gro\u00dfen Kirchen im Deutschen Reich predigten den Gl\u00e4ubigen, der Gehorsam gegen\u00fcber der staatlichen Kriegsobrigkeit sei von Gott verordnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Blick auf Jesus von Nazareth muss man an dem Widerspruch, dem David Schmiedel in seiner Dissertation \u201eDu sollst nicht morden\u201c (2017) aus religions- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive nachgeht, irre werden: \u201eWie konnten christlich sozialisierte Menschen, die an einen g\u00fctigen und vergebenden Gott glaubten, einen Krieg f\u00fchren, der ganze Bev\u00f6lkerungsteile vernichtete und ganze Landstriche verw\u00fcstete? Wie konnten die Soldaten ihre Handlungen im Krieg gegen die Sowjetunion mit Gott rechtfertigen?\u201c (S. 12) Die Propaganda hatte ihnen die Bev\u00f6lkerung als \u201eslawische Untermenschen\u201c, gelenkt von einer \u201ej\u00fcdisch-bolschewistischen Funktion\u00e4rsschicht\u201c, vor Augen gestellt. Nachfolgend stelle ich Beispiele aus den von D. Schmiedel in seiner Studie herangezogenen Zeugnissen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Sie opferten sich, wie Christus\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hitler hatte am 19. September 1939 schon den Sieg \u00fcber Polen in biblische Sprache gegossen: \u201eMit Mann und Ross und Wagen, hat der Herr sie geschlagen.\u201c (S. 179) Der r\u00f6m.-kath. Milit\u00e4rpfarrer <em>Eickhoff<\/em> glaubte geschichtstheologisch, \u201edass die Vorsehung Deutschland vielleicht dazu ausersehen habe, die Sowjetherrschaft zu zerschlagen\u201c (S. 299). Es schwebte ihm aber auch \u201evor, eine Einigung der Kulturstaaten herbeizuf\u00fchren und dann gegen den Bolschewismus mit allen Kr\u00e4ften zu Felde zu ziehen\u201c (S. 177).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschen Kirchenleitungen assistierten der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie mit einem \u201echristlich\u201c aufgeladenen Kreuzzug gegen das \u201aReich der Gottlosigkeit\u2018. Diese religi\u00f6se Hybris, so Schmiedel, \u201ewar Teil eines milit\u00e4rischen, kulturellen und rassischen \u00dcberlegenheitsgef\u00fchls gegen\u00fcber den Rotarmisten und gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung in den besetzten Teilen der Sowjetunion. F\u00fcr die christlichen Wehrmachtssoldaten, die der Verschmelzung von politischer und religi\u00f6ser Ideologie anheimgefallen waren, erwuchs ihr Herrschaftsanspruch vor allem aus ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zur christlichen Gemeinde \u2013 sie waren die Menschen, die Kinder Gottes unter den \u201aTieren\u2018 und \u201aD\u00e4monen\u2018 der Sowjetunion. \u2026 Diese Art des Denkens erlaubte es diesen deutschen Soldaten zu t\u00f6ten, ohne im eigenen Verst\u00e4ndnis gegen die Gebote Gottes zu versto\u00dfen. \u2026 Doch da die Wehrmachtssoldaten ihrer eigenen Wahrnehmung nach in der g\u00f6ttlichen Ordnung der Dinge \u00fcber den BewohnerInnen der Sowjetunion standen, waren es folglich auch sie selbst, die f\u00fcr die Verbrechen des sowjetischen Systems s\u00fchnen mussten \u2013 sie waren in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis die Einzigen, die es \u2013 als christliche Menschen in einem von Gott verlassenen Land \u2013 konnten. Die Soldaten wurden damit zu M\u00e4rtyrern, die durch ihren Tod das vom sowjetischen System angerichtete Unrecht aufhoben und Gottes Ordnung auf Erden wiederherstellten. In dieser Ausdeutung k\u00e4mpften die deutschen Soldaten nicht mehr f\u00fcr oder gegen eine bestimmte politische Ideologie, sie k\u00e4mpften f\u00fcr Gott und dessen Ordnung \u2013 sie opferten sich, wie Christus es getan hatte\u201c (S. 454).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Sie st\u00fcrzten wie die Tiere \u00fcber eine Regenpf\u00fctze\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft des \u201eHeiligen Krieges\u201c wirkte als v\u00f6lkisch-religi\u00f6ses Gemisch, wie es Leutnant Willy Fackler in einem Brief vom 18. August 1941 so zu Wort bringt: \u201eHier stehen Ordnung gegen Zerfall, Kultur gegen Barbarei, Seele und Geist gegen Materie, Pers\u00f6nlichkeit gegen Masse, im letzten Grunde \u2013 Gott gegen den Teufel. So ist dieser Kampf, weil er die Gesetze der Natur \u2013 und diese sind g\u00f6ttlichen Herkommens \u2013 verteidigt, ein wahrhaft heiliger Krieg. Es wird einen Sieg geben und einen Frieden, in dem die V\u00f6lker dieser Erde nach ihrer Art und Leistung gl\u00fccklich werden. Das Wort jenes Dichters leuchtet heute mehr denn je: \u201aAm Deutschen Wesen wird einst die Welt genesen!\u2018\u201c (S. 160)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufhorchen lassen uns die zahllosen von David Schmiedel erschlossenen Belege f\u00fcr Herrenmenschentum und Antisemitismus der christlichen Soldaten: \u201eEs gibt in den wahreren Gesichtern der Russen eine D\u00e4monie zu Zeiten, die uns erschreckt, selbst wenn wir den H(ieronymus). Bosch kennen und ihn ernst nehmen.\u201c (S. 162) \u201eUnd was gibt es schon zu sehen! Juden, Holzh\u00e4user und \u00e4rmlich aussehendes Polenvolk und ein Zeichen h\u00f6herer Kultur sind nur Kirchen.\u201c (S. 163) \u201eWenn die Ordnungen durchbrochen werden, wie es geschah, bleibt doch wei\u00df wei\u00df und schwarz schwarz. Neger bleibt Neger. Davon ist nat\u00fcrlich nicht das Verh\u00e4ltnis ber\u00fchrt, das ich zum N\u00e4chsten habe, der relativ einen unvergleichlich h\u00f6heren Wert hat.\u201c (S. 164) \u201eSie tr\u00e4gt einen Judenstern auf dem Arm und ein scheu\u00dflich j\u00fcdisches Gesicht, eins von der unangenehmen Art, so dass man ein Foto von ihr ohne weiteres in den \u201aSt\u00fcrmer\u2018 aufnehmen k\u00f6nnte. \u2026 Wie gesagt, sie geh\u00f6rt zu den typischen Judengesichtern und ist mir daher ziemlich widerw\u00e4rtig.\u201c (S. 210) \u201eZum Kartoffelsch\u00e4len haben wir uns etliche J\u00fcdinnen an Land gezogen. Es waren tolle Erscheinungen dabei \u2013 eine Karikatur k\u00f6nnte auch nicht mehr viel dahin zutun.\u201c (S. 210) \u201eDu, diese neu erfundene Aufteilung der Menschen in Juden und Arier hat doch ihr Gutes. Die Juden benehmen sich kl\u00e4glich. Alte Greise ziehen vor uns jungen Sprintern hier \u201auntert\u00e4nigst\u2018 die M\u00fctze. Pfui, das ist charakterlos. Auch die Knechtschaft soll man w\u00fcrdig tragen.\u201c (S. 211) \u201eDiese Tage hier haben wir in einem Haus verbracht, in dem auch eine J\u00fcdin Zuflucht gesucht hatte. Sie kauderwelschte auch Deutsch, d.h. nat\u00fcrlich jiddisch. Ihr Gesabbere war einfach furchtbar anzuh\u00f6ren.\u201c (S. 212) \u201eUnvergesslich wird mir der Zug der russischen Gefangenen bleiben. 20.000 zogen an uns vor\u00fcber, ein V\u00f6lkergemisch, \u2026 Sobald eine Regenpf\u00fctze auf der Stra\u00dfe gl\u00e4nzte, st\u00fcrzten sie sich wie die Tiere dar\u00fcber her und tranken das Dreckwasser. \u2026 \u201aSo hat sie der Herr geschlagen,\u2018 ging es mir durch den Sinn.\u201c (S. 436)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Die Verpflegung ist wieder gut und reichlich\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aneignung der Lebensgrundlagen anderer Menschen wurde den christlichen Rekruten der Wehrmacht schon in Polen beigebracht (S. 103-104) und gilt beim Krieg gen Osten als deutsches Anrecht: \u201eHolz nehmen wir nat\u00fcrlich zuerst von eingest\u00fcrzten H\u00e4usern oder solchen, die nicht mehr bewohnt werden. Wenn es aber in den Winter hinein geht, so werden wohl ganze H\u00e4user zum Bunkerbau dran glauben m\u00fcssen und manches Haus auch langsam zu Brennholz zerkleinert werden. Was soll der deutsche Soldat schlie\u00dflich anderes machen. Seine Sicherheit und Gesundheit muss den Belangen der Bev\u00f6lkerung vorgehen.\u201c (S. 157) \u201eDie Verpflegung ist wieder gut und reichlich, fast zu viel auf einmal. Auf jeden Fall wird es uns nie schlecht gehen. Die Bev\u00f6lkerung hier tut mir leid. Sie hat vorher schon sehr wenig besessen. Nun wird ihnen noch vieles genommen. Nat\u00fcrlich muss in erster Linie das Heer versorgt sein. Ich hoffe ja, dass es nach dem Kriege, wenn auch langsam, besser wird. Der Sowjetstaat muss wirklich das Volk ausgebeutet haben.\u201c (S. 224) \u201eDoch sicherlich brauchten wir die fruchtbare Ukraine als Ern\u00e4hrungsbasis f\u00fcr die weitere Kriegsf\u00fchrung. Das schien mir einleuchtend: Vorsorge treffen, damit die Heimat zu essen hat. Als wir dann an der ehemaligen Kirche vorbeikamen, stieg in mir wieder die Hoffnung auf, dass in einer freien Ukraine vielleicht auch wieder christliche Verk\u00fcndigung m\u00f6glich sei.\u201c (S. 299)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Widerspr\u00fcche in einem Atemzug \u2013 die R\u00e4uber beschreiben ohne Scham das eigene Raubhandwerk und klagen gleichzeitig den \u201aausbeuterischen Sowjetstaat\u2018 an oder r\u00fchmen sich als Befreier der Christenheit \u2013 sind nur durch Abspaltung des eigenen Tuns erkl\u00e4rbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong>Der Russe macht sich nichts aus dem Tod\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich christlich verstehende, auch sehr fromme Soldaten beschreiben das unentwegte Morden und Zerst\u00f6ren in geradezu lapidaren Wendungen: \u201eAuf einem kleinen Platz standen viele Soldaten und redeten eifrig auf einen Juden ein \u2026 Kurz darauf h\u00f6rte ich einige Pistolensch\u00fcsse.\u201c (S. 209) \u201eMit gro\u00dfen, tr\u00e4nenlosen Augen sehen die Zivilisten unserm Zerst\u00f6rungswerk zu. Sie k\u00f6nnen unser Tun nicht begreifen, zumal sie uns ein paar Minuten vorher noch friedlich das Weihnachtsfest feiern sahen. Das ist \u201aWoina\u2018 \u2013 Krieg!\u201c (S. 222) \u201eEs ist das \u00fcbliche[:] zerschossene H\u00e4user, brennende D\u00f6rfer, ver\u00e4ngstigte Zivilisten, jammernde Verwundete und viele Tote.\u201c (S. 233) \u201eIn den W\u00e4ldern sind Russen. Mit unseren Gesch\u00fctzen schie\u00dfen wir auf den Waldrand. Auch Minenwerfer werden eingesetzt. Hin und wieder kommen aus den Feldern russische Soldaten heraus, um sich zu ergeben. Zum Teil werden sie von der Infanterie, die vor uns marschiert, erschossen. \u2026 Gestern, so h\u00f6rten wir, hat man zweimal russische Parlament\u00e4re erschossen, die mit wei\u00dfer Fahne auf unsere Infanteristen zugekommen sind.\u201c (S. 246-246) \u201eMittags sahen wir, wie Fu\u00dfsoldaten die Kornfelder und Geh\u00f6fte absuchten und fl\u00fcchtige Soldaten aufscheuchten. Das gab ein lebhaftes Geknalle; denn diese Heckensch\u00fctzen nahm man nicht gefangen. Statt dessen gingen die Geh\u00f6fte in Flammen auf, in denen man etliche fand.\u201c (S. 254) \u201eIwan hat anst\u00e4ndig Federn lassen m\u00fcssen. Alles junge Kerlchen, teils 15-16 Jahre, stur wie die Panzer. Wie Roboter, h\u00f6ren nicht auf Ruf noch sonst was. Laufen weiter stur. Man muss sie \u201aumlegen\u2018. \u2026 Es ist \u00fcbrigens erstaunlich, in welcher Menge wir neue Waffen herausgebracht haben.\u201c (S. 308) \u201eDie Zivilbev\u00f6lkerung hat aus dem Hinterhalt sich an diesen K\u00e4mpfen beteiligt. 20 Personen, darunter 2 Frauen, wurden standrechtlich erschossen. Das ist auch mehr wie Recht, denn was Gemeineres gibt es wohl kaum.\u201c (S. 258) \u201eEs ist tats\u00e4chlich so, der Russe \u2026 macht sich nichts aus dem Tod, ist stur. Heute wurden bei uns wieder 20 von den Partisanen umgelegt, nicht einer der vorher zusammengeknickt w\u00e4re. F\u00fcr die ist dieser Tod eben so wie jeder andere nat\u00fcrliche auch.\u201c (S. 259)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u2013 hier nur vage angedeutete \u2013 Masse der von Schmiedel erschlossenen Dokumente zur \u201achristlichen Zeugenschaft\u2018 des V\u00f6lkermordes ist erdr\u00fcckend. Wer z.B. die herangezogenen Briefpassagen des Katholiken Hans Ahrens (ND: Bund Neudeutschland) zusammenliest, findet b\u00fcndische Lagerfeuerphilosophie, fromme Salven und schlimmste Abgr\u00fcnde zusammengebraut. Am 30.\/31. August 1941 schreibt dieser ND-Ritter: \u201eDer Russe wird an eine Kuhle gef\u00fchrt, sieht hinein und schon jagt ihm einer eine Kugel durchs Genick, die durch den Kopf geht. Er st\u00fcrzt vorn\u00fcber und bekommt im St\u00fcrzen noch einen Tritt und schon liegt er auf anderen, die vor ihm in das unbekannte Jenseits bef\u00f6rdert wurden. Ein anderer Russe springt dann herbei, sch\u00fcttet Chlorkalk dar\u00fcber und schon folgt der N\u00e4chste. Das ist ein hartes aber gerechtes Ende, wenn man das Vorhergehende kennt, wiewohl sich \u00fcber die Methode streiten \u2026 Wenn dann letzten Endes die Fr\u00f6hlichkeit diesem Dunkeln einfach nicht weichen will, so ist doch in unserem Glauben, der sagt, dass in allem ein Sinn sei, \u2013 doch: \u201aWer hat des Herrn Sinn erkannt\u2018! \u2013 Eine Kraft und ein Trost, wof\u00fcr man nicht genug zu danken wei\u00df\u201c (S. 254-255).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 21. M\u00e4rz 1942 gibt Wehrmachtssoldat H. Ahrens in einem Brief dann Auskunft \u00fcber seine Zeugenschaft im Angesicht der Vernichtung der Juden w\u00e4hrend des sogenannten Russlandfeldzuges: \u201eDie Leichen, die man fr\u00fcher regellos auf einen Haufen warf, werden bereits, so gut es geht, aussortiert und \u00fcber das halbe Tausend erschossener Juden hat man schon Kalk gefahren. Was im einzelnen noch hier geschah, \u2013 davon zu schreiben, ist nicht der rechte Ort.\u201c (S. 226) Deutsche Handwerksarbeit des Todes \u2013 ganz sachlich beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a> <strong>Literaturnachweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">David Schmiedel: \u201eDu sollst nicht morden\u201c. Selbstzeugnisse christlicher Wehrmachtssoldaten aus dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Frankfurt: Campus Verlag 2017.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christliche Soldaten der Wehrmacht \u2013 eine Erinnerung zum 81. 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