{"id":5210,"date":"2009-10-13T23:21:30","date_gmt":"2009-10-13T21:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=5210"},"modified":"2009-10-14T06:52:10","modified_gmt":"2009-10-14T04:52:10","slug":"dokumentiert-nie-wieder-krieg-und-diktatur-in-europa-eine-rede-ohne-echo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/dokumentiert-nie-wieder-krieg-und-diktatur-in-europa-eine-rede-ohne-echo\/","title":{"rendered":"Dokumentiert: Nie wieder Krieg und Diktatur in Europa! Eine Rede ohne Echo!?"},"content":{"rendered":"<p>Am Freitag<a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=5153\" target=\"_blank\"> hatte ich \u00fcber die Vorw\u00fcrfe <\/a>des Ratsmitgliedes Matthias Schulte-Huermann (Gr\u00fcne, Sundern) gegen die Westf\u00e4lische Rundschau berichtet. Huermann schildert unter anderem von eine Fahrt des Sunderner Stadtrates zur Partnergemeinde <a href=\"http:\/\/www.schirgiswalde.de\/\" target=\"_blank\">Schirgiswalde<\/a> in der Oberlausitz.<\/p>\n<blockquote><p>Der Stadtrat Sundern machte eine Fahrt nach Schirgiswalde. Sabine Metzler fuhr mit dorthin und hat eifrig mitgeschrieben. Es gab auf der Festveranstaltung in Schirgiswalde 4 Redner aus Sundern. 3 davon sind CDU Mitglieder. Der vierte Redner war ich, und ich hielt eine Rede die Beifall von allen Seiten bekam und sich deutlich von den Vorrednern unterschied. Sabine Metzler brachte es fertig eine ganze Seite f\u00fcr die WR Seite Sundern zu machen und alle Redner in dem Artikel zu erw\u00e4hnen\u00e2\u20ac\u00a6..Fast alle, zumindest alle CDU Redner. Bei meiner Rede hat sie wohl geschlafen, zumindest hielt sie es offensichtlich nicht f\u00fcr Wert sie zu erw\u00e4hnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Vorw\u00fcrfe selbst kann nur die Westf\u00e4lische Rundschau entkr\u00e4ften oder best\u00e4tigen. Ich dokumentiere an dieser Stelle die Rede des Gr\u00fcnen Ratsmitgliedes Matthias Schulte-Huermann, die auch auf der <a href=\"http:\/\/www.gruene-sundern.de\/?p=459\" target=\"_blank\">Website der Sunderner Gr\u00fcnen<\/a> zu finden ist:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Als der B\u00fcrgermeister in der letzten Ratssitzung vortrug, dass er jemanden suche, der in Schirgiswalde eine kurze Rede halten wolle, wie er emotional den Mauerfall erlebt habe, hab ich mich ziemlich schnell gemeldet. Der Grund war der, dass ich politisch sozialisiert wurde in den 70ger und 80ger Jahren eine Zeit in der die Machtbl\u00f6cke noch auf einander prallten, sich aber gleichzeitig aus der Bev\u00f6lkerung (zun\u00e4chst im Westen) eine Gegenbewegung gegen diesen ideologischen Starrezustand entwickelte. Ich erinnere mich noch gut an eine Fahrt nach Warschau ca. 1982 (es war ein Studentenaustausch). Wir fuhren damals die Transitstrecke durch die DDR: Als an der deutschdeutschen Staatsgrenze der DDR Grenzsoldat unser polnisches Visum in den Reisep\u00e4ssen sah, meinte er halb ver\u00e4chtlich, halb drohend: *Soso nach Polen wollt ihr. Da werdet ihr euch noch wundern.* Die Transitfahrt durch die DDR hatte in der Folge f\u00fcr uns was beklemmendes. Wir kamen uns vor wie im Gef\u00e4ngnis.<br \/>\nGanz anders pl\u00f6tzlich der Grenz\u00fcbertritt nach Polen: Schon am Verhalten der polnischen Grenzer wurde uns deutlich, dass wir in einem Staat gelandet waren der die Freiheit sucht. Wir kamen uns vor wie in einer anderen Welt. Es wurde f\u00fcr uns sichtbar, dass dieser Block der im Westen noch so monolithisch aussah lange nicht mehr der geschlossene Block war. Wenn wir in Warschau mit einem LinienBus, der an der sowjetischen Botschaft vorbeifuhr, sa\u00dfen und die G\u00e4ste merkten das wir aus Westdeutschland kamen, war nicht so sehr das Thema die Zerst\u00f6rung dieser Stadt durch die deutsche Wehrmacht und die Massakrieriung von Millionen Menschen durch deutsche Soldaten, nein viel deutlicher wurde das Freiheitsstreben der polnischen Menschen gegen das als *Besatzungsmacht* angesehen sowjetische Brudervolk.<br \/>\nDies vorausgeschickt macht deutlich wie der Mauerfall von mir emotional empfunden wurde: Das Freiheitsstreben von 17 Millionen Menschen konnte auf Dauer nicht durch ein staatliches Willk\u00fcrsystem einer Grenze mit Selbstschu\u00dfautomaten und Mienenfeldern aufgehalten werden. (es ist mir noch heute unverst\u00e4ndlich wie dieses ein Staat wie Nordkorea schafft). Und es wurde deutlich, dass damit endg\u00fcltig besiegelt war, was die 50gr- 70ger Jahre in der Welt bestimmten: Eine Welt die immer am Abgrund eines atomaren Krieges stand: Hochger\u00fcstete Bl\u00f6cke bei denen wir nicht wussten, ob nicht irgendeiner der irrationalen Milit\u00e4rs auf welcher Seite auch immer den Finger am roten Knopf hat um Atomraketen zu starten und die Welt in Schutt und Asche zu legen.<br \/>\nVon daher war nat\u00fcrlich auch die Angst vorhanden: *Wie reagiert die Staatsmacht und das Milit\u00e4r darauf, dass das Volk seine Selbstbestimmung sucht.*<br \/>\nDoch der schon im Vorfeld bejubelte Gorbatschow und die sicherlich desolate und durch fiktive 5 Jahrespl\u00e4ne gesch\u00f6nte wirtschaftliche Situation liess auch der F\u00fchrung der DDR keine andere M\u00f6glichkeit mehr als die Grenzen zu \u00f6ffnen und dem Ruf *Wir sind das Volk* nachzugeben.<br \/>\nDas singen der Nationalhymne durch die Westdeutsche F\u00fchrung an der Mauer hatte f\u00fcr mich mehr etwas reflexhaftes. Emotional vielleicht verst\u00e4ndlich, aber als jemanden der nationalen Symbolen, zumindest dann, wenn sie in der Geschichte auch von ebensolchen Nationalen missbraucht wurden immer negativ gegen\u00fcberstand, konnte ich dem nicht viel abgewinnen. Es sollte aber wohl aus westdeutscher Sicht eindeutig symbolisiert werden, das die \u00d6ffnung der Grenze nur in die Wiedervereinigung f\u00fchren kann.<br \/>\nIch h\u00e4tte es f\u00fcr ein besseres Symbol einer wirklichen Widervereinigung empfunden, wenn eine neue Hymne aus den Ruinen auferstanden w\u00e4re. Oder gar wenn die wiedervereinigte deutsche Nation einen Schritt weiter in die europ\u00e4ische Nation gegangen w\u00e4re und ein europ\u00e4isches Lied geschaffen h\u00e4tte: Einigkeit und Recht und Freiheit nicht nur f\u00fcr deutsche, sondern auch f\u00fcr die Menschen die unter dem Zusammenbrechen der Machtbl\u00f6cke am st\u00e4rksten gelitten haben, wie beispielsweise Menschen aus der B\u00fcrgerkriegsregion des ehemaligen Jugoslawien, dem Kosovo oder aus Montenegro.<br \/>\nAber die Chance ist noch nicht vergeben: Ich denke, dass die Lehre aus dem Mauerfall ist alles daran zusetzen ein demokratisch legitimiertes Europa zu schaffen das den globalen Herausforderungen gewachsen ist und das sagt:<br \/>\n*Wir wollen nie wieder Krieg und Diktatur in Europa*<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag hatte ich \u00fcber die Vorw\u00fcrfe des Ratsmitgliedes Matthias Schulte-Huermann (Gr\u00fcne, Sundern) gegen die Westf\u00e4lische Rundschau berichtet. 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