{"id":51878,"date":"2022-03-30T19:54:59","date_gmt":"2022-03-30T18:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=51878"},"modified":"2022-04-17T22:15:18","modified_gmt":"2022-04-17T20:15:18","slug":"das-mescheder-suehnekreuz-die-geschichte-eines-fotos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/das-mescheder-suehnekreuz-die-geschichte-eines-fotos\/","title":{"rendered":"Das Mescheder S\u00fchnekreuz &#8211; die Geschichte eines Fotos"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/02-S\u00fchnekreuz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31838\" width=\"700\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/02-S\u00fchnekreuz.jpg 800w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/02-S\u00fchnekreuz-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Das \u201eMescheder S\u00fchnekreuz\u201c zum Gedenken an 80 ermordete \u201erussische Zwangsarbeiter\u201c nach seiner Ausgrabung im November 1964 mit den Spuren von \u00c4xten, Feuer, Erdlagerung seit 1947 sowie verwitterter Inschrift (Foto: Franz Petrasch jun., Archiv Andreas Evers\/Peter B\u00fcrger). <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Vor etwas mehr als sieben Jahren hatte ich <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/70-jahre-danach-massenmorde-an-zwangsarbeitern-im-sauerland-vor-kriegsende-dokumentation-ueber-die-massaker-im-raum-meschedewarstein-20-22-maerz-1945-und-die-geschichte-des-me\/\" target=\"_blank\">hier im Blog<\/a> eine Presseinformation des Christine-Koch-Archivs am Museum Eslohe ver\u00f6ffentlicht: \u201e70 Jahre danach: MASSENMORDE AN ZWANGSARBEITERN IM SAUERLAND VOR KRIEGSENDE\u201d \u2013 Dokumentation \u00fcber die Massaker im Raum Meschede\/Warstein (20.-22 M\u00e4rz 1945) und die Geschichte des \u201eMescheder S\u00fchnekreuz\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In dem Beitrag war das oben abgebildete Foto des Mescheder S\u00fchnekreuzes kurz nach seiner Ausgrabung im Jahr 1964 ver\u00f6ffentlicht. Die Bildunterschrift war die gleiche, mit einem Unterschied: Der Fotograf Franz Petrasch jun. fehlte beim Bildnachweis. Ich habe seinen Namen inzwischen erg\u00e4nzt, und das kam so:<br><br>Franz Petrasch jun. hat sich vor einigen Tagen bei mir gemeldet und mir die Geschichte des Fotos erz\u00e4hlt, die auch ein Teil seiner eigenen Geschichte ist, und sie hat mich sehr bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das Foto bezieht sich auf das liegende Kreuz, von vorn ist es mit einem Stock abgest\u00fctzt. Es geht mir nicht um die Rechte. Ich habe das Negativ ca. 1 Jahr nachdem wir das Kreuz  ausgegraben haben, ich glaube, an Familie Rode, abgegeben. Und von da aus nahm es den Weg bis hin zur dem Buch von Herrn Hahnwald und B\u00fcrger, ohne dass mein Name jemals genannt wurde, wahrscheinlich wu\u00dfte auch niemand, dass ich es war, der es geknipst hatte.<br><br>Auch ich selbst hatte es lange Jahre vergessen. Fr\u00fcher hat man einfach Dinge weitergegeben, ohne sich Gedanken zu machen, um Urheber, und \u00e4hnlichem. Von mir aus k\u00f6nnen Sie das Bild verwenden, Sie k\u00f6nnten ja  meinen Namen dazuschreiben. vielleicht noch &#8222;jun.&#8220; dazu. <br><br>Ich hoffe, sie kennen die Geschichte um das S\u00fchnekreuz. Mein Vater hat nach Auffinden der Gr\u00e4ber die erschossenen  Menschen untersuchen m\u00fcssen. Er hie\u00df auch Franz. Er hat selten dar\u00fcber gesprochen, er unterlag ja auch der \u00e4rztlichen Schweigepflicht. Einmal las ich unter dem abgebildeten Foto als Quelle : Westfalenpost. Und dann dachte ich, es w\u00e4re an der Zeit, dass ich mich ins Spiel bringe. Es geht mir um die Sache.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Ausgrabung mit dabei waren Ivo Rode, Martin Stankowski, Reinhard Wegener und ich, Franz Petrasch, von einer katholischen Jugendgruppe in Meschede und Herr Heidingsfelder, der uns den Platz gezeigt hat, etwa 100 m oberhalb des Weges. Herr Heidingsfelder hat ja seinerzeit das Kreuz mit eingegraben. Nach diesen 15 Jahren hat sich der Platz vom Bewuchs her nicht gro\u00df ver\u00e4ndert. Herr Heidingsfelder zeigte uns einen Platz, und nach kurzer Zeit des Grabens in diesem sumpfigen Gel\u00e4nde stie\u00dfen wir auf Holz. Es war tats\u00e4chlich das S\u00fchnekreuz.  <br><br>Die Oberfl\u00e4che war ein bi\u00dfchen vermodert, aber der Kern war fest. Wir s\u00e4uberten es etwas und stellten es an den Baum. Ich machte das Foto. Ich machte aber nur dieses eine Foto. Was dann sp\u00e4ter mit dem Kreuz geschah, wer es abgeholt hat,  und getrocknet und  vielleicht bearbeitet hat, wei\u00df ich heute nicht mehr. Ich denke, Familie Rode hat sich sehr darum bem\u00fcht. Wahrscheinlich haben sie auch sp\u00e4ter das  Negativ des Fotos bekommen. <br><br>Mir pers\u00f6nlich geht es nicht um die Rechte daran, aber ich m\u00f6chte genannt werden. Wollen wir hoffen, dass derartige Verbrechen niemals wieder ( in Deutschland  ) passieren.<br><br>Im Grunde passieren sie ja st\u00e4ndig, aber wir Deutschen haben die gr\u00f6\u00dften Verbrechen der Menschheit begangen. Wenn man jetzt die zerschossenen H\u00e4user in der Ukraine sieht, zerbombte Kliniken und anderes, dann ist das \u00fcbel und Gott sei Dank haben wir eine wunderbare Au\u00dfenministerin, die endlich  Klartext spricht. Unsere deutschen Vorfahren haben aus Lust und Laune die Menschen auf der Stra\u00dfe erschossen. <br><br>1967 war ich mit einer Gruppe junger Christen in Polen und Auschwitz. Berge von Haaren, Brillengestelle, Kinderschuhe. Es ist ein Grauen, wie Menschen miteinander umgehen k\u00f6nnen. Jetzt engagiere ich mich f\u00fcr Sinti und Roma , die ja bis heute verfolgt werden. <br><br>Herr Schiebener, ich k\u00f6nnte ein Buch \u00fcber mein Leben schreiben, in Briefen. Da habe ich oft dran gedacht, aber es ist vergangener Ruhm, wollen wir daran arbeiten, dass unsere Nachkommen in einer menschenfreundlichen Welt leben k\u00f6nnen. Ich sage immer: Das Beste liegt immer vor uns, aber manchmal ist es schwer, das zu verinnerlichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen. Franz Petrasch.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Wer die Geschichte des Mescheder S\u00fchnekreuzes noch nicht kennt, sollte sie in der  eingangs genannten Darstellung von Peter B\u00fcrger \/ Jens Hahnwald \/ Georg D. Heidingsfelder nachlesen. Zum Einstieg das Kapitel II ab Seite 51. Nachfolgend als kostenlose PDF:<br><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.sauerlandmundart.de\/pdfs\/daunlots%2076.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sauerlandmundart.de\/pdfs\/daunlots%2076.pdf<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong> <\/strong><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor etwas mehr als sieben Jahren hatte ich hier im Blog eine Presseinformation des Christine-Koch-Archivs am Museum Eslohe ver\u00f6ffentlicht: \u201e70 Jahre danach: MASSENMORDE AN ZWANGSARBEITERN IM SAUERLAND VOR KRIEGSENDE\u201d \u2013 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/das-mescheder-suehnekreuz-die-geschichte-eines-fotos\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas Mescheder S\u00fchnekreuz &#8211; die Geschichte eines Fotos\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[319,6,80,32],"tags":[5534,4697,5533,455,6981],"class_list":["post-51878","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichte","category-kalenderblatt","category-lokales","category-medien","tag-christine-koch-archiv","tag-daunlots","tag-mescheder-suehnekreuz","tag-sauerland","tag-zwangsarbeiterinnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51878\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}