{"id":50459,"date":"2021-11-13T09:04:45","date_gmt":"2021-11-13T08:04:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=50459"},"modified":"2021-11-15T10:07:44","modified_gmt":"2021-11-15T09:07:44","slug":"meschede-gedenkt-der-pogromnacht-von-1938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/meschede-gedenkt-der-pogromnacht-von-1938\/","title":{"rendered":"Meschede gedenkt der Pogromnacht von 1938"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>So viele Teilnehmende wie nie zuvor hatte der Mescheder Schweigemarsch am 9. November zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938. Etwa 250 Personen besuchten die unterschiedlichen Stationen. <br><\/strong><br><em>(Gastbeitrag: Verein Bildung und Freizeit)<br><\/em><br>Allein das St\u00e4dtische Gymnasium war mit 100 Teilnehmenden, Sch\u00fclern, Eltern und Lehrern, gekommen. Die Schule hat das Thema in ihren Lehrplan aufgenommen.<br>\u00a0<br>Nach der Er\u00f6ffnung durch Guido H\u00fcgen vom Benediktinerkloster trugen Sch\u00fclerinnen des Gymnasiums einen Text vor, der ihre Motivation zum Ausdruck brachte: Sie wollen &#8222;angesichts \u00fcber 200 antisemitisch motivierter \u00dcbergriffe im Jahr 2021 in der BRD ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.&#8220; Sie wollen der Mescheder Opfer des Novemberpogroms von 1938 gedenken und mit der Erinnerung &#8222;einen Grundbaustein f\u00fcr eine bessere Zukunft legen.&#8220;<br><br>Im Anschluss an den Sch\u00fclerbeitrag sprach der evangelische Pfarrer Dirk Schm\u00e4ring \u00fcber 1700 Jahre Geschichte j\u00fcdischen religi\u00f6sen Lebens in Deutschland.<br><br>Der Schweigemarsch zog zum j\u00fcdischen Friedhof in der Beringhauser Stra\u00dfe, wo am Gedenkstein Jugendliche von der kurdischen Gemeinde an die Meschederinnen und Mescheder erinnerten, die im Zusammenhang mit der Judenverfolgung verschleppt und ermordet worden sind.<br><br>An der n\u00e4chsten Station, dem heutigen B\u00fcrgerzentrum Synagoge, erinnerte der Verein Bildung und Freizeit BiF an zwei Menschen, die sich sehr um die Erinnerungsarbeit verdient gemacht hatten: Hans Frankenthal aus Schmallenberg, der im Oktober 1999 diesen Ort besucht hatte, um aus seinem Buch &#8222;Verweigerte R\u00fcckkehr&#8220; vorzutragen. Und die Musikerin und Antifaschistin Esther Bejarano, die am 10. Juli 2021 im Alter von 96 Jahren verstorben ist.\u00a0<br><br>Beide, Frankenthal und Bejarano, hatten das Vernichtungslager Auschwitz nur mit einer Notl\u00fcge \u00fcberlebt: Frankenthal, indem er sich bei der Selektion als f\u00fcnf Jahre \u00e4lter ausgab; Esther Loewy, wie sie damals noch hie\u00df, indem sie vorgab, Akkordeon spielen zu k\u00f6nnen, als ein Lager-Orchester zusammengestellt wurde. Sie mussten spielen, damit die neu einr\u00fcckenden Gefangenen, die zum Teil schon vom Zweck des Lagers geh\u00f6rt hatten, beruhigt w\u00fcrden: Wo zur Begr\u00fc\u00dfung musiziert w\u00fcrde, k\u00f6nnte es ja so schlimm nicht sein.<br><br>Hier an der Synagoge endete der Schweigemarsch, die religi\u00f6sen Teilnehmenden trafen sich anschlie\u00dfend noch zu einem Friedensgebet auf dem Stiftsplatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So viele Teilnehmende wie nie zuvor hatte der Mescheder Schweigemarsch am 9. November zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938. Etwa 250 Personen besuchten die unterschiedlichen Stationen. 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