{"id":48356,"date":"2021-03-04T17:46:24","date_gmt":"2021-03-04T16:46:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=48356"},"modified":"2021-03-04T17:46:24","modified_gmt":"2021-03-04T16:46:24","slug":"arolsen-archives-interesse-an-schicksalen-der-ns-opfer-waechst-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/arolsen-archives-interesse-an-schicksalen-der-ns-opfer-waechst-weiter\/","title":{"rendered":"Arolsen Archives: Interesse an Schicksalen der NS-Opfer w\u00e4chst weiter"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_48357\" aria-describedby=\"caption-attachment-48357\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-48357\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/JohGr_Michajlo_Loncar_20201001_3.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/JohGr_Michajlo_Loncar_20201001_3.jpg 1500w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/JohGr_Michajlo_Loncar_20201001_3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/JohGr_Michajlo_Loncar_20201001_3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/JohGr_Michajlo_Loncar_20201001_3-768x513.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-48357\" class=\"wp-caption-text\">Die Arolsen Archives konnten Michajlo Loncars F\u00fcller und Armbanduhr zur\u00fcckgeben. (Foto: Johanna Gro\u00df)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Anfragen an die Arolsen Archives erneut um zehn Prozent gestiegen. Rund 900.000 Menschen aus aller Welt haben 2020 das Online-Archiv der Arolsen Archives genutzt. Seit Beginn der Kampagne <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/StolenMemory\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#StolenMemory<\/a> haben die Arolsen Archives die pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde von 500 KZ-H\u00e4ftlingen an deren Familien zur\u00fcckgegeben.<\/strong><\/p>\n<p><em>(<a href=\"https:\/\/arolsen-archives.org\/news\/interesse-an-schicksalen-der-ns-opfer-waechst-weiter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung Arolsen Archives<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Bis heute suchen Menschen nach Informationen \u00fcber ihre Angeh\u00f6rigen, die durch das NS-Regime ermordet, verfolgt oder verschleppt wurden. 2020 ist die Zahl der Anfragen bei den Arolsen Archives wieder um rund zehn Prozent gestiegen. Das weltweit umfangreichste Archiv \u00fcber Verfolgte des Nationalsozialismus erhielt Anfragen zu mehr als 26.000 Personen \u2013 fast drei Viertel stammen dabei von Angeh\u00f6rigen. Weniger als ein Prozent der Anfragen kam von \u00dcberlebenden selbst. In etwa 60 Prozent der F\u00e4lle konnten die Arolsen Archives Antworten geben und Kopien von Dokumenten zur Verf\u00fcgung stellen. Insgesamt wandten sich Menschen aus rund 70 L\u00e4ndern an die Arolsen Archives, besonders stark vertreten waren Deutschland, Frankreich, die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die USA und Polen.<\/p>\n<p><strong>Wissensquelle f\u00fcr 900.000 Nutzer*innen<\/strong><br \/>\nGro\u00dfes Interesse besteht auch am Online-Archiv der Arolsen Archives: 2020 recherchierten rund 900.000 Nutzer*innen aus aller Welt in der digitalen Sammlung. Seit 2019 haben die Arolsen Archives dort 27 Millionen Dokumente aus ihrer Sammlung ver\u00f6ffentlicht, die mit insgesamt 30 Millionen Dokumenten zum UNESCO Weltdokumenterbe z\u00e4hlt. Sie gibt Auskunft \u00fcber KZ-Inhaftierte, Zwangsarbeiter*innen und die \u00dcberlebenden der Verfolgung.<\/p>\n<p>\u201eDas Interesse an Originaldokumenten, die die Verbrechen des Nationalsozialismus bezeugen, ist sehr gro\u00df\u201c, erkl\u00e4rt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. \u201eDie Zahl der \u00dcberlebenden oder Zeug*innen wird mit jedem Jahr kleiner. Umso wichtiger werden die Dokumente, die gewisserma\u00dfen an ihrer Stelle zu j\u00fcngeren Generationen sprechen und oftmals die letzte Spur der Opfer sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sohn erh\u00e4lt F\u00fcller und Armbanduhr zur\u00fcck<\/strong><br \/>\nIm Februar konnten die Arolsen Archives ein ganz besonderes Paket auf die Reise nach Frankreich schicken: Michel Loncar erhielt die Armbanduhr und den F\u00fcller seines Vaters Michajlo Loncar. Es handelte sich um die 500. R\u00fcckgabe von pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nden an die Familien von KZ-Inhaftierten. \u201eWir haben vor gut vier Jahren unser Projekt #StolenMemory gestartet und zusammen mit Freiwilligen die Suche nach Familien aufgenommen\u201c, berichtet Floriane Azoulay. \u201eNiemand h\u00e4tte vermutet, dass es m\u00f6glich sein w\u00fcrde, noch so viele Gegenst\u00e4nde endlich in die richtigen H\u00e4nde zu geben.\u201c<\/p>\n<p>Michajlo Loncar wurde in Skalica in der heutigen Slowakei geboren und 1944 von den Nationalsozialisten aus Frankreich deportiert. Er musste in einem Au\u00dfenlager des KZ Neuengamme Zwangsarbeit leisten, \u00fcberlebte das Lager und starb 2000 in Frankreich. \u201eF\u00fcr die Angeh\u00f6rigen ist die R\u00fcckgabe der pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde von gro\u00dfer emotionaler Bedeutung\u201c, betont Floriane Azoulay. \u201eSie erz\u00e4hlen von Verfolgungsgeschichten, die quer durch Europa verliefen, sind ein Fenster in die Vergangenheit und bringen Erinnerungen zur\u00fcck in die Familien.\u201c<\/p>\n<p>Die Arolsen Archives bewahren noch rund 2500 sogenannte Effekten auf und suchen weiterhin nach den Familien.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber die Arolsen Archives<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum \u00fcber NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und \u00dcberlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen geh\u00f6rt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle f\u00fcr die heutige Gesellschaft.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Link f\u00fchrt zum Online-Archiv der Arolsen Archives: <a href=\"https:\/\/collections.arolsen-archives.org\/search\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/collections.arolsen-archives.org\/search\/<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Anfragen an die Arolsen Archives erneut um zehn Prozent gestiegen. 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