{"id":48033,"date":"2021-01-08T17:22:16","date_gmt":"2021-01-08T16:22:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=48033"},"modified":"2021-01-08T17:22:16","modified_gmt":"2021-01-08T16:22:16","slug":"hitler-sein-tatgewordener-aufbauwille-sie-leben-hoch-hoch-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/hitler-sein-tatgewordener-aufbauwille-sie-leben-hoch-hoch-hoch\/","title":{"rendered":"\u201eHitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben hoch, hoch, hoch!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Textdokumentation: Wie sich 1933 in Brilon unter Propagandaworten des katholischen B\u00fcrgermeisters die sogenannte \u201eVolksgemeinschaft\u201c formierte.<\/strong><\/p>\n<p>(Gastbeitrag von Peter B\u00fcrger, <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Brilon1933.pdf\">hier auch als PDF<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eDer Nationalsozialismus (siehe Hitler \u201aMein Kampf\u2018) w\u00fcnscht Krieg gegen Russland, Krieg gegen Frankreich und Krieg gegen die Randstaaten. \u2013 Nun, das wird kein Krieg, sondern eine Jagd. \u2013 Aber Sie, Herr von Papen, wird man dann fragen, wer die Bestie aus dem K\u00e4fig gelassen!\u201c (Der wahre Jacob, 1932)<\/em><\/p>\n<p>Zu den katholischen Pazifisten, Kapitalismuskritikern oder Zentrumsleuten S\u00fcdwestfalens, die von den deutschen Faschisten verfolgt oder gar ermordet worden sind, habe ich die B\u00fccher <strong>\u201eSauerl\u00e4ndische Friedensboten\u201c<\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.lebenshaus-alb.de\/magazin\/010277.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lebenshaus-alb.de\/magazin\/010277.html<\/a>) und <strong>\u201eSauerl\u00e4ndische Lebenszeugen\u201c<\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.lebenshaus-alb.de\/magazin\/011357.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lebenshaus-alb.de\/magazin\/011357.html<\/a>) herausgegeben.<\/p>\n<p>Doch diese Vorbilder bildeten eben nur einen denkbar kleinen Kreis, w\u00e4hrend sich die Mehrheit der Leute auch im schwarzen Sauerland den nationalsozialistischen Vorgaben f\u00fcgte oder alsbald lautstark mit den W\u00f6lfen heulte. In Brilon formierte sich die sogenannte \u201eVolksgemeinschaft\u201c auf einer Massenversammlung am 1. Mai 1933, geleitet im Auftrag der NSDAP vom katholischen B\u00fcrgermeister. Dessen Ansprache wurde von der vormals schwarzen, jetzt \u00fcber Nacht stark eingebr\u00e4unten \u201eSauerl\u00e4nder Zeitung\u201c im Wortlaut wiedergegeben, was nachfolgend ebenso wie der B\u00fcrgermeisterabschied 1937 \u2013 auf Grundlage von Scans der Originalartikel \u2013 dokumentiert sei:<\/p>\n<p><strong>Quellendokumentation aus:<\/strong><br \/>\nSauerl\u00e4nder Zeitung (Unsere Sauerl\u00e4ndische Heimat), Brilon vom 3. Mai 1933.<br \/>\n[Zwischen\u00fcberschriften in eckigen Klammern nachtr\u00e4glich, pb]<\/p>\n<h3>\u201e\u201eDas Volksfest der nationalen Arbeit in Brilon<\/h3>\n<p>Der Festzug<\/p>\n<p>Das \u00e4u\u00dfere Hauptereignis des National-Feiertages in Brilon bildete der Festzug. Um allen Mitb\u00fcrgern die M\u00f6glichkeit zu bieten, sich an ihm und an der Kundgebung in der Sch\u00fctzenhalle zu beteiligen, war zuvorkommend die in fr\u00fcheren Jahren abends 8 Uhr stattfindende Maiandacht auf 4 Uhr nachmittags verlegt worden. So konnte denn auch der Festzug ein Ausma\u00df annehmen, wie es Brilon wohl nur selten erlebt haben wird. Alle Vereine der Stadt traten an ihren Sammelpl\u00e4tzen an und marschierten dann zum Marktplatz, wo der Zug seine Aufstellung nahm. Unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle und des Tambourkorps erfolgte der Abmarsch p\u00fcnktlich 6 Uhr durch die Stra\u00dfen der Stadt. Ueberall bildeten die sich nicht an dem Festzuge beteiligenden Mitb\u00fcrger Spalier, \u00fcberall, besonders aber am Marktplatz und in dessen N\u00e4he, sah man dichte Menschenmauern. Der Vorbeimarsch des Zuges dauerte ca. 10 Minuten. Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Teilnehmerzahl auf etwa 2000 sch\u00e4tzt. Anerkennend und wohltuend wurde es empfunden, da\u00df ein von den Postbeamten gestelltes Postauto im Zuge mitfuhr, um der B\u00fcrgerschaft, die aus Gr\u00fcnden der Gebrechlichkeit, des Alters usw. sich sonst nicht h\u00e4tte am Festzuge beteiligen k\u00f6nnen, die Teilnahme zu erm\u00f6glichen. Und in der Tat waren alle Kreise der Bev\u00f6lkerung im Festzuge vertreten: Neben dem Arbeiter mit der schwieligen Faust der Geistesarbeiter, alles ohne Unterschied von Klasse, Stand, Beruf, Partei und Bekenntnis. Durch die Stra\u00dfen der Stadt bewegte sich der Zug zur Sch\u00fctzenhalle, wo er sich aufl\u00f6ste. Die Fahnenabordnungen marschierten in den Saal und nahmen dort Aufstellung. Wie der Marktplatz, die Stra\u00dfen und H\u00e4user, so trug auch die Sch\u00fctzenhalle reichen Festschmuck, Tannengr\u00fcn, Guirlanden, Kr\u00e4nze, Wimpel und Fahnen, Embleme usw. Nach einem flott gespielten Marsch der Musikkapelle nahm Herr B\u00fcrgermeister Sauvigny das Wort zu folgender Begr\u00fc\u00dfungsansprache:<\/p>\n<p><strong>[Rede von B\u00fcrgermeister Josef Paul Sauvigny (1875-1967)]<br \/>\n<\/strong>\u201eDa\u00df neu geformte Deutschland feiert heute seinen ersten Nationalfeiertag. Fr\u00fchlingshaft, wie der erste Mai, und der Schmuck unserer festlichen Stra\u00dfen, jung und kraftvoll wie die Scharen seiner jugendlichen Tr\u00e4ger, so steht das neue Reich vor uns. Noch brausen die St\u00fcrme der nationalen Revolution \u00fcber es hinweg, diese Fr\u00fchlingsst\u00fcrme, die allen Unrat hinwegfegten, die die Wolken verjagen, die uns bisher die Sonne rauben wollten. Dieser Sturm, der so manchen hart ankommen mag, er wird sich legen, nachdem er die Luft gereinigt hat, von allen giftigen D\u00fcnsten, die sich in Jahren mi\u00dfverstandener Freiheit und ohnm\u00e4chtiger Selbstzerfleischung angesammelt hatten.<\/p>\n<p>Dann erst wird die schwerste Zeit beginnen, die harte, entsagungsschwerste Arbeit des endlichen Wiederaufstieges. Doch w\u00e4hrend bisher sich deutsche Kraft und deutsches Aufbaustreben zerspalten und verbluten am Parteigez\u00e4nk und ewigen F\u00fchrerwechsel [sic], ist es heute ein Wille, der uns eint, eine Kraft, die uns leitet, ein F\u00fchrer, der uns ruft. Vergessend des Parteienhasses von gestern, hat das gro\u00dfe Sammeln begonnen, die Einigung aller Deutschen, deutschen Blutes zur gemeinsamen Tat, deren Sinnbild der heutige Festtag ist.<\/p>\n<p>Heute liegt nicht nur eine Schicht des Volkes die H\u00e4nde zum Feiern in den Scho\u00df, eine Schicht, die klassenk\u00e4mpferisch verhetzt, nur sich allein arbeitend sah. Es ist das ganze schaffende Volk, das ausruhend sich die H\u00e4nde reicht in Ehrfurcht vor gemeinsamer deutscher Leistung, der deutschen Leistung, die dem Kopfe des Erfinders entspringt, die der deutsche Arbeiter ausf\u00fchrt, der diensttreue Beamte befestigt und unsere Wehrmacht verteidigt.<\/p>\n<p>Es ist nicht die Sch\u00f6nheit unseres Vaterlandes, die uns in der Welt die Geltung verschafft, die wir fordern. Es ist nicht die Gr\u00f6\u00dfe vergangener Jahrhunderte, die die anderen V\u00f6lker vergessen haben. Das, was die V\u00f6lker der Welt uns zu Freunden wirbt oder zu Feinden zwingt, das ist die Qualit\u00e4t der deutschen Arbeit; der Arbeit, die aus ungebrochenem Lebenswillen ihre Impulse sch\u00f6pft, die in deutscher Verstandesleistung ihre Qualit\u00e4t besitzt, die in z\u00e4hester Gr\u00fcndlichkeit und altpreu\u00dfischer Zucht, ihre unnachahmliche Ausf\u00fchrung erh\u00e4lt. Diese gemeinsame deutsche Arbeit zu feiern, haben wir uns hier in erhebend gro\u00dfer Zahl vereint.<\/p>\n<p>Im Auftrag der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei hei\u00dfe ich Sie alle auf das herzlichste willkommen. Ich w\u00fcnsche, da\u00df Sie von aller Arbeit ruhend, ihr zur Ehre ein klassenvers\u00f6hnendes, aufbaubereitendes Fest begehen. Ich fordere Sie alle auf, wenn der Festjubel verrauscht ist, aufzustehen zur gro\u00dfen Tat, vereint mit Hand anzulegen an das gro\u00dfe Befreiungswerk, zu dem wir alle aufgerufen sind, damit deutscher Arbeitswille wieder Raum, deutsche Arbeitsleistung wieder einen Boden findet. Ich bitte Sie sich zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Das arbeitende deutsche Volk, sein ehrw\u00fcrdiger Reichspr\u00e4sident, die Verk\u00f6rperung deutscher Treue, der Kanzler Hitler, sein tatgewordener Aufbauwille, sie leben hoch, hoch, hoch!\u201c<\/p>\n<p><strong>[Anbetung des Kampfzieles im Zeichen der Hakenkreuzfahne]<\/strong><br \/>\nMit Begeisterung folgte den Hochrufen das stehend gesungene Deutschlandlied.<\/p>\n<p>Ein SA-Mann (Fritz Tigges) trug ein Gedicht nach eigener Fassung vor, das auf die Bedeutung des Tages hinwies. Recht anmutig wirkte der dann folgende Vortrag des Sprechchores des \u201eBundes Deutscher M\u00e4dchen. Das hohe Lied der Arbeit\u201c [sic]. Auch der M\u00e4nnergesangverein stand selbstverst\u00e4ndlich mit im Dienste des Tages. Das von ihm entbotene Lied wurde mit sehr gro\u00dfem Beifall angenommen. In lautloser Stille lauschte dann die gro\u00dfe Menschenansammlung der durch Lautsprecher \u00fcbertragenen Rede des Herrn Reichskanzlers.<\/p>\n<p>Nach der Uebertragung der Rede des Reichskanzlers sprach, nachdem eine SA-Mannschaft ihn zur Rednerb\u00fchne geleitet hatte, der in Brilon als ein alter K\u00e4mpfer f\u00fcr Nationale Bewegung bekannte Schulrat Dr. Schmeck. Wohl niemand in Deutschland habe es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, da\u00df der 1. Mai einmal ein Tag der nationalen Arbeit f\u00fcr das ganze Volk werden w\u00fcrde. Heute wehten Fahnen \u00fcberall, die alten schwarz-wei\u00df-roten, die neuen des wiedererwachten Deutschlands, in der roten Farbe ein Zeichen des Kampfes u. der Blutopfer, denen es zur Rettung der Nation bedurfte, in der wei\u00dfen Farbe das Ziel des Kampfes anbetend, Schaffung eines sittlich, geistig, politisch und wirtschaftlich erneuerten Reiches, im Hakenkranz das Symbol sieghafter Auferstehung gebend. Frisches Maiengr\u00fcn habe Stra\u00dfen und H\u00e4user geschm\u00fcckt, ein Zeichen der Hoffnung, des Vertrauens, der beseligenden Maienfreude; leider habe uns unser gro\u00dfer Briloner Wald das frische Gr\u00fcn nicht schenken k\u00f6nnen. Einer sei immer und immer wieder genannt worden, von gro\u00df und klein, jung und alt, M\u00e4nnern und Frauen, von dem fast noch stammelnden Kinde als etwas nur geahntes Gro\u00dfes, von dem Geiste als Erf\u00fcllung eines hei\u00df-gehegten Wunsches: der Name Adolf Hitler. Ein Bild sah man immer und immer wieder, sah es besonders sch\u00f6n am Briloner Rathaus: das Bild Adolf Hitlers. Ein Geist, eine Gesinnung, eine Tat scheine im ganzen Volke werden zu wollen, gelehrt von Adolf Hitler im Nationalsozialismus, der heute allein die Rettung unseres Volkes bringen k\u00f6nne. Ein Geist der Arbeit solle alle beseelen, der adelt, eint und f\u00fchrt. Vor uns stehe das herrliche Vorbild unseres F\u00fchrers Adolf Hitler, von dem jeder Deutsche, besonders aber unsere leider vielfach so verderbte Jugend ein Vierfaches lernen k\u00f6nne: unbeugsame Willenskraft, nimmerm\u00fcde, flei\u00dfige und ganze Tat, den Geist unerschrockenen K\u00e4mpfens und Ringens, den Geist kraftvollen, fruchtbaren Siegens \u00fcber Hemmnisse aller Art. Ein Gl\u00fcck f\u00fcr uns sei es, da\u00df auch in der Schule unseren Kindern endlich wieder einmal ein Vorbild solcher Art gezeigt werden k\u00f6nne. Innenpolitisch seien wir uns des gro\u00dfen Sieges Adolf Hitlers schon bewu\u00dft geworden. Wer k\u00f6nne wissen, welche au\u00dfenpolitischen Wirkungen f\u00fcr Europa und die ganze Welt von der Idee und der Tat Adolf Hitlers unter Umst\u00e4nden ihren Ausgang nehmen k\u00f6nnten. In Brilon, wo der Kampf f\u00fcr die nationale Bewegung schwerer gewesen sei, sei der Tag der nationalen Arbeit w\u00fcrdig gefeiert worden; etwas derartiges habe die Stadt noch nicht erlebt. Beim n\u00e4chstj\u00e4hrigen 1. Mai d\u00fcrfe nicht ein B\u00fcrger mehr in Brilon sein, der nicht dem F\u00fchrer im vereinten Deutschland willig, vertrauensvoll, mit aller Kraft mitwirkend folge. Mit einem vierfachen \u201eSieg Heil!\u201c auf die nationale Arbeit, auf das in der nationalen Arbeit geeinte Volk und auf den F\u00fchrer Adolf Hitler schlo\u00df der Redner seine von Begeisterungsstarkem gl\u00fchendem Empfinden getragenen Ausf\u00fchrungen. Stehend sang die gro\u00dfe Festschar alle 4 Strophen des Horst Wessel-Liedes.<\/p>\n<p>Nach dem Liede geleiteten SA-Leute den Redner zu seinem Platze zur\u00fcck. Und nun endlich kamen auch diejenigen zu ihrem Recht, die sich am Feiertage der nationalen Arbeit auf ein T\u00e4nzchen gefreut hatten. Es war ein gro\u00dfes Gewoge in der Sch\u00fctzenhalle, das sich noch einige Stunden fortsetzte. Zur\u00fcckschauend sagen wir: Alles hatte geklappt, alles war gut organisiert, alles tadellos durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der 1. Mai 1933 war ein Tag der Volksgemeinschaft, an dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die H\u00e4nde reichten. M\u00f6chte eine solche Einm\u00fctigkeit, wie sie heute so offenkundig in Erscheinung getreten ist, das deutsche Volk stets beherrschen, namentlich, wenn es sich um die Interessen der Arbeiter und der Ehrung der deutschen Arbeit handelt. Wir geben der zuversichtlichen Hoffnung Raum, da\u00df diese gewaltige Veranstaltung dazu beitr\u00e4gt, die noch bestehenden Gegens\u00e4tze zwischen den einzelnen Klassen und St\u00e4nden zu \u00fcberbr\u00fccken, denn in dem neuen Deutschland soll es keinen Kastengeist mehr geben, sondern nur noch eine wahre Volksgemeinschaft, in der jeder in seinem N\u00e4chsten seinen Bruder sieht. Das walte Gott!\u201c\u201c<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<p><strong>Textdokumentation II:<\/strong><br \/>\n<strong>Verabschiedung des Briloner B\u00fcrgermeisters im Jahr 1937<\/strong><\/p>\n<p><em>Der Briloner B\u00fcrgermeister Josef Paul Sauvigny, der 1933 Hitler hatte \u201eHoch, hoch, hoch\u201c leben lassen, trat 1937 in den Ruhestand. Bei seiner Verabschiedung bescheinigte ihm der Landrat, er habe sich nach der Machtergreifung der NSDAP \u201eentsprechend seiner nationalen Gesinnung sofort eingeschaltet und sein Amt stets im nationalsozialistischen Geiste verwaltet\u201c. Auch hier sei die einschl\u00e4gige Zeitungsquelle dokumentiert:<\/em><\/p>\n<p>\u201eSauerl\u00e4nder Zeitung:<br \/>\nAus der Stadt.<br \/>\nBrilon, den 2. Juli 1937.<\/p>\n<h3>B\u00fcrgermeister Sauvigny nahm Abschied<\/h3>\n<p>Der am 1. Juli d.J. in den Ruhestand getretene B\u00fcrgermeister Sauvigny hatte am Abend des 30. Juni alle seine Mitarbeiter in der Stadt-, Forst- und Polizeiverwaltung zu einer Abschiedsfeier im Saale des Hotels zur Krone eingeladen. In einer herzlichen Begr\u00fc\u00dfungsansprache brachte er seinen Dank f\u00fcr die jahrelange treue Mitarbeit zum Ausdruck. Er wollte aber, bevor er scheide noch alle einmal um sich versammeln, die ihm stets mit Rat und Tat geholfen und mit denen er so gern zusammen gearbeitet habe. Nachdem er das B\u00fcrgermeisteramt mehr als 20 Jahre verwaltet, durch das Vertrauen seiner Mitarbeiter und der B\u00fcrgerschaft getragen, bat er, dieses Vertrauen auch seinem Nachfolger entgegenzubringen.<\/p>\n<p>Oberstadtsekret\u00e4r Martini hob hervor, da\u00df der nunmehr Scheidende seit etwa 100 Jahren der zweite B\u00fcrgermeister der Stadt Brilon ist, der l\u00e4nger als eine Amtsperiode hindurch B\u00fcrgermeister war. Aber bei Herrn Sauvigny fiel diese doppelte Amtsperiode in eine besonders ereignisreiche und wechselvolle Zeit, die stets ganze Einsatzbereitschaft erfordere. Erst durch die Ma\u00dfnahmen des dritten Reiches habe die Arbeit wieder Freude gemacht. So k\u00f6nne er heute das Amt unbesorgt in die Hand seines Nachfolgers \u00fcbergeben. Es sei ihm eine Ehre, dem scheidenden Vorgesetzten den Dank der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtverwaltung auszusprechen. Die Zusammenarbeit mit ihm habe nie in einem Mi\u00dfton geendet und der B\u00fcrgermeister d\u00fcrfe versichert sein, da\u00df er im Bedarfsfalle ruhig auf die Hilfsbereitschaft aller seiner Mitarbeiter zur\u00fcckgreifen d\u00fcrfe. \u2013 Weitere Trinkspr\u00fcche wurden noch u.a. gehalten vom Stadtbaumeister Hellmold, der dem B\u00fcrgermeister seine Ernennung zum Ehrenmitgliede der Freiw. Feuerwehr bekanntgab, von Forstmeister H\u00f6tte, Gewerbelehrer Kannengie\u00dfer u.a.m.<\/p>\n<p>Auch Herr Landrat Schramm fand sich zu einem Abschiedsabend noch ein und betonte in einer Ansprache, da\u00df Herr B\u00fcrgermeister Sauvigny eine ganz besonders schwierige Amtszeit zur\u00fcckgelegt habe. Aber nach den schwierigen Zeiten habe er auch den Aufstieg noch miterleben d\u00fcrfen. Nach der Macht\u00fcbernahme habe er sich trotz seines vorger\u00fcckten Alters, entsprechend seiner nationalen Gesinnung sofort eingeschaltet und sein Amt stets im nationalsozialistischen Geiste verwaltet. Das sei sowohl von der Aufsichtsbeh\u00f6rde wie auch von der politischen Leitung durchaus anerkannt worden. Er spreche ihm daf\u00fcr den Dank dieser Stellen aus und w\u00fcnsche ihm noch einen langen Lebensabend in Brilon, als deren [sic] Mitb\u00fcrger er sich auch ferner am \u00f6ffentlichen Leben bet\u00e4tigen werde.<\/p>\n<p>Es war eine sch\u00f6n und harmonisch verlaufene Feier im Geiste wahrer Volksgemeinschaft, die gleich ehrend f\u00fcr die Gefolgschaftsf\u00fchrer und Gefolgschaft war. Eine besondere Note erhielt das Fest durch das unerwartete Eintreffen und die Mitwirkung der Musikkapelle Dierkes, durch welche die gl\u00e4nzende Feststimmung naturgem\u00e4\u00df noch eine Steigerung erfuhr.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Textdokumentation: Wie sich 1933 in Brilon unter Propagandaworten des katholischen B\u00fcrgermeisters die sogenannte \u201eVolksgemeinschaft\u201c formierte. 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