{"id":47746,"date":"2020-11-15T19:52:13","date_gmt":"2020-11-15T18:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=47746"},"modified":"2020-11-16T19:26:43","modified_gmt":"2020-11-16T18:26:43","slug":"zum-volkstrauertag-der-prozess-in-der-siedlinghausener-schuetzenhalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/zum-volkstrauertag-der-prozess-in-der-siedlinghausener-schuetzenhalle\/","title":{"rendered":"Zum \u201eVolkstrauertag\u201c &#8211; Der Proze\u00df in der Siedlinghausener Sch\u00fctzenhalle"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_31290\" aria-describedby=\"caption-attachment-31290\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-31290\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/GlaubeSitteHeimat201501141.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/GlaubeSitteHeimat201501141.jpg 600w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/GlaubeSitteHeimat201501141-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-31290\" class=\"wp-caption-text\">Beschriftung in einer Sauerl\u00e4nder Sch\u00fctzenhalle: &#8222;Glaube. Sitte. Heimat.&#8220;<br \/>Diesem Leitspruch folgt der Sauerl\u00e4nder Sch\u00fctzenbund. (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u201eDie Zwangsarbeiter\/innen wurden in allen notwendigen Bereichen eingesetzt, in der Waffenproduktion, in der Landwirtschaft und \u2013 wie in Siedlinghausen \u2013 auch in Steinbr\u00fcchen.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Auszug aus dem <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/248.-Der-Prozess-in-der-Schuetzenhalle.-Volkstrauertag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aktuellen Recherchebericht, insgesamt 28 Seiten<\/a>.)<\/em><\/p>\n<p>In einem der beiden Steinbr\u00fcche behandelte man die jungen Menschen laut mehrerer Zeugenaussagen so schlecht, dass sie an den Strapazen fr\u00fch verstarben oder auf der Flucht erschossen wurden. Die Menschenverachtung ging sogar so weit, dass man sie au\u00dferhalb des Dorfes in der N\u00e4he der M\u00fcllkippe verscharrte. Ihre sterblichen \u00dcberreste wurden erst sp\u00e4ter auf dem Friedhof in einem eigenen Gr\u00e4berfeld beigesetzt.\u201c<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war ich nicht sicher, ob er vielleicht einen anderen Friedhof meinte und habe ihn gefragt. Aber mit \u201eau\u00dferhalb des Dorfes in der N\u00e4he der M\u00fcllkippe\u201c meinte er den \u201eFriedhof R\u00f6bbecken\u201c.<\/p>\n<p>\u201eLaut mehrerer Zeugenaussagen\u201c \u2013 was m\u00f6gen das f\u00fcr \u201eZeugen\u201c gewesen sein? Wo haben Menschen \u201eAussagen\u201c zum Steinbruch der \u201eFa. Kr\u00e4mer &amp; Co.\u201c gemacht?<\/p>\n<p>Carl Caspari schreibt in \u201eUnser Dorf Siedlinghausen\u201c: \u201eIm Jahr 1948 fand ein gro\u00dfer Proze\u00df gegen Dietrich Kr\u00e4mer, wohnhaft in Dortmund, in unserer Sch\u00fctzenhalle statt. Die Gerichtsverhandlung gegen ihn und noch einige andere M\u00e4nner war am 20.6.1948 in der Sch\u00fctzenhalle. Die Verhandlung wurde von dem englischen Milit\u00e4rgericht aus Arolsen geleitet. Aber wie dieser Proze\u00df endete, konnte ich leider nicht mehr in Erfahrung bringen.\u201c<\/p>\n<p>Nun mu\u00df nat\u00fcrlich nicht alles stimmen, was geschrieben steht. So schreibt Carl Caspari in \u201eUnser Dorf Siedlinghausen\u201c auch: \u201eAuf dem Viehfriedhof wurde bei 4 russischen Soldaten kein Name auf die Holztafel geschrieben, auch der Sterbetag ist unbekannt. Die Toten hatte man wohl, kurz bevor die beiden Gefangenenlager aufgel\u00f6st wurden, dort eingegraben. Den Verantwortlichen blieb sicher keine Zeit mehr, die Gr\u00e4ber zu registrieren und eine Holztafel mit Namen aufzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Und diese vier \u201eUnbekannt\u201c sind es ja nun nicht mehr &#8211; waren es eigentlich nie -, und sie starben am 4.12.1941 (Stepan \u00dcschakow, geb. 28.3.1914), am 2.2.1942 (Andrej Borodanow, geb. 30.4.1918), am 16.5.1942 (Kiril Nowikow, geb. 26.4.1920, gestorben am gleichen Tag im gleichen \u201eArbeitskommando\u201c \u201etot aufgefunden\u201c, an dem Iwan Safronow \u201eauf der Flucht erschossen\u201c wurde) und am 8.12. (oder \u2013 laut Sterbeurkunde \u2013 am 24.12.) 1942 (Karapet Tschuwadjan, geboren 1904).<\/p>\n<p>Aber auch Franz Mickus spricht von \u201eZeugenaussagen\u201c, und \u201eein gro\u00dfer Proze\u00df gegen Dietrich Kr\u00e4mer &#8230; in unserer Sch\u00fctzenhalle &#8230; am 20.6.1948 &#8230; von dem englischen Milit\u00e4rgericht aus Arolsen geleitet\u201c ist eine sehr konkrete Spur, zu der manche Dokumente der \u201eArolsen Archive\u201c passen, in denen von \u201eMurder and mistreatment of forced laborers and Allied POW\u2019s in Germany\u201c and \u201ePlace of Offence: Siedlinghausen, Germany. Date: 1941-1944. Offence: Murder of Russian Ps\/W.\u201c geschrieben ist.<\/p>\n<p>In einem Dokument stehen besondere Hinweise auf die Anzahl und die Namen der Toten:<\/p>\n<p>\u201eHe remembers five Russians buried in the town-cementery and some twenty-four buried in the field, two of which were sent up from a firm Huttemann in Olsberg. (An actual count of the graves on the field gave a total of twenty-six or twenty-seven, therefore thirty-one or thirty-two graves altogether.) The names of the buried PW\u2019s and the dates of their death can be ascertained at the Police Administration in Bigge.\u201c<\/p>\n<p>Und so stellt sich mir wieder die Frage: Was bedeutet die 26. Angabe in der Friedhofsliste zum \u201eFriedhof R\u00f6bbhecken\u201c von 1970, die vorne \u201e25 Gr\u00e4ber\u201c angibt, und was ist mit diese L\u00fccke zwischen den Grabsteinen von \u201eSabronow\u201c und \u201eBoltutschow\u201c?<\/p>\n<p>Und so ist es f\u00fcr mich h\u00f6chst wahrscheinlich, da\u00df es stimmt, was Carl Caspari in \u201eUnser Dorf Siedlinghausen\u201c schrieb:<\/p>\n<p>\u201eIm Jahr 1948 fand ein gro\u00dfer Proze\u00df gegen Dietrich Kr\u00e4mer, wohnhaft in Dortmund, in unserer Sch\u00fctzenhalle statt. Die Gerichtsverhandlung gegen ihn und noch einige andere M\u00e4nner war am 20.6.1948 in der Sch\u00fctzenhalle. Die Verhandlung wurde von dem englischen Milit\u00e4rgericht aus Arolsen geleitet. Aber wie dieser Proze\u00df endete, konnte ich leider nicht mehr in Erfahrung bringen.\u201c<\/p>\n<p>Zwar ist sein Buch ja von 1999 und unter den o.a. Dokumenen ID 120848333 120848335 der \u201eArolsen Archigves\u201c steht \u201eDeclassified per Executive Order 12356, Section 3.3, NND 775032 by RB\/Brust NARA, Date Jan. 21, 1993\u201c. Aber erst seit wenigen Monaten werden die Dokumente online gestellt, und so konnte Carl Caspari vieles wohl noch nicht \u201ein Erfahrung bringen\u201c.<\/p>\n<p>Heute ist vieles anders als noch bis vor ein paar Jahren. Am sch\u00f6nsten und k\u00fcrzesten sagt es die Direktorin Floriane Azoulay: \u201eEs kann doch nicht sein, dass nach 75 Jahren immer noch so viele Namen nicht digital erfasst sind. Die Archive geh\u00f6ren uns nicht, die Namen m\u00fcssen raus in die Welt!\u201c<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/248.-Der-Prozess-in-der-Schuetzenhalle.-Volkstrauertag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alles lesen, mit Bildern, Anmerkungen und Quellenverweisen (28 Seiten PDF)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Zwangsarbeiter\/innen wurden in allen notwendigen Bereichen eingesetzt, in der Waffenproduktion, in der Landwirtschaft und \u2013 wie in Siedlinghausen \u2013 auch in Steinbr\u00fcchen. 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