{"id":47148,"date":"2020-08-31T20:47:08","date_gmt":"2020-08-31T19:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=47148"},"modified":"2020-08-31T20:47:08","modified_gmt":"2020-08-31T19:47:08","slug":"rezension-generation-greta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/rezension-generation-greta\/","title":{"rendered":"Rezension: Generation Greta"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_47150\" aria-describedby=\"caption-attachment-47150\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-47150\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Rez-Hurrelmann-2020-08-31-Cover..jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"956\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Rez-Hurrelmann-2020-08-31-Cover..jpg 600w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Rez-Hurrelmann-2020-08-31-Cover.-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47150\" class=\"wp-caption-text\">Generation Greta \u2013 eine Rezension von Detlef Tr\u00e4bert (Bild: Buchcover)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Es gibt B\u00fccher, die das sehr menschliche Schicksal teilen, ins Rampenlicht zu treten \u2013 und kaum wahrgenommen zu werden. So ging es auch \u201eGeneration Greta \u2013 Was sie denkt, wie sie f\u00fchlt und warum das Klima erst der Anfang ist\u201c von Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht. Ihr Buch erschien unmittelbar vor der Leipziger Buchmesse 2020, die jedoch eine Woche zuvor abgesagt worden war, und wurde deswegen medial anfangs kaum beachtet.<\/strong><\/p>\n<p>Nun aber, wo die allgemeine Berichterstattung der Medien nicht mehr ausschlie\u00dflich um Corona kreist, ist es an der Zeit, sich mit diesem Titel zu besch\u00e4ftigen und damit auch diejenigen medial wieder aus der Versenkung zu holen, \u00fcber die es Auskunft gibt: die Generation der bis 20-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Dass Greta Thunberg gemeinsam mit Luisa Neubauer und zwei belgischen Mitstreiterinnen vor Kurzem ein medial viel beachtetes Gespr\u00e4ch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte, zeigt die herausragende Bedeutung der jungen Generation im Umgang mit der Klima-Thematik. Auch eine Pandemie darf nicht verhindern, dass Politik und Gesellschaft sich mit dieser zentral wichtigen Problematik befassen.<\/p>\n<p>Doch \u201eGeneration Greta\u201c thematisiert nicht das Klima, sondern zeichnet ein Portr\u00e4t der Jugend von heute, die so massiv auf die Stra\u00dfe geht wie noch keine Generation bisher. \u201eNoch nie zuvor hatten junge Menschen in solch einem Ma\u00df das Gef\u00fchl, keine Zeit mehr verlieren zu d\u00fcrfen\u201c (S. 9). Die aktuellen politischen Planungen reichen allenfalls bis ins Jahr 2050 \u2013 da wird die Greta-Generation noch ihr halbes Leben vor sich haben.<\/p>\n<p>Die Klimapolitik und die Haltung der heutigen Jugend dazu bildet die inhaltliche wie auch formale Klammer des Buches und steht im Zentrum des ersten wie auch des letzten Kapitels. Dazwischen thematisieren die beiden Autoren anhand von Shell-, JIM- oder World-Vision-Kinderstudie und anderen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen das Verh\u00e4ltnis der jungen Leute zu ihren Eltern, ihre Parteienverdrossenheit oder ihre Chancen in der aktuellen Arbeitswelt.<\/p>\n<p>Insgesamt zw\u00f6lf Kapitel portr\u00e4tieren die Generation Greta umfassend und sehr gut lesbar. Allerdings mag der Stil nicht jedem gefallen, wenn \u2013 \u00e4hnlich wie in einer TV-Doku \u2013 einzelne Jugendliche stellvertretend f\u00fcr ihre Generation mit pers\u00f6nlichen Statements zum gro\u00dfen Ganzen zitiert werden. Doch immerhin werden so beispielsweise Probleme des deutschen Schulwesens und des Einflusses der sozialen Herkunft auf Bildungschancen plakativ in den Fokus ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Dabei wird deutlich, dass \u201eGeneration Greta\u201c doch keine allgemeing\u00fcltige Zuschreibung f\u00fcr die ganze \u201eGeneration Z\u201c sein kann, denn die von Greta Thunberg ausgel\u00f6ste Protestbewegung wird \u00fcberwiegend von Sch\u00fclerinnen h\u00f6herer Bildungsg\u00e4nge getragen. Deren Organisationsf\u00e4higkeit gibt Hinweise auf M\u00e4ngel im Schulwesen, die sich auch in der Corona-Krise deutlich zeigen: Die Ausstattung mit modernen elektronischen Medien ist an unseren Schulen ungleich verteilt und ein Manko vor allem f\u00fcr die unteren sozialen Schichten.<\/p>\n<p>Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht haben nach \u201eDie heimlichen Revolution\u00e4re\u201c (Beltz 2014) mit \u201eGeneration Greta\u201c ihr zweites gemeinsames Buch vorgestellt. Angesichts der bereits offenkundigen existenziellen Probleme bez\u00fcglich Klima und Umwelt ist es ihre bisher wichtigste Publikation. \u201eWer die Generation Greta ernst nimmt, kommt nicht umhin zu denken: H\u00e4tten wir doch fr\u00fcher auf sie geh\u00f6rt. Denn das Klima ist erst der Anfang\u201c (S. 254), hei\u00dft es an deren Ende.<\/p>\n<p>In der Tat: Wir haben keine zweite Erde im Kofferraum. Als Jane Fonda diesen Gedanken formulierte, waren manche der heute umweltaktiven Jugendlichen noch nicht einmal geboren.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\n<em>*) Klaus Hurrelmann \/ Erik Albrecht: Generation Greta. Was sie denkt, wie sie f\u00fchlt und warum das Klima erst der Anfang ist, Weinheim und Basel (Beltz) 2020, 271 S., \u20ac 19,95 (E-Book: \u20ac 18,99)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt B\u00fccher, die das sehr menschliche Schicksal teilen, ins Rampenlicht zu treten \u2013 und kaum wahrgenommen zu werden. 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