{"id":46915,"date":"2020-07-10T19:31:23","date_gmt":"2020-07-10T18:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=46915"},"modified":"2020-07-10T19:31:23","modified_gmt":"2020-07-10T18:31:23","slug":"schweinemast-und-guelle-wie-viel-davon-koennen-mensch-tier-und-natur-verkraften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/schweinemast-und-guelle-wie-viel-davon-koennen-mensch-tier-und-natur-verkraften\/","title":{"rendered":"Schweinemast und G\u00fclle \u2013 Wie viel davon k\u00f6nnen Mensch, Tier und Natur verkraften?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-46917\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MarsbergSchweinemast20200710.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MarsbergSchweinemast20200710.jpg 1366w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MarsbergSchweinemast20200710-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MarsbergSchweinemast20200710-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MarsbergSchweinemast20200710-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><strong>Im Stadtgebiet Marsberg machen sich ganz offensichtlich immer mehr Aus- und Nebenwirkungen der Massentierhaltung, speziell der Schweinemast bemerkbar. Der h\u00f6chste im Hochsauerlandkreis (offiziell) gemessene und verk\u00fcndete Nitratwert stammt aus dem \u201eSchweineparadies\u201c Marsberg. Mit 47 mg\/l liegt er nur ganz knapp unter dem Grenzwert von 50 mg\/l.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Der Artikel ist in \u00e4hnlicher Form Anfang Juli zuerst <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=9554\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">auf der Website der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste<\/a> erschienen.)<\/em><\/p>\n<p>Verwunderlich ist das nicht. Denn allein im Raum Marsberg stehen nach aktuellen Angaben der Kreisverwaltung \u00fcber 30.400 Schweine in den St\u00e4llen. Und das offenbar mit steigender Tendenz. 2018 lag dort die Zahl der Mastschweine (laut Angaben des HSK) bei \u201enur\u201c rund 27.600 Tieren. Offenbar sind in den letzten Jahren immer mehr St\u00e4lle genehmigt und gebaut worden.<\/p>\n<p><strong>Arme Schweine<\/strong><br \/>\nDie Marsberger Schweine sind im wahrsten Sinne des Wortes arme Schweine. Sie leben laut den uns vorliegenden Angaben allesamt in konventioneller Haltung, also auf Voll- oder Teilspaltenb\u00f6den mit wenig Tageslicht und nicht mal ein Quadratmeter Platz pro Tier. So vegetieren sie rund 100 Tage. Dann haben sie die Schlachtreife von bis zu 125 kg erreicht. Zum kr\u00f6nenden Abschluss ihres bescheidenen Lebens werden sie dichtgedr\u00e4ngt zum Gro\u00dfschlachthof transportiert (vielleicht zu T\u00f6nnies)?<\/p>\n<p><strong>Wie viel G\u00fclle \u201eproduziert\u201c ein Marsberger Schwein?<\/strong><br \/>\nRein rechnerisch ergibt sich ein G\u00fclleanfall von 1,43 m\u00b3 pro Mastplatz und Jahr. Darin enthalten ist das Reinigungswasser von 0,507 m\u00b3 pro Tier pro Jahr.<\/p>\n<p>Quelle f\u00fcr diese Angabe ist die Landwirtschaftskammer Niedersachen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lwk-niedersachsen.de\/index.cfm\/portal\/1\/nav\/753\/article\/30422.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.lwk-niedersachsen.de\/index.cfm\/portal\/1\/nav\/753\/article\/30422.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Noch mehr G\u00fclle von Irgendwo<\/strong><br \/>\nZu allem eigenen (G\u00fclle-)\u00dcberfluss beobachten Marsberger B\u00fcrger\/innen immer wieder G\u00fclle-Importe per LKW. Woher genau die Fracht in den Hochsauerlandkreis kommt ist ungewiss, vielleicht u.a. aus der Weser-Ems-Region in Niedersachsen, die als \u201eKernland der deutschen Fleischindustrie\u201c gilt.<\/p>\n<p><strong>Diskussion um die Messwerte<\/strong><br \/>\nUnd weil die (offiziell bekannten) Nitratmesswerte im Raum Marsberg schon fast eine halbe Ewigkeit im kritischen Bereich liegen, misstrauen ihnen offenbar die Hauptverursacher, die Schweinem\u00e4ster. Die Bauern zweifeln die Angaben offenbar an und rufen nach der Politik:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wp.de\/staedte\/altkreis-brilon\/bauern-aus-marsberg-misstrauen-messung-zur-nitratbelastung-id228080847.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.wp.de\/staedte\/altkreis-brilon\/bauern-aus-marsberg-misstrauen-messung-zur-nitratbelastung-id228080847.html<\/a><\/p>\n<p>Auf der anderen Seite stehen misstrauische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Sie fragen sich nicht von ungef\u00e4hr, ob es im Bereich Marsberg, im HSK und im benachbarten Hessen \u00fcberhaupt ausreichend Messstellen gibt, um sich ein einigerma\u00dfen klares Bild \u00fcber die H\u00f6he der Nitratbelastung zu machen? Auch sie fragen sich ob die offiziellen Angaben \u00fcber die H\u00f6he der Nitratwerte realistisch oder vielleicht doch etwas (nach unten) gesch\u00f6nt sind?<\/p>\n<p><strong>\u00dcberregionaler Bezug: Schweinemast und Grundwasser<\/strong><br \/>\nEine Studie die vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), die am 26.02.2020 ver\u00f6ffentlicht worden ist, hat einen klaren Zusammenhang zwischen der Grundwasserbelastung und der landwirtschaftlichen Nutzung der betroffenen Gebiete belegt. Grundlage sind Daten von 2012 bis 2016, die offenbar einen systematischen Zusammenhang zwischen Bodennutzung und Nitratbelastung aufweisen.<\/p>\n<p><strong>Es besteht ein Zusammenhang zwischen Bodennutzung und Nitratbelastung.<\/strong><br \/>\nZitat \u201eEurActiv\u201c:\u00a0 \u201eW\u00e4hrend der Nitratgehalt in Wald- und Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen meist deutlich geringer ist, weisen Messstellen in landwirtschaftlichem Gebiet deutlich h\u00f6here Werte auf. Dort liegt der Durchschnitt bei etwa 28 Prozent im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von nur 18 Prozent. In landwirtschaftlichen Regionen fanden die Forscher nicht nur h\u00e4ufiger, sondern dann auch deutlich st\u00e4rkere Belastungswerte, welche den erlaubten H\u00f6chstwert von 50 Milligramm pro Liter um das bis zu siebenfache \u00fcberschreiten. \u2026<br \/>\n\u2026 Neu an den Ergebnissen des Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) ist, dass es damit erstmals eine systematische Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Bodennutzung und der Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland gibt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ergebnis der Studie:<\/strong> Die Landwirtschaft bleibt der gr\u00f6\u00dfte Verursacher des Nitrat\u00fcberschusses<\/p>\n<p>Zitat \u201eEurActiv\u201c: \u201eDie Konzentration von Nitrat ist besonders in jenen Bundesl\u00e4ndern mit Schweinemast besonders hoch. Verursacht wird sie durch den Dung der Tiere, der auf die Felder ausgebracht und im Boden durch biochemische Prozesse in Nitrat umgewandelt wird, das sich wiederum in Grund- und Oberfl\u00e4chenwasser anreichert. Nach Erkenntnissen der Forscher geht deshalb auch eine h\u00f6here Dichte des Schweinebestandes mit einer erh\u00f6hten Nitratbelastung einher. F\u00fcr Rinder und Schafe konnte dagegen keine solche Korrelation gefunden werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Klick:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.euractiv.de\/section\/landwirtschaft-und-ernahrung\/news\/studie-zeigt-erstmals-zusammenhang-zwischen-landwirtschaft-und-nitratbelastung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.euractiv.de\/section\/landwirtschaft-und-ernahrung\/news\/studie-zeigt-erstmals-zusammenhang-zwischen-landwirtschaft-und-nitratbelastung\/<\/a><\/p>\n<p>G\u00fclle im \u00dcberfluss bedeutet eine Vielzahl ung\u00fcnstiger und wahrscheinlich gesundheitssch\u00e4dlicher Nebenwirkungen<br \/>\nDarum leitete die Europ\u00e4ische Kommission beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) im Jahr 2016 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.740783.de\/publikationen\/wochenberichte\/2020_09_1\/nitratbelastung_im_grundwasser_ueberschreitet_grenzwert_seit___mehr_transparenz_und_kontrolle_in_der_duengepraxis_notwendig.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.740783.de\/publikationen\/wochenberichte\/2020_09_1\/nitratbelastung_im_grundwasser_ueberschreitet_grenzwert_seit___mehr_transparenz_und_kontrolle_in_der_duengepraxis_notwendig.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Fortsetzung folgt<\/strong><br \/>\nWir k\u00f6nnten hier noch seitenlang \u00fcber die Aus- und Nebenwirkungen von Tiermast spekulieren und schreiben. Der n\u00e4chste Skandal ist gewiss. Wir werden viel zu bald davon h\u00f6ren und lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Stadtgebiet Marsberg machen sich ganz offensichtlich immer mehr Aus- und Nebenwirkungen der Massentierhaltung, speziell der Schweinemast bemerkbar. 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