{"id":46868,"date":"2020-07-02T18:45:55","date_gmt":"2020-07-02T17:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=46868"},"modified":"2020-07-02T18:48:30","modified_gmt":"2020-07-02T17:48:30","slug":"strassen-nrw-trockenstress-laesst-baeume-absterben-notfallfaellungen-werden-haeufiger-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/strassen-nrw-trockenstress-laesst-baeume-absterben-notfallfaellungen-werden-haeufiger-notwendig\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfen.NRW: Trockenstress l\u00e4sst B\u00e4ume absterben \u2013 Notfallf\u00e4llungen werden h\u00e4ufiger notwendig"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_46869\" aria-describedby=\"caption-attachment-46869\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-46869\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a42-as-wanne-03.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a42-as-wanne-03.jpg 600w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a42-as-wanne-03-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a42-as-wanne-03-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a42-as-wanne-03-200x200.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46869\" class=\"wp-caption-text\">Die Trockenheit l\u00e4sst B\u00e4ume entlang der Stra\u00dfen und Autobahnen absterben. (Foto: Stra\u00dfen.NRW)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gelsenkirchen. (<a href=\"http:\/\/www.strassen.nrw.de\/de\/presse\/meldungen\/meldung\/strassen-nrw-trockenstress-laesst-baeume-absterben-notfallfaellungen-werden-haeufiger-notwendig.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">stra\u00dfen.nrw<\/a>) Als Michel von Scherenberg, Leiter der Autobahnmeistereien im Ruhrgebiet, an einem Mittwochabend im Juni einen Anruf eines Stra\u00dfenw\u00e4rters bekommt, ist klar: Hier muss er schnell handeln. Der Kollege hat an der Anschlussstelle Essen-Holsterhausen B\u00e4ume entdeckt, die v\u00f6llig ohne Bl\u00e4tter dastehen.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Pressemitteilung Stra\u00dfen.NRW)<\/em><\/p>\n<p>Dabei hatten Mitarbeiter der Meisterei die B\u00e4ume dort erst vor wenigen Monaten kontrolliert und keine Sch\u00e4den feststellen k\u00f6nnen. Doch die geringen Niederschl\u00e4ge des Fr\u00fchjahrs \u2013 und auch der vergangenen beiden Sommer \u2013 sind an den B\u00e4umen nicht ohne Spuren vorbeigegangen. Die betroffen B\u00e4ume in der Auffahrt Essen-Holsterhausen werden gef\u00e4llt. Zu gro\u00df ist die Gefahr, dass ein Baum auf die Stra\u00dfe st\u00fcrzt.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfer Mehraufwand f\u00fcr Meistereien<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs sind vor allem Birken, aber auch Ahorn und Esche, die unter dem Wassermangel leiden und jetzt vermehrt absterben\u201c, erkl\u00e4rt Baumkontrolleur Oliver Schulte. Schulte kontrolliert vor allem die B\u00e4ume entlang von Landes- und Bundesstra\u00dfen und auch er stellt immer h\u00e4ufiger Sch\u00e4den wegen des sogenannten Trockenstress\u2018 fest. \u201eDie B\u00e4ume sterben relativ schnell, innerhalb von wenigen Wochen, auch wenn sie vorher gesund waren\u201c, erkl\u00e4rt er. Und tote B\u00e4ume stellen eine Gef\u00e4hrdung der Verkehrssicherheit dar, weil \u00c4ste abbrechen oder der ganze Baum umst\u00fcrzen kann. Hier hilft nur, den Baum rasch zu f\u00e4llen. Nur ganz selten und bei ausreichendem Niederschlag erholen sich einzelne Baumarten wie zum Beispiel Linden oder Eichen auch dann, wenn die B\u00e4ume bereits im Fr\u00fchsommer ihr gesamtes Laub verloren haben.<\/p>\n<p>Gerhard Schmidt, im Stra\u00dfen.NRW-Betriebssitz Gelsenkirchen f\u00fcr die Grunds\u00e4tze in der Gr\u00fcnpflege zust\u00e4ndig, hat zwar keine Statistiken vorliegen, wie viele so genannten Gefahrenb\u00e4ume in den vergangenen Monaten gef\u00e4llt werden mussten, wei\u00df aber nach R\u00fccksprache mit den zust\u00e4ndigen Meistereien in allen Stra\u00dfen.NRW-Niederlassungen, dass sich der Aufwand zum Teil verdoppelt hat. \u201eDie Trockenperioden wirken sich regional sehr unterschiedlich aus\u201c, sagt Schmidt und sieht noch weitere Folgen des Klimawandels. \u201eDie Sch\u00e4den und damit verbundener Aufwand und Kosten beschr\u00e4nken sich ja nicht nur auf trockene oder absterbende \u00c4ste und ganze B\u00e4ume. Zus\u00e4tzlich f\u00f6rdert die Trockenheit noch die Ausbreitung von Krankheiten wir dem Massaria-Pilz oder der Ru\u00dfrindenkrankheit. Auch der Befall mit Schw\u00e4cheparasiten wie dem Borkenk\u00e4fer nimmt zu. Selbst die extreme Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners, wie wir sie derzeit beobachten, ist zweifellos eine Folge der letzten Extremsommer, die ideale Bedingungen f\u00fcr die Entwicklung der Folgepopulation geboten haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wasser f\u00fcr Jungb\u00e4ume<\/strong><\/p>\n<p>Im vergangenen Winter hatte die Stra\u00dfen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr fast 600 neue B\u00e4ume im Ruhrgebiet pflanzen lassen. Und auch in anderen Regionen wird zum Beispiel bei Neubauprojekten gepflanzt. Den neuen B\u00e4umen geht es noch gut, weil sie den ersten drei Jahren nach der Pflanzung regelm\u00e4\u00dfig gew\u00e4ssert werden. \u201eDas ist in diesem Jahr ein Aufwand, der weit \u00fcber das normale Ma\u00df hinausgeht\u201c, sagt Oliver Schulte. Alle erwachsenen B\u00e4ume in diesem Umfang zu bew\u00e4ssern, sei v\u00f6llig unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Gepflanzt werden rechts und links der Stra\u00dfen und Autobahnen nach den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes ausschlie\u00dflich so genannte \u201egebietseigene Geh\u00f6lze\u201c. Das bedeutet, dass die Stra\u00dfenbauer anders als im Forstbereich nicht mit Baum- und Straucharten zum Beispiel aus dem s\u00fcdlichen Europa experimentieren k\u00f6nnen, die Hitze und Trockenheit wom\u00f6glich besser vertragen w\u00fcrden. B\u00e4ume machen bei Neuanpflanzungen des Landesbetriebes nur einen geringen Anteil aus. H\u00f6chstens f\u00fcnf Prozent der B\u00f6schungsbepflanzung bestehen aus Baumarten. Einige Hochst\u00e4mme werden zur Gestaltung eingestreut. Weit mehr werden B\u00fcsche wie Hartriegel oder Haselnuss genutzt. \u201eUnd die kommen mit den Bedingungen der vergangenen zwei Sommer und auch der jetzigen Trockenheit besser zurecht als hochwachsende Geh\u00f6lze\u201c, erl\u00e4utert Klaus Altmiks, Landschaftsbau-Experte bei Stra\u00dfen.NRW.<\/p>\n<p>Je nach Standort kommen die Pflanzen besser oder schlechter an die sich ver\u00e4ndernden klimatischen Bedingungen anpassen. \u201eEine B\u00f6schung an einer Stra\u00dfe, die in einem Einschnitt liegt, wird oftmals besser mit Wasser versorgt als ein aufgesch\u00fctteter Damm und die dazugeh\u00f6rige B\u00f6schung. Die Sch\u00e4den, die nun zu Tage treten, sind darum auch ungleichm\u00e4\u00dfig im Land verteilt. Dort, wo Fichtenbest\u00e4nde bis an die Stra\u00dfe heranreichen, sterben \u2013 bef\u00f6rdert durch den Borkenk\u00e4fer \u2013 ganze Best\u00e4nde. Anderswo sind es Einzelb\u00e4ume in dicht gewachsenen Altbest\u00e4nden, die in der Konkurrenz zu den anderen Geh\u00f6lzen nicht mehr genug Wasser bekommen. Die Gefahr dabei: Ein vertrockneter Baum verliert die Spannkraft und bricht ohne Vorwarnung.\u201c<\/p>\n<p><strong>B\u00e4ume besonders im Blick<\/strong><\/p>\n<p>Aktuell laufen in den Autobahnmeistereien im Ruhrgebiet die halbj\u00e4hrlichen Kontrollen des Baumbestandes entlang der Autobahnen. Michel von Scherenberg hat ebenso wie seine Kollegen in den \u00fcbrigen 79 Stra\u00dfenmeistereien alle Streckenwarte, die zweimal w\u00f6chentlich alle Strecken abfahren und Sch\u00e4den zum Beispiel an den Fahrbahnen oder an Verkehrszeichen suchen, darauf hingewiesen, dass es gerade die B\u00e4ume sind, die derzeit f\u00fcr Probleme sorgen k\u00f6nnen. Eine Bilanz ist aktuell noch nicht m\u00f6glich. Aber Baumkontrolleur Schulte sch\u00e4tzt, dass bis zu acht Prozent der B\u00e4ume in seinem Bereich bereits unrettbar gesch\u00e4digt sind. Diese Zahl k\u00f6nnte noch steigen, wenn es nicht bald wieder ausreichend regnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelsenkirchen. (stra\u00dfen.nrw) Als Michel von Scherenberg, Leiter der Autobahnmeistereien im Ruhrgebiet, an einem Mittwochabend im Juni einen Anruf eines Stra\u00dfenw\u00e4rters bekommt, ist klar: Hier muss er schnell handeln. 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