{"id":44651,"date":"2019-08-18T19:13:58","date_gmt":"2019-08-18T18:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=44651"},"modified":"2020-06-04T09:55:44","modified_gmt":"2020-06-04T08:55:44","slug":"klimawandel-und-artensterben-wirksam-bekaempfen-heisst-raubbaumentalitaet-ueberwinden-durch-selbstbeschraenkung-und-wachstumsverzicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/klimawandel-und-artensterben-wirksam-bekaempfen-heisst-raubbaumentalitaet-ueberwinden-durch-selbstbeschraenkung-und-wachstumsverzicht\/","title":{"rendered":"Klimawandel und Artensterben wirksam bek\u00e4mpfen hei\u00dft: Raubbaumentalit\u00e4t \u00fcberwinden \u2013 durch Selbstbeschr\u00e4nkung und Wachstumsverzicht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_41838\" aria-describedby=\"caption-attachment-41838\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-41838\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"605\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502.jpg 2048w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502-300x259.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502-768x664.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Willebadessen2018080502-1024x885.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41838\" class=\"wp-caption-text\">Es gehe um wesentlich mehr als um diesen Schmetterling in Willebadessen, meint unser Autor Karl Josef Knoppik (archivfoto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der alarmierende <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/weltbiodiversitaetsrat-weltweiter-verlust-von-arten-bedroht-unsere-lebensgrundlage-8547.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bericht des Weltbiodiversit\u00e4tsrats<\/a> ist die Schreckensbilanz einer noch immer auf Wachstum getrimmten Politik, und das weltweit. Die st\u00e4ndige Heranziehung des Wortes \u201eKlimaschutz\u201c oder \u201eKlimapolitik\u201c halte ich allerdings f\u00fcr zu zu platt und zu simpel.<\/strong><\/p>\n<p>Alles auf den Begriff \u201eKlima\u201c zu reduzieren, wird der Dimension der Herausforderungen nicht gerecht. Es handelt sich um eine unangemessene sprachliche Vereinfachung. In Wahrheit geht es doch um viel mehr, n\u00e4mlich um ethische Fragen, also \u00d6kosystem-, Natur- und Biodiversit\u00e4tsschutz, Tier- und ebenso Verbraucherschutz.<\/p>\n<p>Der Ausbau erneuerbarer Energien ist nur ein, wenn auch sehr wichtiger Aspekt. Vorrangig mu\u00df aber die drastische Reduktion des Ressourcenverbrauchs angegangen werden. Die Vereinbarkeit zwischen dem forcierten Ausbau regenerativer Energietr\u00e4ger und der Bewahrung der nat\u00fcrlichen Umwelt bedarf einer sorgf\u00e4ltigen \u00dcberpr\u00fcfung bzw. Abw\u00e4gung der Vor- und Nachteile. Bei der Auswahl der Erneuerbaren mu\u00df also selektiv vorgegangen werden. Welche Energieform ist \u00fcberhaupt als \u201e\u00f6kologisch\u201c oder \u201enachhaltig\u201c zu bezeichnen?<\/p>\n<p>Eines ist jedenfalls klar: Alle Versuche, nur mit Hilfe der Technik die Probleme l\u00f6sen zu wollen, werden scheitern. Es ist ein Irrglaube, da\u00df alles so bleiben kann, wie es ist, wenn wir nur andere Techniken einsetzen. \u201eDas reicht nicht, weil, so Dr. Reinhard Loske, ehemaliger \u201egr\u00fcner\u201c Senator in Bremen, die permanenten Wachstumseffekte die Effizienzgewinne wieder auffressen. Was nutzt eine Halbierung des Spritverbrauchs, wenn sich die Anzahl der Autos verdoppelt?\u201c Eine noch so intelligente, ausgefeilte Technik st\u00f6\u00dft irgendwann an ihre Grenzen. Ohnehin knappe Ressourcen werden dadurch noch schneller verbraucht, bis irgendwann nichts mehr da ist. Und der Zeithorizont daf\u00fcr wird immer k\u00fcrzer, wenn alles so weiterl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen, ob wir wollen oder nicht, eines zur Kenntnis nehmen: Auf unserem Planeten leben zu viele Menschen. Diese verbrauchen zu viel Energie, zu viele Rohstoffe und zu viele Lebensmittel. R. Behrend von der Organisation \u201eRettet den Regenwald\u201c bringt es auf den Punkt: \u201e Seit Jahrzehnten dr\u00fccken sich die Regierungen davor, unsere Umwelt durch Gesetze zu sch\u00fctzen. Stattdessen sagen sie uns: Keine Sorge, wir legen einfach Kriterien fest, um unseren Verbrauch als \u00f6kologisch oder nachhaltig zu bezeichnen. Dann kommt noch ein Siegel wie \u201eBio\u201c oder \u201eFSC\u201c drauf und schon k\u00f6nnen alle weiter konsumieren, was das Zeug h\u00e4lt. Es reicht eben nicht aus bewu\u00dft zu konsumieren; wir m\u00fcssen auch weniger verbrauchen.\u201c Nat\u00fcrlich wird uns da etwas abverlangt. \u201eAber ohne Ver\u00e4nderung verlieren wir in nicht allzu ferner Zukunft auch die letzte Handlungsoption.\u201c<\/p>\n<p>Beispiel Sand: Der Raubbau an diesem begehrten Rohstoff (zur Herstellung von Zement) hat bereits heute dazu gef\u00fchrt, da\u00df man gezwungenerma\u00dfen nach Alternativen, sofern es die gibt, Ausschau h\u00e4lt. Dieses Beispiel macht deutlich: Nur mit eiserner Sparsamkeit, Wiederverwendung und Wiederverwertung, den Prinzipien der Natur, wird es gelingen, auch k\u00fcnftigen Generationen noch einen nachhaltigen Lebensstil zu erm\u00f6glichen. Da\u00df ein fester, unersch\u00fctterlicher (Irr)Glaube an das Wunder der Technik nicht die L\u00f6sung sein kann, beweist das auch von Umweltverb\u00e4nden hochgejubelte Elektroauto. Einmal ganz abgesehen davon, da\u00df sich kaum ein \u201eNormalb\u00fcrger\u201c ein solches Gef\u00e4hrt leisten kann, ist hier ist die Technik sogar Teil des Problems. E-Mobilit\u00e4t ist weder umweltfreundlich noch klimaneutral. Sie f\u00fchrt auch nicht zum R\u00fcckgang des Stra\u00dfenverkehrs, wie die st\u00e4ndig steigenden Zulassungszahlen von Autos und die zunehmende Verstopfung von Stra\u00dfen zeigen. Wir brauchen effektive Verkehrskonzepte, die Mensch und Natur zugutekommen: Auf Schusters Rappen, per Fahrrad, mit Bus und Bahn.<\/p>\n<p>E-Mobilit\u00e4t ben\u00f6tigt enorme Mengen elektrischer Energie, dessen umweltfreundliche Erzeugung nicht gesichert ist, meint auch die Organisation \u201eRettet den Regenwald\u201c. Sehr \u00fcberzeugende Argumente, die nicht zu widerlegen sind.<\/p>\n<p>Die Fertigung von E-Autos erweist sich als h\u00f6chst problematisch, weil sie einen enormen Rohstoffeinsatz erfordert. Diese Rohstoffe, bekannt als \u201eseltene Erden\u201c, kommen aus Staaten, in denen oft menschenunw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen herrschen. 80 Prozent des Kobalts im Kongo werden industriell abgebaut. 2\/3 der weltweiten Kobaltproduktion stammen aus dem afrikanischen Land. Das Kobalterz wird aus dem Felsen gekratzt, wobei hochgiftige St\u00e4ube entstehen, welche zu Lungenerkrankungen f\u00fchren. Die Lithiumgewinnung, ebenfalls f\u00fcr die Produktion von E-Autos erforderlich, ben\u00f6tigt gigantische Mengen Grundwasser. Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch ab. Und f\u00fcr die Kupfergewinnung wird der Regenwald abgeholzt. Fazit: Die F\u00f6rderung der Rohstoffe f\u00fcr Akkus ist menschenverachtend und ruiniert die Umwelt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist man nach aktuellem Stand noch sehr weit vom Einstieg in eine Massenproduktion von Elektrofahrzeugen entfernt. Viele Voraussetzungen daf\u00fcr sind noch l\u00e4ngst nicht erf\u00fcllt. Um E-Mobilit\u00e4t konkurrenzf\u00e4hig zu machen, w\u00e4ren auch ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen notwendig, wie z. B. eine Abschaffung des Steuerprivilegs f\u00fcr herk\u00f6mmlich betriebene Fahrzeuge. Andere Staaten, die klug und vorausschauend denken, setzen aus guten Gr\u00fcnden mittlerweile auf Wasserstofftechnologie mit Brennstoffzelle. Ob das allerdings eine realistische Option sein kann, mu\u00df sorgf\u00e4ltig analysiert werden.<\/p>\n<p>Als umweltfreundliche \u00dcbergangsl\u00f6sung k\u00e4men noch f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum Erdgasautos (CNG) in Frage; sie sollten auf jeden Fall st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden. Dazu br\u00e4uchte es freilich ein dichteres Netz von Tanks\u00e4ulen. Ca. 3 Jahre ist es her, da\u00df die Bundesregierung verk\u00fcnden lie\u00df, sie beabsichtige mit VW u.a. Firmen eine \u201eErdgasoffensive\u201c zu starten.<\/p>\n<p>Jedenfalls bin ich der Auffassung, da\u00df die E-Mobilit\u00e4t unter dem Aspekt einer nachhaltigen und \u00f6kologisch orientierten Verkehrspolitik nicht zukunftsf\u00e4hig ist \u2013 aus den o.a. Gr\u00fcnden. Im Moment stellt sich deren Situation chaotisch und kompliziert dar: Mehrere Tankstellen mit verschiedenen Anbietern sind erforderlich, die Reichweite ist zu gering, Ladeinfrastruktur v\u00f6llig unzureichend, also zu wenige Lades\u00e4ulen, private Ladestationen? F\u00fcr Batterien ist Miete zu zahlen. Alles zusammen ergibt eine sehr schlechte \u00d6kobilanz. Und woher soll &#8211; wie gesagt &#8211; der ganze Strom kommen?<\/p>\n<p>Umwelt-, Natur-, Klima- und Verbraucherschutz sind zwar schon seit Jahrzehnten Bestandteil der Politik. Aber Lobbyinteressen bestimmen nach wie vor, wo`s langgeht. Innovative Entwicklungen kommen \u2013 wenn \u00fcberhaupt &#8211; nur z\u00f6gerlich voran; sie werden von der Regierung eher behindert als gef\u00f6rdert. Andere Staaten sind uns da meilenweit voraus. In dieser Republik wird nach wie vor das so genannte Wachstum als Allheilmittel beschworen. Bleibt es aus oder stagniert auch nur, ert\u00f6nt ein Aufschrei in Politik und Wirtschaft. An der B\u00f6rse herrscht Krisenstimmung. Der Wille, die vordringlichen Aufgaben endlich entschlossen anzupacken, besteht offenbar nicht. Dazu fehlt es in diesem Staat auch massiv an Intelligenz. Gro\u00dfe Defizite sind \u00fcberall sichtbar. Die F\u00e4higkeit ganzheitlich zu denken und Zusammenh\u00e4nge zu begreifen, ist entweder nicht vorhanden oder l\u00e4ngst abhandengekommen, auch unter Journalisten.<\/p>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Sinneswandel der Altparteien als Reaktion auf die Demonstrationen der weltweit vernetzten \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung, eine heftig gef\u00fchrte Klimadebatte, die scharfe Kritik von YouTubern oder das Erstarken der Gr\u00fcnen beruht keineswegs auf der Einsicht, da\u00df man in Zukunft nicht mehr so weitermachen kann wie bisher. Sonst m\u00fc\u00dften diese Herrschaften ja einen radikalen Kurswechsel ihrer wachstumsfixierten Globalpolitik einleiten. Anders als mit den hohen Umfragewerten der Gr\u00fcnen l\u00e4\u00dft sich auch das \u00fcberraschende Wendeman\u00f6ver des bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten S\u00f6der nicht erkl\u00e4ren. Und ob die Erfolgsaussichten des auf \u00d6DP-Initiative zustande gekommenen Volksbegehrens in Bayern zur Rettung der Artenvielfalt so positiv zu bewerten sind, mu\u00df sich erst noch herausstellen. F\u00fcr ihre Forderung nach Reduktion des Fl\u00e4chenverbrauchs ernten Gr\u00fcne und Umweltverb\u00e4nde im Freistaat bereits Widerspruch. Die Kommunen betrachten gesetzliche Vorgaben als Entwicklungshemmnis; sie m\u00f6chten weiter expandieren, sich in ihrer Baut\u00e4tigkeit nicht einschr\u00e4nken lassen. Blindes Wachstum ohne R\u00fccksicht auf Verluste!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sich die Organisatoren \u00fcber das bisher Erreichte freuen. Skepsis ist jedoch \u2013 wie immer \u2013 angebracht. Die CSU h\u00e4tte aus \u00f6kologischer Einsicht ein Naturschutzthema nie ganz oben auf ihre Agenda gesetzt.<\/p>\n<p>Da\u00df Kanzlerin Merkel und Minister Scheuer ein vitales Interesse daran haben, mehr Klimaschutz unter allen Umst\u00e4nden zu verhindern, daf\u00fcr ist auch das Verkehrsressort ein Paradebeispiel.<\/p>\n<p>Beispiel LKW-Maut: Die daraus erzielten Einnahmen in H\u00f6he von 7,7 Mrd. Euro sollen komplett in den Fernstra\u00dfenneu- oder Ausbau flie\u00dfen. Kein einziger Cent wird der maroden und extrem sanierungsbed\u00fcrftigen Bahn zugutekommen, so das ARD-Magazin \u201eKontraste\u201c. Das ist nicht nur kontraproduktiv; es dokumentiert die wahre Umweltgesinnung einer zum Handeln total unf\u00e4higen Regierung.<\/p>\n<p>Wenigstens 1,7 von den 7,7 Mrd. m\u00fc\u00dften in das umwelt- und klimafreundliche Verkehrsmittel Bahn flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nun hat \u00f6ffentlicher Druck bewirkt, da\u00df Berlin dem heruntergewirtschafteten Staatsunternehmen ab 2020 mit zus\u00e4tzlichen 86 Mrd. \u20ac unter die Arme greifen will. Das w\u00fcrde jedoch nach Meinung von &#8222;Allianz pro Schiene&#8220; gerade einmal ausreichen, um nur die wichtigsten Aufgaben zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Entscheidend wird letztendlich sein, ob die bislang stets auf Rekordniveau verharrenden Stra\u00dfenbauinvestitionen um den Milliardenbetrag gek\u00fcrzt werden. Nur dann k\u00f6nnte man mit gewisser Berechtigung von einer \u00f6kologischen Verkehrswende sprechen.<\/p>\n<p>Ob aber die C-Parteien wirklich bereit sind, den \u00fcber Jahrzehnte hinweg verschlafenen Richtungswechsel in der Verkehrspolitik zu vollziehen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Neuerdings schreiben aber auch Freunde des gro\u00dfen Geldes wie F. Merz, eine \u201egesunde und lebenswerte Umwelt\u201c auf ihre Fahnen. CDU-Mann Merz geh\u00f6rt ganz sicher nicht zu denjenigen, die man mit dem Schutz von Natur und Umwelt in Verbindung bringt. Umweltaktivisten, Gr\u00fcne, Linke oder Friedensgruppen, denen \u00d6kologie und Soziales ein Grundanliegen ist, werden von den so genannten \u201eKonservativen\u201c dagegen immer noch als Fortschrittsverweigerer verunglimpft, die nichts anderes im Sinn haben als den B\u00fcrgern vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und zu lassen haben. Union und FDP setzen unver\u00e4ndert auf das Prinzip des freiwilligen Handelns, wohl wissend, da\u00df sie damit jedes Mal gescheitert sind.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Ohne feste Regeln, Gebote und Verbote kann ein harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft nicht funktionieren. Wo der Freiheitsbegriff so interpretiert wird, da\u00df er als Narrenfreiheit missverstanden werden kann, wo R\u00fccksichtnahme zur Einbahnstra\u00dfe wird und jeder um sein Recht k\u00e4mpfen mu\u00df, ist ein auf Konsens bedachtes Miteinander unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Der zum Himmel stinkende Diesel-Skandal zeigt deutlich, wohin es f\u00fchrt, wenn Recht und Ordnung nur Worth\u00fclsen bleiben. Anstatt die Verursacher hart zu bestrafen, wird die Deutsche Umwelthilfe (DUH) f\u00fcr ihre erfolgreiche Aufkl\u00e4rungsarbeit an den Pranger gestellt, obwohl sie nur die hochkriminellen Machenschaften der Autobosse ans Tageslicht bef\u00f6rdert hatten. Zum Gl\u00fcck scheiterte der Versuch, der DUH ihre Gemeinn\u00fctzigkeit zu entziehen. Im Fall der B\u00fcrgerbewegung Campact und des globalkritischen Netzwerks Attack urteilten die Richter des BGH dagegen anders. Unserer Demokratie wurde so ein B\u00e4rendienst erwiesen.<\/p>\n<p>Beim Klimaschutz kommt man derweil nicht einen Millimeter voran. Die PKW-Maut erwies sich als Schlag ins Wasser. 53,1 Mio. \u20ac Steuergelder wurden f\u00fcr dieses von seiner Konzeption her v\u00f6llig sinnlose Projekt verpra\u00dft. Nun drohen von den beteiligten Firmen Schadenersatzforderungen in Milliardenh\u00f6he &#8211; und zus\u00e4tzlich f\u00fcr entgangene Gewinne.<\/p>\n<p>Man will alles \u2013 und erreicht am Ende nichts. Auch das misslungene Experiment mit den E-Tretrollern, &#8211; die Zahl schwerer Unf\u00e4lle nimmt zu -, f\u00e4llt in die Verantwortung eines CSU-Ministers, der darin einen Beitrag zum Klimaschutz in den St\u00e4dten sieht. Ich finde, da\u00df gew\u00f6hnliche Fahrr\u00e4der die eindeutig bessere Alternative f\u00fcr umwelt- und klimafreundliche Mobilit\u00e4t sind. Au\u00dferdem ist f\u00fcr den Radverkehr in den St\u00e4dten immer noch viel zu wenig Platz vorhanden. Dar\u00fcber hinaus sind die Radwege zu schmal.<\/p>\n<p>Ein weiterer Flop: Die EU konnte sich unl\u00e4ngst nicht auf konkrete Klimaziele bis 2050 einigen. Von einer Gemeinschaft zu sprechen, ist jedoch nur dann korrekt, wenn die EU-Staaten solidarisch handeln. Und die Merkel-Regierung hat sich i. S. Klimaschutz noch nie mit Ruhm bekleckert. Andere Staaten sind da innovativer und uns nicht nur auf diesem Sektor meilenweit voraus.<\/p>\n<p>Obwohl das Thema derzeit in aller Munde ist, werden in gewohnter Manier alle notwendigen Schritte blockiert und auf den Tag X verschoben. Ich habe Angela Merkel, weder als Umweltministerin noch w\u00e4hrend ihrer Kanzlerschaft als Vorreiter i. S. Umwelt- und Klimaschutz wahrgenommen. Das ist eine Erfindung der Unionsparteien und regierungsfreundlicher Journalisten oder irgendwelcher Boulevard-Zeitschriften, die offenbar jede M\u00fche scheuen, solche in Umlauf gebrachten Lobeshymnen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Was man bei den Journalisten h\u00e4ufig vermi\u00dft, ist eine sorgf\u00e4ltige, kritische Analyse. Stattdessen werden Wahrheiten vertuscht oder verschwiegen. Das liegt aber auch daran, da\u00df heutzutage fast jeder mit jedem irgendwie verbandelt ist und daher die notwendige kritische Distanz fehlt. Wenn Medienvertreter, wie bspw. Elisabeth Niejahr von der \u201eWirtschaftswoche\u201c eine Biografie \u00fcber Ursula von der Leyen herausgeben, ist die journalistische Unabh\u00e4ngigkeit nicht mehr garantiert.<\/p>\n<p>Deutschland wird auf allen Gebieten Schlu\u00dflicht bleiben, falls man sich nicht endg\u00fcltig zusammenrei\u00dft. Es sieht aber momentan zumindest so aus, da\u00df doch immer mehr Menschen nicht l\u00e4nger warten wollen, bis die Politik zur Tat schreitet. So haben Teile der Bev\u00f6lkerung und auch jene der Wirtschaft inzwischen das Heft selber in die Hand genommen. Man will langfristig klimaneutral werden. Viele Unternehmen haben den Willen zu Ver\u00e4nderungen. Bisher getroffene Ma\u00dfnahmen reichen aber noch nicht aus. Deshalb mu\u00df \u201eSchwarz-Rot\u201c endlich die notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr umwelt- bzw. klimafreundliches Wirtschaften festlegen.<\/p>\n<p>Immer mehr B\u00fcrger haben vom dem jahrzehntelangen Stillstand, den nicht eingel\u00f6sten Versprechungen, dem \u201eWeiter so\u201c die Nase voll.<br \/>\nAlle Hoffnungen ruhen jetzt auf der heranwachsenden Generation. Die erfreulichen Sch\u00fclerproteste mit ihren Fridays for Future \u2013 Demonstrationen haben ihre Wirkung auf Politik und \u00d6ffentlichkeit nicht verfehlt. Deren Einsatz macht Mut und l\u00e4\u00dft hoffen. Greta Thunberg und ihre Mitstreiter(innen) sind auch die W\u00e4hler von morgen. Sie zeigen Flagge, wollen zur\u00fcck zu den Werten, die besonders von den C- und F-Parteien nach wie vor mit F\u00fc\u00dfen getreten werden.<\/p>\n<p>Zuweilen gewinnt man den Eindruck, als habe das Auto unter jungen Menschen seine Bedeutung als Statussymbol verloren zugunsten des Fahrrads. Einen F\u00fchrerschein zu haben, ist vielen Jugendlichen nicht mehr so wichtig. Geld ist nicht alles. Dem Mammon hinterherzulaufen, geh\u00f6rt (hoffentlich) der Vergangenheit an. Man nimmt sich mehr Zeit f\u00fcr Familie und Freunde, was automatisch zu einer h\u00f6heren Lebensqualit\u00e4t f\u00fchrt. Das Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung von Lebensmitteln steigt wieder. Man bewahrt sie vor der Vernichtung. Solidarische Landwirtschaft oder Foodsharing stehen hoch im Kurs. Auch daf\u00fcr engagieren sich immer mehr junge Leute. Und bei den \u201eFridays for Future\u201c- Veranstaltungen demonstrieren Angeh\u00f6rige, Eltern, Geschwister, Oma und Opa an der Seite ihrer Kinder. Sie suchen den Schulterschluss auch mit anderen Organisationen, wie \u201eEnde Gel\u00e4nde\u201c und machen Front gegen den Braunkohletagebau Garzweiler. Es bedarf neuer Formen des Protests. Nur am Stra\u00dfenrand Aufstellung nehmen und F\u00e4hnchen schwingen, reicht l\u00e4ngst nicht mehr. Dem Protest des zivilen Ungehorsams aber von vornherein die Seriosit\u00e4t absprechen zu wollen, weil eventuell gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen drohen, f\u00fcr die Politiker wegen ihrer Tatenlosigkeit verantwortlich sind, ist v\u00f6llig absurd.<\/p>\n<p>Die \u00f6kologische \u00dcberlebensfrage ist zur Existenzfrage der Menschheit geworden und in der Mitte der Bev\u00f6lkerung angekommen. Ob die Menschen aber auch mehrheitlich zum Umdenken bereit sind und Konsequenzen f\u00fcr ihr eigenes Handeln ziehen und ihren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck erheblich zu verkleinern, ist eine ganz andere Frage. Der Protest auf der Stra\u00dfe allein gen\u00fcgt nicht. Wenn man viele junge Leute danach fragt, was sie selbst zu tun bereit sind, um ihren Lebensstil den Herausforderungen von Umweltzerst\u00f6rung und Klimaerw\u00e4rmung anzupassen, sind die Vorstellungen noch ziemlich realit\u00e4tsfern. Umweltorientiertem Handeln, so ist manchen \u00c4u\u00dferungen zu entnehmen, fehlt h\u00e4ufig die Ernsthaftigkeit. Man betrachtet konsequent \u00f6kologisches Handeln wohl eher als Teil der Spa\u00dfgesellschaft. Mit ein bisschen Umweltschutz, z. B. weniger Fliegen, oder M\u00fclltrennung, Recyclingpapier verwenden usw., ist es bei weitem nicht getan. Man wird sich von lieb gewordenen Gewohnheiten verabschieden m\u00fcssen. Wer seinen Beitrag leisten m\u00f6chte, um wirklich etwas zu ver\u00e4ndern, mu\u00df schon erhebliche Anstrengungen auf sich nehmen.<\/p>\n<p>Politik mit dem Einkaufskorb ist z. B. eine sehr wirksame Waffe, die jeder B\u00fcrger einsetzen kann, um \u00f6kologisch erw\u00fcnschte Entwicklungen auf vielen Feldern in die richtige Richtung zu lenken und die Macht der Konzerne zu brechen.<\/p>\n<p>Fakt ist: Auch hierzulande werden die B\u00fcrger zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.<\/p>\n<p>Weil diese Koalition in Berlin aber auf nichts vorbereitet ist, fehlt etwa bis heute ein Masterplan, der jedem einzelnen B\u00fcrger etwas an die Hand gibt, um die Folgen der globalen Erw\u00e4rmung leichter bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. St\u00e4dte und Gemeinden m\u00fcssen umfangreiche Ma\u00dfnahmen ergreifen, damit sie gegen\u00fcber den Auswirkungen des Klimawandels besser gewappnet sind. Andere L\u00e4nder sind uns auch hier voraus. Die Stadt Paris hat bereits 2015 eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet sowie Ma\u00dfnahmen zum Schutz seiner Anwohner.<\/p>\n<p>Unsere Lebensbasis br\u00f6ckelt \u00fcberall auf der Erde, sie h\u00e4lt dem Druck des \u00f6konomischen \u00dcberbaues immer weniger stand. Man w\u00fcnscht sich, da\u00df die neue Protestbewegung \u00e4hnlich bedeutende K\u00e4mpfernaturen hervorbringen m\u00f6ge wie in den 70er Jahren Pers\u00f6nlichkeiten vom Range eines Horst Stern, Heinz Sielmann, Frederic Vester, Hubert Weinzierl und anderen Vork\u00e4mpfer der Umweltbewegung.<\/p>\n<p>Greta Thunberg, jung, strebsam und dynamisch, ist so eine Pers\u00f6nlichkeit, die es fertiggebracht hat, da\u00df sich rund um den Erdball zahlreiche Menschen zusammentun, um f\u00fcr ein gemeinsames Ziel zu k\u00e4mpfen! Ich glaube, nur mit spektakul\u00e4ren Aktionen l\u00e4\u00dft sich das Steuer noch herumrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Protest der \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung wird, um es noch einmal zu bekr\u00e4ftigen, nur dann erfolgreich sein, wenn alle mit gutem Beispiel vorangehen. Selbiges gilt f\u00fcr Politiker der Gr\u00fcnen, die lt. Statistik im Jahre 2018 am h\u00e4ufigsten das Flugzeug in Anspruch nahmen. \u201eUnd ausgerechnet die wollen mir was erz\u00e4hlen\u201c, sagen sich dann viele Menschen zu Recht.<\/p>\n<p>Es f\u00fchrt kein Weg an der Einsicht vorbei, da\u00df nur derjenige etwas bewirken kann, der auch selber glaubw\u00fcrdig bleibt. Ansonsten unterscheidet ihn nichts von den Sonntagsreden der \u201eVolksvertreter\u201c. Nat\u00fcrlich mu\u00df auch in Berlin schnellstm\u00f6glich eine andere Koalition das Zepter \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Parlamentarisch durchsetzbar ist eine radikal-\u00f6kologische, den inneren und \u00e4u\u00dferen Frieden sichernde Politik m. E. ausschlie\u00dflich in einem B\u00fcndnis aus Gr\u00fcnen, Linkspartei und Sozialdemokraten, letztere allerdings mit einem v\u00f6llig erneuerten Personaltableu und einer zeitgem\u00e4\u00dfen Programmatik. Ich sehe \u2013 wie schon damals im Jahre 2013 &#8211; weit und breit keine andere Alternative!<\/p>\n<p>Bedauerlich ist, da\u00df die \u00d6DP, &#8211; sie hat inzwischen eine Steigerung ihrer Mitgliederzahl um 18,5 % zu vermelden), nie den Einzug in die Parlamente geschafft hat und bis heute lediglich in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg eine nennenswerte politische Kraft ist (im neuen Europaparlament stellt sie jedoch immerhin einen Abgeordneten). Sonst w\u00e4re die ehemalige Partei von Herbert Gruhl als vierte im Bunde mit hohem Regierungsanspruch ein bedeutender Faktor der \u00f6kologisch-sozial motivierten Politikwende.<\/p>\n<p>Und die SPD mu\u00df erst mal wieder sozialdemokratische Politik machen, statt f\u00fcr Konzerne und Superreiche. Auch die Gr\u00fcnen sollen sich nicht der Illusion hingeben, da\u00df in schwarz-gr\u00fcner Konstellation ein echter Politikwechsel m\u00f6glich ist. Den Klimawandel stoppt man nicht mit der Lobby f\u00fcr Reiche und Konzerne, die unsere Umwelt nat\u00fcrlich st\u00e4rker sch\u00e4digen als Menschen mit kleinem Geldbeutel.<\/p>\n<p>Dazu Bernd Riexinger und L. G. Beutin (LINKE) \u201e\u00d6kologische Modernisierungsprozesse sollen zusammen mit der Wirtschaft die Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00f6rdern. \u201eGr\u00fcner Kapitalismus\u201c mit marktfreundlichem CO\u00b2-Emissionshandel und \u00d6kosteuer zementieren die Illusion, da\u00df Profitstreben und Umweltschutz Hand in Hand gehen k\u00f6nnen. Mehr Produktion, mehr Wachstum, niedrige Energie-, Rohstoff- und Lohnkosten: Dem wird im Kapitalismus alles andere untergeordnet. LINKE Klimapolitik legt sich mit den m\u00e4chtigsten Konzernen der Welt an, die alles daran setzen, um weiter am fossilen Turbo-Kapitalismus zu verdienen.\u201c An internationale Vertr\u00e4ge zum Schutz von Umwelt und Klima h\u00e4lt sich ohnehin niemand, am wenigsten die deutsche Regierung. Sie bet\u00e4tigt sich mit steigender Tendenz wie nie zuvor als Handlanger der Wirtschaft. Nur was den Lobbyisten in den Kram pa\u00dft, hat eine Chance auf Realisierung. Der rein \u00f6konomisch motivierte Emissionshandel hat bisher nicht gefruchtet. Um das CO\u00b2-Problem an der Wurzel zu packen, m\u00fc\u00dften alle Staaten ihr Reduktionspotential voll aussch\u00f6pfen. Das unw\u00fcrdige Gefeilsche um den Kauf bzw. Verkauf von Verschmutzungsrechten sollte deshalb endlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Auch bei dem vorliegenden Konzept f\u00fcr eine CO\u00b2-Steuer sind die Anreize zur Vermeidung des Klimagases CO\u00b2 viel zu gering. Reiche und Wohlhabende juckt eine solche Steuer kaum, obwohl sie klimasch\u00e4dlicher leben, i.d.R. spritfressende Autos besitzen, luxuri\u00f6s wohnen, teure Hobbys aus\u00fcben etc..<\/p>\n<p>Wir ben\u00f6tigen in der Verkehrspolitik einen in jeder Hinsicht attraktiven und fl\u00e4chendeckenden \u00d6PNV mit kundenfreundlichen Angeboten. Doch ohne Tabus und Verbote wird effizienter Klimaschutz nie funktionieren. Es m\u00fc\u00dfte z. B. Vorschrift werden, da\u00df sich die Leute nur noch per Bus, Bahn oder Fahrrad in die St\u00e4dte begeben d\u00fcrfen. \u00c4rmeren Menschen sollte es gestattet werden, die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel gratis zu nutzen. An dem n\u00f6tigen Geld mangelte es wei\u00df Gott nicht. Zum Vergleich: \u00d6kologisch sch\u00e4dliche Subventionen in sechsstelliger H\u00f6he werden bis heute ungefragt zum Fenster hinausgeworfen.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach mu\u00df das Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel zur Durchsetzung einer \u00f6kologischen Verkehrspolitik ebenso Fahrverbote (1mal pro Monat an Sonn- oder Feiertagen) enthalten: Damit sich auch Privilegierte in unserer Gesellschaft und diejenigen, denen ohnehin alles egal ist, ihrer Verantwortung f\u00fcr Umwelt- und Klimaschutz nicht entziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein sehr krasses Beispiel f\u00fcr die Macht des Gro\u00dfkapitals und dessen politische Erf\u00fcllungsgehilfen ist auch das Freihandelsabkommen mit dem s\u00fcdamerikanischen Staatenbund \u201eMercosur\u201c. Dieses Abkommen dient allein dem Zweck, die Wirtschaft weiter zu m\u00e4sten. M. E. geht es vorrangig darum, eine angeschlagene Autoindustrie zu retten, deren Absatz zu steigern, weil Importz\u00f6lle gr\u00f6\u00dftenteils wegfallen. Im Gegenzug winken den europ\u00e4ischen Vertragspartnern billige Nahrungsmittelimporte, also Rindfleisch Gefl\u00fcgel, Zucker und Ethanol, letzteres f\u00fcr eine fragw\u00fcrdige, nicht nachhaltige Mobilit\u00e4t, sowie genver\u00e4ndertes Soja &#8211; nat\u00fcrlich unter hohem Pestizideinsatz angebaut. Schon jetzt stirbt alle zweieinhalb Tage in Brasilien ein Mensch an den Folgen des Chemieeinsatzes!<\/p>\n<p>Merkel besorgt mal wieder das Gesch\u00e4ft der m\u00e4chtigen Interessensverb\u00e4nde und liefert dadurch die deutschen Bauern ans Messer. Um ihre wahren Absichten zu verschleiern, behauptet sie trotzig, da\u00df die Motors\u00e4ge keinen einzigen Baum im Regenwald weniger verschont, falls das FH-Abkommen nicht ratifiziert wird. Die Realit\u00e4t ist allerdings eine ganz andere: Importe aus den s\u00fcdamerikanischen Mercosur-Staaten werden dazu f\u00fchren, da\u00df sich der Niedergang des Amazonas-Waldes durch die ben\u00f6tigten Weide- und Anbaufl\u00e4chen nochmals erheblich beschleunigen wird. Die EU opfert ihre Umwelt- und Klimaziele den Interessen der Wirtschaft und paktiert mit Leuten, wie dem brasilianischen Pr\u00e4sidenten Jair Bolsonaro, dem Begriffe wie Menschenrechte, Menschenw\u00fcrde, Natur- und Klimaschutz \u2013 milde ausgedr\u00fcckt &#8211; ein Dorn im Auge sind. Kein Problem f\u00fcr Merkel. Sie, P. Altmaier und Heiko Maas w\u00fcrden sich auch mit dem Teufel verb\u00fcnden und Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen. Hauptsache, der Industrie beschert es reichlich Profite.<\/p>\n<p>Heuchlerisch klingen die lobenden Worte der Kanzlerin f\u00fcr Greta Thunberg. Frau Merkel ist die letzte, der es zusteht, das vorbildliche Engagement der jungen Schwedin zu loben, solange sie selbst, Merkel, Klimaschutz im eigenen Land und in der EU verhindert und mit Bolsonaro Handel treibt, der keine Skrupel hat, den Amazonas-Regenwald im Interesse der Agrar-, Holz- und Bergbaulobby einer totalen Zerst\u00f6rung preiszugeben. Klimatisch und \u00f6kologisch ein unvorstellbares Desaster!<\/p>\n<p>Man erstarrt regelrecht in Ehrfurcht, wenn bekannt wird, da\u00df der Amazonas-Urwald ca. 100 Mrd. Tonnen Kohlenstoff speichert und ca. 500 Mrd. B\u00e4ume in ihm wachsen. Er ist f\u00fcr das Erdklima von \u00fcberragender Bedeutung! Die gr\u00fcne Lunge unseres Planeten kann riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aufnehmen. Pro Jahr verbleiben knapp 1,4 Mrd. Tonnen CO\u00b2 in dem gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden, mehr als 5 1\/2 Mio. km\u00b2 umfassenden Regenwaldgebiet, das sind etwa 12 % der weltweit von B\u00f6den aufgenommenen Menge. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird in den Pflanzen und im Erdreich gespeichert. Der Amazonas-Urwald, er\u00a0 \u00fcbertrifft die EU deutlich an Fl\u00e4chenausdehnung, gilt auch als die gr\u00f6\u00dfte Klimaanlage der Welt! Die Sonne l\u00e4\u00dft riesige Mengen Wasser aus dem Regenwald verdunsten.\u00a0 Ein einziger Baum kann am Tag bis zu 1.000 Liter Wasser abgeben. Bis zu 85 Prozent der gesamten Wassermenge befinden sich st\u00e4ndig im Umlauf. Nachdem dieses Wasser von der Oberfl\u00e4che der Bl\u00e4tter und Gew\u00e4sser verdunstet ist, bildet es \u00fcber dem Wald neue Regenwolken, die f\u00fcr K\u00fchlung der Atmosph\u00e4re sorgen. Der Tropische Regenwald produziert das feuchte Klima, das seinen N\u00e4hrstoffkreislauf und damit seine Existenz erm\u00f6glicht, also weitgehend selbst!<\/p>\n<p>Zwar enth\u00e4lt \u201eMercosur\u201c die Verpflichtung auf Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens, den Erhalt der biologischen Vielfalt und eine Reduktion der Entwaldung. Aber solche sch\u00f6nen Worte sind kein Papierfetzen wert, da auch nicht einklagbar. So kann die EU gegen Verst\u00f6\u00dfe des Vertragstextes, zu denen es unweigerlich kommen wird, nichts unternehmen.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich k\u00fcndigte D. Trump an, mehr US-Rindfleisch in die EU exportieren zu wollen. Damit befriedet er seine potenzielle W\u00e4hlerklientel, die Gro\u00dffarmer. Auch hierzu keine Einw\u00e4nde von der EU. So sichert man die Wiederwahl Trumps. Der Pr\u00e4sident denkt trotzdem nicht daran, seine Drohung, Kfz-Importe aus der EU mit Strafz\u00f6llen zu belegen, aufzugeben. Und jederzeit ist damit zu rechnen, da\u00df er weitere Zugest\u00e4ndnisse erpresst. Importe von billigem US-Rindfleisch w\u00fcrde heimische Bauern zus\u00e4tzlich in ihrer Existenz bedrohen.<\/p>\n<p>Auch vor diesem Hintergrund wird es h\u00f6chste Zeit f\u00fcr einen Regierungswechsel in Deutschland.<\/p>\n<p>Der Erfolg der Gr\u00fcnen bei der Europawahl und die anhaltend erfreulichen Umfragewerte trafen besonders die C-Parteien v\u00f6llig unvorbereitet; sie verfielen regelrecht in eine Schockstarre. Werden wir im Jahre 2021 nach der Bundestagswahl vielleicht einen gr\u00fcnen Kanzler bekommen? Es liegt an dem F\u00fchrungspersonal um A. Baerbock und R. Habeck, die wachsende Zustimmung in glaubw\u00fcrdige Politik umzusetzen. Die \u00d6kopartei mu\u00df jetzt liefern. Sie steht unter hohem Erwartungsdruck.<\/p>\n<p>Eines k\u00f6nnen sich A. Baerbock, R. Habeck, Anton Hofreiter und Parteifreunde in Zukunft auf keinen Fall mehr leisten, n\u00e4mlich ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zugunsten des Weiterregierens leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Das JA von Umweltminister Remmel vor ein wenigen Jahren zur Rodung des Hambacher Waldes, der einst viel gr\u00f6\u00dfer war, f\u00fcr den weiteren Braunkohletagebau, war so ein ber\u00fcchtigter Fall aus jener Zeit, als man mit der SPD regierte. Die eigene \u00dcberzeugung dem Machterhalt opfern, l\u00e4\u00dft heutzutage kein ernstzunehmender, kritischer B\u00fcrger mehr durchgehen. Man kann es nur hoffen.<\/p>\n<p>Kein Wunder, da\u00df den Gr\u00fcnen heute, wo man Seite an Seite mit BI und Umweltverb\u00e4nden den Hambacher Wald verteidigt, dieses uns\u00e4gliche Verhalten permanent auf die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt. Gr\u00fcne Politiker verweisen auf das Vorkommen seltener Tierarten in dem \u00f6kologisch hochbewerteten Waldst\u00fcck, z. B. das Vorkommen der Bechsteinfledermaus. Vertreter dieser z. T. stark gef\u00e4hrdeten Tiergruppe werden aber auch immer h\u00e4ufiger zu Opfern \u00fcberdimensionierter Windkraftanlagen; au\u00dferdem zahllose Insekten. Lt. einem Bericht der \u201eWelt\u201c vom 26.3. 19 k\u00f6nnten solche M\u00fchlenmonster pro Tag 5,3 Mrd. von ihnen t\u00f6ten. Sollte das stimmen, w\u00e4ren die Konsequenzen f\u00fcr die Energiewende nicht auszudenken. Die Gr\u00fcnen m\u00fcssen sich wegen ihrer Einstellung zur Windkraft zu Recht fragen lassen, ob sie zwischen \u201eguten\u201c und \u201eschlechten\u201c Flederm\u00e4usen unterscheiden.<\/p>\n<p>Das ist keine zukunftsf\u00e4hige und verantwortbare Energiepolitik, kein Ausweg aus dem selbst verschuldeten Dilemma, in das sich der Mensch hineinman\u00f6vriert hat. F\u00fcr s\u00e4mtliche Lebensbereiche gilt: Das \u00fcberzogene Anspruchsdenken mu\u00df \u00fcberwunden werden. Die Frage, die sich jeder stellen mu\u00df, lautet: Wann habe ich eigentlich genug? Welche Dinge sollten Priorit\u00e4t haben? Je weniger die Menschen k\u00fcnftig bereit sind ihren Lebensstil Schritt f\u00fcr Schritt radikal zu \u00e4ndern, desto weniger wird am Ende \u00fcbrigbleiben, was das Leben auf dieser uns anvertrauten Erde f\u00fcr kommende Generationen noch lebenswert machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Alles Reden hat doch bis heute nichts gebracht. Trotz einer F\u00fclle an Informationen aus Internet, Presse, Rundfunk und Fernsehen \u2013 und trotz umfangreicher Aufkl\u00e4rungsarbeit durch Umweltverb\u00e4nde, Wissenschaftler und sachkundige B\u00fcrger ist das Bewu\u00dftsein vieler Menschen f\u00fcr die Notwendigkeit einer intakten Lebenswelt noch sehr unterentwickelt. Wie, das zeigt ein sehr interessanter Beitrag des Politmagazins PANORAMA vom 1.8.19: \u201eKlima kippt \u2013 Kreuzfahrt boomt\u201c. D\u00fcmmlich und hirnlos, nenne ich die Aussagen von Passagieren, angesprochen auf ihr pers\u00f6nliches, nicht klimakonformes Verhalten. Man versucht sich selber reinzuwaschen, indem man die Probleme verniedlicht und darauf verweist, da\u00df andere Formen der Mobilit\u00e4t auch umweltsch\u00e4dlich sind. Und Vertreter der Tourismusbranche leugnen die katastrophalen Auswirkungen des Betriebes von Kreuzfahrtschiffen auf Umwelt und Klima oder reden sie klein.<\/p>\n<p>Auch der letzte unbelehrbare B\u00fcrger, ob arm oder reich, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter \u2013 milde formuliert &#8211; sein blaues Wunder erleben, falls er weiterhin unbek\u00fcmmert in den Tag hineinlebt \u2013 gem\u00e4\u00df der Devise: Natur f\u00fcr mich \u2013 Naturschutz f\u00fcr die anderen!<\/p>\n<p>Deshalb: Unverz\u00fcglicher Stopp des Raubbaus an der \u00f6kologischen Substanz dieser Erde! Sofortiger Abschied vom Mantra des ewigen Wirtschaftswachstums! Das ist alternativlos, um mit der Kanzlerin zu sprechen. Es gibt auf diesem Planeten keine Ausweichr\u00e4ume mehr!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ipbes.net\/news\/Media-Release-Global-Assessment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">K\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte der Weltbiodiversit\u00e4tsrat (IPBES)<\/a> besorgniserregende Fakten. Allen Regierungen auf dieser Welt einschlie\u00dflich derjenigen Menschen, die auch heute noch so naiv sind und glauben, alles sei Panikmache und die Situation sei wom\u00f6glich doch nicht so dramatisch, sollten die nachstehend aufgef\u00fchrten Fakten eine letzte Warnung sein. Die Auswirkungen des Klimawandels werden uns bei weiterer Unt\u00e4tigkeit teuer zu stehen kommen:<\/p>\n<p>1 Millionen Tier- und Pflanzenarten werden die Grundlagen f\u00fcr ein langfristiges \u00dcberleben genommen. Falls sich nichts \u00e4ndere, k\u00f6nnten sie schon in den n\u00e4chsten Jahrzehnten aussterben!<\/p>\n<p>Das hat dramatische Folgen f\u00fcr die Menschheit selbst. Das Zur\u00fcckgehen der Artenvielfalt gef\u00e4hrde die Sicherheit von Nahrung und Wasser, die Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt. Arme L\u00e4nder h\u00e4tten die Hauptlast zu tragen.<\/p>\n<p>Weltweit haben 2,1 Mrd. Menschen immer noch keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. 4,3 Mrd. Menschen fehlt es an menschenw\u00fcrdigen sanit\u00e4ren Anlagen. Gleichzeitig gef\u00e4hrden die zunehmende \u00dcbernutzung und Verschmutzung von Wasser sowie der fortschreitende Klimawandel die Verf\u00fcgbarkeit und Qualit\u00e4t von Wasser in vielen Teilen der Welt.<\/p>\n<p>Lt. UN k\u00f6nnte bis zum Jahr 2050 die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung an Wassermangel leiden. Wir wollen, da\u00df der Zugang aller Menschen zur lebensnotwendigen Ressource Wasser gesichert ist. Doch dar\u00fcber wird auch schon lange geredet ohne da\u00df wesentliche Verbesserungen bis heute erreicht wurden.<\/p>\n<ul>\n<li>75 Prozent der Naturr\u00e4ume auf den Kontinenten werden vom Menschen bereits erheblich ver\u00e4ndert, in den Meeren 66 Prozent.<\/li>\n<li>28 Prozent der Landfl\u00e4che weltweit befindet sich im Besitz der indigenen Bev\u00f6lkerung und\/oder wird von ihr bearbeitet.<\/li>\n<li>60 Mrd. Tonnen erneuerbarer und nicht erneuerbarer Ressourcen werden pro Jahr weltweit der Erde entnommen, ein Anstieg von fast 100 Prozent seit 1980.<\/li>\n<li>85 Prozent der im Jahr 1700 vorhandenen Feuchtgebiete existierten im Jahre 2000 nicht mehr.<\/li>\n<li>8 Mio. Tier- und Pflanzenarten leben Sch\u00e4tzungen zufolge auf der Erde, einschlie\u00dflich 5,5 Mio. Insektenarten.<\/li>\n<li>Bis zu 1 Mio. Arten sind vom Aussterben bedroht, viele davon innerhalb der n\u00e4chsten Jahrzehnte.<\/li>\n<li>Um 300 Prozent stieg die Nutzpflanzenproduktion seit 1970 an.<\/li>\n<li>23 Prozent der Landfl\u00e4chen haben durch Bodendegradation bereits Produktivit\u00e4tsverluste.<\/li>\n<li>33 Prozent der Fischbest\u00e4nde in den Meeren wurden 2015 \u00fcberfischt.<\/li>\n<li>Mehr als 55 Prozent der Meeresfl\u00e4che wird industriell befischt.<\/li>\n<li>Um 45 Prozent nahm die Rohholzproduktion seit 1970 zu.<\/li>\n<li>50 Prozent der Ausdehnung der Landwirtschaft fand auf Kosten der W\u00e4lder statt.<\/li>\n<li>Um mehr als 100 Prozent wuchsen st\u00e4dtische Gebiete seit 1992.<\/li>\n<li>41 % der Wildbienenarten sind mehr oder weniger stark gef\u00e4hrdet oder vom Aussterben bedroht! 70 Wiesentypen gibt es mit \u00fcber 3.000 Tier- und Pflanzenarten!<\/li>\n<li>25 Millionen Km Stra\u00dfen sollen bis 2050 gebaut werden, 90 Prozent in Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/li>\n<li>Seit dem Jahre 1970 stieg die globale Bev\u00f6lkerung um 105 Prozent \u2013 von 3,7 auf 7,6 Mrd. Menschen.<\/li>\n<li>70 Prozent der Krebsmedikamente sind nat\u00fcrliche Produkte oder synthetische nach Vorbildern der Natur.<\/li>\n<li>17 Prozent der Infektionskrankheiten werden durch Tiere \u00fcbertragen. Mehr als 700.000 Menschen sterben j\u00e4hrlich daran.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcnf Massensterben gab es in den vergangenen 500 Mio. Jahren in der Erdgeschichte. Das zurzeit ablaufende, anthropogen verursachte Artensterben ist das Schlimmste. Das Tempo des Aussterbens vollzieht sich 10 bis 100 Mal schneller als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre.<\/p>\n<p>580 Mrd. US-Dollar Ernteausf\u00e4lle pro Jahr drohen durch den Ausfall der Insekten, also wenn es keine Insekten mehr gibt.<\/p>\n<p><em>Karl Josef Knoppik, 18. August 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der alarmierende Bericht des Weltbiodiversit\u00e4tsrats ist die Schreckensbilanz einer noch immer auf Wachstum getrimmten Politik, und das weltweit. 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