{"id":43648,"date":"2019-03-16T19:59:16","date_gmt":"2019-03-16T18:59:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=43648"},"modified":"2019-03-29T10:00:28","modified_gmt":"2019-03-29T09:00:28","slug":"der-naturgarten-kleinod-der-biologischen-vielfalt-refugium-fuer-die-heimische-tier-und-pflanzenwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/der-naturgarten-kleinod-der-biologischen-vielfalt-refugium-fuer-die-heimische-tier-und-pflanzenwelt\/","title":{"rendered":"Der Naturgarten: Kleinod der biologischen Vielfalt \u2013 Refugium f\u00fcr die heimische Tier- und Pflanzenwelt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43692\" aria-describedby=\"caption-attachment-43692\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43692\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B27E.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B27E.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B27E-300x215.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43692\" class=\"wp-caption-text\">Der \u00d6kogarten von Norden aus gesehen. In der Bildmitte ist der Feldahorn zu sehen; er eignet sich f\u00fcr kleinere G\u00e4rten. (s\u00e4mtliche Fotos in diesem Beitrag: Karl-Josef Knoppik)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Durch konsequent \u00f6kologische Gartengestaltung k\u00f6nnen trotz oftmals beschr\u00e4nkter Gr\u00f6\u00dfe wahre Refugien f\u00fcr heimische Tier- und Pflanzenarten entstehen.<\/strong><\/p>\n<p>In unserer zunehmend homogenisierten Landschaft entstehen hier mit ein wenig Ideen wichtige Trittsteinbiotope. Letztgenannte sind inselartige, mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig verteilte Biotope, denen die Aufgabe zukommt, die durch Zerst\u00f6rung bzw. Entwertung naturnaher Habitate verlorengegangenen Verbindungsstrukturen zwischen noch weitgehend intakten Kern-Lebensr\u00e4umen zu ersetzen.<\/p>\n<p>Solche Trittsteinbiotope leisten sowohl einen Beitrag zur Arterhaltung als auch zur Neubesiedelung von Tier- und Pflanzenarten. Dar\u00fcber hinaus sorgen sie daf\u00fcr, da\u00df der genetische Austausch zwischen den Tierpopulationen m\u00f6glichst aufrechterhalten wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43693\" aria-describedby=\"caption-attachment-43693\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43693\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6412.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6412.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6412-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43693\" class=\"wp-caption-text\">Gast im Naturgarten und nicht selten zu beobachten: Der Buntspecht<\/figcaption><\/figure>\n<p>Je mehr Fl\u00e4che ein Naturgarten aufweist und je vielf\u00e4ltiger das Angebot an naturnahen Lebensraumtypen ist, desto g\u00fcnstiger stehen die Aussichten, da\u00df sich eine artenreiche Fauna und Flora einstellt. Der alles entscheidende Faktor ist also die Bereitstellung von geeigneten Habitaten f\u00fcr die heimische Tier- und Pflanzenwelt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43699\" aria-describedby=\"caption-attachment-43699\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43699\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6413.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6413.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6413-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43699\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>Amphibien wie der Grasfrosch bevorzugen Teich und Wiese in unmittelbarer Nachbarschaft.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ausdr\u00fccklich gewarnt werden mu\u00df vor dem Aussetzen von Tierarten, seien es Fische, Kriechtiere oder Amphibien, von Exoten ganz zu schweigen, um auf diese Weise eine schnelle Besiedelung des Gartens zu erm\u00f6glichen. Das w\u00fcrde zu b\u00f6sen \u00dcberraschungen f\u00fchren. Die Fischfauna liefert daf\u00fcr ein abschreckendes Beispiel: W\u00fcrde man davon bestimmte Arten in einen Gartenteich einsetzen, machten die sich, solange der Vorrat an kleinen Beutetieren reicht, z. B. \u00fcber die darin lebenden Molche her, bis die Nahrungsbasis schlie\u00dflich aufgezehrt ist. Zudem belasten die Exkremente der Fische das stehende Gew\u00e4sser mit N\u00e4hrstoffen, so da\u00df diese Organismen irgendwann selbst mangels Nahrung zugrunde gehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43694\" aria-describedby=\"caption-attachment-43694\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43694\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25C.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25C.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25C-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43694\" class=\"wp-caption-text\">Feuchtbiotop im Fr\u00fchjahr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Also bleibt folgendes festzuhalten: Entscheidend ist, da\u00df die Lebensvoraussetzungen stimmen. Ist das gew\u00e4hrleistet, wandern diverse Tierarten je nach Biotopanspr\u00fcchen schon ganz von selber ein. F\u00fcr die meisten Arten, z. B. V\u00f6gel, dient der \u00d6kogarten als Rast- und Nahrungshabitat. Nicht wenige anpassungsf\u00e4hige, doch auch seltenere Arten, soweit man sie in der n\u00e4heren oder weiteren Umgebung erwarten kann, nutzen das Biotop vor der eigenen Haust\u00fcr manchmal sogar zum Br\u00fcten.<\/p>\n<p>Hatten bis vor wenigen Jahrzehnten viele Arten in einer biologisch intakten Kulturlandschaft ein sicheres Zuhause, so finden sie heute keinen Lebensraum mehr. Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung halte ich es f\u00fcr dringendst erforderlich, ohne Wenn und Aber mindestens 10 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Areale als \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz auszuweisen, in denen sowohl jeder Chemieeinsatz als auch die Beseitigung naturnaher Landschaftselemente zu unterbleiben hat. Solange aber daraus nichts wird und infolge des Strukturwandels im l\u00e4ndlichen Raum die biologische Vielfalt immer st\u00e4rker unter Druck ger\u00e4t (Hecken, Feldgeh\u00f6lze, Kleingew\u00e4sser, bl\u00fctenreiche Wegr\u00e4nder, extensiv bewirtschaftetes Gr\u00fcnland), gewinnen \u00d6kog\u00e4rten als Oasen f\u00fcr Tiere und Pflanzen st\u00e4ndig mehr an Bedeutung!<\/p>\n<figure id=\"attachment_43698\" aria-describedby=\"caption-attachment-43698\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43698\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25B.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25B.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B25B-300x257.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43698\" class=\"wp-caption-text\">Korbiniansapfel, alte Sorte, knackig, saftig, s\u00fc\u00df-s\u00e4uerlich, wenig schorfanf\u00e4llig<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dabei gen\u00fcgt es nicht Wildobst bzw. beerentragende Str\u00e4ucher und B\u00e4ume anzupflanzen. \u00d6kologisch bewu\u00dfte G\u00e4rten sollten auch eine Vielzahl an Wildkr\u00e4utern (\u201eUnkr\u00e4utern\u201c) aufweisen, deren energiereiche Samen als Nahrung dienen. Bl\u00fchende Wildpflanzen oder am Boden belassenes Laub locken Insekten an, was wiederum f\u00fcr die Aufzucht von Jungv\u00f6geln unentbehrlich ist. Denn von Fr\u00fcchten und Beeren allein k\u00f6nnen Vogelarten nicht existieren. Sie brauchen f\u00fcr eine gedeihliche Entwicklung auch N\u00e4hr- und Aufbaustoffe, die fr\u00fcher in der kleinparzellierten Agrarlandschaft en masse vertreten waren.<\/p>\n<p>Manche Experten empfehlen aufgrund des Nahrungsmangels in der Stadt und auf dem Land eine ganzj\u00e4hrige F\u00fctterung. Ich meine, da\u00df man unseren gefiederten Freunden am besten dadurch hilft, wenn man vor der eigenen Haust\u00fcr aktiven Naturschutz betreibt und die entsprechenden Lebensbedingungen schafft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43700\" aria-describedby=\"caption-attachment-43700\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43700\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F02D.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F02D.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F02D-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43700\" class=\"wp-caption-text\">Herbstliche Farbenpracht mit Haselnu\u00dfstrauch, Felsenbirne (Bildmitte) und Kornelkirsche (rechts). Sie stellt eine erste wichtige Bienennahrung dar und darf in keinem Naturgarten fehlen!<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcbrigens empfiehlt es sich mehr einheimische Heckenstr\u00e4ucher und weniger B\u00e4ume anzusiedeln, da eine nicht allzu hohe Hecke aus B\u00fcschen und Str\u00e4uchern mehr Brutm\u00f6glichkeiten f\u00fcr V\u00f6gel bietet. In unserem Garten findet man eine ganze Palette aus heimischen Str\u00e4uchern, wie Schlehe, Wei\u00df- und Sauerdorn, Haselnu\u00df, Wildrosen (Hagebutte), Quitte, Gemeiner Schneeball Mirabelle und Felsenbirne. Baumartige Str\u00e4ucher, wie Kornelkirsche und Salweide stellen neben anderen eine wichtige Bienennahrung dar.<\/p>\n<p>Zum Baumarteninventar z\u00e4hlt nat\u00fcrlich die Eberesche (Vogelbeere), weiterhin die nahverwandte, aber seltene, Trockenheit ertragende Elsbeere, au\u00dferdem der Feldahorn und die Hainbuche.<\/p>\n<p>Bedauerlicherweise pr\u00e4gen zu Tode gepflegte Gr\u00fcnanlagen mit hochgez\u00fcchteten Blumen und exotischem Gestr\u00e4uch nach wie vor die bundesdeutsche Gartenlandschaft. Immer mehr Hausg\u00e4rten werden in kurzgeschorene Rasenfl\u00e4chen umgewandelt, wo selbst G\u00e4nsebl\u00fcmchen das \u00dcberleben schwerf\u00e4llt. Und auch dieses monotone Einheitsgr\u00fcn wird zunehmend in \u201epflegeleichte\u201c, aber lebensfeindliche Stein- und Ger\u00f6llw\u00fcsten umgewandelt.<\/p>\n<p>Quadratisch und steril sollen diese G\u00e4rten sein, mit m\u00f6glichst wenig Arbeit verbunden. In Wirklichkeit r\u00fcckt man akribisch jedem nat\u00fcrlichen Aufwuchs mit einem Instrumentarium an Ger\u00e4tschaften und Chemie zu Leibe und verwendet unendlich viel M\u00fche darauf, alle nicht erw\u00fcnschten standortgem\u00e4\u00dfen Bl\u00fctenpflanzen und Kr\u00e4uter vom Grundst\u00fcck fernzuhalten.<\/p>\n<p>Solche genormten G\u00e4rten wie aus der Retorte sind ein Spiegelbild unseres technokratischen Lebensstils und des Deutschen Vorstellung von Gr\u00fcndlichkeit, gerade so als handelte es sich um eine Wohnungseinrichtung. Mittlerweile sind lt. NABU die pflegeleichten Splitt- und Steing\u00e4rten geradezu eine Plage geworden. \u201eG\u00e4rten des Grauens\u201c werden sie auch vom Naturschutzbund Deutschland genannt.<\/p>\n<p>Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem Naturverst\u00e4ndnis, das den Betrachter im Urlaub beim Anblick von Wildnis und Wildwuchs ins Schw\u00e4rmen geraten l\u00e4\u00dft und dem \u00f6kologisch nicht konformen Verhalten im eigenen Garten, in dem der naturwidrige Ordnungssinn tonangebend ist. Die Folgen f\u00fcr die Natur sind \u00fcberall sichtbar. Exotische Geh\u00f6lze, kahle Betonmauern in regelm\u00e4\u00dfiger Langweiligkeit, schnurgerade Wege (gepflastert), \u00f6de Koniferenanpflanzungen und \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 kurz gehaltene Rasenfl\u00e4chen, die selbst einem herrschaftlichen Golfplatz noch alle Ehre machen, sind unver\u00e4ndert die Regel, wenngleich gesagt werden mu\u00df, da\u00df auch ein Trend zu naturn\u00e4heren Formen der Gartengestaltung zu beobachten ist. Hier h\u00e4lt die Natur nat\u00fcrlich Ordnung. Wer weder Garten noch Balkon hat, kann unserer bedrohten Tierwelt (V\u00f6geln, Insekten usw.) dadurch helfen, indem er die biologische Landwirtschaft unterst\u00fctzt, denn auf \u00f6kologisch bewirtschafteten Fl\u00e4chen leben weitaus mehr Tierarten der Feldflur als auf konventionellen.<\/p>\n<p>\u00d6kog\u00e4rten sind das Gegenteil von durchgestylten Kunstgebilden, wie man sie auch heute noch \u00fcberall \u201ebewundern\u201c kann, die nur dem eigenen Hang zum Perfektionismus dienen. Sie tragen entscheidend dazu bei, die Lebensqualit\u00e4t des Wohnumfeldes zu erh\u00f6hen und sch\u00e4rfen das Interesse und das Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Zusammenh\u00e4nge in der Natur. Sie sind aber nicht allein Studienobjekt, sondern auch Ort der Besinnung, der Ruhe und Erholung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43696\" aria-describedby=\"caption-attachment-43696\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43696\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/7BA9.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/7BA9.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/7BA9-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43696\" class=\"wp-caption-text\">Balkongarten u.a. mit Schlangen- und Gew\u00fcrzgurken, Tomaten, Paprika, Winterheckenzwiebeln, Basilikum u.v.a. Wer nicht \u00fcber den notwendigen Platz verf\u00fcgt, kann sich einen Balkongarten einrichten. Ein Dutzend Pflanzen gedeihen prachtvoll hier in T\u00f6pfen, dem Schneckenfra\u00df entzogen. Nur Saatgut aus \u00d6kolandbau verwenden!<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was macht Artenvielfalt eigentlich so wertvoll? Leben braucht Vielfalt. Der Reichtum an Lebensformen garantiert, da\u00df sich das Leben an eine sich \u00e4ndernde Umwelt anpassen kann. Davon profitieren Tiere, Pflanzen und Menschen gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Exotische Pflanzenarten aus fernen L\u00e4ndern haben im heimischen \u00d6koparadies grunds\u00e4tzlich nichts zu suchen. Sie lassen die einheimische Flora und Fauna nur weiter verarmen und f\u00fchren ebenso zu einem Verlust an genetischer Vielfalt. Einheimische Pflanzen sind robust gegen\u00fcber Witterungsextremen, wie Trockenheit und Fr\u00f6sten. Mehrmaliger Standortwechsel je nach Art und Bodenbeschaffenheit erh\u00f6ht die Widerstandskraft. So genannte \u201eSch\u00e4dlinge\u201c wie \u201eN\u00fctzlinge\u201c haben im Naturgarten ihre volle Berechtigung. Die Natur kontrolliert \u00d6kosysteme, indem sie sie durch Artenvielfalt stabilisiert. Eingriffe erweisen sich so als \u00fcberfl\u00fcssig. Man vertraut am besten den nat\u00fcrlichen Regulationsmechanismen und kann nebenbei auch noch viel Geld f\u00fcr allerlei Hilfsmittel sparen, an denen sich nur die Gartenbaufirmen mehrere \u201egoldene Nasen\u201c verdienen \u2013 mit dem \u201eErfolg\u201c, da\u00df die Natur vor der eigenen Haust\u00fcr mit einem ganzen Cocktail giftiger Substanzen ausgerottet wird.<\/p>\n<p>\u201e Betriebsunf\u00e4lle\u201c, sprich Vitalit\u00e4tseinbu\u00dfen, die bis zum Totalverlust einer Pflanze reichen k\u00f6nnen, etwa Mehltau und andere Krankheiten, gibt es auch im \u00d6kogarten. Doch bitte nicht nerv\u00f6s werden; Geduld und Gelassenheit sind gefragt. Unsere heimische Pflanzenwelt erholt bzw. regeneriert sich schneller als manch einer denkt. Wichtig ist, da\u00df man folgendes beachtet: Befallene Exemplare, ich denke z. B. an die Himbeerrutenkrankheit, d\u00fcrfen nicht auf den Kompost, sondern geh\u00f6ren in die M\u00fclltonne.<\/p>\n<p>Was versteht man nun unter heimischen Pflanzen? Als solche gelten jene, die in Mitteleuropa bis zur Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 bei uns zu Hause waren oder nach der letzten Eiszeit einwanderten. Sie sind optimal an die hier herrschenden klimatischen Verh\u00e4ltnisse angepa\u00dft. Sie f\u00fchren zu einer lebendigen Vielfalt, die nicht nur Amseln und Honigbienen in den Garten locken, sondern auch spezialisierten Insekten und Vogelarten eine Heimat bieten. Im Naturgarten wird durch ein umfassendes Pflegekonzept die Lebensgrundlage f\u00fcr viele heimische Tiere wiederhergestellt. Als Erweiterung zu einheimischen Pflanzen bieten spezielle G\u00e4rtnereien, die sich dem Anbau von Wildstauden und Wildgeh\u00f6lzen verschrieben haben, ein Sortiment von Sorten an. Diese Sorten unterscheiden sich gegen\u00fcber den Wildarten durch Bl\u00fctenfarbe, Blattf\u00e4rbung oder Blattform, Wuchsverhalten und Fruchtgr\u00f6\u00dfe und \u2013farbe.<\/p>\n<p>Wie entstehen solche Pflanzen?<\/p>\n<p>Durch nat\u00fcrliche Mutation in der Natur kommt es zu spontanen Ver\u00e4nderungen in der Erbanlage. Diese Erscheinungen k\u00f6nnen dann durch den G\u00e4rtner und somit f\u00fcr die Gartengestaltung erhalten werden. Die Nachkommen dieser Pflanzen schlagen i. d. R. wieder in die reine Wildart zur\u00fcck. Aber auch durch g\u00e4rtnerische Auslese, z. B. bei der Aussaat von Pflanzen, findet man immer wieder Arten, die sich von der urspr\u00fcnglichen Art durch Bl\u00fctenfarbe und Wuchsh\u00f6he unterscheiden. Selektiert man diese Arten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aus, entstehen Sorten, die dann samenecht fallen. (www.gaertnerei-strickler.de)<\/p>\n<figure id=\"attachment_43701\" aria-describedby=\"caption-attachment-43701\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43701\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03E.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03E.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F03E-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43701\" class=\"wp-caption-text\">Lavendel, es gibt von ihm 50 Arten; enth\u00e4lt wie der Salbei \u00e4therische \u00d6le; gedeiht auf steinigen B\u00f6den unter starker Sonneneinstrahlung, zieht viele Insekten an; analog dem Oregano (wilder Majoran) sehr bienenfreundlich. Auch Salbei, Rosmarin und andere Gew\u00fcrzpflanzen besitzen eine magische Anziehungskraft auf zahlreiche Insekten inklusive Schmetterlinge!<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den letzten 20 Jahren stellte sich zunehmend heraus (und das gilt erst recht f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte), da\u00df Trockenspezialisten unter den Bl\u00fctenpflanzen infolge des fortschreitenden Klimawandels immer bessere Bedingungen vorfinden, auch im einst so regenreichen Sauerland. Solche Spezialisten der mageren Standorte sind z. B. \u00c4stige Graslilie, Fr\u00fchlings-Adonisr\u00f6schen, K\u00fcchenschelle, Steinkraut, Heide- und Kart\u00e4usernelke, Natternkopf oder verschiedene Malven (Wegmalve, Moschusmalve, Sigmarskraut), Golddistel, Goldhaaraster, Diptam usw. welche durch Intensivlandwirtschaft oder \u00dcberd\u00fcngung bzw. Stickstoffzufuhr aus der Luft immer st\u00e4rker in Bedr\u00e4ngnis kommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43702\" aria-describedby=\"caption-attachment-43702\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43702\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04E.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04E.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04E-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43702\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchlings-Schl\u00fcsselblume (Primelgew\u00e4chse)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber nicht nur die freie Landschaft \u00e4chzt unter zuviel Stickstoffeinwirkung aus der Luft. Auch im Hausgarten wird sehr h\u00e4ufig ges\u00fcndigt. Man sch\u00e4tzt, da\u00df die meisten Vorg\u00e4rten hoffnungslos \u00fcberd\u00fcngt sind. Zum Einsatz gelangen allerlei chemische D\u00fcnger, wie etwa das sog. \u201eBlaukorn\u201c u.a., die aufgrund ihres Salzgehaltes f\u00fcr zahlreiche Bodenlebewesen t\u00f6dlich sind. Mineralischer Stickstoff und ein Zuviel an k\u00fcnstlich zugef\u00fchrten N\u00e4hrstoffen (Eutrophierung) macht die Pflanzen jedoch anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten, ist stark wasserziehend und bringt wenig schmackhaftes Gem\u00fcse hervor. Aus diesen und allgemeinen Umweltschutzgr\u00fcnden sollten diese Stoffe auf keinen Fall im Garten eingesetzt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43703\" aria-describedby=\"caption-attachment-43703\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43703\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04F.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04F.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/F04F-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43703\" class=\"wp-caption-text\">Ein erfreulicher Anblick: Maik\u00e4fer im Naturgarten (Das Foto entstand zu Beginn der 2000er Jahre)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt allerdings auch Arten, z. B. unter den Schmetterlingen, wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge oder Admiral, die vom \u00dcberangebot an N\u00e4hrstoffen profitieren. Sie sind eine Art Krisengewinner, da ihre Raupen auf Brennnesseln als Futterpflanze angewiesen sind. Ihnen geht es auf den stickstoffreichen, n\u00e4hrstoffges\u00e4ttigten B\u00f6den pr\u00e4chtig. Das gilt z. B. auch f\u00fcr Weg- und Kratzdistel, die dem Distelfalter als Nahrungsquelle dient und einem alten Wildgem\u00fcse, dem Guten Heinrich, oder Dorfg\u00e4nsefu\u00df genannt, welcher fr\u00fcheren Generationen eine wohlschmeckende Mahlzeit bescherte. Jeder Gartenbesitzer sollte deshalb in seiner Gr\u00fcnanlage unbedingt mehrere Bereiche einplanen, in denen sich Wildwuchs ohne die \u201eordnende Hand\u201c des G\u00e4rtners ausbreiten kann. L\u00e4\u00dft sich f\u00fcr die anpassungsf\u00e4higen Schmetterlingsarten aus heutiger Sicht noch eine relativ gute Zukunft vorhersagen, sehen Fachleute andere, ohnehin seltene Schmetterlinge, wie Schwalbenschwanz, Waldbrettspiel oder Brombeerzipfelfalter weiter auf dem R\u00fcckzug. Deren Lebensr\u00e4ume, artenreiche Magerwiesen, Trockenrasen, Feuchtwiesen, Moore und Kiesb\u00e4nke fallen immer \u00f6fter der Zerst\u00f6rung anheim; oder der Klimawandel zwingt sie dazu in h\u00f6here Regionen auszuweichen (Dukatenfalter).<\/p>\n<p>Bei jeder Gartenplanung ist grunds\u00e4tzlich folgendes zu beachten:<\/p>\n<p>Nie ausschlie\u00dflich Mutterboden als Substrat verwenden. Dieser ist viel zu n\u00e4hrstoffreich. \u201eUnkr\u00e4uter\u201c, die zun\u00e4chst einmal unerw\u00fcnscht sind, k\u00f6nnen n\u00e4mlich in Massen durchstarten. Der Mutterboden mu\u00df deshalb frei sein von keimf\u00e4higen Unkrautsamen. Optimal ist eine Mischung aus Kies und sterilem Kompost. Sinnvoll ist auch die Beimischung eines gewissen Anteils von Sand. Das erm\u00f6glicht und beg\u00fcnstigt den Aufwuchs derjenigen Pflanzen, die nur wenig N\u00e4hrstoffe (und Wasser!) ben\u00f6tigen. Da die Bedingungen im Garten aber nicht den nat\u00fcrlichen Verh\u00e4ltnissen entsprechen, ben\u00f6tigen auch trockenheitsliebende bzw. trockenheitsresistente Pflanzen in der Anwuchsphase eine bestimmte Menge an Substrat.<\/p>\n<p>Derartige auf magere Standorte spezialisierte \u201eHungerk\u00fcnstler\u201c sind auf sonnige Standorte angewiesen; sie verf\u00fcgen \u00fcber ein ausgedehntes und tiefreichendes Wurzelwerk. Ihre Blattoberfl\u00e4che ist klein. Au\u00dferdem haben sie dicke Zellw\u00e4nde und St\u00fctzgewebe: Die sorgen daf\u00fcr, da\u00df nicht viel Wasser verdunstet.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle \u00fcbrigen Arten gilt:<\/p>\n<p>In Zeiten der fortschreitenden Klimaver\u00e4nderungen wird es immer wichtiger auf trockenresistente Pflanzen zur\u00fcckzugreifen, mithin solche Arten, die den extremen Witterungsverh\u00e4ltnissen der Zukunft besser angepa\u00dft sind. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, da\u00df nun Exoten zum Zuge kommen m\u00fcssen; die sind f\u00fcr unsere heimische Tierwelt ohnehin wertlos. Unsere heimische Flora h\u00e4lt eine gro\u00dfe Palette an Pflanzenarten bereit, die den hier lebenden Insekten auch bis weit in den Herbst ausreichend Nahrung bieten. In wenigen F\u00e4llen trifft das allerdings auch auf Arten zu, die im Mittelmeerraum heimisch sind. Diese k\u00f6nnen dann eventuell vorhandene L\u00fccken im Artenspektrum schlie\u00dfen und die hier etablierten Arten sinnvoll erg\u00e4nzen und durchaus eine Bereicherung der vorhandenen Bl\u00fctenpracht darstellen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens nehmen Wildstauden f\u00fcr ein optimales Gedeihen von Nutzpflanzen eine bedeutende Funktion ein: Sie erschlie\u00dfen n\u00e4mlich mit ihren Wurzeln tiefere Bodenschichten und machen die dort befindlichen Spurenelemente und Mineralien f\u00fcr jene verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Bei Trockenstre\u00df nimmt eine Pflanze nicht so viel Wasser auf wie sie verdunstet. Die St\u00f6rung des Gleichgewichts f\u00fchrt dazu, da\u00df sich kleinere Bl\u00e4tter bilden, Triebe vertrocknen, Bl\u00e4tter oder Nadeln vergilben und abfallen. Damit erreicht die Pflanze, da\u00df sie nicht mehr so viel Feuchtigkeit verdunstet.<\/p>\n<p>Bei lange andauernder Trockenheit besteht die M\u00f6glichkeit, das Erdreich im Garten mit Bentonit anzureichern. Diese Substanz enth\u00e4lt spezielle Tonmineralien. Sie verklumpen mit Humusstoffen zu Kr\u00fcmeln und bilden eine Wasser bindende Struktur. Eine intakte Humusschicht, gebildet aus Mulch und Kompost mit richtiger, standortgem\u00e4\u00dfer Bepflanzung, puffert Klimaextreme ab und kann so helfen, mit D\u00fcrre oder Starkregen besser fertig zu werden. Und: Beim Humusaufbau wird der Atmosph\u00e4re viel CO\u00b2 entzogen!<\/p>\n<p>Beim Gie\u00dfen werden lt. der bayerischen Baumschule Brenninger in Steinkirchen bei Erding (wird biologisch bewirtschaftet) die meisten Fehler gemacht. Man meint es zu gut und gie\u00dft viel zu viel. In der Folge davon verschl\u00e4mmt, ja versauert der Boden, stockt die Wurzelbildung.<\/p>\n<p>Viele Baumschulen k\u00f6nnen aus Erfahrung sagen, da\u00df mindestens 8 von 10 nicht angewachsenen Pflanzen durch Bodenverdichtung und zu viel W\u00e4ssern eingegangen sind. Die wichtigen Sauerstoffbakterien sterben ab. Und die ohne Sauerstoff lebenden F\u00e4ulnisbakterien vernichten in kurzer Zeit die Faserwurzeln der Pflanzen. Das beste Wachstum erh\u00e4lt man bei normaler Erdfeuchte.<\/p>\n<p>Niemals in einen verdichteten Boden pflanzen. In einem durch schwere Baumaschinen verdichteten Boden kann eine Pflanze nur schlecht anwachsen. Luft und W\u00e4rme ist f\u00fcr die Wurzeln und das Bodenleben ebenso wichtig wie Wasser und N\u00e4hrstoffe. Der Boden sollte jedes Fr\u00fchjahr aufgelockert werden, niemals graben! Die nat\u00fcrliche Bodenschichtung mu\u00df beibehalten werden. Die Bodenlebewesen ben\u00f6tigen Dunkelheit, Feuchtigkeit und organisches Material.<\/p>\n<p>Die Pflanzgrube mu\u00df gro\u00df genug sein. Wenn die Pflanze mit ihrem Wurzelwerk gerade Platz hat, ist die Pflanzgrube zu klein. Sie mu\u00df so breit und tief sein, da\u00df die sich neu bildenden Wurzeln \u00fcberall lockeres Erdreich vorfinden. Sto\u00dfen sie n\u00e4mlich auf hartes, nicht gelockertes Erdreich, so f\u00fchrt das unweigerlich zu Wachstumsstockungen. Die Sohle der Pflanzgrube bitte lockern! Auf vern\u00e4ssten Standorten kann es von Vorteil sein auf die Sohle eine Schicht Kies einzubringen.<\/p>\n<p>Den Bodenlebewesen hilft man, indem man die Pflanzfl\u00e4che gut mit der Grabgabel l\u00fcftet und somit Sauerstoff und W\u00e4rme in den Boden bringt. H\u00e4ufiges Gie\u00dfen bewirkt oberfl\u00e4chliche Wurzelbildung, w\u00e4hrend der Verzicht aufs Gie\u00dfen die Pflanzen abh\u00e4rtet. Die Wurzeln wachsen dem Wasser entgegen, suchen sich das kostbare Nass.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43695\" aria-describedby=\"caption-attachment-43695\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43695\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6402.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6402.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/6402-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43695\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>Feuchtbiotop mit Kuckuckslichtnelken und Trollblumen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Feuchtbiotop sollte in keinem \u00d6kogartengarten fehlen. Ideal ist \u2013 je nach vorhandenem Platz \u2013 ein Naturteich, der mindestens 90 cm, besser 1 m tief sein sollte. So kann das Wasser nicht bis zum Grund durchfrieren. Bei abnehmender Tiefe zieht sich das Wasser zusammen, verringert also sein Volumen, bis es 4 Grad C erreicht hat. Bei dieser Temperatur ist die gr\u00f6\u00dfte Dichte des Wassers erreicht. Bei weiter sinkender Temperatur dehnt es sich weiter aus. Es gefriert zuerst an der Oberfl\u00e4che, dehnt sich somit dort aus, w\u00e4hrend es sich in tieferen Schichten des Teiches zusammenzieht. Auf diese Weise entsteht ein Luftpolster zwischen der Eisdecke und dem Wasser darunter. Das wirkt isolierend.<\/p>\n<p>Eine Flachwasserzone ist nat\u00fcrlich ebenso einzuplanen, damit Amphibien, wie z. B. Erdkr\u00f6ten und Grasfr\u00f6sche einwandern bzw. ablaichen k\u00f6nnen. Auch anderen Teichbewohnern kommt die unterschiedliche Wassertiefe zugute. Besonnte und beschattete Bereiche sorgen daf\u00fcr, da\u00df sich das Wasser nicht zu stark erw\u00e4rmt und durch zuviel Algenbewuchs mit N\u00e4hrstoffen \u00fcberfrachtet wird. Sinnvoll ist es in unmittelbarer Nachbarschaft zum Feuchtbiotop eine (Mager)-wiese anzulegen, in die sich Fr\u00f6sche und Kr\u00f6ten zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43697\" aria-describedby=\"caption-attachment-43697\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43697\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B26C.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B26C.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/B26C-300x257.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43697\" class=\"wp-caption-text\">Blumenwiese in den 90er Jahren (Mai)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein solche Wiese sollte nur 2-mal pro Jahr gem\u00e4ht werden. Nachdem die Samen ins sorgf\u00e4ltig vorbereitete bzw. \u201eunkrautfrei\u201c gemachte Erdreich eingestreut wurden, ist nach einer gewissen Zeit ein so genannter Schr\u00f6pfschnitt erforderlich, um hoch wachsende, n\u00e4hrstoffreiche Pflanzen kurz zu halten \u2013 bis zu deren Verschwinden. Erst danach kann sich die Vielfalt an n\u00e4hrstoffarmen Pflanzenarten durchsetzen. Manche Arten ben\u00f6tigen zudem Frost, um im Fr\u00fchjahr darauf die Keimsperre durchbrechen zu k\u00f6nnen. Soviel hierzu.<\/p>\n<p>Das M\u00e4hgut erst 1 bis 2 Tage nach dem M\u00e4hvorgang abtransportieren, damit sich die Samen verbreiten k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus bereichern Holzstapel bzw. Reisig- und Steinhaufen die Biotopvielfalt. Hier verkriechen sich gerne Teich- und Fadenmolch. In der Trockenmauer finden solit\u00e4r lebende Wildbienen Unterschlupf. So genannte Insektenhotels k\u00f6nnen die oben erw\u00e4hnten, nat\u00fcrlicherweise vorkommenden bzw. zu schaffenden Biotopstrukturen erg\u00e4nzen. Wenn der Garten naturnah gestaltet wird, finden wirbellose Tierarten, zu denen bspw. auch Hornissen z\u00e4hlen, ausreichend Lebensm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43704\" aria-describedby=\"caption-attachment-43704\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43704\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/CEF4.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/CEF4.jpg 440w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/CEF4-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43704\" class=\"wp-caption-text\">Gew\u00f6hnlicher Natternkopf, ein echter Trockenspezialist, beansprucht sonnige Lagen, besiedelt auch Steinbr\u00fcche und Kiesgruben<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fazit: Im \u00d6kogarten auf die nat\u00fcrlichen Regulationsmechanismen vertrauen. Das ist zugleich die beste Pr\u00e4vention gegen\u00fcber so genannten \u201eSch\u00e4dlingen\u201c und diversen Krankheiten und spart dar\u00fcber hinaus viel Geld. Eingriffe beschr\u00e4nken sich auf unumg\u00e4ngliche Ma\u00dfnahmen, wie R\u00fcckschnitt von Geh\u00f6lzen oder das Entfernen von \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Algenwuchs im Teich. Werden die Schnecken zu zahlreich, woran der Klimawandel ebenso seinen Anteil hat, ist auch hier Gelassenheit vonn\u00f6ten. Es gibt ein B\u00fcndel von Abwehrma\u00dfnahmen, die mittlerweile jedem Naturgartenbesitzer hinreichend bekannt sind. Als letztes und wirksamstes Mittel hat sich jedoch das Absammeln der \u201ePlagegeister\u201c bew\u00e4hrt. Die gro\u00dfen Geh\u00e4useschnecken stehen \u00fcbrigens unter Naturschutz!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch konsequent \u00f6kologische Gartengestaltung k\u00f6nnen trotz oftmals beschr\u00e4nkter Gr\u00f6\u00dfe wahre Refugien f\u00fcr heimische Tier- und Pflanzenarten entstehen. In unserer zunehmend homogenisierten Landschaft entstehen hier mit ein wenig Ideen wichtige Trittsteinbiotope. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/der-naturgarten-kleinod-der-biologischen-vielfalt-refugium-fuer-die-heimische-tier-und-pflanzenwelt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer Naturgarten: Kleinod der biologischen Vielfalt \u2013 Refugium f\u00fcr die heimische Tier- und Pflanzenwelt\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1732,674,549],"tags":[8077,5049],"class_list":["post-43648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freizeit","category-kultur","category-umwelt","tag-naturgarten","tag-oekologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43648\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}