{"id":43135,"date":"2019-01-02T23:55:17","date_gmt":"2019-01-02T22:55:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=43135"},"modified":"2019-01-03T00:17:48","modified_gmt":"2019-01-02T23:17:48","slug":"kurz-gebloggt-der-trafikant-im-filmtheater-winterberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/kurz-gebloggt-der-trafikant-im-filmtheater-winterberg\/","title":{"rendered":"Kurz gebloggt: Der Trafikant im Filmtheater Winterberg"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43136\" aria-describedby=\"caption-attachment-43136\" style=\"width: 2048px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43136\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1365\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102.jpg 2048w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WinterbergKino20190102-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-43136\" class=\"wp-caption-text\">Nach dem Film, es war 22:30 Uhr, habe ich noch schnell ein Foto gemacht. (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ohne den Tourismus k\u00f6nnte in Winterberg kein Kino existieren. Das <a href=\"https:\/\/www.filmtheater-winterberg.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Filmtheater Winterberg<\/a> kann man nicht wert genug sch\u00e4tzen, zumal neben den Blockbustern auch sogenannte &#8222;besondere Filme&#8220; gezeigt werden, die nicht unbedingt das gro\u00dfe Publikum anziehen.<\/strong><\/p>\n<p>Heute Abend habe ich mir &#8222;Der Trafikant&#8220; angeschaut und war entgegen der durchwachsenen Filmkritiken sehr zufrieden, ber\u00fchrt, angeregt. Der Film basiert auf einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Trafikant_(Roman)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Roman des \u00f6sterreichischen Autors Robert Seethaler<\/a> aus dem Jahr 2012.<\/p>\n<p>Die Handlung wird <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Trafikant_(Film)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bei Wikipedia folgenderma\u00dfen beschrieben<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der 17-j\u00e4hrige Franz Huchel verl\u00e4sst kurze Zeit vor dem Anschluss \u00d6sterreichs 1938 sein Heimatdorf, um in Wien bei dem Trafikanten Otto Trsnjek, einem Kriegsinvaliden aus dem Ersten Weltkrieg, in die Lehre zu gehen. Zu dessen Stammkunden z\u00e4hlt der Begr\u00fcnder der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Franz ist in die junge b\u00f6hmische Variet\u00e9t\u00e4nzerin Anezka verliebt und sucht Rat bei Freud. Dem ist das weibliche Geschlecht allerdings ebenfalls ein R\u00e4tsel. Es entwickelt sich eine ungew\u00f6hnliche Freundschaft zwischen dem jungen Franz und dem 82-j\u00e4hrigen Freud, der \u00d6sterreich am 4. Juni 1938 verl\u00e4sst und nach London emigriert. Franz wird Zeitzeuge zum Nationalsozialismus in Wien.<\/p>\n<p>Otto Trsnjek wird von dem benachbarten Fleischer bei der Gestapo denunziert, sein Laden verw\u00fcstet und er selbst von der Geheimpolizei abgeholt. Franz spricht im Gestapo-Hauptquartier vor, erh\u00e4lt jedoch keine Auskunft und wird vor die T\u00fcr geworfen. Sp\u00e4ter erh\u00e4lt er eine Nachricht, dass der Trafikant an Herzinfarkt gestorben sei, und ein Paket mit den pers\u00f6nlichen Sachen Trsnjeks wird ihm zugeschickt.<\/p>\n<p>Da \u201eseine\u201c Anezka mit einem SS-Offizier liiert ist, Freud emigriert und Trsnjek in den Kellern der Gestapo umgebracht wurde, setzt Franz nachts die Hose des (einbeinigen) Trafikanten als Flagge vor dem Gestapo-Hauptquartier. Am Tag darauf wird Franz von der Gestapo abgeholt.<\/p>\n<p>Geraume Zeit sp\u00e4ter steht Anezka vor der verlassenen und geschlossenen Trafik. Au\u00dfen am Fenster hatte Franz seine Traumschilderungen angeklebt. Anezka nimmt die mit, in der ein b\u00f6hmisches M\u00e4dchen aus der Schaukel springt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kurzbeschreibung passt, auch wenn der Erz\u00e4hlstrang w\u00e4hrend der 113 Minuten weit mehr Elemente enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Hauptvorwurf der Kritik ist, der Film sei \u201eein Dekorations- und Kulissenfilm, in dem nichts glaubhaft erscheint: die Trafik eine Theaterbude, der Fleischerladen nebenan nur eine Fassade. Wien 1938 als synthetisches, hochdruckgereinigtes B\u00fchnenbild.\u201c<\/p>\n<p>Kann man so sehen und ja, der Film ist einerseits eine gro\u00dfe B\u00fchnenverfilmung mit Darstellern, die jeweils in ihrer Rolle f\u00fcr das Ganze stehen: ein Kommunist, ein Denunziant, eine schillernde Frauenrolle, ein Jude, usw. sowie rundherum einige Statisten, andererseits hat mir gerade diese Reduktion gut gefallen. <\/p>\n<p>Dazwischen immer wieder phantastische Traumszenen -Freud l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen- und umspannend der Gegensatz zwischen Land und Stadt, in dem der 17-j\u00e4hrige Franz das Bindeglied verk\u00f6rpert.<\/p>\n<p>Es geht um Libido, Liebe und das sexuelle Coming of Age des Jungen vom Lande in den Kulissen der Weltstadt Wien, welches schlussendlich auch zu einem politischen Reifeprozess wird.<\/p>\n<p>Gut und B\u00f6se sind klar zu unterscheiden, der politische Opportunismus der Variet\u00e9t\u00e4nzerin Anezka von\u00a0 links nach rechts wird unzweideutig nachgezeichnet.<\/p>\n<p>Spontanurteil: 4,5 von 6 Sternen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne den Tourismus k\u00f6nnte in Winterberg kein Kino existieren. 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