{"id":41956,"date":"2018-08-20T08:00:35","date_gmt":"2018-08-20T07:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=41956"},"modified":"2018-08-20T08:00:35","modified_gmt":"2018-08-20T07:00:35","slug":"der-beste-beruf-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/der-beste-beruf-der-welt\/","title":{"rendered":"Der beste Beruf der Welt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_41957\" aria-describedby=\"caption-attachment-41957\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-41957\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Rez-Beer-Morg-Cover-672x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"792\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Rez-Beer-Morg-Cover-672x1024.jpg 672w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Rez-Beer-Morg-Cover-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Rez-Beer-Morg-Cover-768x1169.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Rez-Beer-Morg-Cover.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 85vw, 520px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-41957\" class=\"wp-caption-text\">LehrerIn, der beste Beruf der Welt &#8211; und das als Mann in der Grundschule? (bild: tr\u00e4bert)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Erst seit 1903 d\u00fcrfen Frauen in Deutschland studieren. Und erst seit den 50er Jahren darf eine Lehrerin verheiratet sein. Doch schon Ende der 60er Jahre gab es in Deutschland mehr weibliche als m\u00e4nnliche Lehrkr\u00e4fte. Heute (Stand 2014\/15) haben sie an den Grundschulen einen Anteil von 89 Prozent. Da f\u00fchlt Mann sich im Kollegium durchaus einsam, wenn er niemanden hat, mit dem er \u00fcber Fu\u00dfball diskutieren kann. Das ist die Ausgangslage f\u00fcr Martin Beer und sein Buch \u201eLebenslang Morgenkreis\u201c *).<\/strong><\/p>\n<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Die Lekt\u00fcre beansprucht das Zwerchfell erheblich, denn \u201eDer ultimative Ratgeber f\u00fcr Grundschullehrer\/innen\u201c, so der Untertitel, kann durchaus Lachmuskelkater erzeugen. Beer beschreibt das Klassenzimmer in seinem ersten Schulpraktikum als einen \u201eOrt, der so lebendig war wie ein Basar im fernen Orient, ein Freibad im Hochsommer, spannungsgeladen wie die Verhandlungen auf einem osteurop\u00e4ischen Gebrauchtwagenmarkt\u201c (S. 22). Er stellt fest: \u201eDie Grundschule ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und nicht immer schauen sch\u00f6ne Menschen in diesen Spiegel\u201c (S. 73). Oder er philosophiert: \u201eGemeinhin bedeuten W\u00f6rter, die mit der Vorsilbe Un- beginnen, nur selten etwas Gutes. Arbeiten wir gemeinsam daran, dass es dem Unterricht anders ergeht\u201c (S. 112).<\/p>\n<p>Das letzte Beispiel ist nicht der einzige Beleg daf\u00fcr, dass dieses Buch bei allem Humor ein ernsthaftes Anliegen vertritt: Es wirbt um einen wachsenden Anteil von M\u00e4nnern in Grundschulkollegien. \u201eJunge M\u00e4nner, str\u00f6mt in die Schulen!\u201c, hei\u00dft es auf S. 8 zu Beginn des ersten Teils. Kein Wunder bei einem einst traumatischen Start des Autors ins Lehramtsstudium mit drei m\u00e4nnlichen unter 110 weiblichen Erstsemestern! Beer erz\u00e4hlt von der eher zuf\u00e4lligen Entscheidung f\u00fcr diesen Weg und von guten Gr\u00fcnden, warum \u201eMann trotzdem Grundschullehramt studieren sollte\u201c (S. 25 f.). Die Zeit des Referendariats und der ersten Stelle danach sind mit all ihren kleinen Katastrophen wie auch den positiven Erfahrungen eine \u00fcberzeugende Begr\u00fcndung f\u00fcr die Berufswahl. Die Beschreibung dreier Anf\u00e4ngerfehler schlie\u00dft den ersten Teil in der Hoffnung ab, dass die Leser\/innen sie vermeiden m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Der zweite Teil von \u201eLebenslang Morgenkreis\u201c ist am Alphabet orientiert. Von \u201eA wie Anlauttabelle\u201c \u00fcber \u201eE wir Elternabend\u201c oder \u201eN wie Noten\u201c f\u00fchrt er bis zu \u201eZ wie Zappelphilip\u201c. Jeder Buchstabe repr\u00e4sentiert ein Thema, teils hochrelevant wie \u201eBuchstaben\u201c oder \u201eSexualkunde\u201c, teils eher der alphabetischen Vollst\u00e4ndigkeit geschuldet wie \u201eComic Sans MS\u201c oder \u201eOrdnung\u201c. Doch aus all diesen kleinen Kapiteln sprechen Erfahrungen, die nicht nur f\u00fcr Menschen hilfreich sind, die vor der Berufswahl stehen. Auch aktive Lehrkr\u00e4fte profitieren von Erkenntnissen wie: \u201eAufger\u00e4umte und saubere Schulranzen scheitern \u00e4hnlich dem Weltfrieden an der Natur des Menschen\u201c (S. 91). Das Buch schlie\u00dft mit der Aufforderung: \u201eAlle Leserinnen und Leser kommen im Kreis zusammen, fassen sich an den H\u00e4nden und dann z\u00e4hlen wir noch einmal gemeinsam die Vorteile des besten Berufs der Welt auf\u201c (S. 126). Diese Vorteile sind \u201eAbwechslung, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Freiheit und Solidarit\u00e4t. Mehr kann man von seinem Beruf wirklich nicht erwarten\u201c (S. 127).<\/p>\n<p>\u201eLebenslang Morgenkreis\u201c ist der originellste Versuch, zum Lehramtsstudium zu motivieren, den ich je gelesen habe. Das Buch geht von der pers\u00f6nlichen Erfahrung mit der Praxis aus. Dazu ist es bewusst subjektiv geschrieben, so humorvoll wie informativ und macht einfach Lust auf Schule \u2013 \u00fcbrigens auch Menschen, die bereits im Schuldienst stehen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><em>*) Martin Beer: Lebenslang Morgenkreis. Der ultimative Ratgeber f\u00fcr Grundschullehrer\/innen, Weinheim (Beltz) 2018, 128 S., \u20ac 16,95 (als eBook \u20ac 15,99)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst seit 1903 d\u00fcrfen Frauen in Deutschland studieren. Und erst seit den 50er Jahren darf eine Lehrerin verheiratet sein. 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