{"id":40993,"date":"2018-05-01T19:42:38","date_gmt":"2018-05-01T18:42:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=40993"},"modified":"2018-05-01T19:51:45","modified_gmt":"2018-05-01T18:51:45","slug":"das-ostarbeiterlager-herrenberg-und-die-stadt-warstein-zivilgefangener-iwan-schewtschenko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/das-ostarbeiterlager-herrenberg-und-die-stadt-warstein-zivilgefangener-iwan-schewtschenko\/","title":{"rendered":"Das \u201eOstarbeiterlager Herrenberg\u201c und die Stadt Warstein: Zivilgefangener Iwan Schewtschenko"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40994\" aria-describedby=\"caption-attachment-40994\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-40994\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945.jpg 1364w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945-768x507.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/WarsteinSchuetzenhalle1945-1024x676.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-40994\" class=\"wp-caption-text\">\u201eChronik der B\u00fcrgersch\u00fctzengesellschaft Warstein\u201c, aus den Quellen bearbeitet von Werner Giese, Warstein 1988, S. 66. Bildunterschrift: \u201eDie Sch\u00fctzenhalle im Jahre 1945. Das Bild zeigt den Kleinen Saal, an dem rechts deutlich noch die Sperrgitter in den Fenstern zu sehen sind. Das ganze Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung durch die Brandkatastrophe wird uns hier vor Augen gef\u00fchrt.\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nachdem deutsche Soldaten am 20., 21. und 22. M\u00e4rz 1945 aus zwei \u201eOstarbeiterlagern\u201c in Suttrop (Schule) und Warstein (ehemalige Sch\u00fctzenhalle auf dem Herrenberg) 208 v\u00f6llig wehrlose M\u00e4nner, Frauen und Kinder an drei verschiedenen Orten (Langenbachtal, K\u00f6rtlinghausener Forst und Eversberger Kuhwiese, Flur \u201eIm Kramwinkel\u201c) in drei verschiedenen Landkreisen (Arnsberg, Lippstadt und Meschede) ermordet hatten, brannte in der Nacht des dritten Massakers um 22 Uhr 30 noch das ganze \u201eGemeinschaftslager auf dem Herrenberg\u201c bis auf die Grundmauern nieder.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Die umfangreichen Forschungsarbeiten von Nadja Thelen-Khoder <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/franzosenfriedhof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sind hier im Blog unter dem Men\u00fc-Punkt &#8222;Franzosenfriedhof&#8220;<\/a> einzusehen.)<\/em><\/p>\n<p>Laut Angaben zum Lager auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen B\u00fcrgersch\u00fctzengesellschaft der Josef Albers Stra\u00dfen- und Tiefbau \u201everteilen sich (die Insassen des Lagers) auf folgende Firmen: Josef Albers, Kalkwerk Feldmann, Ernst Fisch, F. J. Risse, Franz K\u00f6ster, Stadt Warstein, Forstverwaltung\u201c.<\/p>\n<p>Mehrere Listen dieser Firmen habe ich gefunden und konnte so folgende Namen von Menschen finden, die diesen Brand sehr wahrscheinlich erleben mu\u00dften, wenn sie nicht schon vorher ermordet wurden: Alex Naomenke, Valentin Nilatschenko, Michel Paslauski, Iwan Schewtschenko, Michel Truchatscho, Kljeksandro Oblisob, Aljeskey Woschenko, Wasilij Woschenko, Iwan Michailow, Michail Sadkin, Wasiliy Rjasanzew, Drawin Poppoff, Mitschisowsci Diatschenko, Grigoris Krawtschenko, Alex Korsch, ? Motschieslaw, Alex Petroum, (?) Sinitza, (?) Schalajew, Alex Bondar, Iwan Haltschenko, Alexander Kiritschenko, Iwan Kriwoscheja, Dusha Kutschmak, Iwan Mischenko und Petro Nikolai.<\/p>\n<p>Diese Menschen konnten also von dem Feuer erz\u00e4hlen &#8211; und vielleicht auch von den 56 Frauen, 14 M\u00e4nnern und dem Kind, die deutsche Soldaten am 20. M\u00e4rz abholten, um sie im Langenbachtal zu ermorden, darunter Bora Pronka, geb. 1897, und Maria Daniwagoz (mit Ausweis, aber anscheinend ohne Geburtsdatum) und von den 80 M\u00e4nnern, die deutsche Soldaten am 22. M\u00e4rz aus obiger Halle abholten, um sie auf der Eversberger Kuhwiese zu erschie\u00dfen und zu erschlagen.<\/p>\n<p>Vielleicht kannten sie sich untereinander, weil sie lange Todesm\u00e4rsche gemeinsam hinter sich gebracht hatten. Vielleicht haben \u00fcberlebende Zwangsarbeiter ihren Kindern erz\u00e4hlt von den \u201eJugendliche(n) unter 2o Jahren\u201c in ihren \u201eMonteuranz\u00fcgen\u201c, deren \u201eWeisheitsz\u00e4hne noch nicht vorhanden oder eben erst im Kommen\u201c waren\u201c, von den Menschen, deren Papiere man gefunden, \u201egesammelt und dem zust\u00e4ndigen britischen Offizier zur Verf\u00fcgung gestellt\u201c hatte, von den Ermordeten, die \u201eLohnabrechnungen\u201c von \u201everschiedenen Arbeitsstellen im rhein.westf\u00e4lischen Industriegebiet\u201c bei sich trugen, die \u201eCpt. Grahah vom englischen Sonderdienst an sich genommen\u201c hat.<\/p>\n<p>Vielleicht haben \u00dcberlebende ihren Kindern erz\u00e4hlt, und vielleicht leben ja ihre Kinder noch und erinnern sich. Ich suche die Ermordeten \u2013 und also auch nach Kindern, Freunden und Bekannten.<\/p>\n<p>Papiere der Ermordeten fand man schon im April 1945 in Suttrop (\u201eEidesstattliche Erkl\u00e4rung! Ich erkl\u00e4re hiermit an Eides Statt, dass die auf dem Friedhof im Stein bestatteten Russen nach dem Einmarsch der Alliierten umgebettet wurden. Die gefundenen Papiere wurden dem seinerzeit anwesenden amerikanischen Kapit\u00e4n Meier ausgeh\u00e4ndigt, der diese angeblich der russischen Kommandantur \u00fcbergeben wollte. Der B\u00fcrgermeister\u201c), 1947 in Eversberg (s.o.) und 1964 in Warstein (s.o.).<\/p>\n<p>Warum hat man damals die Namen nicht gesammelt und auf Grabsteinen verewigt? War das die \u201eDeutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge\u201c? Gab es keine Anweisungen, Grabsteine f\u00fcr Menschen zu errichten, deren Namen man kannte, keine diesbez\u00fcglichen bilateralen Abkommen?<\/p>\n<p>Ich suche die Ermordeten \u2013 und also auch nach \u00dcberlebenden, nach Freunden und Bekannten. Alex Bondar hat es anscheinend bis Lippstadt geschafft.<\/p>\n<p>Auf der Liste der Stadt Warstein fehlen s\u00e4mtliche Geburtsdaten der f\u00fcnf Zivilgefangenen, deren \u201eBesch\u00e4ftigungsdauer\u201c mit \u201e1943 \u2013 April 1945\u201c angegeben wird: Alex Naomenke, Valentin Nilatschenko, Michel Paslauski, Iwan Schewtschenko und Michel Truchatscho. Vielleicht kann ich bei Iwan Schewtschenko diese Angabe erg\u00e4nzen. Die folgende Liste enth\u00e4lt nur zwei Namen; daher ordne ich die Spalten der Tabelle aus Gr\u00fcnden der Lesbarkeit vertikal an: &#8230; weiterlesen -&gt;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/59.-Iwan-Schewtschenko.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das ganze Dokument mit s\u00e4mtlichen Abbildungen, Quellenhinweisen und Fu\u00dfnoten hier als PDF lesen oder herunterladen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem deutsche Soldaten am 20., 21. und 22. 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