{"id":40287,"date":"2018-02-22T21:37:40","date_gmt":"2018-02-22T20:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=40287"},"modified":"2018-02-22T21:37:40","modified_gmt":"2018-02-22T20:37:40","slug":"sauerlaendische-lebenszeugen-ein-aktuelles-buch-ueber-widerstand-in-der-heimat-und-maertyrer-der-ns-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/sauerlaendische-lebenszeugen-ein-aktuelles-buch-ueber-widerstand-in-der-heimat-und-maertyrer-der-ns-zeit\/","title":{"rendered":"\u201eSauerl\u00e4ndische Lebenszeugen\u201c: Ein aktuelles Buch \u00fcber Widerstand in der Heimat und M\u00e4rtyrer der NS-Zeit"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40288\" aria-describedby=\"caption-attachment-40288\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/UmschlagbildSAUERL\u00c4NDISCHE_LEBENSZEUGEN.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-40288\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/UmschlagbildSAUERL\u00c4NDISCHE_LEBENSZEUGEN.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"468\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/UmschlagbildSAUERL\u00c4NDISCHE_LEBENSZEUGEN.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/UmschlagbildSAUERL\u00c4NDISCHE_LEBENSZEUGEN-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/UmschlagbildSAUERL\u00c4NDISCHE_LEBENSZEUGEN-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-40288\" class=\"wp-caption-text\">Umschlagmotiv des Buches \u201eSauerl\u00e4ndische Lebenszeugen\u201c: Heilig-Geist-Kirche Bielefeld, Kreuzwegstation aus der Werkstatt von Bert Gerresheim \u2013 Simon von Cyrene, dargestellt in Gestalt von Abb\u00e9 Franz Stock, hilft Jesus das Kreuz tragen (Foto: Dr. Ansgar Walk).<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Unter dem Titel \u201eSauerl\u00e4ndische Lebenszeugen\u201c hat der Theologe und friedensbewegte Autor Peter B\u00fcrger soeben ein neues Buch ver\u00f6ffentlicht. Darin geht es vor allem um die M\u00e4rtyrer seiner Heimatregion.<\/strong><\/p>\n<p>In 13 Kapiteln werden Christen vorgestellt, die sich der Todesreligion des Nationalsozialismus entgegengestellt haben und als nahe Vorbilder in Erinnerung gerufen werden sollen:<\/p>\n<p>Pfarrvikar Otto G\u00fcnnewich (Eslohe-Salwey) wurde im KZ ermordet, weil er am Fronleichnamsfest trotz Verbot das \u201eSakrament der Liebe\u201c in den \u00f6ffentlichen Raum getragen hatte. Die ehemalige Finnentroper Modeverk\u00e4uferin Sr. Angela Maria Autsch (1900-1944) wurde bekannt als \u201eNonne von Auschwitz\u201c. Sie half im Konzentrationslager auch j\u00fcdischen und marxistischen Mith\u00e4ftlingen, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren. Der junge B\u00e4ckermeister Josef Quinke (1905-1942) aus Finnentrop-Fretter wurde durch Hafttortur im KZ Sachsenhausen umgebracht. Er hatte u.a. mit anderen Eingeweihten in einer \u201eScheunen-Druckerei\u201c Predigten gegen die Ermordung von sogenannten Behinderten vervielf\u00e4ltigt. Die subversive M\u00e4nnergruppe im kleinen Dorf Fretter wurde besucht vom sp\u00e4teren M\u00e4rtyrer Franz Reinisch, der als einziger Priester im ganzen deutschen Reich wegen Verweigerung des Hitler-Eids hingerichtet worden ist.<\/p>\n<p>Der Herrntroper Bauernsohn Carl Lindemann (1917-1944) kam unter das Fallbeil, weil er einen Witz \u00fcber Goebbels erz\u00e4hlt hatte. Der Adelige Ferdinand von L\u00fcninck (1888-1944), Gutsbesitzer in Ostwig und zun\u00e4chst selbst ein Anh\u00e4nger Hitlers, wurde nach seiner Abkehr vom Nationalsozialismus vom ber\u00fcchtigten Volksgerichtshofs-Pr\u00e4sidenten Roland Freisler zum Tode verurteilt. Den Franziskanerpater Kilian Kirchhoff (1892-1944) aus R\u00f6nkhausen schickte der Richter wegen \u201eWehrkraftzersetzung\u201c und Beleidigung von NSDAP-Prominenten auf das Schafott. Vor einigen Jahren sind seine Briefe an eine J\u00fcdin aufgetaucht.<\/p>\n<p>Der aus Sundern stammende Landwirtschaftslehrer Dr. Josef Kleinsorge (1878-1945) musste sterben, weil die Nazis auch im M\u00fcnsterland den christlichen Einfluss im Schulwesen ausmerzen wollten. Der Dortmunder Friedrich Karl Petersen (1904-1944) sollte eine Seelsorgestelle in Eslohe-Reiste antreten. Doch die Nazis schickten ihn ins KZ Dachau, das er nicht mehr lebend verlassen konnte. Sein Grabkreuz steht in Schmallenberg.<\/p>\n<p>Gegen die Zwangssterilisierungen protestierte der Arnsberger Propstdechant Joseph B\u00f6mer (1881-1942), der w\u00e4hrend eines Gerichtsverfahren viel Solidarit\u00e4t aus der Bev\u00f6lkerung erfuhr. Er ist allerdings eines nat\u00fcrlichen Todes gestorben. Als \u201eSauerl\u00e4ndische Friedensboten\u201c der NS-Zeit werden in einem dokumentarischen Anhang Pfarrer Peter Grebe (Kirchhundem-Kohlhagen), Josef R\u00fcther (Brilon) und Abb\u00e9 Franz Stock aus Neheim ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Das Buch enth\u00e4lt neben den Kapiteln von Peter B\u00fcrger auch Texte von Sigrid Bl\u00f6meke, Volker Kennemann, Arnold Klein, Dieter Riesenberger und Gisbert Strotdrees. In seinem Geleitwort zu diesem 2. Band \u00fcber \u201eFriedensarbeiter, Antifaschisten und M\u00e4rtyrer des kurk\u00f6lnischen Sauerlandes\u201c schreibt der Christdemokrat Hans-Josef Vogel (RP Arnsberg): \u201eDie \u201aSauerl\u00e4ndischen Lebenszeugen\u2018 ermutigen uns in einer Zeit, die wieder v\u00f6lkisches rassistisches Denken kennt und ausspricht, in der autorit\u00e4res F\u00fchrertum wieder nachgefragt wird [\u2026]. Das Buch von Peter B\u00fcrger fordert uns auf, dem neurechten Denken und Handeln fr\u00fchzeitig entgegenzutreten, indem es erinnert an die \u201aSauerl\u00e4ndischen Lebenszeugen\u2018 und sie in den Mittelpunkt der Regionalgeschichte r\u00fcckt als ein tats\u00e4chlich universelles Programm im Sinne einer Kultur des Lebens und der Begegnung: ein Programm der Menschenw\u00fcrde, der Menschenrechte und der Freiheit.\u201c<\/p>\n<p>Peter B\u00fcrger schreibt in der Einleitung seines Buches \u00fcber Christen des Sauerlandes: \u201eHeimat ist kein Besitz, sondern Geschenk und ein noch uneingel\u00f6stes Versprechen auf Zukunft hin. Alles entscheidet sich daran, welche Geschichtserinnerungen, Visionen und Vorbilder bei diesem Stichwort zum Vorschein kommen.\u201c Die M\u00e4rtyrer seien fast alle durch Denunzianten aus dem nahen Umfeld verraten worden. Ihr besonderes Kennzeichen: Ablehnung der Kriegsreligion sowie Solidarit\u00e4t mit den Opfern von Judenhass, Rassismus und v\u00f6lkischem Wahn.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Das Buch kann mit ISBN-Nummer \u00fcberall im Buchhandel vor Ort bestellt werden:<\/p>\n<p>P. B\u00fcrger: Sauerl\u00e4ndische Lebenszeugen. \u2013 Friedensarbeiter, Antifaschisten und M\u00e4rtyrer des kurk\u00f6lnischen Sauerlandes. Zweiter Band. Norderstedt 2018.<br \/>\nISBN: 978-3-7460-9683-4 (Umfang 488 Seiten; Preis: 15,99 Euro).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/sauerlaendische-lebenszeugen-peter-buerger-9783746096834\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/sauerlaendische-lebenszeugen-peter-buerger-9783746096834<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bod.de\/booksample?json=http%3A%2F%2Fwww.bod.de%2Fgetjson.php%3Fobjk_id%3D2263268%26hash%3D29457d66d0a782d11c4a706b5b4ccfc0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis und Geleitwort von Hans-Josef Vogel (RP)<\/a><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><em>Information zum Autor des Buches:<\/em><\/p>\n<p><em>Peter B\u00fcrger (geb. 1961 in Eslohe\/Sauerland) ist Theologe, Mitglied der Internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi und arbeitet als freier Publizist \u2013 mit linkskatholischem Standort. Buchver\u00f6ffentlichungen u.a.: Das Lied der Liebe kennt viele Melodien \u2013 eine befreite Sicht der Homosexualit\u00e4t (2001\/2005); Napalm am Morgen (2004); Hiroshima, der Krieg und die Christen (2005); Kino der Angst &#8211; Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood (2005\/2007); Bildermaschine f\u00fcr den Krieg (2007); Die fromme Revolte &#8211; Katholiken brechen auf (2009). Die Studien zur massenkulturellen Kriegspropaganda wurden 2006 mit dem Bertha-von-Suttner-Preis (Kunst und Medien) ausgezeichnet (<a href=\"http:\/\/www.friedensbilder.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.friedensbilder.de<\/a>). Au\u00dferdem: LWL-Preis f\u00fcr westf\u00e4lische Landeskunde (2010) und zwei Preise f\u00fcr die niederdeutschen Forschungen (zuletzt Rottendorf-Preis). Zahlreiche Publikationen zur s\u00fcdwestf\u00e4lischen Regionalkultur, darunter eine mehrb\u00e4ndige Mundartliteraturgeschichte (<a href=\"http:\/\/www.sauerlandmundart.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.sauerlandmundart.de<\/a>), die Reihe &#8222;Sauerl\u00e4ndische Mundart-Anthologie&#8220; und das Buch &#8222;Fang dir ein Lied an! Selbsterfinder, Lebensk\u00fcnstler und Minderheiten im Sauerland&#8220; (2013). Als Autor und Herausgeber einer Reihe von kirchenhistorischen, regionalgeschichtlichen und biographischen Ver\u00f6ffentlichungen bearbeitet er seit 2014 das Projekt &#8222;Friedenslandschaft Sauerland&#8220;, zu dem u.a. auch schon der Band &#8222;Sauerl\u00e4ndische Friedensboten&#8220; erschienen ist.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel \u201eSauerl\u00e4ndische Lebenszeugen\u201c hat der Theologe und friedensbewegte Autor Peter B\u00fcrger soeben ein neues Buch ver\u00f6ffentlicht. 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