{"id":38436,"date":"2017-08-09T19:15:51","date_gmt":"2017-08-09T18:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=38436"},"modified":"2017-08-09T19:37:00","modified_gmt":"2017-08-09T18:37:00","slug":"guelle-kein-problem-im-wasserschutzgebiet-latroptal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/guelle-kein-problem-im-wasserschutzgebiet-latroptal\/","title":{"rendered":"G\u00fclle kein Problem im Wasserschutzgebiet \u201eLatroptal\u201c?"},"content":{"rendered":"<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-38438\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/GuelleLatrop20170809.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/GuelleLatrop20170809.jpg 700w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/GuelleLatrop20170809-300x174.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><strong>Fragen kann nicht schaden<\/strong><\/h3>\n<p><em>(Der Artikel ist heute zuerst in \u00e4hnlicher Form <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=7714\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf der Website der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste<\/a> erschienen.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Kreistagsfraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste (SBL\/FW) hatte Informationen \u00fcber G\u00fclle-Aufbringung im Wasserschutzgebiet \u201eLatroptal\u201c im Stadtgebiet Schmallenberg erhalten. <\/strong><\/p>\n<p>Die SBL\/FW berichtete \u00fcber Auff\u00e4lligkeiten wie \u201eColiforme Bakterien\u201c und \u201eNitrat\u201c, die bei den Kontrollen im Latroptal festgestellt worden sind und richtete am 25.07.2017 eine Anfrage an den Landrat.: <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=7706\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=7706<\/a><\/p>\n<p><strong>Glaube ist gut, Kontrolle ist besser, keine F\u00e4kalien im Wasser sind noch besser<\/strong><br \/>\nDie Verwaltung des Hochsauerlandkreises antwortete daraufhin mit Schreiben vom 07.08.2017, bei der Wassergewinnungsanlage aus dem \u201eLatroptal\u201c handele es sich um eine Sickeranlage parallel zum Gew\u00e4sser Latrop. Trinkwasser w\u00fcrde hier also aus oberfl\u00e4chennahem Wasser aus dem Uferfiltrat gewonnen, das einer weitergehenden Aufbereitung bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p><strong>Das Ergebnis:<\/strong> Die am 08.06.2017 entnommenen Proben des Roh- und Trinkwassers aus dem \u201eLatroptal\u201c seien in mikrobiologischer Hinsicht unauff\u00e4llig und weiter, das Ergebnis der Analyse vom 08.06.2017 zeige auf, dass im \u201eLatroptal\u201c keine f\u00e4kale Belastung im Umfeld nachgewiesen werden konnte. Der Grenzwert f\u00fcr \u201eColiforme Bakterien\u201c sei 0.<\/p>\n<p><strong>Nitrat \u201enur\u201c bei 6,0 mg\/l<\/strong><br \/>\nDen Nitrat-Grenzwert lege die Trinkwasserverordnung bei 50 mg\/l fest. Ein Wert von 6,0 mg\/l, so wie im \u201eLatroptal\u201c festgestellt, sei also aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich.<\/p>\n<p><strong>Die Landwirtschaftskammer empfiehlt<\/strong><br \/>\nDer Landwirt, der das Wasserschutzgebiet \u201eLatroptal\u201c ged\u00fcngt hat, habe eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe D\u00fcngung nachgewiesen, alles nach den Vorgaben der Wasserschutzgebietsverordnung und unter Ber\u00fccksichtigung der Beratungsempfehlungen des von der Landwirtschaftskammer erstellten D\u00fcngeplans. Die D\u00fcngung sei ausschlie\u00dflich in der Schutzzone III erfolgt.<\/p>\n<p><strong>Keine Grenzwerte f\u00fcr Rohwasser<\/strong><br \/>\nRoh- und Trinkwasser, so schreibt der Hochsauerlandkreis, w\u00fcrden regelm\u00e4\u00dfig durch eine zul\u00e4ssige Untersuchungsstelle untersucht. Die Ergebnisse der Trinkwasseranalysen seien seit 2015 unauff\u00e4llig. (Nach dem Zeitraum vor 2015 hatte die SBL\/FW nicht gefragt). F\u00fcr Rohwasser gebe es weder Richt- noch Grenzwerte.<\/p>\n<p><strong>\u201eColiforme Bakterien\u201c etwa auch in anderen Wasserschutzgebieten?<\/strong><br \/>\nDie Antwort des HSK erscheint uns etwas nebul\u00f6s. Zitat: \u201eDa es sich bei dem zitierten Nachweis von 18 \u201eColiformen Bakterien\u201c im Rohwasser einer oberfl\u00e4chennahen Wassergewinnungsanlage nicht um einen hohen Wert und auch der hier nachgewiesene Messwert f\u00fcr Nitrat derart niedrig ist, er\u00fcbrigt sich eine Beantwortung dieser Frage.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gesetzgeber ist dringend gefragt<\/strong><br \/>\nNachdem sich in den letzten Tagen die Meldungen \u00fcber ein Zuviel an G\u00fclle, die m\u00f6glichen gesundheitlichen Folgen und die deswegen wahrscheinlich bald explodierenden Trinkwasserkosten h\u00e4ufen, k\u00f6nnen wir gut verstehen, warum die Kreisverwaltung darauf verweist, dass die Wasserbeh\u00f6rde unter den gegebenen Umst\u00e4nden keinen Raum f\u00fcr ein unmittelbares gew\u00e4sserschutzrechtliches Einschreiten habe.<\/p>\n<p><strong>Leseempfehlungen:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/nitratwerte-im-grundwasser-gefahr-fuers-trinkwasser-1.3617856\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/nitratwerte-im-grundwasser-gefahr-fuers-trinkwasser-1.3617856<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nitrat-im-grundwasser-trinkwasser-koennte-teurer-werden.1939.de.html?drn:news_id=777535\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nitrat-im-grundwasser-trinkwasser-koennte-teurer-werden.1939.de.html?drn:news_id=777535<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Antwort des HSK in voller L\u00e4nge:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eIhre Anfrage gem. 5 11 GeschO f\u00fcr den Kreistag des Hochsauerlandkreises;<br \/>\nhier: G\u00fclle im Wasserschutzgebiet Latroptal vom 25.07.2017<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Loos,<\/p>\n<p>zu den mit Ihrer Anfrage vom 25.07.2017 aufgeworfenen Fragen nehme ich wie folgt Stellung:<\/p>\n<p><strong>Frage 1: Welche Kenntnisse haben Sie von den Vorg\u00e4ngen und der Situation im Wasserschutzgebiet Latroptal?<\/strong><\/p>\n<p>Die Stadtwerke Schmallenberg informierten mich am 06.06.2017 dar\u00fcber, dass im Wasserschutzgebiet \u201eLatroptal\u201c in der Schutzzone llI Jauche ausgebracht worden w\u00e4re. Daraufhin wurden unmittelbar mikrobiologische Kontrolluntersuchungen des gewonnenen Rohwassers sowie des Trinkwassers veranlasst. Diese Proben wurden am 08.06.2017 entnommen. Das Ergebnis der Trinkwasseruntersuchung aus dem Ausgang des Wasseniverks Latroptal war in mikrobiologischer und chemischer Hinsicht unauff\u00e4llig. Das Ergebnis der Rohwasseranalyse \u2014 also das Wasser vor Eingang in das Wasserwerk \u2014 haben Sie in Ihrer Anfrage zum Teil zitiert. Dieses Ergebnis der Rohwasseranalyse ist ebenfalls als unauff\u00e4llig anzusehen. Dieses Ergebnis m\u00f6chte ich aus Sicht des Trinkwasserschutzes n\u00e4her erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Bei der Wassergewinnungsanlage Latroptal handelt es sich um eine Sickeranlage parallel zum Gew\u00e4sser Latrop, d.h. hier wird oberfl\u00e4chennahes Wasser aus dem Uferfiltrat des Gew\u00e4ssers entnommen und anschlie\u00dfend zu Trinkwasser aufbereitet. Aufgrund der unmittelbaren Beeinflussung durch das Gew\u00e4sser bedarf das hier gewonnene Wasser (Rohwasser) einer weitergehenden Aufbereitung. Das oben zitierte Ergebnis der Wasseranalyse wurde vor Eingang in das Wasserwerk, also vor dieser Aufbereitung, entnommen (Rohwasser).<\/p>\n<p>Coliforme Bakterien ist ein Sammelbegriff f\u00fcr mehrere verschiedene Bakterienarten. In der heute anzuwendenden Analytik werden nicht ausschlie\u00dflich f\u00e4kalb\u00fcrtige Coliforme Bakterien nachgewiesen, sondern auch Coliforme Bakterien erfasst, die nat\u00fcrlicher Weise in der Umwelt vorkommen. Das gleichzeitige Fehlen von E.coli oder auch intestinalen Enterokken, die im Gegensatz zu den Coliformen Bakterien auf einen unmittelbaren Zusammenhang einer vorherigen f\u00e4kalen Belastung schlie\u00dfen lassen w\u00fcrden, im Ergebnis der Analyse vom 08.06.2017 zeigt auf, dass dort keine f\u00e4kale Belastung im Umfeld nachgewiesen werden konnte. F\u00fcr coliforme Bakterien gilt im Trinkwasser ein Grenzwert von 0.<\/p>\n<p>F\u00fcr Nitrat legt die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 50 mg\/I im Trinkwasser fest. Dieser Grenzwert basiert toxikologisch begr\u00fcndet auf den m\u00f6glichen gesundheitlichen Auswirkungen durch eine erh\u00f6hte Nitrataufnahme bei der k\u00f6rperlich sensibelsten Bev\u00f6lkerungsgruppe, den S\u00e4uglingen. Ein Wert von 6,0 mg\/I Nitrat im Rohwasser oder Trinkwasser ist aus gesundheitlicher Sicht also unauff\u00e4llig.<\/p>\n<p>Die von der Bezirksregierung Arnsberg erlassene Wasserschutzgebietsverordnung Latroptal vom 23. September 1988 regelt Vorgaben f\u00fcr die landwirtschaftliche D\u00fcngung. Danach ist in der Schutzzone III das Aufbringen von N\u00e4hrstofftr\u00e4gern zum Zwecke der D\u00fcngung nach einem unter Ber\u00fccksichtigung der Beratungsempfehlungen der Landwirtschaftskammer erstellten D\u00fcngeplan zul\u00e4ssig. Der Landwirt hat die ordnungsgem\u00e4\u00dfe D\u00fcngung anhand eines aktuellen D\u00fcngeplans nachgewiesen. Die D\u00fcngung erfolgte ausschlie\u00dflich in der Schutzzone lll. Somit sind die Vorgaben der Wasserschutzgebietsverordnung eingehalten worden.<\/p>\n<p><strong>Frage 2: Wurden und werden von Ihrer Beh\u00f6rde im Latroptal regelm\u00e4\u00dfig oder unregelm\u00e4\u00dfig Wasser- und Bodenproben entnommen?<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl Roh-, als auch Trinkwasser werden regelm\u00e4\u00dfig der geltenden Trinkwasserverordnung und den gesetzlichen Vorgaben der Rohwasser\u00fcberwachung entsprechend durch eine nach Trinkwasserverordnung zul\u00e4ssige Untersuchungsstelle untersucht.<\/p>\n<p><strong>Frage 3: Wenn ja, wie waren die Ergebnisse seit 2015?<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Trinkwasseranalysen waren in mikrobiologischer und chemischer Hinsicht in diesem Zeitraum unauff\u00e4llig. F\u00fcr Rohwasser gibt es weder Richt-, noch Grenzwerte.<\/p>\n<p><strong>Frage 4: Gibt es Ihres Wissens im HSK weitere Wasserschutzgebiete, die \u00e4hnlich hohe Messwerte bei coliformen Bakterien und Nitrat aufweisen oder andere nicht akzeptable Werte, z.B. f\u00fcr Enterokokken oder Antibiotika-R\u00fcckst\u00e4nde?<\/strong><\/p>\n<p>Da es sich bei dem zitierten Nachweis von 18 Coliformen Bakterien im Rohwasser einer oberfl\u00e4chen-nahen Wassergewinnungsanlage nicht um einen hohen Wert und auch der hier nachgewiesene<br \/>\nMesswert f\u00fcr Nitrat derart niedrig ist, er\u00fcbrigt sich eine Beantwortung dieser Frage.<\/p>\n<p><strong>Frage 5: Wenn ja, wo und welche? Wie sind die jeweiligen Messwerte?<\/strong><\/p>\n<p>Siehe Antwort zu Frage 4.<\/p>\n<p><strong>Frage 6: Welche M\u00f6glichkeiten hat lhre Beh\u00f6rde, gegen das Aufbringen von G\u00fclle in Wasserschutzgebieten vorzugehen?<\/strong><\/p>\n<p>Generell richtet sich das Vorgehen der Wasserbeh\u00f6rde nach dem jeweils geltenden Recht, also nach Wasserhaushaltsgesetz, Landeswassergesetz und den jeweiligen Wasserschutzgebietsverordnungen. Sofern insbesondere die jeweilige Wasserschutzgebietsverordnung f\u00fcr das Aufbringen von G\u00fclle, Jauche, Festmist etc. in der Schutzzone IlI kein Verbot enth\u00e4lt, ist f\u00fcr ein unmittelbares gew\u00e4sseraufsichtliches Einschreiten der Wasserbeh\u00f6rde kein Raum gegeben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragen kann nicht schaden (Der Artikel ist heute zuerst in \u00e4hnlicher Form auf der Website der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste erschienen.) 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