{"id":37420,"date":"2017-03-04T22:13:10","date_gmt":"2017-03-04T21:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=37420"},"modified":"2017-03-04T22:13:10","modified_gmt":"2017-03-04T21:13:10","slug":"sauerlaender-buergerlistefreie-waehler-gerade-eingefuehrt-und-schon-vor-dem-aus-das-mobiticket-im-hsk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/sauerlaender-buergerlistefreie-waehler-gerade-eingefuehrt-und-schon-vor-dem-aus-das-mobiticket-im-hsk\/","title":{"rendered":"Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste\/Freie W\u00e4hler: Gerade eingef\u00fchrt und schon vor dem AUS? \u2013 Das MobiTicket im HSK"},"content":{"rendered":"<h3>Schwere Geburt<\/h3>\n<hr \/>\n<figure id=\"attachment_37421\" aria-describedby=\"caption-attachment-37421\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-37421\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/RuhraueBahn20161224b.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"1050\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/RuhraueBahn20161224b.jpg 700w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/RuhraueBahn20161224b-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/RuhraueBahn20161224b-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-37421\" class=\"wp-caption-text\">Mobilit\u00e4t hat auch im Hochsauerland f\u00fcr viele einen sehr hohen Preis. (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Anfang Januar 2017 wurde endlich auch im Hochsauerlandkreis das Sozialticket bzw. Mobi-Ticket eingef\u00fchrt. Jahrelange Geburtswehen und mehrere abgelehnte Antr\u00e4ge der SBL\/FW-Fraktion gingen diesem bemerkenswerten Kreistagsbeschluss vom 28.10.2016 voraus. Denn der Hochsauerlandkreis, so schien es, wollte das Ticket, mit dem Bezieher von Sozialleistungen zu erm\u00e4\u00dfigten Preisen Monatskarten f\u00fcr Bahn und Bus erwerben k\u00f6nnen, offenbar um keinen Preis.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Der Artikel ist heute in \u00e4hnlicher Form zuerst <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=7329\" target=\"_blank\">auf der Webseite der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste\/FW<\/a> erschienen.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Ungeliebtes Kind?<\/strong><br \/>\nNun hat der Kreis das Sozialticket! Und es macht ihm irgendwie Sorgen. Warum? Weil es ein Verkaufsschlager ist und viel erfolgreicher ist als gedacht?<\/p>\n<p>Aber warum ist der Erfolg aus Sicht der Kreisverwaltung ein Problem? Die Antwort schimmert zwischen den Zeilen der Verwaltungsvorlage mit der netten Zahlenkombination 9\/666 vom 22.02.2017 durch. Wir zitieren hier zwar nicht alles, aber fast alles und zwar die markanten Abschnitte und S\u00e4tze:<br \/>\n<strong><br \/>\nBeh\u00f6rdliche Zahlen, beh\u00f6rdliche Sicht<\/strong><br \/>\n\u201eVor Beantragung der F\u00f6rdermittel wurde die Nachfrage in den benachbarten Kreisen analysiert. Gespr\u00e4che mit den Verkehrsunternehmen wurden gef\u00fchrt, um m\u00f6glichst realistische Prognosedaten ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen. Allgemeiner Erfahrungswert war, dass nennenswerte Nutzerquoten in H\u00f6he von 8% und mehr erst mehrere Jahre nach Ticketeinf\u00fchrung erreichbar sind, w\u00e4hrend im Jahr der Einf\u00fchrung eine Nutzerquote von maximal 3% realistisch ist.<\/p>\n<p><strong>Der F\u00f6rderantrag f\u00fcr 2017 basiert daher auf folgenden Annahmen:<\/strong><br \/>\n\u2022 5% Nutzerquote von insgesamt 17.071 Berechtigten im Hochsauerlandkreis<br \/>\n\u2022 Hochsauerlandkreis ohne Arnsberg: 70% w\u00e4hlen das Kreisticket, 30% das Stadtticket<br \/>\n\u2022 Stadt Arnsberg: 90% w\u00e4hlen das Stadtticket, 10% das Kreisticket<\/p>\n<p>Nach bereits zwei Monaten zeigt sich, dass die Annahmen zur Nachfrage deutlich \u00fcbertroffen werden. Im Januar wurde mit 688 ausgegebenen Tickets eine Nutzerquote von 4,2% erreicht. Im Februar haben sich die Werte mit 1.384 MobiTickets mehr als verdoppelt und die Nutzerquote liegt nunmehr bei 8,1%. Das Kreisticket erreichte mit 1.079 Kunden einen Marktanteil von 78%.<\/p>\n<p><strong>Im Detail stellen sich die Werte f\u00fcr Februar wie folgt dar:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0Hochsauerlandkreis ohne Arnsberg:\u00a0 913 Tickets (Nutzerquote 9,4%) \u2013 Marktanteil Kreisticket: 92,9%<\/li>\n<li>Stadt Arnsberg: 471 Tickets (Nutzerquote 6,4%) \u2013 Marktanteil Kreisticket: 49,0%<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben den generierten steigenden Erl\u00f6sen aus den Ticketpreisen durch die Fahrg\u00e4ste, bedeutet die hohe Nachfrage aber auch eine Inanspruchnahme von bereits 26,7% der zur Verf\u00fcgung stehenden Landesmittel. Damit wird eine Fortf\u00fchrung des MobiTickets gem\u00e4\u00df den aktuellen Bedingungen bei ausschlie\u00dflicher Komplement\u00e4rfinanzierung durch die F\u00f6rdermittel nicht bis Ende 2017 m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Im Zuge der Einf\u00fchrung des MobiTickets wurde fr\u00fchzeitig darauf hingewiesen, dass das Angebot zun\u00e4chst f\u00fcr ein Jahr befristet wird und eine Entscheidung zu Fortf\u00fchrung und Weiterentwicklung des Angebotes unter Ber\u00fccksichtigung der Erkenntnisse nach Einf\u00fchrung des Tickets zu treffen sein wird.\u201c<\/p>\n<p>Nun sieht die Kreisverwaltung des HSK anscheinend die Gefahr, dass die F\u00f6rdergelder des Landes nicht ausreichen und Mittel aus dem Kreishaushalt zugeschossen werden m\u00fcssen. Schon im M\u00e4rz will die Kreisverwaltung deswegen Gespr\u00e4che mit den Verkehrsunternehmen bzgl. einer Anpassung der Ticketpreise aufnehmen.<\/p>\n<p><strong>Weiter hei\u00dft es in der Vorlage 9\/666:<\/strong> \u201eDie starke Nachfrage auch au\u00dferhalb von Arnsberg und der hohe Marktanteil der Kreisvariante sprechen aus Sicht der Verwaltung f\u00fcr das bereits in 2017 favorisierte Modell eines einheitlichen Tickets mit G\u00fcltigkeit f\u00fcr das Kreisgebiet bei geringerem F\u00f6rdersatz auf Basis des 60plusAbos f\u00fcr Senioren.<\/p>\n<p>\u00dcber die Ergebnisse der anstehenden Verhandlungsrunden wird anl\u00e4sslich der n\u00e4chsten Sitzung des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft, Struktur und Tourismus berichtet.\u201c<\/p>\n<p>Und die ist am Montag dem 13.03. um 17.00 Uhr im Kreishaus in Meschede.<\/p>\n<p><strong>Was nun?<\/strong><br \/>\nWenn der HSK sich mit seinem Vorhaben durchsetzt, verdonnert er materiell schlecht gestellte Menschen wieder ein St\u00fcck weit zur Immobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>In sehr vielen Nachbarkreisen und St\u00e4dten steht das Sozialticket offenbar nicht zur Disposition. Vielerorts wurde es schon vor zig Jahren eingef\u00fchrt und ist eine Konstante. Ob die Politik da wohl auch auf die Idee kommt, es wieder abzuschaffen?<\/p>\n<p><strong>Zu teure Variante und unvollst\u00e4ndige Kostenrechnung<\/strong><br \/>\nIn diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass auf Vorschlag der Kreisverwaltung im HSK eine besonders teure Variante des Sozialtickets eingef\u00fchrt wurde. So zahlen die Nutzer bei der kreisweiten Variante pro Monat 30 Euro selbst. Da der Ticketpreis aber sehr hoch mit 85,96 Euro angesetzt wurde, entsteht ein monatlicher Zuschussbedarf von fast 56 Euro je Ticket. Davon landet ein wesentlicher Teil bei der RLG, also der von den Kreisen HSK und Soest getragenen Busgesellschaft, und f\u00fchrt dort zu einer Verringerung des von den Kreisen zu finanzierenden Betriebsverlustes.<\/p>\n<p>Der Kreistag lehnte mit der Mehrheit der \u201cGaGaGroko\u201d zweimal Antr\u00e4ge der SBL\/FW ab, von den m\u00f6glicherweise f\u00fcr den HSK entstehenden Kosten des Sozialtickets die Mehreinnahmen der RLG abzuziehen.<\/p>\n<p>Wenn das Sozialticket nun wieder eingestellt w\u00fcrde, w\u00fcrden der RLG erhebliche Einnahmen entgehen und der Betriebskostenzuschuss des HSK an die RLG w\u00fcrde steigen. Der derzeit an den HSK gezahlte Landeszuschuss f\u00fcr die Sozialtickets w\u00fcrde dann zus\u00e4tzlich an andere Kreis flie\u00dfen und dort die Finanzsituation verbessern.<\/p>\n<p><strong>Noch ein paar Fragen an den HSK<\/strong><br \/>\nReinhard Loos, Sprecher der Kreistagsfraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste (SBL\/FW), machte das MobiTicket wieder zu \u201eseinem Thema\u201c. Am 24.02.2017 schickte er Landrat Dr. Karl Schneider diese Anfrage:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAnfrage gem\u00e4\u00df \u00a7 11 Abs. 1 der Gesch\u00e4ftsordnung des Kreistags<br \/>\nThema: Einnahmen der RLG aus dem Sozialticket (MobiTicket)<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Landrat,<\/p>\n<p>laut Drucksache 9\/666 wurden im HSK bisher 1.384 Sozialtickets ausgegeben.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>1. Welche Einnahmen aus der Ausgabe dieser Tickets verblieben im Januar 2017 und im<br \/>\nFebruar 2017 aus dem HSK bei der RLG (nach Abf\u00fchrung der anteiligen Einnahmen an<br \/>\ndie anderen Verkehrstr\u00e4ger wie z.B. BRS)?<\/li>\n<li>2. Wie hoch sind die entsprechenden Einnahmen der RLG aus dem Kreis Soest?<\/li>\n<li>3. Wie teilen sich die ausgegebenen Tickets in den beiden Monaten auf die Gruppen der<br \/>\nBerechtigten auf:<br \/>\n\u2013 Empf\u00e4nger von Leistungen nach Sozialgesetzbuch II,<br \/>\n\u2013 Empf\u00e4nger von Leistungen nach Sozialgesetzbuch XII,<br \/>\n\u2013 Empf\u00e4nger von Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz,<br \/>\n\u2013 Empf\u00e4nger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Die SBL\/FW wird auch weiterhin berichten.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwere Geburt Anfang Januar 2017 wurde endlich auch im Hochsauerlandkreis das Sozialticket bzw. Mobi-Ticket eingef\u00fchrt. 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