{"id":36442,"date":"2016-10-21T12:32:53","date_gmt":"2016-10-21T11:32:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=36442"},"modified":"2016-10-21T12:32:53","modified_gmt":"2016-10-21T11:32:53","slug":"leider-auch-im-hochsauerlandkreis-pcb-skandal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/leider-auch-im-hochsauerlandkreis-pcb-skandal\/","title":{"rendered":"Leider auch im Hochsauerlandkreis: PCB-Skandal"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/PCPWordle20161021.jpg\" alt=\"pcpwordle20161021\" width=\"700\" height=\"363\" class=\"aligncenter size-full wp-image-36444\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/PCPWordle20161021.jpg 700w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/PCPWordle20161021-300x156.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><strong>Aufgrund eines Antrags der Kreistagsfraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste (SBL\/FW) sollen die Mitglieder des Ausschusses f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Forsten in der Sitzung am 20.10.2016 \u00fcber die Bodenbelastung im Bremecketal im Stadtgebiet von Brilon informiert werden.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Der Artikel ist gestern zuerst <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=6990\" target=\"_blank\">auf der Website der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste<\/a> erschienen.)<\/em><\/p>\n<p>Wir meinen, der \u00d6ffentlichkeit soll das ebenfalls nicht verborgen bleiben. Darum hier ein \u00dcberblick:<\/p>\n<p>Welcher Art ist die Boden- und Umwelt-Belastung?<br \/>\nEs handelt sich um PCB- und Schwermetall-Kontaminationen.<\/p>\n<p>Wann und wie wurden sie festgestellt?<br \/>\nEher zuf\u00e4llig bei Bauarbeiten im Bereich des Flusses Hoppecke im Jahr 2012.<\/p>\n<p>Was geschah dann?<br \/>\nNach weiteren Untersuchungen wurde ein Sanierungskonzept aufgestellt, wonach der belastete Boden vollst\u00e4ndig ausgehoben und entsorgt werden muss.<\/p>\n<p>Was soll die Sanierung kosten?<br \/>\nDie Kosten wurden zun\u00e4chst auf 800.000 Euro gesch\u00e4tzt. 80 % davon tr\u00e4gt das Land NRW, den Rest die Stadt Brilon.<\/p>\n<p>Wird der Kostenrahmen gehalten?<br \/>\nLeider nein. Das abgelagerte Material ist \u201einhomogen zusammengesetzt\u201c und die PCB-Belastung in weiten Teilen sehr hoch. Das kontaminierte und das nicht kontaminierte vermischten sich beim Ausbau. Deshalb muss anders vorgegangen werden als urspr\u00fcnglich beabsichtigt, was wiederum zu erheblich h\u00f6heren Kosten f\u00fchrt. Die Gesamtkosten belaufen sich jetzt auf 2.100.000 Euro und liegen somit 1.300.000 Euro h\u00f6her als urspr\u00fcnglich gesch\u00e4tzt. Die Stadt Brilon hat weitere Landesmittel beantragt.<\/p>\n<p>Welches Ergebnis soll mit der Sanierung erzielt werden?<br \/>\nEnde dieses Jahres wird die Sanierung voraussichtlich abgeschlossen sein. Nach der kompletten Auskofferung des PCB-kontaminierten Bodens sollen das Flusswasser von der Hop-pecke und das Grundwassers belastungsfrei sein.<\/p>\n<p>Wer ist f\u00fcr die Boden- und Wasservergiftung verantwortlich?<br \/>\nDas steht \u2013 wie so oft in solchen F\u00e4llen \u2013 in den Sternen. Die Kreisverwaltung schreibt dazu: \u201cDer Verdacht, die Stoffe k\u00f6nnten von einem in der N\u00e4he liegenden Industriestandort stammen, kann die Haftung eines Dritten allein nicht begr\u00fcnden, selbst wenn die entsprechende Herkunft der Materialien bewiesen werden k\u00f6nnte-\u201d Also bleibt die Haftung an der Stadt Brilon als Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer und somit an der Allgemeinheit h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Soweit der Bericht im Miniformat, ab hier folgt die Maxi-Ausgabe:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Antrag der SBL\/FW vom 13.09.2016<br \/>\n\u201eAntrag gem\u00e4\u00df \u00a7 5 Abs. 2 i.V.m. \u00a7 22 der Gesch\u00e4ftsordnung f\u00fcr die Tagesordnung<br \/>\nder Sitzung des<br \/>\nThema: Bericht \u00fcber das mit PCB kontaminierte Gel\u00e4nde im Bremecketal, Stadtgebiet Brilon<br \/>\nSehr geehrter Herr Landrat,<br \/>\nsehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender,<\/p>\n<p>\u2022 Wir beantragen hiermit Informationen \u00fcber den aktuellen Stand der Sanierung der PCB-verseuchten Fl\u00e4che im Bremecketal, Stadtgebiet Brilon (Auswirkungen z.B. auf Grundwasser und Flie\u00dfgew\u00e4sser, Ma\u00dfnahmen zur Minimierung der Umweltbelas-tung, Art der Sanierung, zu erwartende Kosten, m\u00f6gliche Verursacher, Geltendmachung eventueller Regressanspr\u00fcche).\u201c<\/p>\n<p>Verwaltungsvorlage 9\/579 vom 06.10.2016 f\u00fcr den Ausschuss f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Forsten<\/p>\n<p>\u201eDie Fraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste hat mit Schreiben vom 13.09.2016 Informationen \u00fcber den aktuellen Stand der Sanierung der PCB-verseuchten Fl\u00e4che im Bremecketal, Stadtgebiet Brilon, beantragt.<\/p>\n<p>Seitens der Stadt Brilon war beabsichtigt, im Jahre 2012 entsprechend den Vorgaben der Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eine Stauwehranlage im Bereich des Flusslaufes Hoppecke im Hoppecketal, westlich des Bremecketales, zu beseitigen und das Gew\u00e4sserbett neu zu modellieren, um dadurch die Durchwanderbarkeit f\u00fcr Gew\u00e4sserlebewesen wiederherzustellen. Im Rahmen der Vorarbeiten zu dieser Ma\u00dfnahme wurden in den am Bachbett angrenzenden Grundst\u00fccksfl\u00e4chen Baggersch\u00fcrfe ausgef\u00fchrt. Die entnommenen Bodenmengen wiesen bereits vor Ort erkennbare organoleptische Auff\u00e4lligkeiten auf, bei anschlie\u00dfenden chemischen Analysen der entnommenen Mischproben zeigten sich u.a. deutliche PCB- und Schwermetallbelastungen.<\/p>\n<p>\u00dcber diese Ergebnisse informierte die Stadt Brilon umgehend die hiesige Untere Bo-denschutzbeh\u00f6rde. Nach intensiven Abstimmungsgespr\u00e4chen und weiteren Untersu-chungen wurde das Gutachterb\u00fcro Wessling von der Stadt Brilon mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes beauftragt. Diese Konzeption lag als Diskussionsgrundlage dann im Herbst 2013 vor.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Lage der Bodenbelastung unmittelbar am Gew\u00e4sser und teilweise im Grundwasserschwankungsbereich bestand dabei bei allen Beteiligten Einvernehmen dahingehend, dass nur die vom Gutachterb\u00fcro vorgeschlagene Sanierungsmethode (vollst\u00e4ndige Auskofferung und Entsorgung des belasteten Bodens) langfristig eine ef-fektive Abwehr von Gefahren f\u00fcr die Umwelt verspricht.<\/p>\n<p>Bei dieser Art der Sanierung ergibt sich ein sehr gro\u00dfer Kostenblock durch die notwen-dige Entsorgung der ausgekofferten Massen, der naturgem\u00e4\u00df umso h\u00f6her ausf\u00e4llt, je h\u00f6her die von den vorgefundenen Belastungen abh\u00e4ngigen Entsorgungskosten sind. Nach den damaligen Erkenntnissen gingen alle Beteiligten davon aus, dass sich die vor-gefundenen Bodenmassen nach dem Grad der Belastung (unterteilt in Oberboden, Kalk-schlamm und Auff\u00fcllung) separieren lassen und damit Teilmengen auch kosteng\u00fcnstig entsorgt oder sogar verwertet werden k\u00f6nnen. Auf dieser Grundlage wurden die notwendigen Gesamtaufwendungen auf rd. 800.000,\u2013 \u20ac gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Nach entsprechender Mittelbereitstellung sowie Beantragung und Gew\u00e4hrung einer Lan-desf\u00f6rderung i.H.v. 80 % wurde im laufenden Jahr mit der Durchf\u00fchrung der Sanierung begonnen. Dabei zeigte sich jedoch, dass infolge der inhomogenen Zusammensetzung des dort abgelagerten Materials die angedachte Separierung der Bodenmassen nicht m\u00f6glich war. Vielmehr ist die Belastung mit PCB in weiten Teilen des Bodens so hoch, dass nur eine thermische Beseitigung in einer Verbrennungsanlage m\u00f6glich ist. Dies f\u00fchrt im Ergebnis zu sehr hohen zus\u00e4tzlichen Entsorgungs- und Transportkosten. Insgesamt betragen die Mehraufwendungen ca. 1.300.000,\u2013 \u20ac, die Gesamtkosten damit rd. 2.100.000,\u2013 \u20ac. Durch Optimierungen bei der Auskofferung (z.B. engmaschigere Beprobungen) wird versucht, diese Kostensteigerung in der weiteren Umsetzung noch etwas einzud\u00e4mmen. In Absprache mit dem F\u00f6rdergeber wurden die Bauarbeiten bis zum Verbrauch der bisher gew\u00e4hrten Mittel fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Stadt Brilon hat eine entsprechende Erweiterung der Landesf\u00f6rderung beantragt und die notwendigen Eigenmittel bereits bereitgestellt. Zudem wurde der vorzeitige Ma\u00dfnahmenbeginn beantragt, um die Sanierungsma\u00dfnahme ohne l\u00e4ngere Unterbre-chungen zeitnah weiterzuf\u00fchren und abzuschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist davon auszugehen, dass die Ma\u00dfnahme bis Jahresende abgeschlossen werden kann. Durch die vollst\u00e4ndige Auskofferung der belasteten B\u00f6den sind dann zuk\u00fcnftig keine Belastungen des Grundwassers oder der Hoppecke mehr zu bef\u00fcrchten. Im Verlauf der Hoppecke konnten auch im Vorfeld keine Belastungen im Gew\u00e4sser nachge-wiesen werden. Da die Belastungen zumindest teilweise im Grundwasserschwankungsbereich liegen, ist aus Sicht des HSK davon auszugehen, dass sich auch Belas-tungen des Grundwassers in der Hoppecke mitgeteilt h\u00e4tten. Ziel der Sanierung war da-her eine Verhinderung des langfristigen Ausblutens der Schadstoffe, z.B. bei Hochwasserereignissen. Eine akute und unmittelbare Gef\u00e4hrdung der Bev\u00f6lkerung war nicht gegeben, zumal auch keine Trinkwasserentnahmen in der N\u00e4he liegen.<\/p>\n<p>Trotz der Kostensteigerungen ergeben sich hier auch aus heutiger Sicht keine Zweifel an der Richtigkeit der gew\u00e4hlten Sanierungsmethode. Alle Ma\u00dfnahmen finden weiterhin in enger Abstimmung mit allen Beteiligten statt und werden bei regelm\u00e4\u00dfigen Baubesprechungen er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Die vorgefundenen Bodenbelastungen sind nicht auf der Fl\u00e4che entstanden, sondern dort in der Vergangenheit aufgesch\u00fcttet worden. Es ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Brilon intensiv versucht worden, Hinweise darauf zu finden, wann, durch wen und ggf. auf wessen Veranlassung die Schadstoffe dort abgelagert wurden. Dies war jedoch nicht m\u00f6glich. Der Verdacht, die Stoffe k\u00f6nnten von einem in der N\u00e4he liegenden Industriestandort stammen, kann die Haftung eines Dritten allein nicht begr\u00fcnden, selbst wenn die entsprechende Herkunft der Materialien bewiesen werden k\u00f6nnte. Auch dadurch w\u00e4re n\u00e4mlich nicht nachgewiesen, durch wen und wann die Ablagerung vor Ort erfolgte, wer also Handlungsst\u00f6rer ist. Insofern verbleibt die Haftung nach derzeitigem Stand bei der Stadt Brilon als Eigent\u00fcmerin des Grundst\u00fccks.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund eines Antrags der Kreistagsfraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste (SBL\/FW) sollen die Mitglieder des Ausschusses f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Forsten in der Sitzung am 20.10.2016 \u00fcber die Bodenbelastung im Bremecketal im Stadtgebiet &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/leider-auch-im-hochsauerlandkreis-pcb-skandal\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeider auch im Hochsauerlandkreis: PCB-Skandal\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[80,24,549],"tags":[6518,579,1681,227,5052],"class_list":["post-36442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokales","category-politik","category-umwelt","tag-bremecketal","tag-brilon","tag-pcb","tag-sauerlander-burgerliste","tag-sblfw"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36442\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}