{"id":35939,"date":"2016-08-19T22:27:10","date_gmt":"2016-08-19T21:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=35939"},"modified":"2016-08-19T22:52:04","modified_gmt":"2016-08-19T21:52:04","slug":"was-sind-gute-schulen-neues-grundlagenwerk-in-vier-baenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/was-sind-gute-schulen-neues-grundlagenwerk-in-vier-baenden\/","title":{"rendered":"\u201eWas sind gute Schulen?\u201c \u2013 Neues Grundlagenwerk in vier B\u00e4nden."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_35942\" aria-describedby=\"caption-attachment-35942\" style=\"width: 476px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35942\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/GuteSchulenPanorama.jpg\" alt=\"Vier B\u00e4nde zum Thema: &quot;Was sind gute Schulen?&quot; (fotomontage: zoom)\" width=\"476\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/GuteSchulenPanorama.jpg 476w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/GuteSchulenPanorama-300x102.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 85vw, 476px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35942\" class=\"wp-caption-text\">Vier B\u00e4nde zum Thema: &#8222;Was sind gute Schulen?&#8220; (fotomontage: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ich habe schon seit einiger Zeit auf der Website des Prolog-Verlags gest\u00f6bert und von dort auch Pressemitteilungen erhalten. Die Informationen haben mich stets erschlagen, obwohl mich die Themen sehr interessieren. Kurz vor dem Schulbeginn in NRW ver\u00f6ffentliche ich heute ein Interview mit Prof. Dr. Klaus Moegling[1], gef\u00fchrt von Monika Sprenger[2] zum Thema &#8222;Was sind gute Schulen?&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn das Interview eine Verlagsver\u00f6ffentlichung, also PR ist, halte ich es inhaltlich f\u00fcr sehr lesenswert. Vielleicht kann die ein oder andere LehrerIn oder p\u00e4dagogisch Interessierte dem Text etwas abgewinnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_35940\" aria-describedby=\"caption-attachment-35940\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-35940\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Klaus-Moegling.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Klaus Moegling Redaktion von Schulp\u00e4dagogik-heute (verantwortlich) (foto: moegling)\" width=\"270\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Klaus-Moegling.jpg 351w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Klaus-Moegling-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 85vw, 270px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35940\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Klaus Moegling<br \/>Redaktion von Schulp\u00e4dagogik-heute (verantwortlich) (foto: moegling)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Frage (Monika Sprenger):<\/strong> <em>Sie haben mit Ihren Redaktionsteams ein vierb\u00e4ndiges Grundlagenwerk im Prolog-Verlag zur Frage \u201eWas sind gute Schulen?\u201c herausgegeben. Was ist die zentrale Botschaft der vier B\u00e4nde?<\/em><\/p>\n<p><strong>Klaus Moegling:<\/strong> Man k\u00f6nnte leichtfertig \u2013 aber auch nicht v\u00f6llig falsch \u2013 sagen: In guten Schulen findet guter Unterricht statt. Jedoch muss sich die Beantwortung der Frage nach der Qualit\u00e4t von Schule vor einem zu flachen schulp\u00e4dagogischen Populismus h\u00fcten. Erstens ist mit dieser Aussage noch nicht gekl\u00e4rt, was denn guter Unterricht \u00fcberhaupt ist und zweitens kann es ja kein Zufall sein, dass sich in der einen Schule nur selten guter Unterricht vorfinden l\u00e4sst und in der anderen Schule guter Unterricht der Regelfall ist.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Wie l\u00e4sst sich dann diese Frage differenzierter beantworten?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Die Sicht auf das jeweilige Gute an Schulen ist sehr relativ, h\u00e4ngt also im starken Ma\u00dfe von der historischen Situation und dem gesellschaftlichen Kontext ab. Hierbei kommen auch Betroffene und Beobachter jeweils zu unterschiedlichen Urteilen, was denn das Gute an einer Schule sei. Bei den einen ist dies vor allem die Ein\u00fcbung in gesellschaftliche Normen und Werte, bei anderen die solide Vermittlung der Naturwissenschaften oder die \u00e4sthetische Bildung und bei anderen wiederum die besondere Ber\u00fccksichtigung des Menschen als Ganzen, also in seiner subjektiven Verfasstheit, was immer das auch sein mag.<\/p>\n<p>Daher muss die eigene Sichtweise in Bezug auf das Gute an Schulen im Hinblick auf ihre erziehungswissenschaftlichen und schulp\u00e4dagogischen Pr\u00e4missen transparent werden: Die Sichtweise der Herausgeberteams der vier B\u00e4nde geht von einem bildungstheoretisch begr\u00fcndeten Anspruch an Schulen und Unterricht in einer sich entwickelnden Gesellschaft mit demokratischem Selbstanspruch aus.<\/p>\n<p>Eine gute Schule ist in diesem Sinne eine Bildungsinstitution, die Kinder und Jugendliche auf ein Leben vorbereitet, in dem der Einzelne seinen kompetenten Beitrag zur L\u00f6sung politischer, \u00f6kologischer, \u00f6konomischer, kultureller, technischer, sozialer und nat\u00fcrlich auch pers\u00f6nlicher Probleme leisten kann. F\u00fcr diesen Lernprozess, auch im Interesse der Sch\u00fcler, ist es notwendig, dass sich die Lernenden in der Schule wohl f\u00fchlen, sich akzeptiert und geachtet wissen.<\/p>\n<p>Eine gute Schule bietet also nicht nur in der Breite ihres Angebots einen kompetenzf\u00f6rdernden Unterricht sondern auch ein subjektfreundliches Lernmilieu im Rahmen einer entsprechenden Schulkultur an. Sch\u00fcler lernen in einer solchen Schule gern und selbstbestimmt und erhalten von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern vielf\u00e4ltige Anregungen zur Bildung im Sinne einer Initiierung zur Selbstbildung.<\/p>\n<p>Oberstes Ziel dieses Bildungsverst\u00e4ndnisses ist die F\u00f6rderung von M\u00fcndigkeit im Sinne einer kritischen Selbstreflexions-, Urteils- und an Partizipation orientierten Handlungsf\u00e4higkeit, so dass hierdurch der gesellschaftliche Demokratieanspruch und die Qualit\u00e4t von Schule zusammenkommen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Was ist das Neue an diesem Verst\u00e4ndnis guter Schulen?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Zun\u00e4chst einmal: Etwas ist nicht dann erst gut, wenn es neu ist. Insbesondere die Bildungsreform der 70-er Jahre, Vorarbeiten z.B. von Rolff, v. Hentig, Tillmann und Klafki sind unbedingt bei der Konzipierung des Verst\u00e4ndnisses guter Schulen zu beachten. So ist das hier vorliegende Verst\u00e4ndnis guter Schulen auch deutlich an das Konzept demokratischer Leistungsschulen angelehnt und nat\u00fcrlich entsprechend weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Vorbildschulen gibt es auch mit der Laborschule Bielefeld oder dem Oberstufenkolleg Bielefeld oder anderen reformorientierten Schulen, z.B. die Blick-\u00fcber-den-Zaun-Schulen oder die im Rahmen des Deutschen Schulpreises ausgezeichneten Schulen, von deren Entwicklung sich Innovatives lernen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Doch gibt es auch neue Herausforderungen, wie z.B. der Anspruch auf inklusive Bildung sowie die Alphabetisierung und F\u00f6rderung von Migranten- bzw. Fl\u00fcchtlingskindern, die p\u00e4dagogische Gestaltung von Ganztagsschulen, neue zeitliche Strukturen oder die zumindest partielle Aufl\u00f6sung der F\u00e4chergrenzen, die zu ver\u00e4nderten institutionellen L\u00f6sungen herausfordern. Hier gibt es in den vier B\u00e4nden zahlreiche Modelle und praktische Anregungen, wie eine Schule hierauf sinnvoll reagieren kann.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Welche Entwicklungsschritte m\u00fcssen in diesem Sinne Schulen hin zur guten Schule durchlaufen?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Zun\u00e4chst ist ein Blick in das kooperative Innenleben einer Schule zu richten. Eine zentrale Bedingung einer positiven Entwicklung von Schulqualit\u00e4t ist das professionelle Zusammenwirken von Schulleitung und Kollegium im Rahmen einer an institutioneller<\/p>\n<p>Weiterentwicklung interessierten Kooperationskultur. Qualifizierter Unterricht in der Breite, im Rahmen dessen sorgf\u00e4ltig diagnostiziert und binnendifferenziert gef\u00f6rdert wird, sowie ein gut abgestimmtes Wechselspiel von unterrichtlichen und au\u00dferunterrichtlichen schulischen Angeboten h\u00e4ngt mit einer positiven Entwicklung in der Kooperationskultur zusammen. Der Beitrag von Massenkeil\/ Rothland im ersten Teilband der vier B\u00e4nde bietet hier einen umfassenden \u00dcberblick und eine Systematisierung bisheriger Befunde. Im dritten Teilband, dem Forschungsband, finden sich weitere eigenst\u00e4ndige Untersuchungen zur schulischen Kooperationskultur.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt muss also zun\u00e4chst einmal an dem Verh\u00e4ltnis von Schulleitung und Kollegium gearbeitet werden. In einem zweiten Schritt sind die Lernenden und die Eltern in die Kooperation partizipatorisch einzubeziehen. In einem dritten Schritt sind die Kooperationsbeziehungen nach au\u00dfen, also z.B. zur Bildungsverwaltung, regionaler Schulverb\u00fcnde oder z.B. zu einheimischen Betrieben zu st\u00e4rken und zu nutzen.<\/p>\n<p>Gegenstand dieser Kooperation k\u00f6nnten die Fragen nach der konzeptionellen und schulprogrammatischen Weiterentwicklung der Schule und die Organisation von konkreten Schritten innerhalb dieser Konzeption sein, wie z.B. Epochalunterricht, Zusammenspiel von Lehrg\u00e4ngen und Projekten, Zusammenwirken von Unterricht und informellen Lernprozessen, das Verh\u00e4ltnis von Anspannung und Entspannung, das Zusammenspiel der verschiedenen F\u00e4cher beim Lernen, Berufsorientierung und Einbezug von Experten, Deutsch als Zweitsprache f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund oder Aspekte der Inklusion im engeren und im erweiterten Sinne.<\/p>\n<p>Der zweite Band gibt hier zahlreiche Beispiele, wie dies umgesetzt werden kann. Der vierte Band mit dem besonderen Schwerpunkt auf der Qualit\u00e4t von Ganztagsschulen macht hier\u00fcberhinaus deutlich, wie unter zeitlich g\u00fcnstigeren Bedingungen einer gebundenen Ganztagsschule Hausaufgaben sinnvoll betreut werden k\u00f6nnen, Bewegung, Sport und Spiel integriert werden k\u00f6nnen sowie soziales Lernen auf g\u00fcnstigere Bedingungen st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Ist denn die gegenw\u00e4rtige Lehrerbildung geeignet, einen Professionalisierungsprozess anzulegen und zuk\u00fcnftig ein hierf\u00fcr qualifiziertes p\u00e4dagogisches Personal hervorzubringen, so dass guten Schulen auch ausreichend entsprechende Lehrerinnen und Lehrer zur Verf\u00fcgung stehen?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Die Lehrerbildung in den verschiedenen Bundesl\u00e4ndern ist tats\u00e4chlich ein gro\u00dfes Problem. Die Qualit\u00e4t und die Konzeptionen sind von Bundesland zu Bundesland, von Universit\u00e4t zu Universit\u00e4t ja sogar von Fachbereich zu Fachbereich innerhalb einer Universit\u00e4t \u2013 trotz KMK- und HRK-Beschl\u00fcssen \u2013 sehr unterschiedlich. Auch ist der Bologna-Prozess f\u00fcr die Lehrerbildung z.T. in Ans\u00e4tzen stecken geblieben, z.B. in Hessen oder sogar zur\u00fcck entwickelt worden, z.B. in Sachsen. Die verschiedenen Phasen, wie universit\u00e4re Ausbildungsphase, Vorbereitungsdienst und Fort- und Weiterbildung, sind hier voneinander systemisch getrennt, Theorie, Forschung und Praxis haben nur vereinzelt Kontakt zueinander. Die zuk\u00fcnftigen Lehrerinnen und Lehrer werden in solchen F\u00e4llen also nur unbefriedigend auf ihre schulische T\u00e4tigkeit vorbereitet.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Gibt es denn auch positive Beispiele f\u00fcr gelungene Ans\u00e4tze in der Lehrerbildung?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> In NRW beispielsweise oder in Hamburg und Rheinland-Pfalz gibt es vielversprechende Versuche, die ersten beiden Phasen der Lehrerbildung st\u00e4rker zu integrieren, indem die umfangreichen Erfahrungen der Fachleiter\/innen bzw. der Studienseminare in die Betreuung, Beratung und Reflexion von zuk\u00fcnftigen Lehrerinnen und Lehrern bereits in der universit\u00e4ren Phase der Lehrerbildung nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig bleibt \u00fcber den Kontakt zur Universit\u00e4t das Personal der Studienseminare bzw. der P\u00e4dagogischen Ausbildungszentren anschlussf\u00e4hig an die aktuelle Entwicklung des wissenschaftlichen Diskurses.<\/p>\n<p>Diese Schritte gilt es im Sinne einer Theorie-Forschung-Praxis-integrierten Lehrerbildung mit dem Ziel der Entwicklung und der Unterst\u00fctzung von Schulqualit\u00e4t weiterzugehen.<\/p>\n<p>Auch k\u00f6nnte eine gestufte Studiengangstruktur, die zur Zeit z.B. noch in Bayern, Hessen und Sachsen weitgehend aussteht, dabei helfen, nach dem Bachelor of Education noch einmal die Berufswahlentscheidung genau zu \u00fcberpr\u00fcfen und eventuell einen alternativen Weg der Professionalisierung zu gehen. Das Masterstudium sollte dann die fachdidaktische Vertiefung, die schulp\u00e4dagogische Spezialisierung und ein Praxissemester zum Inhalt haben.<\/p>\n<p>Hierbei muss dem Praxissemester ein systematischer Aufbau gut betreuter schulpraktischer Studien im BA vorausgehen.<\/p>\n<p>Auch eine entlastete Berufseinstiegsphase k\u00f6nnte helfen, \u00fcber das Angebot von Supervision, Team-Teaching und kollegialer Fallberatung sowie weitere professionelle Spezialisierungen beizutragen, dass Impulse der bisherigen Ausbildung nicht unter dem Druck einer vollen Stelle versiegen.<\/p>\n<p>Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sind nat\u00fcrlich schon im Schuldienst. Hier m\u00fcsste der Ressourcenabbau in den meisten Bundesl\u00e4ndern gestoppt werden, so dass eine u.a. von den Universit\u00e4ten und den Institutionen der Vorbereitungsphase zu leistende Fort- und Weiterbildung f\u00fcr das bereits eingestellte Personal angeboten wird. Am effektivsten ist dies wieder in der Vermittlung von Theorie, Forschung und Praxis, am besten ausgehend und begleitend zu eigenem Unterricht der Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>Wenn derartige entschieden angepackte Reformen der Lehrerbildung vorgenommen werden, k\u00f6nnen am ehesten gut professionalisierte Lehrerinnen und Lehrer einen konstruktiven und andauernden Beitrag zur Weiterentwicklung zur guten Schule leisten.<\/p>\n<p>Mein eigener Beitrag zur Reform der Lehrerbildung im ersten Teilband f\u00fchrt dies weitergehender aus (\u201eGute Schulen ben\u00f6tigen eine gute Lehrerbildung\u201c).<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Wie sind die vier B\u00e4nde \u201eWas sind gute Schulen?\u201c aufgeteilt und was sind ihre inhaltlichen Schwerpunkte?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Der erste Band (Schriftenreihe Theorie und Praxis der Schulp\u00e4dagogik, Band 35) gibt eine theoretische Einf\u00fchrung, bietet mehrere grundlegende Artikel von erfahrenen Schulp\u00e4dagogen und Erziehungswissenschaftlern zu Fragen der Schulqualit\u00e4t. Neben dem grundlegenden Einf\u00fchrungsbeitrag finden sich hier u.a. Beitr\u00e4ge von Prof. J\u00f6rg Schl\u00f6merkemper (Universit\u00e4t Frankfurt), Prof. Rudolf Messner (Universit\u00e4t Kassel) und Prof. Robert Schneider (P\u00e4dagogische Hochschule Salzburg) zu grunds\u00e4tzlichen erziehungswissenschaftlichen \u00dcberlegungen zur Qualit\u00e4t guter Schulen. Anschlie\u00dfend werden in einem zweiten Teil dieses Bandes grundlegende Fragen zur Entwicklung von Schulqualit\u00e4t z.T. durchaus mit unterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen kontrovers diskutiert. Hervorzuheben ist auch das E-Mail-Interview mit Prof. J\u00fcrgen Oelkers (Universit\u00e4t Z\u00fcrich), das einen anderen methodischen Zugang zur Frage nach der Qualit\u00e4t von Schule bietet: \u201e\u2018Gute Schulen\u2018 der Zukunft: \u201aIch w\u00fcrde die Hausaufgaben abschaffen ebenso wie das Sitzenbleiben\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Nach diesem unverzichtbaren theoretischen Einstieg bietet der zweite Band (Band 36) zahlreiche schul- und unterrichtspraktische Beispiele und Anregungen f\u00fcr Profile, systemische Strukturen, Szenarien und Unterrichtssettings in guten Schulen. Hierbei ist anzumerken, dass sowohl Schulen im deutschsprachigen Raum als auch Modellschulen aus anderen L\u00e4ndern und Erdteilen im Hinblick auf ihre systemische Leistungsf\u00e4higkeit vorgestellt werden.<\/p>\n<p>Es wird weltweit an der Qualit\u00e4t von Schule gearbeitet und es gilt im globalen Kontext voneinander zu lernen. Es w\u00e4re eine Form westlicher Arroganz zu glauben, nur in Europa oder in Nordamerika g\u00e4be es spannende Schulversuche. Daher werden hier auch Schulbeispiele aus Indien, Israel, Ecuador und Kenia vorgestellt.<\/p>\n<p>Der dritte Band (Band 37) stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Qualit\u00e4t von Schule vor. Hierbei werden die empirischen Daten adressatenorientiert und gut verst\u00e4ndlich dargestellt. Auch werden Einseitigkeiten vermieden und sowohl quantitative als auch qualitative sowie triangulativ ermittelte Ergebnisse pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Es ist zu w\u00fcnschen, dass nicht nur Forscher diesen Band lesen werden sondern auch m\u00f6glichst viele Lehrerinnen und Lehrer, damit die Praxis in den Schulen anschlussf\u00e4hig an die wissenschaftliche Forschung bleibt bzw. Forscher auch ein Feedback aus der Praxis erhalten.<\/p>\n<p>Der vierte Band (Band 38) fokussiert nun insbesondere die Ganztagsschulen als sich zunehmend entwickelnde und verbreitende Schulform. Inzwischen sind z.B. in Deutschland bereits 60% der Schulen Ganztagsschulen, allerdings mit unterschiedlichen Verbindlichkeiten f\u00fcr das Ganztagsangebot.<\/p>\n<p>In diesem vierten Band werden jeweils zu einem ausgew\u00e4hlten Themenkomplex Theorie, Forschung und Praxis miteinander verbunden, z.B. zur Frage der zeitlichen Rhythmisierung der Ganztagsschule, zur Frage des Verh\u00e4ltnisses von Pflicht- und Wahlunterricht sowie informellen Lernzeiten, zur Frage nach den Bedingungen f\u00fcr soziales Lernen, zur Frage der Hausaufgabenbetreuung und Aufgabenorientierung oder zur Qualit\u00e4t der Bewegten Ganztagsschule.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>In welcher Reihenfolge sollten die B\u00e4nde am besten gelesen werden? Gibt es priorit\u00e4re Beitr\u00e4ge?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Das muss nat\u00fcrlich jeder selbst entscheiden. Aus dem \u00dcberblick \u00fcber die vier B\u00e4nde heraus w\u00fcrde ich allerdings empfehlen, zuerst den grundlegenden, ca. 30-seitigen Einf\u00fchrungsbeitrag im ersten Teilband (Band 35 der Schriftenreihe) zu lesen: \u201eWas sind gute Schulen? Eine Einf\u00fchrung zu einer schwer zu beantwortenden Frage\u201c (Moegling\/ Hadeler\/ Hund-G\u00f6schel). Arbeitet der\/ die lesende\/r Kollege\/in an einer Ganztagsschule, w\u00fcrde ich nat\u00fcrlich im zweiten Schritt den Beitrag von Fischer\/ Kuhn\/ Tillack im vierten Teilband (Band 38) lesen: \u201eWarum k\u00f6nnen Ganztagsschulen besonders gute Schulen sein? \u2013 Spezifische Qualit\u00e4tsmerkmale der Ganztagsschule\u201c.<\/p>\n<p>Die weitere Vorgehensweise d\u00fcrfte sich daran orientieren, ob eher ein Forschungsinteresse (dritter Teilband, Band 37), ein praktisches Interesse (zweiter Teilband, Band 36) oder ein Wunsch nach theoretischer Vertiefung vorliegt (erster Teilband, Band 35).<\/p>\n<p>Im Forschungsband finden sich hochinteressante Ergebnisse zu Leistungs\u00fcberpr\u00fcfungen, zur Beziehung zwischen Sch\u00fclern und Lehrern, zur Kooperationskultur und zur guten Schule aus der Sicht von Sch\u00fclern und Lehrern. Hier kann man je nach Interessensschwerpunkt die gut geb\u00fcndelten Themenkomplexe ansteuern.<\/p>\n<p>Im Praxisband finden sich so viele interessante Beitr\u00e4ge zu Schulprofilen und Schulversuchen im nationalen und internationalen Kontext, dass man einfach den Band von vorn nach hinten durchst\u00f6bern und lesen sollte.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Woher ist der Impuls zu dem vierb\u00e4ndigen Grundlagenwerk mit ca. 1050 Seiten gekommen \u2013 also die Frage nach dem Entstehungsprozess?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Die Beitr\u00e4ge der vier Herausgeberb\u00e4nde sind auf der Basis der bis vor kurzem noch online gestandenen Ausgabe der Online-Zeitschrift www.schulpaedagogik-heute.de entstanden und z.T. erheblich weiterentwickelt, \u00fcberarbeitet und mit neuen Beitr\u00e4gen erg\u00e4nzt worden. Es sind \u00fcber 100 Autorinnen und Autoren aus verschiedenen L\u00e4ndern beteiligt und die nun neuen vorliegenden B\u00e4nde sind Ausdruck einer intensiven dreij\u00e4hrigen Vorbereitungszeit.<\/p>\n<p>Die Forschungsbeitr\u00e4ge wurden einem Peer-Review-Verfahren (zwei Gutachter\/innen, double-blind-Verfahren) unterzogen. Die weiteren Beitr\u00e4ge wurden sorgf\u00e4ltig redaktionell und im Herausgeberteam diskutiert und gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Dieses vierb\u00e4ndige Werk ist so angelegt, dass es zu einem aktuellen Grundlagenwerk in allen drei Phasen der Lehrerbildung werden, aber auch interessierten Eltern helfen kann, sich tiefergehend \u00fcber heutige Qualit\u00e4tsma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Schulen zu informieren.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> <em>Wie kann man die vier B\u00e4nde erhalten?<\/em><\/p>\n<p><strong>K. M.:<\/strong> Die B\u00e4nde k\u00f6nnen am leichtesten per E-Mail (<a href=\"mailto:info@prolog-verlag.de\" target=\"_blank\">info@prolog-verlag.de<\/a>) beim Verlag unter Nennung der Bandz\u00e4hlung bestellt werden (Schriftenreihe Theorie und Praxis der Schulp\u00e4dagogik: B\u00e4nde 35-38). Auch die Online-Bestellung \u00fcber die Verlagshomepage <a href=\"http:\/\/www.prolog-verlag.de\" target=\"_blank\">www.prolog-verlag.de<\/a> ist leicht m\u00f6glich. Ansonsten k\u00f6nnen die B\u00e4nde nat\u00fcrlich auch \u00fcber Amazon oder \u00fcber den Buchhandel bezogen werden.<\/p>\n<p>Es lohnt sich auch, einmal die gesamte Schriftenreihe \u201eTheorie und Praxis der Schulp\u00e4dagogik\u201c mit ihren inzwischen 38 publizierten B\u00e4nden auf <a href=\"http:\/\/www.prolog-verlag.de\" target=\"_blank\">www.prolog-verlag.de<\/a> durchzusehen. Hier sind alle gro\u00dfen schulp\u00e4dagogischen Themen, wie z.B. Kompetenzorientierung, Diagnostik und F\u00f6rderung, Binnendifferenzierung, forschendes Lernen, Inklusion, Lernen und Geschlecht, digitale Medien, au\u00dferschulische Lernorte, Beziehungen oder f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Lernen Theorie-Forschung-Praxis-integriert aufbereitet. Insgesamt ist diese Reihe auf 40 B\u00e4nde konzipiert und liegt dann als abgeschlossenes schulp\u00e4dagogisches Gesamtwerk vor. Die Reihe wird von Prof. Dr. Dorit Bosse (Institut f\u00fcr Erziehungswissenschaft der Universit\u00e4t Kassel) und mir in einem sich dann \u00fcber ein Jahrzehnt hinweg erstreckenden Kooperationsprozess mit gro\u00dfen Teilen der deutschsprachigen Schulp\u00e4dagogik und Erziehungswissenschaft herausgegeben.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><em><br \/>\n[1] Prof. Dr. Klaus Moegling<br \/>\nRedaktion von Schulp\u00e4dagogik-heute (verantwortlich), p\u00e4dagogische und wissenschaftliche Arbeit in Schule, Universit\u00e4t, Studienseminar und Fortbildung, Habilitationen in Sportwissenschaften (Universit\u00e4t Hamburg) und in Politikwissenschaften (Universit\u00e4t Frankfurt), Privatdozent und apl. Professur an der Universit\u00e4t Marburg, seit 2008 apl. Professur am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universit\u00e4t Kassel, Lektorat Prolog-Verlag<\/em><\/p>\n<p><em>[2] Monika Sprenger ist Lehrerin mit dem Schwerpunkt auf dem naturwissenschaftlichen Bereich in der Sekundarstufe I an einer Schule in Starnberg (Bayern)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe schon seit einiger Zeit auf der Website des Prolog-Verlags gest\u00f6bert und von dort auch Pressemitteilungen erhalten. 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