{"id":34617,"date":"2016-01-30T22:04:29","date_gmt":"2016-01-30T21:04:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=34617"},"modified":"2016-01-30T22:06:20","modified_gmt":"2016-01-30T21:06:20","slug":"wetter-klima-wandel-winterberg-ein-schlag-in-die-magengrube-plusminus-teurer-schnee-warum-viele-skigebiete-unrentabel-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wetter-klima-wandel-winterberg-ein-schlag-in-die-magengrube-plusminus-teurer-schnee-warum-viele-skigebiete-unrentabel-sind\/","title":{"rendered":"Wetter. Klima. Wandel. Winterberg. Ein Schlag in die Magengrube. PlusMinus: &#8222;Teurer Schnee \u2013 Warum viele Skigebiete unrentabel sind&#8220;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_34618\" aria-describedby=\"caption-attachment-34618\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34618\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013001.jpg\" alt=\"&quot;Wie sich Touristen verhalten, wenn sie wiederholt mit weissen B\u00e4ndern in gr\u00fcnbrauner Landschaft konfrontiert werden, ist ungewiss.&quot; (fotos: zoom)\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013001.jpg 700w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013001-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-34618\" class=\"wp-caption-text\">Heute Mittag um 13 Uhr bei 4\u00b0 Celsius im Dauerregen aufgenommen. &#8222;Wie sich Touristen verhalten, wenn sie wiederholt mit weissen B\u00e4ndern in gr\u00fcnbrauner Landschaft konfrontiert werden, ist ungewiss.&#8220; (fotos: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In der <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/skigebiete-wintersport-steuergelder-unrentabel-100.html\" target=\"_blank\">Sendung Plusminus vom letzten Mittwoch<\/a> wird dem Wintersport in den deutschen Mittelgebirgen und damit auch in Winterberg das Ende vorhergesagt. &#8222;Teurer Schnee \u2013 Warum viele Skigebiete unrentabel sind&#8220;, lautete der f\u00fcr die Region Winterberg apokalyptische Titel[1].<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Damit die Wintersportler auch weiter optimistisch ins Hochsauerland zum Skifahren kommen, wurde zu dieser Saison erneut investiert. Rund neun Millionen Euro gingen in zwei moderne Sesselbahnen, die im letzten Sommer gebaut wurden. Au\u00dferdem wurde das Fassungsverm\u00f6gen des Speicherteichs auf 35.000 Kubikmeter Wasser erweitert. Sein Wasser wird f\u00fcr die Schneekanonen gebraucht, die f\u00fcr Schneesicherheit sorgen sollen.&#8220;[2]<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Beschneien sei es allerdings an den meisten Tagen dieser Saison zu warm gewesen. Um die Schneekanonen anzuwerfen, m\u00fcsse es mindestens minus vier Grad kalt sein. Nur dann lie\u00dfe sich k\u00fcnstlicher Schnee produzieren. Dies w\u00e4re im Dezember nicht der Fall gewesen, sodass die Schneekanonen erst im Januar zum Einsatz gekommen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Der Klimawandel habe nicht zum ersten Mal das lukrative Weihnachtsgesch\u00e4ft zunichte gemacht.<\/p>\n<p><strong>Die Aussichten f\u00fcr die Mittelgebirge sind schlecht.<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Saison, so der Bericht, k\u00e4me Winterberg bei optimalem Verlauf h\u00f6chstens auf rund 80 Betriebstage. Das sei auch der Durchschnitt der vergangenen Jahre. 100 Tage seien jedoch n\u00f6tig, um ein Skigebiet rentabel betreiben zu k\u00f6nnen, und das bei Kosten von etwa 500.000 Euro pro Saison f\u00fcr die Beschneiung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_34619\" aria-describedby=\"caption-attachment-34619\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34619\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013002.jpg\" alt=\"Bei 4\u00b0 Celsius und Dauerregen \u00fcberlebte heute nur der gepresste Schnee im ansonsten gr\u00fcnen Hochsauerland.\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013002.jpg 700w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/WinterbergSkigebiet2016013002-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-34619\" class=\"wp-caption-text\">Bei 4\u00b0 Celsius und Dauerregen \u00fcberlebte heute nur der gepresste Schnee im ansonsten gr\u00fcnen Hochsauerland.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ob sich das in Zukunft noch rechnete, bezweifeln, laut PlusMinus, Experten der Tourismuswirtschaft.<\/strong><\/p>\n<p>Man m\u00fcsse davon ausgehen, dass der Klimawandel die Temperaturen um mindestens zwei Grad ansteigen lassen werde, so Prof. J\u00fcrgen Schmude, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass bei zwei Grad Temperaturerw\u00e4rmung in Deutschland f\u00fcnf Skigebiete \u00fcbrig bleiben. Und da verschwinden alle Mittelgebirgsskigebiete.&#8220;[3]<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Investitionsrisiko schlage sich auch in den Skipasspreisen nieder. In Winterberg koste der Tagespass f\u00fcr nur 26 Pistenkilometer mittlerweile 32 Euro und damit 23 Prozent mehr als in den letzten drei Jahren. Der Pistenkilometer sei hier inzwischen deutlich teurer als in den gro\u00dfen Skigebieten \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p><strong>Skitourismus nur noch \u00fcber 1300 Meter<\/strong><\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten 50 Jahren rechne man mit einem kontinuierlichen Anstieg der Schneefallgrenze. Der Skitourismus d\u00fcrfte sich dadurch auf h\u00f6here Lagen konzentrieren, ab 1300 Meter \u00fcber Meer, hei\u00dft es in einem lesenswerten <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/5370-Kanonen-und-98-Seen-sollen-es-richten\/story\/15760004\" target=\"_blank\">Artikel des Schweizer Tagesanzeiger<\/a> vom 26. November 2015[4].<\/p>\n<p>F\u00fcr Carmen de Jong, Professorin f\u00fcr Hydrologie an der Universit\u00e4t Strassburg, sei Kunstschnee grunds\u00e4tzlich die falsche Strategie. Sie bem\u00e4ngelte, dass bei der Beschneiung nicht nachhaltig gedacht werde.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es wird nur so weit in die Zukunft geschaut, bis die Investitionen amortisiert sind. Das sind in der Regel 15 bis 20 Jahre.\u00bb De Jong beobachtet den Drang zur k\u00fcnstlichen Beschneiung seit Jahren mit grosser Skepsis und hat diverse Studien zum Thema ver\u00f6ffentlicht. Sie sch\u00e4tzt das Potenzial von Schneekanonen geringer ein: \u00abDamit eine Anlage eine relevante Menge schneien kann, braucht es drei Tage am St\u00fcck Temperaturen von minus 3 Grad. Doch diese Zeitfenster werden auch in den hoch gelegenen Skigebieten immer unberechenbarer und seltener.\u00bb Debatten um k\u00fcnstliche Beschneiung seien immer stark politisch gepr\u00e4gt. \u00abSkitourismus ist heute too big to fail. Dass Kunstschnee eine Fehlstrategie sein k\u00f6nnte, will niemand h\u00f6ren, auch wenn man die Limiten heute schon sieht.&#8220;[5]<\/p><\/blockquote>\n<p>Noch sei der Kunstschnee akzeptiert. So argumentierten Skigebiete f\u00fcr die k\u00fcnstliche Beschneiung und verwiesen auf die Erwartungshaltung <strong>der Touristen: Buche man teure Ski\u00adferien, so wolle man gen\u00fcgend Schnee auf den Pisten vorfinden[5].<\/strong><\/p>\n<p><strong>Allerdings:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Wie sich Touristen verhalten, wenn sie wiederholt mit weissen B\u00e4ndern in gr\u00fcnbrauner Landschaft konfrontiert werden, ist ungewiss.&#8220;[5]<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[1] <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/skigebiete-wintersport-steuergelder-unrentabel-100.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/skigebiete-wintersport-steuergelder-unrentabel-100.html<\/a><br \/>\n[2] ebenda<br \/>\n[3] ebenda<br \/>\n[4] <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/5370-Kanonen-und-98-Seen-sollen-es-richten\/story\/15760004\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/5370-Kanonen-und-98-Seen-sollen-es-richten\/story\/15760004<\/a><br \/>\n[5] ebenda<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Sendung Plusminus vom letzten Mittwoch wird dem Wintersport in den deutschen Mittelgebirgen und damit auch in Winterberg das Ende vorhergesagt. &#8222;Teurer Schnee \u2013 Warum viele Skigebiete unrentabel sind&#8220;, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wetter-klima-wandel-winterberg-ein-schlag-in-die-magengrube-plusminus-teurer-schnee-warum-viele-skigebiete-unrentabel-sind\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWetter. 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