{"id":32144,"date":"2015-04-15T20:01:21","date_gmt":"2015-04-15T19:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=32144"},"modified":"2015-04-15T20:33:11","modified_gmt":"2015-04-15T19:33:11","slug":"christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider\/","title":{"rendered":"Christian Clements \u2018kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)\u2019: \u2018Des Steiners neue Kleider\u2019"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die als seri\u00f6s geltende \u201eNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u201c ver\u00f6ffentlicht eine Rezension der seit 2013 kontinuierlich erscheinenden \u2018kritischen Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)\u2019: Was nach \u201eWissenschaftlichkeit\u201c und \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c aussieht, ist in Wahrheit eine \u00d6ffentlichkeitskampagne f\u00fcr die Anthroposophie.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/waldorflehrer-werden-\u2013-am-\u201eseminar-fur-waldorfpadagogik-berlin\u201c\/23428\" target=\"_blank\">Andreas Lichte<\/a><\/em><\/p>\n<p>\u201eDie Freiheit des Erkenntniswegs\u201c ist die <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/buecher\/die-freiheit-des-erkenntniswegs-1.18499258\" target=\"_blank\">Rezension von David Marc Hoffmann<\/a> in der \u201eNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u201c \u00fcberschrieben.[1] Ein Portrait Rudolf Steiners (1861\u20131925), wie in der NZZ, braucht es nicht, um zu wissen, dass es hier um Anthroposophie geht: \u201eFreiheit\u201c und \u201eErkenntnis\u201c, das klebt so fest nur in der Anthroposophie zusammen.<\/p>\n<p>David Marc Hoffmann ist Leiter des \u201eRudolf Steiner Archivs\u201c in Dornach, der Zentrale der esoterischen Bewegung Anthroposophie mit ihrem Kultbau \u201eGoetheanum\u201c. Dornach war bis 2011 auch Sitz des anthroposophischen \u201eRudolf Steiner Verlages\u201c, der in Zusammenarbeit mit dem Frommann-Holzboog Verlag die \u201ekritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners\u201c herausbringt.[2] Und Herausgeber ist Christian Clement, Anthroposoph und ehemaliger Waldorflehrer.<\/p>\n<p>Von der anthroposophischen Zeitschrift \u201einfo3\u201c im Interview gefragt, ob er ein \u201eInsider\u201c der Anthroposophie sei, oder eher jemand, \u201eder kritisch von au\u00dfen draufschaut\u201c, <a href=\"http:\/\/www.info3-magazin.de\/steiner-neu-lesen-fachverlag-plant-werkausgabe\/\" target=\"_blank\">antwortet Christian Clement<\/a>, er sehe sich als \u201eInsider\u201c, der an der Anthroposophie \u201eexistentiell interessiert\u201c sei.[3] Clement lehrt \u201eGerman Studies\u201c an der \u201eBrigham Young University\u201c der Mormonen, deren \u201elebendige Mysterienkultur\u201c ihn fasziniere.<\/p>\n<p>Helmut Zander, Autor des Standardwerkes \u201eAnthroposophie in Deutschland\u201c[4], <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/feuilleton\/literatur\/auftakt-einer-kritischen-rudolf-steiner-ausgabe-1.18192077\" target=\"_blank\">beurteilt Clements Arbeit so<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eChristian Clement hat eine Einleitung zum zeithistorischen Kontext verfasst, mit der er sich in die wissenschaftliche Debatte begibt und sich deren Ma\u00dfst\u00e4ben stellt. Diese Einleitung, das l\u00e4sst sich zun\u00e4chst sagen, ist vom Stand der wissenschaftlichen Forschung meist weit entfernt.\u201c[5]<\/p>\n<p>Statt Wissenschaft bekommt die Welt von Clement Anthroposophie, noch einmal Helmut Zander:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eWie \u2018anthroposophisch\u2019 ist Clements Einleitung? Der Herausgeber folgt nicht nur Steiners autobiografischer Leseanweisung, wonach die Theosophie eine bloss \u2018gewisse \u00e4usserliche Verbindung\u2019 in seinem Leben gewesen sei, sondern auch Steinerschen Denkformen, die sich in typisch anthroposophischen Begriffen niederschlagen: etwa wenn er Steiners Texte mit Konzepten von \u2018Mysterienweisheit\u2019 und \u2018Erkenntniserlebnissen\u2019 deutet oder von der \u2018bewusstseinsevolutiven Urgestalt\u2019 oder vom \u2018sich darlebenden Wesenhaften\u2019 spricht. Nat\u00fcrlich ist es legitim, Steiner auch mit anthroposophischen Konzepten zu deuten \u2013 aber w\u00fcrde eine Aussenperspektive nicht doch helfen, Steiner besser in seinen geistesgeschichtlichen Kontexten zu begreifen?\u201c[6]<\/p>\n<p>Helmut Zander kritisiert insbesondere Clements Versuch, die Theosophie als wichtigste Quelle der Anthroposophie zu leugnen:<\/p>\n<p>\u201eClement versucht, die Kontinuit\u00e4t von Steiners philosophischen Gedanken \u00fcber die Schwellenjahre 1900 bis 1902 hinweg deutlich zu machen, zu Recht. Aber dabei marginalisiert er die theosophischen Einfl\u00fcsse, meines Erachtens gegen den historischen Befund, aber auf den Schultern von Steiners Selbstinterpretation.\u201c[7]<\/p>\n<p>Auch der amerikanische Historiker Peter Staudenmaier <a href=\"http:\/\/egoistenblog.blogspot.de\/p\/peter-staudenmaiers-kritik-christian.html\" target=\"_blank\">weist Clements Darstellung zur\u00fcck<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eViel von Band 7 der \u2018SKA\u2019 l\u00e4uft auf eine \u00dcbung in Wunschdenken hinaus. Es ist eine weitere Fassette von Clements anhaltenden Anstrengungen, Steiners esoterische Lehren als eine Erweiterung seiner fr\u00fchen philosophischen Arbeiten umzudeuten.\u201c[8]<\/p>\n<p>Peter Staudenmaier, der das gro\u00dfe Verdienst hat, mit seiner <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft\/44449\" target=\"_blank\">Forschung zur Anthroposophie im Nationalsozialismus<\/a>[9] und <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/hitler-steiner-mussolini-anthroposophie-und-faschismus-gestern-und-heute\/39020\" target=\"_blank\">im italienischen Faschismus<\/a>[10] den anthroposophischen \u201eWir waren Opfer!\u201c-Mythos entzaubert zu haben, findet auch f\u00fcr Clements Legendenbildung deutliche Worte:<\/p>\n<p>\u201eDer Steiner, der uns in Clements Version bleibt, ist verflacht, zensiert, gez\u00e4hmt. Der historische Steiner war weit k\u00fchner, wilder, schwieriger, und viel verst\u00f6render. Den Blick auf diese widerspenstige Seite Steiners zu verlieren, in der Hoffnung, ihn stromlinienf\u00f6rmig zu machen und seine Botschaft zu modernisieren, wird der Komplexit\u00e4t und Perplexit\u00e4t seines Denkens nicht gerecht.\u201c[11]<\/p>\n<p>\u201eDie Interpretationen, die Clement anbietet, sind von wenig Nutzen f\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis Steiners, sie sind ein klassisches Beispiel einer Eisegese\u201c[12] \u2013 das hei\u00dft: einer pers\u00f6nlichen Auslegung, die in den Text hineininterpretiert, was nicht da ist.<\/p>\n<p>\u201eVor allem wehrt sich Clement dagegen, anzuerkennen, dass Steiner den Begriff der \u2018\u00fcbersinnlichen Wahrnehmung\u2019 ernst meinte, und dass f\u00fcr den theosophischen und anthroposophischen Steiner spirituelle Ph\u00e4nomene wirklich wahrgenommen werden k\u00f6nnen, dass sie wirklich existieren, nicht nur als als Sprach-Bilder, oder als eine auf Umwegen vorgenommene Beschreibung innerer Selbst-Wahrnehmung, sondern als unabh\u00e4ngige Wesenheiten. Das Buch liest sich oft wie ein donquichottischer Versuch, Steiner vor sich selbst zu retten \u2013 eine nette, bescheidene, biedere Variante des deutschen Idealismus vor seinen gewagten esoterischen Erforschungen nach 1900 zu retten.\u201c[13]<\/p>\n<p>\u201eNach 1900\u201c entwickelt Steiner auch seine esoterische Evolutionslehre. Steiners rassistische \u201eMenschheitsentwickelung\u201c ist Beweggrund und Ziel der Anthroposophie, <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/13507\" target=\"_blank\">Zitat Peter Staudenmaier<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eAusgehend von Blavatskys[14] entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der V\u00f6lker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verk\u00f6rperungen in immer \u2018h\u00f6heren\u2019 Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht IM MITTELPUNKT von Steiners esoterischem Verst\u00e4ndnis der Gesamtentwicklung der Menschheit, vom Verhaftetsein in der Materie hin zur geistigen Vervollkommnung.\u201d[15]<\/p>\n<p>Steiners Rassismus wurde 2007 zum Skandal, als die \u201eBundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien\u201c (BPjM) entschied, dass B\u00fccher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben, und Zitat BPjM, \u201e<a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/3-jahre-rudolf-steiner-ist-zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen\/16511\" target=\"_blank\">als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen<\/a>\u201c seien.<\/p>\n<p>Angeregt durch die breite Berichterstattung zum BPjM-Verfahren war die Forderung nach einer kritischen Werkausgabe von Rudolf Steiner laut geworden. Was Clement nun als \u2018kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)\u2019 abliefert, ist der Versuch, der \u00d6ffentlichkeit eine rein anthroposophische Sicht auf Rudolf Steiner als unabh\u00e4ngige Wissenschaft zu verkaufen.<\/p>\n<p>Wie weit Clement in seiner anthroposophischen Heiligsprechung Rudolf Steiners geht, mit welchen letzten Mitteln er versucht, Steiner als \u201eeigenst\u00e4ndig\u201c darzustellen, \u00fcberrascht dann aber doch, Peter Staudenmaier:<\/p>\n<p>\u201eEin besonders bedauerliches Beispiel illustriert die Unzul\u00e4nglichkeiten in Clements Herangehensweise. In seiner Diskussion von Steines Aneignung der fiktionalen Figur des \u2018H\u00fcters der Schwelle\u2019 schreibt Clement, dass \u2018Kritiker\u2019 der Anthroposophie die \u2018Anklage\u2019 erhoben h\u00e4tten, dass Steiner diese Figur aus einem Roman des neunzehnten Jahrhunderts von Edward Bulwer-Lytton \u00fcbernommen habe. Aber dies hat nichts mit Kritik zu tun, noch viel weniger mit Anklagen; es ist eine einfache Angabe der Quelle Steiners. Es ist zugleich ein sinnvolles Beispiel f\u00fcr Anleihen des Okkultismus aus der fiktionalen Literatur.<\/p>\n<p>Clement leugnet rundweg all dies, indem er offensichtlich den historischen Kontext ignoriert. Das ist ein sehr seltsamer Standpunkt, da Steiner offen andere Elemente aus Bulwer-Lyttons fiktionaler Literatur auslieh, so wie den Begriff \u2018Vril\u2019, und da der fragliche Roman viele unverhohlen okkulte Bestandteile enth\u00e4lt und ein sch\u00f6nes Beispiel des Viktorianischen Revivals von Themen der Rosenkreuzer ist.\u201c[16]<\/p>\n<p>Bulwer-Lyttons \u201eVril\u201c wird von Steiner als \u201eLebenskraft\u201c \u00fcbernommen, wie auch die \u201ein geringer H\u00f6he \u00fcber dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier\u201c[17] <a href=\"https:\/\/ratgebernewsblog2.wordpress.com\/2014\/12\/18\/rudolf-steiners-rassistischer-science-fiction-trash-aus-der-akasha-chronik\/\" target=\"_blank\">in Rudolf\u00a0Steiners rassistischem Science-Fiction-Trash \u201eAus der Akasha-Chronik<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><strong>***************************************************************<\/strong><\/center><br \/>\n[1] David Marc Hoffmann, \u201eSchulungsschriften Rudolf Steiners in einer kritischen Ausgabe \u2013 Die Freiheit des Erkenntniswegs\u201c, Neue Z\u00fcrcher Zeitung, 11.3.2015, <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/buecher\/die-freiheit-des-erkenntniswegs-1.18499258\" target=\"_blank\">http:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/buecher\/die-freiheit-des-erkenntniswegs-1.18499258<\/a> \u2013 Abruf 8.4.2015<\/p>\n<p>[2] Rudolf Steiner: \u201eSchriften. Kritische Ausgabe\u201c, herausgegeben und kommentiert von Christian Clement, Verlag Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt, Rudolf-Steiner-Verlag, Basel, ab 2013<\/p>\n<p>[3] \u201eKritische Steiner-Ausgabe, Steiner neu lesen \u2013 Fachverlag plant Werkausgabe\u201c, info3, Christian Clement im Interview mit Jens Heisterkamp, 22. Mai 2012, <a href=\"http:\/\/www.info3-magazin.de\/steiner-neu-lesen-fachverlag-plant-werkausgabe\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.info3-magazin.de\/steiner-neu-lesen-fachverlag-plant-werkausgabe\/<\/a> \u2013 Abruf 8.4.2015<\/p>\n<p>[4] Helmut Zander, \u201eAnthroposophie in Deutschland \u2013\u00a0Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884\u20131945\u201c,\u00a0Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen, 2007<\/p>\n<p>[5] Helmut Zander, \u201eZeitenwende \u2013 Auftakt einer kritischen Rudolf-Steiner-Ausgabe\u201c, Neue Z\u00fcrcher Zeitung, 26.11.2013, <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/feuilleton\/literatur\/auftakt-einer-kritischen-rudolf-steiner-ausgabe-1.18192077\" target=\"_blank\">http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/feuilleton\/literatur\/auftakt-einer-kritischen-rudolf-steiner-ausgabe-1.18192077<\/a> \u2013 Abruf 8.4.2015<\/p>\n<p>[6] ebd.<\/p>\n<p>[7] ebd.<\/p>\n<p>[8] \u201ePeter Staudenmaiers Kritik an Christian Clements SKA 7\u201c, Egoisten, <a href=\"http:\/\/egoistenblog.blogspot.de\/p\/peter-staudenmaiers-kritik-christian.html\" target=\"_blank\">http:\/\/egoistenblog.blogspot.de\/p\/peter-staudenmaiers-kritik-christian.html<\/a>\u00a0\u2013 Abruf 9.4.2015<\/p>\n<p>Peter Staudenmaier im englischen Original-Wortlaut: \u201eMuch of the volume thus amounts to an exercise in wishful thinking. It is another facet of Clement\u2019s continuing efforts to re-cast Steiner\u2019s esoteric teachings as an extension of his early philosophical works.\u201c<\/p>\n<p>[9] dazu eine Kurzdarstellung der Forschung von Peter Staudenmaier: Andreas Lichte, Anthroposophie und Nationalsozialismus: \u201e<a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft\/44449\" target=\"_blank\">Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft<\/a>\u201c, \u201eRuhrbarone\u201c, 20.11.2012<\/p>\n<p>[10] dazu eine Kurzdarstellung der Forschung von Peter Staudenmaier: Andreas Lichte, \u201e<a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/hitler-steiner-mussolini-anthroposophie-und-faschismus-gestern-und-heute\/39020\" target=\"_blank\">Hitler, Steiner, Mussolini \u2013 Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute<\/a>\u201c, \u201eRuhrbarone\u201c, 24.2.2012<\/p>\n<p>[11] \u201ePeter Staudenmaiers Kritik an Christian Clements SKA 7\u201c, siehe oben, englischer Original-Wortlaut: \u201eThe Steiner we are left with, in Clement\u2019s version, is flattened, sanitized, tamed. The historical Steiner was much more bold, more wild, more difficult, more unsettling. To lose sight of that unruly side of Steiner, in the hope of streamlining and updating his message, does not do justice to the complexity and perplexity of his thinking.\u201c<\/p>\n<p>[12] ebd., englischer Original-Wortlaut: \u201eBut the interpretations he offers are of little use for understanding Steiner; they are a classic instance of eisegesis.\u201c<\/p>\n<p>[13] ebd., englischer Original-Wortlaut: \u201eAbove all, he resists recognizing that Steiner meant the notion of \u2018supersensible perception\u2019 seriously, and that for the theosophical and anthroposophical Steiner there really are spiritual phenomena to be perceived, that they actually exist, not merely as linguistic images or roundabout ways of describing internal self-perception, but as independent entities. The book often reads like a quixotic attempt to rescue Steiner from himself, to salvage a nice, modest, staid variant of German Idealism from his audacious esoteric explorations after 1900.\u201c<\/p>\n<p>[14]Helena Petrovna Blavatsky (1831\u00a0\u2013\u00a01891), begr\u00fcndete die esoterische Weltanschauung \u201eTheosophie\u201c, deren rassistisches Konzept der \u201eWurzelrassen\u201c Rudolf Steiner \u00fcbernahm und weiterentwickelte.<\/p>\n<p>[15] Peter Staudenmaier im Interview: \u201e<a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/13507\" target=\"_blank\">Anthroposophie und Faschismus<\/a>\u201c, \u201eHumanistischer Pressedienst\u201c, Nr.\u00a013507, 07.06.2012<\/p>\n<p>[16] \u201ePeter Staudenmaiers Kritik an Christian Clements SKA 7\u201c, siehe oben, englischer Original-Wortlaut: \u201eLast, one especially unfortunate example illustrates the shortcomings in Clement\u2019s approach. Discussing Steiner\u2019s appropriation of the fictional figure of the Guardian of the Threshold, Clement writes (319) that \u2018critics\u2019 of anthroposophy have raised the \u2018accusation\u2019 that Steiner adopted this figure from a 19th century novel by Edward Bulwer-Lytton. But this has nothing to do with criticism, much less with accusations; it is a simple statement of Steiner\u2019s source. It is also a useful instance of occult borrowings from fictional literature.<\/p>\n<p>Clement flatly denies all of this, evidently ignoring the historical context. This is a very odd stance, since Steiner openly borrowed other elements from Bulwer-Lytton\u2019s fiction, such as the notion of Vril, and since the novel in question contains many undisguised occult components and is a fine example of the Victorian revival of Rosicrucian themes.\u201c<\/p>\n<p>[17] vergleiche: Helmut Zander, \u201eAnthroposophie in Deutschland \u2013\u00a0Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884\u20131945\u201c,\u00a0Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen, 2007 \u2013 Seite 642ff.<\/p>\n<p>Helmut Zander weist darauf hin, dass Steiner die \u201eLebenskraft\u201c und die \u201ein geringer H\u00f6he \u00fcber dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier\u201c aus Edward Bulwer-Lyttons Zukunftsroman \u00bbThe Coming Race\u00ab entlehnt habe, den er seinen engen Mitarbeiter Guenther Wachsmuth unter dem neuen Titel \u00bbVril oder eine Menschheit der Zukunft\u00ab ins Deutsche \u00fcbersetzen lie\u00df und 1923 als Lekt\u00fcre f\u00fcr die zehnte Klasse der Waldorfschule empfahl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die als seri\u00f6s geltende \u201eNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u201c ver\u00f6ffentlicht eine Rezension der seit 2013 kontinuierlich erscheinenden \u2018kritischen Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)\u2019: Was nach \u201eWissenschaftlichkeit\u201c und \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c aussieht, ist in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eChristian Clements \u2018kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)\u2019: \u2018Des Steiners neue Kleider\u2019\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3506,5596,1858,5595],"class_list":["post-32144","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-anthroposophie","tag-christian-clement","tag-rudolf-steiner","tag-ska"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32144"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32144\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}