{"id":31440,"date":"2015-02-04T21:53:07","date_gmt":"2015-02-04T20:53:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=31440"},"modified":"2015-02-04T22:03:24","modified_gmt":"2015-02-04T21:03:24","slug":"vogelgrippe-welches-konzept-der-hochsauerlandkreis-fuer-den-ernstfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/vogelgrippe-welches-konzept-der-hochsauerlandkreis-fuer-den-ernstfall\/","title":{"rendered":"Vogelgrippe \u2013 Welches Konzept hat der Hochsauerlandkreis f\u00fcr den Ernstfall?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bei den Vogelgrippe-F\u00e4llen Ende letzten Jahres in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und in Gro\u00dfbritannien handelte es sich um den hoch gef\u00e4hrlichen Erreger H5N8. Als Folge mussten allein im Kreis Cloppenburg 130.000 Tiere gekeult werden.<\/strong><\/p>\n<p><em>(Der Artikel ist ebenfalls <a href=\"http:\/\/sbl-fraktion.de\/?p=5414\" target=\"_blank\">auf der Website der Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste<\/a> erschienen.)<\/em><\/p>\n<p>Um den betroffenen Mastbetrieb wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von 1.000 Metern gezogen. In allen im Umkreis von 3.000 Metern befindlichen Gefl\u00fcgelst\u00e4llen fanden Kontrollen statt. Au\u00dferdem galt ein Transportverbot. In einem anderen Fall im Emsland wurde laut einer Meldung des NDR ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Hof angeordnet. Darunter fielen mehr als 200 Betriebe mit rund vier Millionen Tieren.<\/p>\n<p>Die Lage war also sehr brisant. Hoffen wir, dass das Problem ausgestanden ist.<\/p>\n<p><strong>Anfrage der SBL\/FW<\/strong><br \/>\nDoch wer wei\u00df, wann und wo wieder die Vogelgrippe auftritt? Und nach welchem Plan verfahren dann die Beh\u00f6rden? Die Kreistagsfraktion Sauerl\u00e4nder B\u00fcrgerliste (SBL\/FW) wollte genau das wissen und stellte dem Hochsauerlandkreis am 22. Dezember 2014 diese beiden Fragen:<\/p>\n<p>\u201e1. \u00dcber welches Konzept und \u00fcber welche personelle Ausstattung verf\u00fcgt der Hochsauerlandkreis f\u00fcr den Fall, dass in unserem Kreisgebiet die Vogelgrippe auftritt, zumal dann, wenn Betriebe betroffen sind, die sich in unmittelbarer N\u00e4he der Wohnbebauung befinden (so wie das nach den jetzigen Planungen in Meschede-Schederberge der Fall sein wird)?<\/p>\n<p>2. Nach Meinung von Fachleuten k\u00f6nnen bestimmte St\u00e4mme des Vogelgrippe-Erregers auch bei Menschen Erkrankungen ausl\u00f6sen. Ist angesichts dieser und anderer Gefahren und Beeintr\u00e4chtigungen Ihrer Meinung nach ein gr\u00f6\u00dferer Gefl\u00fcgelmastbetrieb\/Massentierhaltung in unmittelbarer Siedlungsn\u00e4he sinnvoll und verantwortbar?<br \/>\nWenn \u201eJa\u201c, warum?\u201c<\/p>\n<p><strong>Antwort der Kreisverwaltung<\/strong><br \/>\nMit Schreiben vom 15.01.2015 antwortete der Landrat wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eZu Frage 1.:<br \/>\nIm Falle des Ausbruchs der Gefl\u00fcgelpest sind die einzuleitenden Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen in der Gefl\u00fcgelpest-Verordnung vom 08.05.2013 abschlie\u00dfend geregelt. Die konzeptionelle Umsetzung der Bek\u00e4mpfungsvorgaben erfolgt im Hochsauerlandkreis im Falle des Ausbruchs der Gefl\u00fcgelpest auf Grundlage des Tierseuchen-Handbuchs des Hochsauerlandkreises, das f\u00fcr alle F\u00e4lle, in denen eine hochkontagi\u00f6se Tierseuche auftritt, gilt.<\/p>\n<p>Im Falle des Auftretens einer hochkontagi\u00f6sen Tierseuche im Hochsauerlandkreis wird ein \u201eLokales Tierseuchen-Krisenzentrum\u201d eingerichtet. W\u00e4hrend der Phase der Seuchenbek\u00e4mpfung fungiert es als st\u00e4ndige Einrichtung, entscheidet auf Grundlage der rechtlichen Vorgaben \u00fcber alle fachlichen Notwendigkeiten und setzt die sich daraus ableitenden Ma\u00dfnahmen um.<\/p>\n<p>Das \u201eLokale Tierseuchen-Krisenzentrum\u201d setzt sich zusammen aus dem Krisenstab, der bei Bedarf zusammentritt, und dem operativen Stab, der die lageabh\u00e4ngigen Entscheidungen trifft und eigenst\u00e4ndig umsetzt sowie die Beschl\u00fcsse des Krisenstabes in die Seuchenbek\u00e4mpfung einbindet. Der operative Stab stellt eine st\u00e4ndige Einrichtung w\u00e4hrend des Seuchengeschehens dar. Das \u201eLokale Tierseuchen-Krisenzentrum\u201d steht in direktem Kontakt mit dem Landestierseuchenkontrollzentrum, das im Krisenfall auf Landesebene beim LANUV eingerichtet wird und die landesweiten Ma\u00dfnahmen in Abh\u00e4ngigkeit von der Seuchenlage koordiniert.<\/p>\n<p>Des Weiteren wurde f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung hochkontagi\u00f6ser Tierseuchen, wie z.B. der Gefl\u00fcgelpest, im Hochsauerlandkreis ein Tierseuchen-Logistikzentrum im Kreisstra\u00dfenbauhof am Standort in Eslohe eingerichtet. Im Tierseuchen-Logistikzentrum erfolgt im Krisenfall die Einweisung, Ausstattung und Dekontamination der Einsatzkr\u00e4fte und die Desinfektion der Fahrzeuge und eingesetzten Materialien.<\/p>\n<p>Bereits aus der Organisationsform ergibt sich, dass es sich um personalintensive Strukturen handelt, die allein mit dem Personal aus dem FD 36 nicht betrieben werden k\u00f6nnen. Aus diesem Grunde werden Dienstkr\u00e4fte aus anderen Fachdiensten des Hochsauerlandkreises, wie z. B. FD 12, FD 14 und FD 38 in Abh\u00e4ngigkeit von der Seuchenlage eingesetzt. Hinzu kommen die Fachberater und Einsatzkr\u00e4fte aus den Bereichen Polizei, Feuerwehr, THW, DRK und MHD.<\/p>\n<p>Beim Auftreten einer hochkontagi\u00f6sen Tierseuche k\u00f6nnen die tier\u00e4rztlichen Personalressourcen des Kreises schnell \u00fcberfordert werden. Aus diesem Grunde ist der Hochsauerlandkreis dem \u201eRahmen\u00fcbereinkommen \u00fcber die gegenseitige Unterst\u00fctzung im Tierseuchenkrisenfall\u201d beigetreten. In dem Rahmen\u00fcbereinkommen ist die gegenseitige Unterst\u00fctzung der Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden in NRW durch Bereitstellung von Tier\u00e4rzten und auch Verwaltungspersonal im Tierseuchenkrisenfall geregelt.<\/p>\n<p>Zu Frage 2.:<br \/>\nEntscheidungen \u00fcber die Errichtung von Stallgeb\u00e4uden zur Gefl\u00fcgelhaltung erfolgen auf Grundlage des geltenden Rechts. Die gestellte Frage kann daher nicht weiter beantwortet werden, da es nicht Aufgabe der Kreisverwaltung ist, politische Meinungen zu \u00e4u\u00dfern.\u201c<\/p>\n<p><strong>Res\u00fcmee<\/strong><br \/>\nOb die \u201eAntwort\u201c auf die zweite Frage zur Beruhigung der Bewohner von Meschede-Schederberge beitragen wird, lassen wir mal dahingestellt. Zwischen den Wohnh\u00e4usern mitten in dem D\u00f6rfchen soll ein riesiger Putenmastbetrieb entstehen. Die Rede ist von 10.000 Tieren. Die Mitglieder der SBL\/FW \u2013 und nicht nur die \u2013 halten dieses Vorhaben aus mehreren Gr\u00fcnden f\u00fcr unverantwortlich. Wer garantiert, dass in Schederberge nicht gef\u00e4hrliche Seuchen wie die Vogelgrippe ausbrechen? Dann helfen wahrscheinlich auch keine Antibiotika mehr. Aber das ist ein anderes Thema &#8230;<\/p>\n<p><em><strong>siehe dazu auch:<\/strong> <\/em><\/p>\n<p><em>Berichterstattung in der Lokalzeitung: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg\/erstes-gutachten-liegt-vor-id10302222.html\" target=\"_blank\">Putenmast &#8211; Erstes Gutachten liegt vor<\/a>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.ig-schederberge.de\/\" target=\"_blank\">Interessengemeinschaft Schederberge<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den Vogelgrippe-F\u00e4llen Ende letzten Jahres in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und in Gro\u00dfbritannien handelte es sich um den hoch gef\u00e4hrlichen Erreger H5N8. 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