{"id":24252,"date":"2013-06-18T18:59:29","date_gmt":"2013-06-18T16:59:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=24252"},"modified":"2013-06-18T18:59:29","modified_gmt":"2013-06-18T16:59:29","slug":"westfalenpost-als-zensor-ein-leserbrief-zum-sauerlandmuseum-der-bis-heute-nicht-veroffentlicht-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/westfalenpost-als-zensor-ein-leserbrief-zum-sauerlandmuseum-der-bis-heute-nicht-veroffentlicht-wurde\/","title":{"rendered":"Westfalenpost als Zensor? Ein Leserbrief zum Sauerlandmuseum, der bis heute nicht ver\u00f6ffentlicht wurde."},"content":{"rendered":"<p><strong>Am <a title=\"Umleitung mit Verweis zum Leserbrief\" href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=24071\" target=\"_blank\">30. Mai hatten wir in unserer &#8222;Umleitung&#8220; auf einen Leserbrief von Reinhard Loos<\/a>, Kreistagsabgeordneter der SBL, an die Westfalenpost (WP) hingewiesen. Da ich davon ausgegangen bin, dass der informative und sachlich argumentierende Brief bei der WP ver\u00f6ffentlicht wurde, k\u00fcmmerte ich mich nicht weiter. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Leserbrief wurde allerdings, so Reinhard Loos in einem Gespr\u00e4ch,\u00a0 bis heute nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p>Da er den formalen Anspr\u00fcchen an einen Leserbrief gen\u00fcgt (Rechtschreibung, Grammatik, Inhalt, Bezug), liegt der Verdacht nahe, dass die WP als Zensur-Instanz auftritt und eine dem Landrat sowie anderen Politikern und Akteuren widersprechende Meinung unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Damit sich jeder Leser und jede Leserin eine eigene Meinung bilden kann, ver\u00f6ffentliche ich heute, drei Tage vor der (vor-)entscheidenden Kreistagssitzung in Meschede, den Leserbrief von Reinhard Loos, versehen mit seiner eigenen Einleitung:<\/p>\n<p>In der Westfalenpost erschien am 17. Mai (Internet) der Beitrag eines Redakteurs aus Arnsberg, in dem das Projekt zur Erweiterung des Sauerlandmuseums hochgelobt wurde. <a title=\"Sauerlandmuseum\" href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/arnsberg\/museumserweiterung-diskussion-mit-kirchturmdenken-id7963873.html?ciuac=true\" target=\"_blank\">HIER<\/a> ist dieser Artikel nachzulesen. Dazu hat das SBL-Kreistagsmitglied Reinhard Loos der Redaktion der Westfalenpost am 21. Mai den folgenden Leserbrief geschickt:<\/p>\n<p><strong>Leserbrief zu \u201cM\u00fcssen endlich lernen, regional zu denken\u201d (<a title=\"WP Artikel\" href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/arnsberg\/museumserweiterung-diskussion-mit-kirchturmdenken-id7963873.html\" target=\"_blank\">WP vom 18.05.2013<\/a>)<\/strong><\/p>\n<p>Am letzten Donnerstag hat sich der Kreiskulturausschuss ausf\u00fchrlich mit der geplanten Erweiterung des Sauerland-Museums befa\u00dft. Der Autor des dazu erschienenen WP-Beitrags beklagt \u201cengstirnige Kirchturmpolitik\u201d. Genau diese wird aber von einem im Artikel mehrfach zitierten CDU-Kreistagsmitglied gefordert: F\u00fcr ihn sei es besch\u00e4mend, wenn \u201cArnsberger B\u00fcrgervertreter\u201d gegen die Museumserweiterung abstimmten.<\/p>\n<p>Jedoch: Arnsberger m\u00fcssen ebenso wie ehemalige Arnsberger oder Nicht-Arnsberger im Kreistag nicht automatisch und ohne Nachdenken f\u00fcr die Museumserweiterung abstimmen. Das w\u00e4re wirklich \u201eKirchturmspolitik\u201c, wenn Entscheidungen nach dem eigenen Wohnort gef\u00e4llt werden!<\/p>\n<p>Ein so gro\u00dfes Projekt mu\u00df sorgf\u00e4ltig abgewogen werden, sowohl hinsichtlich der Investitionskosten als auch hinsichtlich der Folgekosten. Das Konzept f\u00fcr die Museumserweiterung ist auch aus Sicht des Verfassers dieser Zeilen attraktiv. Aber es muss immer eine solide Gesamtbetrachtung erfolgen und die Frage gestellt werden, was wir uns (finanziell) leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige Fakten:<\/p>\n<p>\u00b7 Vor 3 Jahren hie\u00df es, f\u00fcr Regionale-Projekte w\u00fcrden 80% Zusch\u00fcsse vom Land gezahlt. Vor einem Jahr waren dann immerhin noch 60% Landeszuschuss im Gespr\u00e4ch. Nun sind es gerade mal noch 32%, mit denen das Land die geplante 12-Mio-Euro-Investition im und am Sauerlandmuseum unterst\u00fctzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00b7 Au\u00dferdem sollen 1 Mio Euro vom Landschaftsverband kommen. Die w\u00fcrden aber auch gezahlt, wenn \u201enur\u201c der Bestand saniert wird.<\/p>\n<p>\u00b7 Mindestens 7 Mio Euro Investitionskosten w\u00fcrden beim Kreis verbleiben. Sie m\u00fcssen letztlich von den Gemeinden bzw. den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern aufgebracht werden. Der Kreis hat jetzt schon Schulden, ebenso wie die Gemeinden, und die Situation der kommunalen Finanzen wird nicht besser werden.<\/p>\n<p>\u00b7 Der Grundst\u00fcckspreis, den der Kreis f\u00fcr die Erweiterungsfl\u00e4che zahlen soll und will, ist drastisch \u00fcberh\u00f6ht. 695 Euro sollen pro Quadratmeter an den bisherigen Eigent\u00fcmer, eine Immobiliengesellschaft, flie\u00dfen, insgesamt 656.000 Euro. Mit Neben- und Abri\u00dfkosten summiert sich der Aufwand f\u00fcr den HSK auf 780.000 Euro bzw. 826 Euro je Quadratmeter. Der Bodenrichtwert betr\u00e4gt jedoch nur 160 Euro. Davon w\u00e4ren normalerweise noch Abz\u00fcge f\u00fcr die Hanglage und f\u00fcr die Abri\u00dfkosten der maroden Immobilie vorzunehmen, so dass das Grundst\u00fcck maximal 50.000 Euro an Wert haben d\u00fcrfte! Derzeit zahlt der Kreis \u00fcbrigens 4.000 Euro Monatsmiete f\u00fcr das leerstehende Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>\u00b7 Die Betriebskostenberechnungen der Kreisverwaltung f\u00fcr die Zeit nach der Museumserweiterung wurden \u00e4u\u00dferst optimistisch aufgestellt. So gehen die Autoren der Berechnungen von einer Vervierfachung (!) der Einnahmen aus Eintrittsgeldern aus, w\u00e4hrend die Kosten f\u00fcr Gas zum Heizen im selben Zeitraum (von 2010 bis 2016) nur um 20% steigen sollen!?<\/p>\n<p>\u00b7 Es werden zus\u00e4tzliche Personalkosten anfallen. Nach der jetzigen Beschluss\u00adlage des Kreiskulturausschusses sind f\u00fcr Museum und Medienzentrum 6,3 Personalstellen vorgesehen. Nach der Museumserweiterung sollen es 8,6 Stellen sein.<\/p>\n<p>\u00b7 Neben dem Landsberger Hof soll der Erweiterungsbau 5 Geschosse tief in den Berg eingegraben werden; der Fu\u00dfboden des untersten Geschosses soll 19,60 Meter unter dem Erdgeschoss des Landsberger Hofes liegen. Eine solche Baugrube ist nicht nur mit hohen Kostenrisiken, sondern auch mit sehr hohen geologischen Risiken verbunden. Manch einer, der schon l\u00e4nger in Alt-Arnsberg oder in Uentrop wohnt, wird sich daran erinnen, wie der Hang an der B7 (Uentroper Stra\u00dfe) auf das \u201cAnbaggern\u201d reagiert hat, und dabei handelt es sich um denselben H\u00f6henzug, zu dem auch der Schlo\u00dfberg geh\u00f6rt\u2026<\/p>\n<p>\u00b7 Der HSK war in den letzten Jahren bereits an 2 Bauprojekten in der Arnsberger Altstadt beteiligt; in beiden F\u00e4llen wurden die veranschlagten Baukosten erheblich \u00fcberschritten. Beim Hotel zur Krone stiegen die Kosten um mehr als eine Mio Euro auf das Zweieinhalbfache. Beim Blauen Haus betrugen die Kostenstei\u00adgerungen mehr als 700.000 Euro. Der Verfasser dieses Leserbriefs hatte w\u00e4hrend des Umbaus des Blauen Hauses mehrfach schriftlich und m\u00fcndlich beim Landrat nachgefragt, ob die geplanten Baukosten eingehalten werden k\u00f6nnten. Dies wurde ihm wiederholt von Landrat und Kreisverwaltung versichert. Doch es kam ganz anders\u2026 Da wundert es nicht, dass auch beim jetzt geplanten dritten Bauprojekt in der Arnsberger Altstadt Skepsis hinsichtlich der Einhaltung der veranschlagten Baukosten angebracht ist.<\/p>\n<p>Fazit: Es ist sinnvoll, das Sauerlandmuseum nicht nur zu erhalten, sondern noch attraktiver zu gestalten. Viele Wechselausstellungen haben in den letzten Jahren zahlreiche zus\u00e4tzliche Besucher angezogen. Aber daf\u00fcr sollte der Bestand saniert und ausgebaut werden. Auch das kostet Geld, ist aber vom Aufwand her mit ca. 2 Mio Euro f\u00fcr den Kreis noch vertretbar. Die Umsetzung der Pl\u00e4ne f\u00fcr den Erweiterungsbau w\u00fcrde viel zu teuer, und es bestehen erhebliche unkalkulierbare Risiken, finanziell und technisch.<\/p>\n<p>In das Museum k\u00fcnftig einbezogen werden sollte auch der noch im Bau befindliche Anbau an das Blaue Haus. Dort kann zus\u00e4tzliche Ausstellungsfl\u00e4che geschaffen werden. Auch die Errichtung dieses Anbaus war und ist wegen der hohen Kosten sehr fragw\u00fcrdig. F\u00fcr das Medienzentrum wird dieser Geb\u00e4udeteil nicht mehr ben\u00f6tigt. Aber wenn dies Geb\u00e4ude bald \u2013 mit mehrj\u00e4hriger Versp\u00e4tung \u2013 endlich fertig gestellt ist, sollte wenigstens eine sinnvolle Nutzung erfolgen.<\/p>\n<p>Reinhard Loos<br \/>\nSBL-Kreistagsmitglied<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 30. Mai hatten wir in unserer &#8222;Umleitung&#8220; auf einen Leserbrief von Reinhard Loos, Kreistagsabgeordneter der SBL, an die Westfalenpost (WP) hingewiesen. Da ich davon ausgegangen bin, dass der informative &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/westfalenpost-als-zensor-ein-leserbrief-zum-sauerlandmuseum-der-bis-heute-nicht-veroffentlicht-wurde\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWestfalenpost als Zensor? 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