{"id":2398,"date":"2009-02-26T16:59:59","date_gmt":"2009-02-26T15:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=2398"},"modified":"2020-01-18T23:24:14","modified_gmt":"2020-01-18T22:24:14","slug":"mexico-city-siebter-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/mexico-city-siebter-tag\/","title":{"rendered":"Mexico City &#8211; Siebter Tag: Stadtevolution, Geografie und ein neues Auto"},"content":{"rendered":"<p><em>Jeder lese, solange es f\u00fcr ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.<\/em><br \/>\n<em> (Spr\u00fcche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)<\/em><\/p>\n<h3>Freitag, der 6. Februar 2009<\/h3>\n<figure id=\"attachment_2400\" aria-describedby=\"caption-attachment-2400\" style=\"width: 420px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2400\" title=\"Blick vom westlichen Rand des Zentrums in den Westen der Stadt\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/blickvomwesten.jpg\" alt=\"Blick vom westlichen Rand des Zentrums in den Westen der Stadt\" width=\"420\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/blickvomwesten.jpg 420w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/blickvomwesten-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 85vw, 420px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2400\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom westlichen Rand des Zentrums in den Westen der Stadt<\/figcaption><\/figure>\n<p>La Ciudad de M\u00e9xico D.F. hat eine ganz und gar ungew\u00f6hnliche Physiognomie durch seine H\u00f6henlage im Talkessel zweier Bergmassive. Die Stadt hat sich im Laufe ihrer Evolution an den Bergflanken emporgerankt und kleinere Ausl\u00e4ufer assimiliert. Deshalb sind die Stra\u00dfen zum Teil bestimmt steiler als die San Franciscos und die Architektur wahrlich abenteuerlich. In den Bergh\u00e4ngen kleben Neu- und Altbauten, Stra\u00dfen nehmen w\u00fcste Wendungen und Kehren und Nadel\u00f6senwenden zur\u00fcck. Dieses Prinzip Chaos setzt sich im Antlitz der Stadt fort, wo Bauten im Kolonialstil neben Modernismen des letzten Schreis stehen und der Stadt immer wieder ein \u00fcberraschendes Gesicht verleihen wie ein pl\u00f6tzlich auftauchendes Dreieckshaus, das die Fahrbahn zerschneidet und wo in seinem Bugfahrwasser die Wellen wieder zusammenschwappen. Oder die Avenida Amsterdam, die eine ehemalige Trapprennbahn war und dann zu einem Wohnviertel umfunktioniert wurde. Die Avenida hat eine ovale Form und man kann auch noch immer im Kreis bzw. Oval herumfahren und in der Mitte der Stra\u00dfe ist ein Gr\u00fcnstreifen, sodass man dort auch entlangjoggen, besser traben kann. Das typische lateinamerikanische Schachbrettmuster, das die Plaza de las Armas oder halt den Z\u00f3calo vergittert, hat Mexiko-Stadt zum Gl\u00fcck nur im Centro Hist\u00f3rico, okay, vielleicht auch noch ab und an woanders, aber eigentlich dominieren im Gegenteil die abenteuerlich m\u00e4andernden Stra\u00dfen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Lage der Stadt spiegelt die Geografie des Landes, die sehr viele H\u00f6henstufen anzubieten hat. Wie seit Alexander von Humboldt bekannt, korrespondiert der H\u00f6henstufe der subtropischen Berge die Vielfalt an Pflanzenarten, die man h\u00e4tte, w\u00fcrde man die H\u00f6henstufen um einen gewissen, mir gerade zuf\u00e4llig entfallenen Faktor in Breitengrade umrechnen. \u00e2\u20ac\u017e\u00e2\u20ac\u00a6 [a]m] \u00c4quator [seien] alle Klimastufen der Erde von den Polen bis zum Regenwald in der Vertikalen abgebildet \u00e2\u20ac\u00a6\u00e2\u20ac\u0153, so Humboldts umstrittene These, zusammengefasst und -gerafft von einem unbekannten Historiker. Und das merkt man wiederum beim leiblichen Vergn\u00fcgen der mexikanischen K\u00fcche, die \u00fcber eine ungeahnte Vielfalt an Obst und Gem\u00fcse verf\u00fcgt. Heute, am Freitag trifft sich immer die Familie der Maklerin zum Essen bei der Mutter, und ich wurde eingeladen, sogenannte Mole zu essen, irgendein Gem\u00fcse mit H\u00fchnchen p\u00fcriert. Vorab gab\u00e2\u20ac\u2122s erstmal einen Tequila mit dem Schwager der Maklerin, zu dem \u00e2\u20ac\u201c zu wem? \u00e2\u20ac\u201c ich gedr\u00e4ngt wurde. Am Paso del Cort\u00e9s startet jedes Wochenende ein Tour auf den Popocat\u00e9petl, wie ich im Gespr\u00e4ch erfuhr. \u00e2\u20ac\u201c Zur Mole gab\u00e2\u20ac\u2122s als Vorspeise eine Suppe mit Avocados und als Nachspeise Japote, unserem Apfelkompott in der Beschaffenheit nicht un\u00e4hnlich, wenngleich anders im Geschmack, eher wie Pflaumenmus. \u00e2\u20ac\u201c Apropos, gestern war ich im Roxy Eis essen, der \u00e4ltesten Eisdiele der Stadt, die 2002 ihren hunderstesn Geburtstag feierte. Das Eis, zumindest das Schokoladenb\u00e4llchen, das ich probierte, entt\u00e4uschte, wobei das Pistazieneis meiner Maklerin vom Optischen her durch ganze Fruchtst\u00fccke schon mehr imponierte.<\/p>\n<p>Morgen endlich werde ich meine neue Wohnung beziehen, wof\u00fcr ich mich mit meinem neuen Patr\u00f3n treffe, der mir das Geld f\u00fcr Kaution und Miete vorstreckt. Das Einl\u00f6sen der Verrechnungsschecks durch eine Kurierfirma nimmt doch etwas Zeit in Anspruch, vielleicht anderthalb Wochen. Um 16 Uhr werde ich el Patr\u00f3n in der Avenida Amsterdam besuchen, wo er wohnt, und er wird mich dann mit der Maklerin zur \u00dcbergabe des Geldes eskortieren. Die Wohnlage des Chefs habe ich schon vorweg zusammen mit der Maklerin ausspioniert, die wu\u00dfte, wo wir Deutschen alle untergebracht sind \u00e2\u20ac\u201c es ergab sich so bei einer Fahrt durchs Barrio Condesa. &#8211; Roswitha, unsre Portierin, f\u00e4delte heute mit der Chevrolet-Niederlassung die Verhandlungen zum Kauf des Nuevo Chevy ein. 10.000 Pesos sollen als Vorschu\u00df gezahlt werden, bevor mein Modell in der Farbe Plata brillante bestellt werden wird. Business as usual!<\/p>\n<p><em>Teil 8 erscheint Samstag um 17 Uhr.<\/em><\/p>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder lese, solange es f\u00fcr ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben. (Spr\u00fcche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters) Freitag, der 6. 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