{"id":22430,"date":"2013-02-12T23:23:26","date_gmt":"2013-02-12T22:23:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=22430"},"modified":"2013-03-16T11:59:54","modified_gmt":"2013-03-16T10:59:54","slug":"ein-thema-furs-gemut-fracking-da-kommen-diese-romantiker-angewackelt-und-machen-sich-sorgen-um-ihr-leitungswasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/ein-thema-furs-gemut-fracking-da-kommen-diese-romantiker-angewackelt-und-machen-sich-sorgen-um-ihr-leitungswasser\/","title":{"rendered":"Ein Thema f\u00fcrs Gem\u00fct: Fracking &#8230;. &#8222;Da kommen diese Romantiker angewackelt und machen sich Sorgen um ihr Leitungswasser&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sie interessieren sich also nicht so sehr f\u00fcr das Thema Fracking, weil Sie nicht in einem potenziellen Abbaugebiet wohnen. Ich verstehe. Darf ich fragen, ob Sie n\u00f6rdlich oder s\u00fcdlich der Ruhr zuhause sind? Ach so, linke Rheinseite. Dann m\u00fcssen Sie sich die Ruhr einfach linksrheinisch weiterdenken &#8230;<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>(<em>Ein Beitrag von <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=30\" target=\"_blank\">Werner Jurga<\/a>, Duisburg. <a href=\"http:\/\/www.jurga.de\/467.html\" target=\"_blank\">Crossposting<\/a><\/em>)<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 13. Februar 2013. Aschermittwoch.<\/strong> Jetzt ist alles vorbei. Schluss mit Spa\u00df und Schabernack. Wer jetzt noch zur\u00fccktritt, kommt eindeutig zu sp\u00e4t. H\u00f6chsten Respekt und Anerkennung gibt es f\u00fcr Schummeln oder Gebrechlichkeit nur in der Karnevalszeit. H\u00f6chste Zeit, dass diese Albernheiten jetzt ein Ende haben! Zur\u00fcck in den Ernst des Lebens, vorw\u00e4rts ins Wahljahr! Jawohl, dieses Jahr wird gew\u00e4hlt, und zwar richtig gew\u00e4hlt, also der Bundestag. Nun fragen Sie mal nicht: &#8222;Wieso?&#8220; Nehmen Sie das doch bittesch\u00f6n einfach mal so hin! Am 22. September wird gew\u00e4hlt. Ende der Durchsage.<\/p>\n<p><strong>Ich gebe zu: so richtig Stimmung, also Wahlkampfstimmung, ist bislang noch nicht aufgekommen.<\/strong> Aber warten Sie mal ab! Es sind ja noch f\u00fcnf Monate hin. Was nicht ist, kann ja noch werden. Okay, so Sachen wie fr\u00fcher, der Wettkampf zwischen der Freiheit und dem Sozialismus, so etwas ist ein f\u00fcr allemal vorbei. Thema erledigt: heutzutage ist soziale Gerechtigkeit angesagt. Ja nicht: daf\u00fcr oder dagegen. Soziale Gerechtigkeit, basta! F\u00fcr die ganz Schlauen vielleicht noch, wenn es hoch kommt: wie? Also: soziale Gerechtigkeit &#8211; wie sollen wir es machen? Das ist aber mehr so ein Minderheitenthema; da fehlt der Faktor Gef\u00fchl.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Und genau daf\u00fcr &#8211; ja, f\u00fcr\u00b4s Gef\u00fchl &#8211; gibt es jetzt etwas Neues. Fracking <\/strong>&#8211; schon mal geh\u00f6rt? Fracking &#8211; wie soll ich sagen? &#8211; das ist so eine Art Erdgasf\u00f6rderung mit dem Hochdruckreiniger. Wobei das Gas nicht einfach nur so unter der Erde rumliegt, sondern da auch noch mal in den Steinen drin, so dass man da normalerweise gar nicht drankommt. Genau hier kommt das Fracking ins Spiel: mit Hochdruck wird so ein Gemisch in die Erde gespritzt, die Steine gehen kaputt, das Gas kommt raus, und schon kann es ordnungsgem\u00e4\u00df abgebaut werden. Das Bl\u00f6de ist nur: dieses Gemisch muss ein wenig chemisch behandelt sein, damit die Steine auch wirklich kaputtgehen.<\/p>\n<p><strong>Genau hier kommt der Faktor Gef\u00fchl ins Spiel.<\/strong> Was ist, wenn die Br\u00fche, die die Kameraden in das Erdreich hineindr\u00f6hnen, nicht nur chemisch behandelt, sondern dazu auch noch giftig ist? Was wird dann aus unserem Grundwasser? Fragen \u00fcber Fragen, das Gute daran: die Langeweile ist vorbei. &#8222;Fracking wird zum Wahlkampf-Thema&#8220;, hei\u00dft es in der <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/politik\/fracking-wird-zum-wahlkampf-thema-aimp-id7608238.html\" target=\"_blank\">WAZ<\/a>. Und weil Spiegel-Leser mehr wissen, lautet die \u00dcberschrift bei <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/umstrittene-gasfoerderung-fracking-wird-zum-politischen-zankapfel-a-882634.html\" target=\"_blank\">SpOn<\/a>: &#8222;Fracking wird zum Wahlkampf-Aufreger&#8220;. Die B\u00fcrger wollen n\u00e4mlich, dies hat jetzt eine Umfrage ergeben, &#8222;strenge Regeln f\u00fcr die Fracking-Technologie&#8220;. So zu lesen in der <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/politik\/umfrage-buerger-wollen-strenge-regeln-fuer-fracking-technologie-id7609222.html\" target=\"_blank\">WAZ<\/a> und in der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news3\/article113569319\/Umfrage-Buerger-wollen-strenge-Regeln-fuer-Fracking-Technologie.html\" target=\"_blank\">Welt<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Ein klarer Fall f\u00fcr den Bundesumweltminister. <\/strong>Und wie es der gl\u00fcckliche Zufall oder die F\u00fcgung des Schicksals gerade so will, sieht das Peter Altmaier ganz genau so wie die B\u00fcrger. <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/politik\/altmaier-sieht-auf-absehbare-zeit-keine-chance-fuer-fracking-in-deutschland-id7598878.html\" target=\"_blank\">Der Westen<\/a> titelt: &#8222;Altmaier sieht `auf absehbare Zeit\u00b4 keine Chance f\u00fcr Fracking in Deutschland&#8220;. Die Anf\u00fchrzeichen haben die \u00fcbrigens gesetzt, nicht ich. &#8222;Auf absehbare Zeit&#8220; &#8211; genau so wird das der Altmaier wohl gesagt haben. &#8222;Auf absehbare Zeit&#8220; ist &#8211; aber wem sage ich das?! &#8211; das genaue Gegenteil von &#8222;auf unabsehbare Zeit&#8220;. Will sagen: es ist absehbar, dass und wann Fracking seine Chance in Deutschland bekommt. Vermutlich in f\u00fcnf Monaten.<\/p>\n<p><strong>Damit das klar ist: &#8222;Altmaier will strenge Regeln f\u00fcr Fracking&#8220;<\/strong> (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/gasfoerderung-altmaier-will-strenge-regeln-fuer-fracking-a-882637.html\" target=\"_blank\">SpOn<\/a>). Oder noch pr\u00e4ziser, vom Herrn Minister selbst formuliert, und zwar im <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/2006736\/\" target=\"_blank\">Deutschlandfunk<\/a>: &#8222;Wir wollen das Fracking einschr\u00e4nken, wir wollen es nicht erm\u00f6glichen.&#8220; Zugegeben: er hatte schon leichter verst\u00e4ndlichere S\u00e4tze von sich gegeben, der Altmaier. Aber ganz so schwer ist dieses &#8222;Nicht Erm\u00f6glichen, aber Einschr\u00e4nken&#8220; nun auch wieder nicht. Halten Sie sich einfach vor Augen, dass nach gegenw\u00e4rtiger Rechtslage Fracking praktisch uneingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich ist. Dann braucht der Minister n\u00e4mlich gar nichts zu erm\u00f6glichen, dann schr\u00e4nkt er, egal was er macht, eben immer auch ein.<\/p>\n<p><strong>Wir wissen noch nicht ganz genau, worin das Wahlkampfpotenzial der Thematik bestehen k\u00f6nnte. <\/strong>Wir ahnen freilich, dass die IG Bergbau Chemie Energie (IGBCE) derzeit noch nicht allzu viele Fracking-Besch\u00e4ftigte organisiert, was es der SPD erleichtern k\u00f6nnte, sich gemeinsam mit den Gr\u00fcnen in die Ablehnungsfront einzureihen. F\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-02\/fracking-kommentar\" target=\"_blank\">Zeit &#8211; Online-Ausgabe<\/a> &#8211; ist allerdings schon jetzt die Zeit gekommen, eindringlich zu warnen: &#8222;Nicht noch eine Ideologiefalle!&#8220; So lobe ich mir die Zeit: ideologiefrei, unaufgeregt, sachlich. &#8222;Auch wenn Umweltsch\u00fctzer und Energiekonzerne noch so \u00fcberzeugt tun: In der Debatte um das Fracking gibt es keine schnellen Antworten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Wundersch\u00f6n, diese Stimme der Vernunft.<\/strong> Mehr davon? Bitte sehr: &#8222;Kaum ist die Atomkraft-Debatte halbwegs befriedet, steht Deutschland ein neuer, ideologisch aufgeladener Streit ins Haus.&#8220; Ach, wie \u00e4tzend. Und so verbohrt. Oberirdisches Fracking sozusagen, direkt peinlich. &#8222;L\u00e4ngst haben sich Bef\u00fcrworter und Gegner hinter ihren Positionen verschanzt.&#8220; Ganz genau. Aber noch gibt es in Deutschland die Zeit, die Mahnerin im Meer der \u00e4tzenden Bohrer. &#8222;Stattdessen t\u00e4ten mehr Gelassenheit und Pragmatismus der Debatte gut.&#8220; Oder: &#8222;Fracking oder nicht Fracking &#8211; das Thema eignet sich nicht f\u00fcr eine Schwarz-Wei\u00df-Debatte.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Doch die Zeit w\u00e4re nicht die Zeit,<\/strong> wenn sie es nicht fertig br\u00e4chte, direkt im Anschluss an das letzte Zitat folgenderma\u00dfen fortzufahren. Kein Witz, nach dem Abraten von der Schwarz-Wei\u00df-Debatte geht es sofort weiter mit: &#8222;Ein pauschales Verbotsgesetz w\u00fcrde bedeuten, dass Deutschland die Chance verpasst, eine neue Technik zu nutzen und vor allem umweltvertr\u00e4glich zu gestalten. In diesem Land gibt es genau die Ingenieure, die es schaffen k\u00f6nnten, dass eben kein giftiger Chemikaliencocktail im Erdreich landet. Den Kritikern sei ebenfalls gesagt: Erdgas ist immer noch klimavertr\u00e4glicher als Kohle &#8211; und sicherer als Atomkraft ist es allemal. Wer die Energiewende will, der kommt an Erdgas nicht vorbei.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Klasse, unnachahmlich!<\/strong> Bei aller n\u00fcchternen Ausgewogenheit immer auch die staatspolitische Verantwortung im Blick. Ja, was bilden die sich denn ein, diese \u00d6ko-Freaks?! Dass wir da in der Ecke um <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tagebau_Garzweiler#Umsiedlung_von_Ortschaften\" target=\"_blank\">Garzweiler<\/a> haufenweise ganze Ortschaften umsiedeln &#8211; wegen dieser dreckigen und relativ wirkungsarmen Braunkohle &#8211; und dann beim Schiefergas einen R\u00fcckzieher machen, weil man sich Sorgen ums Leitungswasser macht?! Oder erst einmal die Steinkohle, die hat sich nicht einmal gelohnt. Ein Zuschussgesch\u00e4ft ohnegleichen, und dann noch diese Ewigkeitskosten, damit nicht alles den Bach runtergeht. Trotzdem haben wir ganze Stadtteile tiefergelegt mit Rissen in den H\u00e4usern und allem &#8230;<\/p>\n<p><strong>Und jetzt, wo es wirklich einmal richtig wichtig wird.<\/strong> Wo man, wenn nicht heute, so doch morgen, richtig Geld mit der F\u00f6rderung verdienen kann. Wo sich die ganzen geopolitischen Gewichte verschieben. Wo Deutschland auf einmal ein Rohstoffland werden kann. Wo wir die Russen und die Araber und alle in die Knie zwingen k\u00f6nnten. Da kommen diese Romantiker angewackelt und machen sich Sorgen um ihr Leitungswasser. Um so einen Schei\u00df! Um solche Kinkerlitzchen. Wenn es nach mir ginge, w\u00fcrde man all diese Leute in den Rhein-Neuss-Kreis verfrachten. Dann k\u00f6nnen die sich jeden Tag Garzweiler ansehen. Damit die endlich einmal kapieren, was in diesem unserem Lande Sache ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie interessieren sich also nicht so sehr f\u00fcr das Thema Fracking, weil Sie nicht in einem potenziellen Abbaugebiet wohnen. Ich verstehe. 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