{"id":22095,"date":"2013-01-25T18:10:59","date_gmt":"2013-01-25T17:10:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=22095"},"modified":"2013-01-27T12:32:00","modified_gmt":"2013-01-27T11:32:00","slug":"zur-lage-der-fdp-ruckwartsgewandte-klientel-partei-ohne-zukunftsverantwortung-ein-leserbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/zur-lage-der-fdp-ruckwartsgewandte-klientel-partei-ohne-zukunftsverantwortung-ein-leserbrief\/","title":{"rendered":"Zur Lage der FDP. R\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Klientel-Partei ohne Zukunftsverantwortung? Ein Leserbrief."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2182\" title=\"In unserem Briefkasten\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/lt_briefkasten01.jpg\" alt=\"In unserem Briefkasten\" width=\"120\" height=\"91\" \/><strong>Die &#8222;Freien Demokraten&#8220; haben in Niedersachsen einen Pyrrhus-Sieg errungen und daf\u00fcr einen hohen Preis gezahlt, n\u00e4mlich den Machtverlust der amtierenden Koalition aus CDU und FDP.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong><em>Ein Leserbrief von Karl Josef Knoppik, Meschede-Stockhausen<\/em><\/p>\n<p>Der untaugliche Versuch, eine Regierungs\u00fcbernahme durch Rot-Gr\u00fcn unter allen Umst\u00e4nden zu verhindern, schlug gr\u00fcndlich fehl. Bitter r\u00e4chte es sich auf eine Strategie der Leihstimmen zu setzen. Wer seine eigene \u00dcberzeugung wahltaktischen \u00dcberlegungen opfert, riskiert alles und steht am Ende als Verlierer da.<\/p>\n<p>Die Medien haben nach NRW und Schleswig-Holstein erneut dazu beigetragen, eine seit Monaten chancenlose FDP doch noch \u00fcber die 5 %-H\u00fcrde zu hieven. Den B\u00fcrgern wurde regelrecht eingetrichtert: Wer David McAllister als Ministerpr\u00e4sident behalten will, mu\u00df die Liberalen w\u00e4hlen!<\/p>\n<p>Nehmen wir noch einmal eine Bestandsaufnahme des Landtagswahlergebnisses an Rhein und Ruhr und jenem im n\u00f6rdlichsten Bundesland aus dem letztem Jahr vor. W\u00e4hrend man die Wahl in Schleswig-Holstein zu Recht als eine &#8222;Kubicki-Wahl&#8220; bezeichnen konnte, profitierte der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner eindeutig von einem schwachen CDU-Kandidaten Norbert R\u00f6ttgen.<\/p>\n<p>H\u00e4tte n\u00e4mlich R\u00f6ttgen 30 + x Prozentpunkte erreicht, womit dieser immer noch deutlich unter seinen Erwartungen geblieben w\u00e4re, h\u00e4tte die FDP den Einzug in den Landtag mit Sicherheit verpa\u00dft. Anders gesagt: Der Stimmenzuwachs f\u00fcr die FDP resultierte zu fast 100 Prozent aus den Verlusten der Union.<\/p>\n<p>Auch hier sorgten die Medien daf\u00fcr, da\u00df die noch wenige Wochen vor den Wahlen deutlich unter 5 % gehandelte Partei den Sprung in die Landtage schaffte. Indem durch wiederholte Hinweise auf die schlechten Umfragewerte der Liberalen und Einladungen von Parteifunktion\u00e4ren zu diversen Talkshows bei den B\u00fcrgern sozusagen ein Mitleidsgef\u00fchl erzeugt wurde, solidarisierten sich am Ende viele Menschen mit der FDP. M\u00fc\u00dfte diese Partei mit ihrer geringen Stammw\u00e4hlerschaft bei der Eroberung der Parlamente ohne fremde Hilfe auskommen und die 5 Prozent-H\u00fcrde aus eigener Kraft bew\u00e4ltigen, w\u00e4re es schlecht um den Wiedereinzug bestellt. So aber konnte sie ihren Platz in den Landtagen behaupten &#8211; dank permanenter Erw\u00e4hnung in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Verdient hat es die FDP nicht.<!--more--><\/p>\n<p>Die Politik, zu der sich die Herren Dr. R\u00f6sler, Westerwelle, Br\u00fcderle, Bahr &amp; Co. nachdr\u00fccklich bekennen, und die in dem Wahlslogan &#8222;Wachstum und Freiheit&#8220; ihren Ausdruck findet, ist unver\u00e4ndert die alte Politik,\u00a0 will hei\u00dfen: Noch mehr Freiheit f\u00fcr den nutzungsorientierten Lobbyismus auf Kosten von Natur und Umwelt und \u00fcber die K\u00f6pfe der Menschen hinweg.<\/p>\n<p>Der Freiheitsbegriff  a la FDP beinhaltet ja nicht, da\u00df sich die B\u00fcrger frei f\u00fcr oder gegen eine bestimmte Sache entscheiden k\u00f6nnen, sondern es wird von ihnen verlangt, da\u00df sie all jenes akzeptieren m\u00fcssen, was die FDP-F\u00fchrung unter &#8222;Freiheit&#8220; versteht. Geht es nach der liberalen Philosophie, so hat die vielbeschworene Freiheit dort ihre Grenzen, wo deren Klientel betroffen ist. Dann spielt der &#8222;m\u00fcndige&#8220; B\u00fcrger auf einmal keine Rolle mehr. Seine Rechte beschr\u00e4nken sich allein darauf, m\u00f6glichst stillschweigend all das hinzunehmen, was die FDP-Funktion\u00e4re f\u00fcr notwendig erachten, n\u00e4mlich Privat vor Staat oder Eigennutz vor Gemeinnutz.<\/p>\n<p>Die Ellenbogengesellschaft l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen! Also nur jenes, was der Elite in unserem Land zum Wohle gereicht, ist bedenkenswert und f\u00f6rderungsw\u00fcrdig. B\u00fcrgerbeteiligung wird zwar propagiert, aber beispielsweise nicht dort, wo sich der Widerstand der Bev\u00f6lkerung gegen kapitalintensive, \u00f6kologisch zerst\u00f6rerische und sozialunvertr\u00e4gliche Prestigeprojekte formiert.<\/p>\n<p>Nicht nur in diesem Punkt ist man sich \u00fcbrigens mit der CDU\/CSU einig. Diesen Leuten mu\u00df einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden, da\u00df &#8222;Freiheit&#8220; auch Verantwortung bedeutet. Und hier sind in erster Linie diejenigen gefordert, die besonders viel schultern k\u00f6nnen. Doch gerade solche gesellschaftlichen Gruppen, starke Interessensverb\u00e4nde, haben die Liberalen aus der Verantwortung entlassen. Und wenn f\u00fchrende K\u00f6pfe der FDP unter dem Druck der \u00f6ffentlichen Meinung oder drohendem Machtverlust pl\u00f6tzlich auch einmal ihr soziales Gewissen entdeckten, weil es ihnen gerade opportun erschien, so ist das nur als Tarnung gedacht.<\/p>\n<p>Die Schicksale des &#8222;kleinen Mannes&#8220; interessiert die FDP-F\u00fchrungsriege doch gar nicht. Das betrifft \u00fcbrigens auch die damals erfolgte Einf\u00fchrung des Euro. Der war nichts anderes als ein Geschenk an die Wirtschaft. Im Vergleich dazu hat der &#8222;Normalb\u00fcrger&#8220; bis heute mitnichten von der Gemeinschaftsw\u00e4hrung profitiert; stattdessen hat sie ihm nur Nachteile beschert. Wieder waren es nur die Gro\u00dfen, welche daraus den Nutzen gezogen haben. Denn durch den Euro haben sich die Produktpreise nahezu verdoppelt, ihr Wert jedoch halbiert!<\/p>\n<p>FDP-Politik pur bedeutet im Klartext Politik zugunsten der m\u00e4chtigen Lobbyverb\u00e4nde:<\/p>\n<ul>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Nahrungsmittelkonzerne;<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Agrarindustrie, f\u00fcr Gro\u00dfbetriebe mit tierqu\u00e4lerischen Haltungsformen;<br \/>\nzunehmend lassen sich auch skrupellose Schweinem\u00e4ster und Gefl\u00fcgelz\u00fcchter aus dem Ausland bei uns nieder, da sie hier &#8211; anders als in den Herkunftsl\u00e4ndern -, geradezu paradiesische Verh\u00e4ltnisse vorfinden, dank besonders g\u00fcnstiger gesetzlicher Rahmenbedingungen! In Deutschland erschlie\u00dft sich ihnen ein Bet\u00e4tigungsfeld, wo sie ganz nach Belieben schalten und walten k\u00f6nnen und nur lasche Auflagen zu &#8222;bef\u00fcrchten&#8220; haben.<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Gentechnik-Industrie;<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Stromgiganten;<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Stra\u00dfen- und Flughafenlobby;<\/li>\n<li>&#8222;Narrenfreiheit f\u00fcr die Autolobby! Ausgerechnet diejenigen, die Eingriffe in den Markt sonst strikt ablehnen, sind pl\u00f6tzlich daf\u00fcr, diese Mechanismen au\u00dfer Kraft zu setzen, wenn als Folge der weltweiten Gier nach endlichen Ressourcen die Spritpreise in die H\u00f6he schnellen. Alles unter dem Vorwand, die B\u00fcrger vor einer ungerechtfertigten &#8222;Benzinpreis-Abzocke&#8220; zu sch\u00fctzen. Das ist jedoch auch insofern pure Heuchelei, als die Liberalen gleichzeitig ein generelles Tempolimit ablehnen, das helfen w\u00fcrde, gro\u00dfe Mengen an Treibstoff einzusparen und damit einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten! \u00dcbrigens ist die Auffassung, steigende Rohstoffpreise durch Steuernachl\u00e4sse auszugleichen, dasselbe, als wollte man f\u00fcr Drogens\u00fcchtige die Drogen billiger machen! <\/li>\n<li>Narrenfreiheit selbst f\u00fcr die &#8222;Fracking&#8220;-Lobby? Angeblich existiert ein bislang unter Verschlu\u00df gehaltenes Papier der Bundes-FDP, das Zustimmung zu der h\u00f6chst umstrittenen Technik signalisiert. Ein v\u00f6lliges, uneingeschr\u00e4nktes Verbot von &#8222;Hydraulic Fracturing&#8220; wird bisher \u00fcbrigens nur von der Fraktion Die Linke gefordert!<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr die Verursacher von Lebensmittelskandalen, welche die FDP nicht zur Rechenschaft ziehen will. Guido Westerwelle hatte sich seinerzeit daf\u00fcr ausgesprochen, die Verursacher nicht \u00f6ffentlich an den Pranger zu stellen.<\/li>\n<li>Narrenfreiheit bzw. Vorfahrt f\u00fcr eine staatlich subventionierte Pl\u00fcnderungswirtschaft statt einer \u00f6kologisch und sozial verantwortbaren Marktwirtschaft;<\/li>\n<li>Narrenfreiheit f\u00fcr Gro\u00dfverdiener, Banken und Hoteliers, Freiberufler, sowie Privilegierte von Rang und Namen; aber staatliche G\u00e4ngelung und Bevormundung f\u00fcr den zahlenden Rest der B\u00fcrger, die s\u00e4mtliche Lasten zu tragen haben (rangiert alles unter dem Deckmantel der Eigenverantwortung).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Faktum ist, da\u00df die FDP doch nur eine Minderheit in unserem Lande vertritt. Trotz ihrer konstant bescheidenen Umfragewerte plustern sich deren Vertreter dennoch auf wie eine 50 Prozent-Partei.<\/p>\n<p>Dabei glauben immer mehr Leute, da\u00df die FDP auf Bundesebene nicht mehr ben\u00f6tigt wird. Ihre erkl\u00e4rten politischen Ziele, n\u00e4mlich unaufh\u00f6rliches, materielles Wachstum, sind von vorgestern und verbauen jetzigen und insbesondere k\u00fcnftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft. Die Politik der Freidemokraten kennt keinerlei Begrenzungen und ist deshalb r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt.<\/p>\n<p>Wer ungeachtet des weltweit dramatisch verlaufenden Klimawandels und einer ebenso dramatisch vor sich gehenden Umweltzerst\u00f6rung nach dem Motto &#8222;Augen zu und durch&#8220; handelt und in v\u00f6lliger Verkennung der ernsten Lage unver\u00e4ndert Wachstum postuliert, lebt auf einem anderen Globus, jedenfalls nicht in der Realit\u00e4t. Kein geringerer als Dr. Herbert Gruhl, ein bedeutender Pionier der \u00d6kologiebewegung, warnte schon vor mehr als 40 Jahren(!) im Deutschen Bundestag vor den Konsequenzen eines schrankenlosen Wirtschaftswachstums. Und was hat sich seither getan? Nichts!<\/p>\n<p>Die schlimmsten Bef\u00fcrchtungen haben sich best\u00e4tigt. Und es sind sogar noch neue Belastungen hinzugekommen. Da\u00df der menschliche Wachstumswahn fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in einer Totalkatastrophe enden wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche und bedarf keiner prophetischen Gabe.<\/p>\n<p>Dem Moloch &#8222;Wachstum&#8220; wird nach wie vor alles geopfert: Die biologische Vielfalt, ein existenzsicherndes Klima, die menschliche Gesundheit und ein vern\u00fcnftiges Leben.<\/p>\n<p>Mit wenig Mathematik kann man sich leicht ausrechnen, was z. B. ein j\u00e4hrliches Wachstum von 3 Prozent bedeutet; n\u00e4mlich eine Verdoppelung in 23, eine Verdreifachung in 37, oder eine Verzehnfachung in 78 Jahren. Es ist klar, da\u00df ein solches Wachstum in den Ruin f\u00fchren mu\u00df; und deswegen wird es auch in der Praxis nicht erreicht.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Die Natur sorgt daf\u00fcr, da\u00df die B\u00e4ume nicht in den Himmel wachsen (was durch ein stetiges Wachstum nach einer geometrischen Reihe eintreten w\u00fcrde.) Dennoch verschanzen sich FDP-Politiker in ihrer materialistisch gepr\u00e4gten Traumwelt und verfahren nach der Devise: Mach ich mir die Welt, so wie sie mir gef\u00e4llt!<\/p>\n<p>Das allerletzte, was wir brauchen, ist jedoch eine Spa\u00dfgesellschaft, wie sie den Freidemokraten vorschwebt. \u00dcberf\u00e4llig ist vielmehr seit langem eine vorausschauende, sozial orientierte und radikal-\u00f6kologische Politik, die den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Herausforderungen der Zukunft durch entschlossenes Handeln begegnet. Der gewaltige \u00f6konomische \u00dcberbau, den sich die Menschheit durch ihre ungeb\u00e4ndigte Habsucht und einen nie dagewesenen technologischen Gr\u00f6\u00dfenwahn selbst geschaffen hat, vernichtet die \u00f6kologischen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren, Pflanzen und \u00d6kosystemen unwiderruflich.<\/p>\n<p>Mit dem starrsinnigen Festhalten am Wachstumskurs, wie ihn FDP und CDU im Blick haben, ist die Zukunft nicht zu gewinnen. Im Gegenteil: Man arbeitet zielstrebig darauf hin, auch noch die letzten Reste unseres Tafelsilbers in Form einzigartiger Natursch\u00e4tze unter den Kesseln der Konjunktur zu verheizen. Den Wachstumsstrategen bedeutet die vielzitierte Bewahrung der Sch\u00f6pfung offenbar nichts. Sie sehen in dem ohnehin stetig schrumpfenden \u00f6kologischen Potenzial nur eine blo\u00dfe Verf\u00fcgungsmasse, die man je nach Bedarf als merkantilen Gegenstand verschachert.<\/p>\n<p>Dazu pa\u00dft auch, da\u00df die so genannte Energiewende, f\u00fcr deren Abwicklung bis heute ein schl\u00fcssiges Konzept fehlt, im Eilverfahren und mit brachialen Methoden durchgesetzt werden soll, notfalls ohne R\u00fccksicht auf bestehende, national und international geltende Umweltstandards. Wer aber den erforderlichen Kurswechsel in der Energiepolitik auf Kosten des Naturschutzes und gegen die demokratisch legitimierten Einspruchsrechte der B\u00fcrger vollziehen will, soll doch so ehrlich sein und zugeben, da\u00df es ihm in erster Linie um wirtschaftliche Interessen geht.<\/p>\n<p>Es war Philipp R\u00f6sler, der 2012 daf\u00fcr gesorgt hat, da\u00df die in der Effizienzrichtlinie der EU enthaltenen Vorschriften verw\u00e4ssert und strengere Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Energieverbrauchs vereitelt wurden. Monatelang hat die Bundesregierung die Verhandlungen blockiert und in der Richtlinie eine Vielzahl von Schlupfl\u00f6chern durchgesetzt.<\/p>\n<p>Mit den vereinbarten Ma\u00dfnahmen kann gerade einmal die H\u00e4lfte der aus Klimaschutzgr\u00fcnden notwendigen Energieeinsparungen erreicht werden. Das zeigt: Wieder einmal hat R\u00f6sler als verantwortlicher Minister versagt und sich bis auf die Knochen blamiert. Der Minister redet zwar unentwegt von der Energiewende und dr\u00e4ngt auf ihre Umsetzung. In Wirklichkeit stellt er sich aber wirksamen Schritten zur drastischen Begrenzung des CO\u00b2-Aussto\u00dfes und verbindlichen Ma\u00dfnahmen zur Energieeinsparung bzw. Energieeffizienz in den Weg.<\/p>\n<p>Man kann dem wirtschaftsfreundlichen Herrn R\u00f6sler nur den Rat geben, in Sachen Energiewende einmal die USA ins Visier zu nehmen. Dort wird nicht mit gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen und Spr\u00fcchen nutzlos Zeit verschwendet, sondern es wird gehandelt. In Kalifornien etwa verfolgt man ehrgeizige Klimaschutzziele dadurch, da\u00df man sowohl die Energiebranche als auch die Automobilwirtschaft mit klaren Vorgaben belegt. Nicht die Industrie f\u00fchrt die Politik am G\u00e4ngelband, sondern der Industrie wird gesagt, wo es langgeht.\u00a0 Sehr viele Kommunen gehen in diesem Bundesland mit gutem Beispiel voran, wobei sich vor allem die s\u00fcdkalifornische Stadt San Jose innovationsfreudig verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend noch einmal zum Wachstum, das der FDP ja so am Herzen liegt. Nichts kommt uns alle so teuer zu stehen wie eben dieses exponentielle Wachstum. Es widerspricht allen Naturgesetzen und treibt die Staatsverschuldung in schwindelerregende H\u00f6hen. Eine auf Wachstum, also auf Mehrung der materiellen G\u00fcter fixierte Politik ist nur auf Pump zu haben; und deshalb steigen auch die Schulden ins Unerme\u00dfliche. Seit die FDP in Berlin zusammen mit der Union regiert, stieg die deutsche Staatsverschuldung um sage und schreibe 136 Prozent(!), und zwar von 872,653 Milliarden Euro auf gigantische 2.060,452 Mrd. Euro. In 6,5 Jahren Amtszeit hat Angela Merkel nichts anderes bewerkstelligt, als das so genannte Wirtschaftswachstum auf Pump weiter zu finanzieren, hie\u00df es seinerzeit in einem Leserbrief der Westfalenpost.<\/p>\n<p>Zum Thema Rauchen: Die FDP wendet sich gegen einen kompromi\u00dflosen Nichtraucherschutz. Ein konsequenter Schutz der nichtrauchenden Bev\u00f6lkerung macht jedoch nur dann einen Sinn, wenn er nicht mit vielen Ausnahmeregelungen wie ein Schweizer K\u00e4se durchl\u00f6chert wird und damit zur Unwirksamkeit verdammt ist.<\/p>\n<p>Also: Der berechtigte und gesetzlich garantierte Schutz der Nichtraucher vor fremdem Zigarettenqualm ist allein dann gew\u00e4hrleistet, wenn das Rauchverbot \u00fcberall und ausnahmslos gilt.<\/p>\n<p>Und auch auf die von den Liberalen ebenfalls abgelehnte Vorratsdatenspeicherung kann im Zeitalter terroristischer Bedrohung nicht verzichtet werden. Aus nicht nachvollziehbaren Gr\u00fcnden sperrt sich die Partei gegen diese notwendige Ma\u00dfnahme. Das Argument der grenzenlosen Freiheit, das Westerwelle &amp; Co. bef\u00fcrworten, halte ich in diesem Zusammenhang f\u00fcr v\u00f6llig verfehlt. In anderen Bereichen des Lebens, z. B. bei den privaten Verm\u00f6gen, greift der Staat l\u00e4ngst auf die Daten der &#8222;kleinen Leute&#8220; zu. Und diese haben noch nicht einmal die M\u00f6glichkeit sich dagegen zur Wehr zu setzen. Der &#8222;gl\u00e4serne&#8220; B\u00fcrger ist l\u00e4ngst Wirklichkeit. Von den Liberalen ist man es ja gewohnt, da\u00df sie sich stets vor die Privilegierten bzw. Wohlhabenden in unserem Land stellen, die ihr Verm\u00f6gen am Fiskus vorbei ins Ausland transferieren. Man mu\u00df die Dinge doch mal beim Namen nennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Freien Demokraten&#8220; haben in Niedersachsen einen Pyrrhus-Sieg errungen und daf\u00fcr einen hohen Preis gezahlt, n\u00e4mlich den Machtverlust der amtierenden Koalition aus CDU und FDP. Ein Leserbrief von Karl Josef &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/zur-lage-der-fdp-ruckwartsgewandte-klientel-partei-ohne-zukunftsverantwortung-ein-leserbrief\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eZur Lage der FDP. R\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Klientel-Partei ohne Zukunftsverantwortung? 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