{"id":20037,"date":"2012-09-08T11:52:45","date_gmt":"2012-09-08T10:52:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=20037"},"modified":"2012-09-08T12:13:23","modified_gmt":"2012-09-08T11:13:23","slug":"sozialbericht-nrw-2012-auch-im-sauerland-offnet-sich-die-schere-zwischen-arm-und-reich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/sozialbericht-nrw-2012-auch-im-sauerland-offnet-sich-die-schere-zwischen-arm-und-reich\/","title":{"rendered":"Sozialbericht NRW 2012: auch im Sauerland \u00f6ffnet sich die Schere zwischen arm und reich."},"content":{"rendered":"<p><strong>Hochsauerlandkreis. (O. Kasuppke) Nachdem die Zeitung mit den grossen  vier Buchstaben vor einigen Tagen schon prophezeite, dass ein grosser  Teil der hier Lesenden (und auch nicht Lesenden) im Alter mit einer  Rente auf dem Niveau der Grundsicherung (sprich dem heutigen \u00e2\u20ac\u0153Hartz IV\u00e2\u20ac\u009d)  auskommen m\u00fcsse, kann der interessierte baldige Pension\u00e4r und auch  jeder andere jetzt weitere Infos zur allgemeinen Armuts-\/Reichtumslage  bekommen.<\/strong><\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.sauerland-blog.com\/na-gehts\/\" target=\"_blank\">Der Artikel ist zuerst unter dem Titel &#8222;Na, geht&#8217;s?&#8220; im Sauerland-Blog erschienen<\/a>)<\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcr Arbeit, Integration und Soziales unseres Bundeslandes ver\u00f6ffentlichte den \u00e2\u20ac\u0153Sozialbericht NRW 2012\u00e2\u20ac\u00b3 (<a title=\"bericht\" href=\"http:\/\/www.mags.nrw.de\/sozialberichte\/sozialberichterstattung_nrw\/aktuelle_berichte\/SB2012.pdf\" target=\"_blank\">&lt;hier klicken&gt;<\/a>) der mit \u00e2\u20ac\u0153Armuts- und Reichtumsbericht\u00e2\u20ac\u009d untertitelt ist. (Es gibt auch eine Kurzfassung davon \u00e2\u20ac\u201c <a title=\"bericht kurz\" href=\"http:\/\/www.mags.nrw.de\/sozialberichte\/sozialberichterstattung_nrw\/aktuelle_berichte\/SB2012_Kurzfassung.pdf\" target=\"_blank\">&lt;hier klicken&gt;<\/a> \u00e2\u20ac\u201c ).<\/p>\n<p>Und,  ohne Marx, Engels oder Kaines im R\u00fccken zu haben, hier ein paar Punkte  aus diesem Bericht, die einen doch nachdenklich werden lassen m\u00fcssten: <!--more--><\/p>\n<p><strong>Schere zwischen Haushalten mit  h\u00f6herem und niedrigem Einkommen weiter auseinandergegangen<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend bei den 20 % der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen von  2003 bis 2008 nominale Einkommensverluste zu verzeichnen waren, zeigen  sich bei den 20 % der Haushalte mit dem h\u00f6chsten Einkommen  \u00fcberdurchschnittliche Steigerungen beim ausgabef\u00e4higen monatlichen  Einkommen. Insgesamt ist somit die Schere zwischen Haushalten mit  h\u00f6herem und niedrigem Einkommen weiter auseinandergegangen.<\/p>\n<p><strong>Am unteren Rand der Einkommensverteilung besteht so gut wie kein  Spielraum zur Verm\u00f6gensbildung.<\/strong> Im obersten Dezil wurden dagegen im  Mittel 1.564 Euro im Monat f\u00fcr die Verm\u00f6gensbildung aufgewendet.<\/p>\n<p><strong>Die Armutsrisikoquote lag 2011 in Nordrhein-Westfalen bei 15,8 %.<\/strong> Der  Anteil derer, die von relativer Einkommensarmut betroffen sind, ist  damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2010: 14,7 %). Im Jahr 2011  lag die Armutsrisikoquote<\/p>\n<ul>\n<li>von Erwerbslosen bei 58,7 % (2010 bei 51,7 %),<\/li>\n<li>von Alleinerziehenden13) und ihren Kindern bei 41,7 % (2010 bei 37,6 %),<\/li>\n<li>von Personen aus Haushalten von Geringqualifizierten14) bei 39,0 % (2010 bei 36,2 %)<\/li>\n<li>von Personen ohne deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit bei 36,6 % (2010 bei 34,4 %).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die Armutsrisikoquote von Kindern und Jugendlichen im Alter von unter  18 Jahren und von jungen Erwachsenen ist \u00fcberdurchschnittlich  gestiegen.<\/strong> Im Jahr 2011 lebte mehr als jede\/r f\u00fcnfte Minderj\u00e4hrige  (2011: 21,6 %; 2010: 19,9 %) und knapp jede vierte Person im Alter von  18 bis unter 25 Jahren (2011: 24,5 %; 2010: 22,5 %) in einem  einkommensarmen Haushalt.<\/p>\n<p><strong>Die Zahl der beantragten Verbraucherinsolvenzen ist im 1. Quartal  2012 erneut gestiegen. <\/strong>Eine beantragte Verbraucherinsolvenz ist ein  hartes Indiz f\u00fcr das Vorliegen einer \u00dcberschuldungssituation. 2011  wurden insgesamt 25.322 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Das  waren 3,8 % weniger als im Vorjahr (2010: 26.329). Im ersten Quartal  2012 lag die Zahl der Verbraucherinsolvenzen mit 6.662 F\u00e4llen wieder um  2,3 % \u00fcber dem Ergebnis des ersten Quartals 2011 (damals: 6.512 F\u00e4lle).<\/p>\n<p>Diese n\u00fcchternen Zahlen zeigen an, dass die Schere zwischen den  einzelnen Einkommensgruppen der Bev\u00f6lkerung immer weiter auseinander  geht. <strong>Die \u00e2\u20ac\u0153Mittelschicht\u00e2\u20ac\u009d wird immer kleiner und die Unterschiede immer  krasser.<\/strong><\/p>\n<p>Hier im Sauerland will das allerdings so richtig keiner wahr haben. \u00e2\u20ac\u0153<em>Uns geht\u00e2\u20ac\u2122s gut!<\/em>\u00e2\u20ac\u0153, ist die geforderte Standartantwort auf die Frage \u00e2\u20ac\u0153<em>Na, geht\u00e2\u20ac\u2122s?<\/em>\u00e2\u20ac\u009d f\u00fcr den pers\u00f6nlichen sozialen Weiterbestand in den sauerl\u00e4nder Sozialgef\u00fcgen.<\/p>\n<p>Bei einigen Zahlen k\u00f6nnte frau auch denken, dass das fast immer der  Realit\u00e4t entspricht. Denn die Zahl der Empf\u00e4nger von  \u00e2\u20ac\u0153Mindestsicherungsleistungen\u00e2\u20ac\u009d ist mit unter 7% im Sauerland eine der  geringsten in NRW. Das Brutto-Inlands-Produkt pro Sauerl\u00e4nder\/-in ist  mit 25.000 \u00e2\u20ac\u201c 30.000 Euro im Mittelfeld, und die Besch\u00e4ftigungsquote mit  \u00fcber 53% am oberen Ende und die Zahl der Arbeitssuchenden mit unter 6%  am unteren Ende der Skala zu finden.<\/p>\n<p><strong>Doch wie ist das mit der \u00e2\u20ac\u0153Schere\u00e2\u20ac\u009d?<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der \u00e2\u20ac\u0153Schuldnerquote\u00e2\u20ac\u009d ist das Sauerland nur noch Mittelma\u00df.<\/strong> Dieses  kann mit Bezug auf die vorherigen Zahlen dahingehend gedeutet werden,  dass hier in der in den mittleren und unteren Einkommensschichten eine  vermehrte Nutzung von Krediten zur Absicherung des aktuellen  Lebensstandarts benutzt wird. Dieses ist jedoch eine Zeitbombe.<\/p>\n<p><strong>Dieses kann auch an der sogenannten \u00e2\u20ac\u0153SGB-II Quote\u00e2\u20ac\u009d gesehen werden.<\/strong> Diese gibt an, wieviele Personen prozentual in einem Haushalt leben, der  ALG-II oder andere soziale Leistungen bezieht. Hier ist das Sauerland,  trotz der \u00e2\u20ac\u0153guten Basiswerte\u00e2\u20ac\u009d nur noch im hinteren Mittelfeld zu finden.  Gerade im Bereich der Minderj\u00e4hrigen ist hier eine deutliche Abweichung.  Das heisst, dass, gemessen an den anderen Indikatoren, deutlich mehr  Kinder in Haushalten leben, die z.B. Hartz-IV beziehen. Und bei den  Schulabg\u00e4ngern ohne Hauptschulabschluss ist das Sauerland in der  Spitzengruppe zu finden.<\/p>\n<p><strong>Wieder ein Indiz daf\u00fcr, dass die Schere auch im Sauerland weiter aufgeht.<\/strong><\/p>\n<p>So wird sich wohl auch das Sauerland daran gew\u00f6hnen m\u00fcssen, dass beispielsweise  die <strong>Warenk\u00f6rbe in Brilon und Olsberg und die Tafel in Meschede eine  lebensnotwendige Einrichtung f\u00fcr immer mehr Menschen im Sauerland  werden.<\/strong> Und die oft zur Schau getragene \u00e2\u20ac\u0153positive Gem\u00fctsstarre\u00e2\u20ac\u009d der  Sauerl\u00e4nder sollte nicht zur Barriere eines zu \u00e4ndernden sozialen  Denkens werden. Vielleicht probiert es der ein oder andere am kommenden  Wochenende ja schon einmal aus und h\u00f6rt bei der Antwort auf die Frage \u00e2\u20ac\u0153<em>Na, geht\u00e2\u20ac\u2122s?<\/em>\u00e2\u20ac\u0153, einmal genau hin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochsauerlandkreis. (O. Kasuppke) Nachdem die Zeitung mit den grossen vier Buchstaben vor einigen Tagen schon prophezeite, dass ein grosser Teil der hier Lesenden (und auch nicht Lesenden) im Alter mit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/sozialbericht-nrw-2012-auch-im-sauerland-offnet-sich-die-schere-zwischen-arm-und-reich\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eSozialbericht NRW 2012: auch im Sauerland \u00f6ffnet sich die Schere zwischen arm und reich.\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[542,3182,80,24,1208],"tags":[3885,212,229],"class_list":["post-20037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitswelt","category-finanzen","category-lokales","category-politik","category-wirtschaft","tag-armutsbericht","tag-hochsauerland","tag-nrw"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20037\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}