{"id":17235,"date":"2012-03-01T20:12:39","date_gmt":"2012-03-01T19:12:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=17235"},"modified":"2012-03-01T20:12:39","modified_gmt":"2012-03-01T19:12:39","slug":"%e2%80%9ees-muss-sein-der-kinder-wegen-%e2%80%9c-heinz-hilgers-prasident-des-deutschen-kinderschutzbundes-in-arnberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/%e2%80%9ees-muss-sein-der-kinder-wegen-%e2%80%9c-heinz-hilgers-prasident-des-deutschen-kinderschutzbundes-in-arnberg\/","title":{"rendered":"\u00e2\u20ac\u017eEs muss sein, der Kinder wegen &#8230;\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; Heinz Hilgers, Pr\u00e4sident des Deutschen Kinderschutzbundes, in Arnberg."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_17238\" aria-describedby=\"caption-attachment-17238\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17238\" title=\"spdhilgers01\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers01.jpg\" alt=\"Ein vollbesetzter Saal. Auf dem Podium Heinz Hilgers, Gerd St\u00fcttgen und Erika Hahnwald. (foto: spd)\" width=\"512\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers01.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers01-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17238\" class=\"wp-caption-text\">Ein vollbesetzter Saal im B\u00fcrgerbahnhof Arnsberg. Auf dem Podium Heinz Hilgers, Gerd St\u00fcttgen und Erika Hahnwald. (foto: spd)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Arnsberg. (spd_pm) Heinz Hilgers, der Pr\u00e4sident des deutschen Kinderschutzbundes, hielt am vergangenen Dienstag (siehe auch <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=17112\" target=\"_blank\">hier im Blog<\/a>) auf Einladung der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Arnsberg einen Vortrag zum Thema \u00e2\u20ac\u017eKinderschutz und Pr\u00e4vention.\u00e2\u20ac\u0153 <\/strong><\/p>\n<p>Erika Hahnwald (SPD), stellvertretende B\u00fcrgermeisterin der Stadt Arnsberg, wies in ihrer Begr\u00fc\u00dfung darauf hin, dass Familienpolitik eine zentrale Stelle in der Kommune einnehmen muss. Sie bedauerte, dass es in Arnsberg keine lokale Gruppe des Kinderschutzbundes g\u00e4be.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17239\" aria-describedby=\"caption-attachment-17239\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17239  \" title=\"spdhilgers02\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers02.jpg\" alt=\"&quot;Zusammenhang zwischen Armut, Defiziten bei der Erziehung und Kinderschutzproblemen&quot;\" width=\"218\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers02.jpg 453w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/spdhilgers02-300x294.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 85vw, 218px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17239\" class=\"wp-caption-text\">&quot;Zusammenhang zwischen Armut, Defiziten bei der Erziehung und Kinderschutzproblemen&quot;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zusammenhang von Armut und Kinderschutzproblemen<\/strong><br \/>\nHeinz Hilgers selbst wies in seinem Vortrag eindringlich auf den Zusammenhang zwischen Armut, Defiziten bei der Erziehung und Kinderschutzproblemen hin. Die Folgen seien laut Hilgers schlechtere Bildungschancen, schlechtere Gesundheit und eine h\u00f6here Gewalterfahrung in den armen Familien sowie die Zunahme von Unterst\u00fctzungsleistungen.<\/p>\n<p><strong>Die Gesellschaft muss sich um diejenigen Kinder k\u00fcmmern, die bereits geboren sind<\/strong><br \/>\nHilgers will die Rahmenbedingungen ver\u00e4ndern. Im Bereich der sozialen Hilfe unterscheidet er zwischen Versorgen und Hilfe zur Selbsthilfe. Soziale Hilfen k\u00f6nnen nach Hilgers\u00b4 Erfahrungen nur funktionieren, wenn sie von Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber jedem getragen werden. Er h\u00e4lt es f\u00fcr eine Illusion, wenn die Politik durch gesetzliche Ma\u00dfnahmen versuche, die Zahl der Geburten zu steigern. Vielmehr verlangte er, dass sich die Gesellschaft um die Kinder k\u00fcmmern m\u00fcsse, die bereits geboren sind. Dabei kommen den unterschiedlichen politischen Ebenen andere Aufgaben zu.<\/p>\n<p><strong>Kinderschutzbund fordert Grundsicherung <\/strong><br \/>\nKinderschutzbund fordere, dass der Bund die Vielzahl von Leistungen in einer Kindergrundsicherung b\u00fcndelt. Die L\u00e4nder sieht er vor allem im Ausbau einer integrativen Bildung in der Pflicht. Besonders wichtig seien die Kommunen. Sie organisierten die individuellen Hilfen vor Ort in den Familien.<\/p>\n<p><strong>Investitionen in F\u00f6rderung und Kinderschutz rechnen sich<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrlich koste der Kinderschutz vor Ort Geld. Aber Hilgers wies auf Untersuchungen hin, die eindeutig belegten, dass fr\u00fchzeitige pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen, die Gesellschaft um ein Vielfaches billiger k\u00e4men, als wenn man sp\u00e4ter \u00e2\u20ac\u017ereparieren\u00e2\u20ac\u0153 m\u00fcsse. Insofern rechne sich die Investition in F\u00f6rderung und Kinderschutz f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt.<\/p>\n<p><strong>Beispielhaft: das Dormagener Modell<\/strong><br \/>\nAls B\u00fcrgermeister von Dormagen war Hilgers ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Entwicklung des sogenannten \u00e2\u20ac\u017eDormagener Modells\u00e2\u20ac\u0153 verantwortlich. Bekannt geworden ist es \u00fcber die engere Fachwelt hinaus u.a. dadurch, dass die jungen Eltern kurz nach der Geburt einen Besuch von erfahrenen Sozialarbeitern erhalten. Dabei wird ein Begr\u00fc\u00dfungspaket \u00fcberreicht und in dem begleitenden Gespr\u00e4ch wird rasch deutlich, ob die Eltern in irgendeiner Form Hilfe ben\u00f6tigen. Erika Hahnwald wies darauf hin, dass die SPD in Arnsberg seit l\u00e4ngerem versuche, ein \u00e4hnliches Modell auch in Arnsberg durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Netzwerke bilden<\/strong><br \/>\nDas Dormagener Modell reicht aber weit \u00fcber diesen Erstkontakt hinaus. Es handelt sich um eine ganze Pr\u00e4ventionskette mit zahlreichen abgestimmten Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Kleinkinder sowie f\u00fcr Kindergarten- und Grundschulkinder. Dieses Modell erfordert das enge Zusammenspiel zahlreicher Akteure innerhalb der Verwaltung, mit Sozialverb\u00e4nden bis hin zu Kinder\u00e4rzten. Dies ist nur durch die Bildung eines Netzwerkes m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Erste Erfolge festgestellt<\/strong><br \/>\nDie Erfolge geben Hilgers Recht. In Dormagen konnte nach der ersten Evaluierung bereits festgestellt werden, dass die Quote der Kinder mit einer Sprachentwicklungsverz\u00f6gerung deutlich gesunken sei. Die Notwendigkeit Kinder aus ihren Familien zu holen und anderswo teuer unterzubringen ist drastisch zur\u00fcckgegangen, w\u00e4hrend die Bedeutung der ambulanten Hilfe stieg. Dies machte sich auch finanziell positiv bemerkbar.<\/p>\n<p><strong>Es rechnet sich gerade bei Kommunen in schwieriger Haushaltslage<\/strong><br \/>\nDormagen, eine hochverschuldete, im Nothaushalt steckende Industriestadt, mit zahlreichen sozialen Problemen, z\u00e4hlt nach Einf\u00fchrung der Pr\u00e4ventionskette zu den Kommunen in NRW mit den niedrigsten Ausgaben im Bereich Hilfen zur Erziehung. Gerade bei Kommunen in schwieriger Haushaltslage rechnet sich also die finanzielle und personelle Anfangsinvestition in den Ausbau eines pr\u00e4ventiven Netzwerkes.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Kein Kind zur\u00fccklassen&#8220;<\/strong><br \/>\nErika Hahnwald wies darauf hin, dass Arnsberg sich auch auf den Weg gemacht h\u00e4tte. So sei es der SPD-Fraktion durch Antr\u00e4ge gelungen, Arnsberg zu einer Modellkommune im Projekt \u00e2\u20ac\u017eKein Kind zur\u00fccklassen\u00e2\u20ac\u0153 zu machen. Gleichwohl bleibe nat\u00fcrlich viel zu tun. Man m\u00fcsse von den Dormagener Erfahrungen lernen.<\/p>\n<p><strong>Impulse zur Bildung einer Pr\u00e4ventionskette in Arnsberg<\/strong><br \/>\nDem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion der Veranstaltungsbesucher. Moderator Gerd St\u00fcttgen (Ratsmitglied und SPD-Stadtverbandsvorsitzender) konnte sich \u00fcber eine rundum gelungene Veranstaltung im neu gestalteten B\u00fcrgerbahnhof freuen. \u00e2\u20ac\u017eEs kommt in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit selten vor, dass die Sitzpl\u00e4tze alle besetzt waren und wir sogar noch St\u00fchle nachtr\u00e4glich hinzustellen mussten. Besonders erfreulich ist, dass zahlreiche Fachleute der sozialen Verb\u00e4nde und der Verwaltung den Weg zu uns gefunden haben. Vielleicht gehen ja davon Impulse zur Bildung einer Pr\u00e4ventionskette in Arnsberg aus,\u00e2\u20ac\u0153  hofft St\u00fcttgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arnsberg. 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