{"id":17196,"date":"2012-02-28T13:16:30","date_gmt":"2012-02-28T12:16:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=17196"},"modified":"2012-02-28T15:41:52","modified_gmt":"2012-02-28T14:41:52","slug":"stromversorgung-bis-heute-ohne-marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/stromversorgung-bis-heute-ohne-marktwirtschaft\/","title":{"rendered":"Stromversorgung bis heute ohne Marktwirtschaft"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_11662\" aria-describedby=\"caption-attachment-11662\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11662 \" title=\"strommast\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/strommast.jpg\" alt=\"Strommast an der Himmelskrone (archiv: zoom)\" width=\"224\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/strommast.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/strommast-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 85vw, 224px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11662\" class=\"wp-caption-text\">Strommast an der Himmelskrone (archiv: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gegenw\u00e4rtig erfolgt die Stromversorgung zu 80%\u00a0 durch lediglich vier Energiegro\u00dfkonzerne: RWE, Eon, Vattenfall und EnBW.\u00a0 Wie ist es dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Energiewirtschaftsgesetz von 1935<\/strong><br \/>\n1935 wurde ein Energiewirtschaftsgesetz mit dem Hintergrund erlassen, Deutschlands Wirtschaft kriegstauglich zumachen. Man glaubte durch Gebietsmonopole f\u00fcr die Stromversorgung \u00e2\u20ac\u017edie Energieversorgung so sicher und billig wie m\u00f6glich zu gestalten\u00e2\u20ac\u0153 indem man die  \u00e2\u20ac\u017evolkswirtschaftlich sch\u00e4digende Auswirkungen des Wettbewerbs\u00e2\u20ac\u0153 verhindert.<\/p>\n<p><strong>1957 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkung\/Demarkationsvertr\u00e4ge<\/strong><br \/>\nZwar wurde 1957 ein Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen erlassen, es enthielt jedoch mit den Demarkationsvertr\u00e4gen eine Ausnahme f\u00fcr Energieversorgungsunternehmen.<br \/>\nSomit blieb der Inhalt der Gesetzgebung von 1935 weiter wirksam.<\/p>\n<p><strong>1998 trat das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts in Kraft<\/strong><br \/>\nErst am 28.11.1997 wurde mit dem \u00e2\u20ac\u017eGesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts\u00e2\u20ac\u0153 vom Bundestag beschlossen die Demarkationsvertr\u00e4ge der Energieversorgungsunternehmen aufzuheben. Die Gesetzgebung f\u00fcr eine Energieversorgung mit Wettbewerb erfolgte nicht auf Betreiben deutscher Politiker, sondern war die pflichtgem\u00e4\u00dfe Umsetzung einer EG-Richtlinie.<\/p>\n<p><strong>Ohne Wettbewerb keine Kostensenkung<\/strong><br \/>\nStatt freien Wettbewerb oder die M\u00f6glichkeit den Anbieter zu wechseln, gab es fr\u00fcher  Staatsunternehmen,Versorgungsgebiete und Monopole. Nach au\u00dfen gab es eine Preisregulierung, die auf den anfallenden Kosten aufbaute. So kamen jenseits von Anreizen einer Wirtschaftlichkeit auf die Kosten der Energieerzeugung, die der Verteilung, Vertrieb und ein Aufschlag als Verzinsung oben drauf. Es war geradezu ein Anreiz, die Kosten in die H\u00f6he zu treiben, denn je h\u00f6her die Kosten waren, desto h\u00f6her war auch die Verzinsung und der Preis des Stroms. Ohne einen funktionierenden Wettbewerb ist die Stromversorgung ineffizient und unn\u00f6tig teuer, weil Anstrengungen zur Energieeffizienz und Kostensenkung nicht belohnt werden.<\/p>\n<p><strong>Die Preis- und Effizienzentwicklung fr\u00fcher<\/strong><br \/>\nDurch die \u00e2\u20ac\u017esch\u00fctzenden\u00e2\u20ac\u0153 -weil gesetzgebenden- H\u00e4nde von Politikern und deren Parteien spielten \u00fcber \u00bd Jahrhundert weder Erzeugerkosten noch Energieeffizienz bei den 4 Firmen die 80% des Stroms erzeugen ein gr\u00f6\u00dfere Rolle. Im Zweifelsfalle wurden und werden (!) die Kosten wie beim Atomm\u00fcll einfach auf den Staat und die kommenden Generationen abgew\u00e4lzt. Die Tatsache, dass heute der mittlere Wirkungsgrad deutscher Kraftwerke mit fossilen Energietr\u00e4gern bei knapp 40% liegt \u00e2\u20ac\u201c also 60% auf dem Erzeugungsweg verloren gehen &#8211; zeigt, dass sich in den 14 Jahre seit Inkrafttreten des \u00e2\u20ac\u017eGesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts\u00e2\u20ac\u0153 durch einen Wettbewerbsdruck eine gr\u00f6\u00dfere Ausnutzung unserer Energietr\u00e4ger nicht eingestellt hat.<\/p>\n<p><strong>Die Effizienzentwicklung heute<\/strong><br \/>\nHeute produzieren die gleichen 4 Firmen immer noch 80% des Stroms. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nach einem Anbieterwechsel immer noch bei einem der 4 Energiegro\u00dfkonzerne Ihren Strom beziehen, liegt also bei genau 80%.  Da hilft es wenig wenn Strom an der B\u00f6rse gehandelt wird, Netze von Erzeugung und Vertrieb getrennt wurden und eine  Regulierungsbeh\u00f6rde den fairen Netzzugang \u00fcberwacht. Entsprechend unbefriedigend ist die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt wie die Monopolkommission kritisierte und bereits 2009 in einem Sondergutachten von &#8222;signifikanten Wettbewerbsproblemen&#8220; sprach. Warum bitte soll ein Manager eines Energiekonzerns der Aktion\u00e4ren verpflichtet ist, Geld investieren in eine Technik mit gr\u00f6\u00dferer Effizienz, wenn es auch so geht?  Deutschland als eines der reichsten L\u00e4nder mit besten technischen M\u00f6glichkeiten nimmt in Europa im Bem\u00fchen um Energieeffizienz den letzten Platz ein, kritisiert u.a. Jos\u00e9 Manuel Barroso.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfz\u00fcgige Bereitstellung von Kapital u.a. durch Aktienk\u00e4ufe an den 4 Energiekonzernen entspricht auch einem stillen  Bef\u00fcrworten an 60% Energieverlust. Ein solcher von Parteien und Politikern gest\u00fctzter verschwenderischer Umgang mit unseren Ressourcen, beg\u00fcnstigt die Argumentation auch unkonventionelle Wege zur Gewinnung von Energietr\u00e4gern gehen zu m\u00fcssen. Ohne gravierende Ver\u00e4nderungen wird Fracking irgendwann als Notwendigkeit Einzug halten.<\/p>\n<p><strong>Energiewende selber machen<\/strong><br \/>\nNeben der Frage ob nun Strom auf \u00f6kologische Weg erzeugt wird, war mir als Verbraucher der Wechsel zu einem Anbieter wichtig, der nachweislich keine Verflechtung mit Gro\u00dfkonzernen hat und seine Energie \u00fcberwiegend in Deutschland produziert.<\/p>\n<p>Da ich f\u00fcr mein Tun Verantwortung empfinde, kommt f\u00fcr mich die <strong>Geiz-ist-Geil-Mentalit\u00e4t<\/strong> genauso wenig in Frage, wie der <strong>Etikettenschwindel \u00fcber Stadtwerke, Regionalversorger etc.<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegenw\u00e4rtig erfolgt die Stromversorgung zu 80%\u00a0 durch lediglich vier Energiegro\u00dfkonzerne: RWE, Eon, Vattenfall und EnBW.\u00a0 Wie ist es dazu gekommen? 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