{"id":16213,"date":"2012-01-12T17:49:24","date_gmt":"2012-01-12T16:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=16213"},"modified":"2020-01-18T23:01:05","modified_gmt":"2020-01-18T22:01:05","slug":"california-here-i-come-reisebericht-teil-x-los-angeles-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/california-here-i-come-reisebericht-teil-x-los-angeles-teil-2\/","title":{"rendered":"California here I come: Reisebericht Teil X &#8211; Los Angeles, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Unser <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Autor<\/a> berichtet von seiner Fahrt durch Kalifornien. Heute streift Christopher\u00a0 zu Fu\u00df und mit der Metro durch die Autostadt Los Angeles. \u00dcber seine sehr pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke berichtet er hier.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\" align=\"JUSTIFY\"><strong>Bei Wanderungen durch die Stadt von vier, f\u00fcnf Stunden h\u00e4tte ich die Menschen, denen ich auf den B\u00fcrgersteigen begegnete und die verstohlen her\u00fcberlugten, an der Hand mitz\u00e4hlen k\u00f6nnen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\" align=\"JUSTIFY\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%; text-align: left;\">Ein Artikel im &#8222;Spiegel&#8220;, der sich 1982 mit der Innenstadtgestaltung L.A.s befasste, sprach noch von der gegenteiligen Hoffnung der Stadtplaner:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;[Bunker Hill, downtown L.A.] soll Los Angeles endlich jene Silhouette verleihen, die von den Skyline-besessenen Amerikanern an dem H\u00e4userteppich so schmerzlich vermi\u00dft wird. Sie soll aber auch noch etwas anderes bringen, was es in diesem Drive-in-Dschungel bislang so gut wie nicht gab: Fu\u00dfg\u00e4nger-Bereiche.&#8220; (aus dem Spiegel Nr. 52, 36. Jg., 27.12.1982, Karl-Heinz Kr\u00fcger: St\u00e4dtebau, S. 114-119)<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_16219\" aria-describedby=\"caption-attachment-16219\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16219\" title=\"webbunkerhill\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/webbunkerhill.jpg\" alt=\"webbunkerhill\" width=\"512\" height=\"384\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16219\" class=\"wp-caption-text\">Bunker Hill in Downtown Los Angeles (alle fotos: christopher)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Stets allein in einer Millionenstadt<\/strong><\/p>\n<p>So etwas wie Bunker Hill Downtown habe ich pers\u00f6nlich noch nie gesehen, und wer wei\u00df, vielleicht gibt es so etwas erst wieder in Omsk in Sibirien. Im Zentrum des L.A.-Ballungsgebiets muss wohl der Kern der Anti-Materie sein, um welche die Physiker so trefflich streiten. Denn auch auf meinen Urlaubsfotos sind in der Stadtmitte dieser sogenannten Megacity keine drei Menschen zugleich drauf; es ist unheimlich; man ist stets allein und doch im Bewusstsein, dass dies eine Mehr-Millionenstadt sein soll. Aber hier liegt der Denkfehler: L.A. ist halt eine Agglomeration aus hundert D\u00f6rfern und keine Stadt.<\/p>\n<p><strong>Der Fu\u00dfg\u00e4nger, das fremde Wesen<\/strong><\/p>\n<p>Im Nachruf zu den Planungen zur Belebung des \u00f6ffentlichen Raums in den 1980er Jahren muss man feststellen, dass es jetzt B\u00fcrgersteige und eine Minicity auf Bunker Hill f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger gibt; dort, wo auch das Stadtmuseum oder die neue Philharmonie vom Architekten Frank Ghery hinbetoniert wurde. Aber es gibt keine Fu\u00dfg\u00e4nger. Als Fu\u00dfg\u00e4nger ist man in L.A. suspekt, etwas Fremdes, deshalb toleriert Sittenloses, solange es fremd bleibt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16222\" aria-describedby=\"caption-attachment-16222\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16222\" title=\"weblazentrumsplatz\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/weblazentrumsplatz.jpg\" alt=\"weblazentrumsplatz\" width=\"512\" height=\"384\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16222\" class=\"wp-caption-text\">Zentrumsplatz mit sozialistischem Wohnschick &#8211; \u00e2\u20ac\u017eSuchbild Mensch\u00e2\u20ac\u0153 in der Zehnmillionenmetropole an einem Werktag<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>L.A. zwischen deutscher Provinz und sozialistischem Plattenbau<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht sollte man auch erw\u00e4hnen, dass die H\u00e4user um den einfallslos hochgep\u00e4ppelten Platz auf Bunker Hill an deutsche Kleinst\u00e4dte nach der Entkernung der 1960er Jahre erinnern, nachdem das deutsche Wirtschaftswunder zu viel Geld in die kommunalen Kassen geschwemmt hatte, um das, was der Krieg von den Altst\u00e4dten noch \u00fcbrig gelassen hatte, zu sanieren und damit vollends zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>So strahlt auch Bunker Hill etwas von einer Eisdiele Rio Alto vor bronzener Sprengelanlage, also Brunnen des \u00f6rtlichen Provinzk\u00fcnstlers ab, leicht s\u00fc\u00dfsaurer, katholischer Hauch.<\/p>\n<p>Oder aber L.A. will sich konsequent mond\u00e4n geben und heraus kommen Plattenbauten, die man aus dem real existierenden Sozialismus kennt. Selten hat es der St\u00e4dtebau so auf die Spitze des schlechten und wohl auch verzweifelten Geschmacks getrieben. Ich habe immer die Behauptung vertreten, dass so h\u00e4sslich wie im Sozialismus sonst nirgendwo St\u00e4dtebau getrieben worden w\u00e4re, aber hier komme ich ins Zweifeln. Der Spiegelautor Karl-Heinz Kr\u00fcger fasste sein \u00e4sthetisches Gef\u00fchl 1982 in folgende Worte:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Tats\u00e4chlich hat die Downtown von Los Angeles bislang nicht viel zu bieten. Das Sammelsurium der ersten neuen Wolkenkratzer ist weder f\u00fcr die Baukunst noch f\u00fcr das Stadtbild ein Gewinn. Die hohen H\u00fclsen stehen fremd und verschlossen am Stra\u00dfenrand, das spiegelgl\u00e4serne f\u00fcnfzylindrige Bonaventure Hotel erhebt sich \u00fcber einem hohen Betonsockel, der so einladend wirkt wie ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Innenstadt als gro\u00dfer st\u00e4dtebaulicher Murks<\/strong><\/p>\n<p>Dies Gef\u00fchl, eigentlich in einer Ruine des \u00f6ffentlichen Raums angekommen zu sein, pflanzt sich im gro\u00dfen Unbehagen unter den Menschen fort. Stets hat man das Gef\u00fchl, eigentlich nicht wohin, also zum Ziel, sondern nur ziellos weg zu wollen. Die Innenstadt ist gro\u00dfer st\u00e4dtebaulicher Murks, und deshalb will niemand freiwillig ins Zentrum, das nachts zudem, weil ausgestorben, zu allem \u00dcberfluss gef\u00e4hrlich wird.<\/p>\n<p>Schon tags\u00fcber bestimmen auf den paar \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen verwahrloste Obdachlose das Stadtbild und ihr Gebettel das Sozialklima. Man fragt sich, wie es eigentlich die Angelinos in ihrer Stadt auf Dauer so aushalten, die dem Touristen aus andern Weltteilen leicht als dreckiger Witz der Postmoderne vorkommen mag. \u00c4sthetische Genusswerte kann man in dieser selten geschichts- und gesichtslosen Stadt keine konsumieren, nur Smog, dumm-aggressive Spr\u00fcche und Fastfood.<\/p>\n<p><strong>Das Ruhrgebiet kann man wenigstens m\u00f6gen<\/strong><\/p>\n<p>Wie wohltuend ist noch jede Stadt der Ruhrgebiets-Agglomeration dagegen, wo jede Ecke lebt, jeder Kiez seinen eigenen Sound spricht. Zwar ist es wahrlich kein Vergn\u00fcgen, eher ein echtes Abenteuer durch Zeit und Raum, Menschen, L\u00e4nder, Abenteuer, fr\u00fch Abends die 120 km S-Bahn von D\u00fcsseldorf nach Unna zu nehmen. Ein echt \u00e2\u20ac\u017eassiges\u00e2\u20ac\u0153 Erlebnis der schlimmsten Sorte erwartet einen &#8211; der lieben betrunkenen P\u00f6bler wegen, dann ist da der Schienenersatzverkehr, der zuweilen geschlagene 2 Stunden durch das s\u00fcdlich angrenzende Tal der Wupper kurvt, um von Bochum nach Dortmund zu kommen, sodass man als Tourist garantiert nie wieder das Ruhrgebiet betritt &#8211; aber jede Ecke atmet autochthon und authentisch. Man muss es wohl m\u00f6gen, aber man kann, und das ist der Unterschied zu L.A.<\/p>\n<p><strong>Auf der Flucht<\/strong><\/p>\n<p>Zimmernachbarn in meiner Unterkunft wurden rasch vom L.A.-Syndrom befallen und begannen regelm\u00e4\u00dfig nach einem einzigen Tag \u00fcber die Stadt zu klagen, am zweiten Tag \u00e4u\u00dferten sie beklemmende, klaustrophobische Vorstellungen und dass sie wegwollten und nur hier w\u00e4ren wegen des nicht umbuchbaren Flugs, dass sie sich deprimiert f\u00fchlten beim Gedanken, morgen noch einmal einen ganzen Tag in dieser Stadt verbringen zu m\u00fcssen &#8211; danach w\u00e4lzte einjeder intensiver den Stadtf\u00fchrer, um den Notausgang zu finden, oder ging zwecks Realit\u00e4tsflucht versch\u00e4rft ins Kino<\/p>\n<p>Die Stadt Los Angeles wird oft von Soziologen hermeneutisch zerlegt, um stadtsoziologische Expertisen \u00e1 la Experiment der Postmodernit\u00e4t an den Mann zu bringen. Das Problem ist, dass die Stadt schlicht langweilig ist und im Grunde genommen mausetot. Deshalb ja auch der Glanz der Filmindustrie, damit \u00fcberhaupt etwas los ist. Hier tut der sch\u00f6ne Schein Bitternot, der ein Drittel des Aufkommens der st\u00e4dtischen Volkswirtschaft in die wirtschaftlichen Kapillaren pumpt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16223\" aria-describedby=\"caption-attachment-16223\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16223\" title=\"weblawhiskey\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/weblawhiskey.jpg\" alt=\"weblawhiskey\" width=\"512\" height=\"384\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16223\" class=\"wp-caption-text\">\u00e2\u20ac\u017eWhisky a go go\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; legend\u00e4re Bar des Musik-Showbiz<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\" align=\"JUSTIFY\"><strong>&#8218;So alone&#8216;<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\" align=\"JUSTIFY\">Am vorletzten Tag ging ich vom <em>Walk of Fame<\/em>, dem proletaroiden Abschnitt des gefeierten <em>Hollywood Boulevards<\/em> hinunter zum <em>Whisky a go go<\/em>, wo <em>The Doors<\/em> einen ihrer ersten Auftritte hatten und Jim Morrison offenbar das Dilemma in<em> L.A. Woman<\/em> besang, dass, wie man es auch macht, mit oder ohne Auto, man es in dieser Stadt nur falsch anpacken kann:<\/p>\n<blockquote><p>Drivin&#8216; down your freeways<br \/>\nMidnite alleys roam<br \/>\nCops in cars, the topless bars<br \/>\nNever saw a woman&#8230;<br \/>\nSo alone, so alone<br \/>\nSo alone, so alone<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Mit der Metro in die falsche Richtung<\/strong><br \/>\nEs ist schon eine seelenlose Veranstaltung mit L.A. Nachts f\u00fchlt man sich auf den Stra\u00dfen nicht sicher, Sperrstunde der Freiheit, und tags\u00fcber darf man mit der Metro auch nicht in die falschen Viertel wie <em>South Central Los Angeles<\/em> fahren. Dort war ich am zweiten Tag unterwegs. Jedoch h\u00e4ufte sich von Station zu Station das jugendliche Gangunwesen aufdringlicher und aggressiver Schwarzer mit einem lautstarken Gehabe wie aus dem orts\u00fcblichen Gangsterfilm, sodass ich lieber schnellstm\u00f6glich abgedreht habe, zumal ich, je tiefer in die Vororte fahrend, als einziges Bleichgesicht im Waggon sa\u00df und unangenehm angeglotzt wurde. Weiter fuhren nur muslimische Proselytenmacher, die den Koran unters Volk bringen wollten. Inschallah und Gott sei mit ihnen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_16224\" aria-describedby=\"caption-attachment-16224\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16224\" title=\"weblasouthcentral\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/weblasouthcentral.jpg\" alt=\"weblasouthcentral\" width=\"512\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/weblasouthcentral.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/weblasouthcentral-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16224\" class=\"wp-caption-text\">South Central Los Angeles &#8211; heimeliges Viertel, netter Ausblick!<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Verbrechen und Glamour<\/strong><\/p>\n<p>Abends dann erlebte ich auch prompt die erste Schie\u00dferei in meinem Leben. Der Seitenfl\u00fcgel der Herberge ging zu einem Parkplatz hinaus, woneben sich eine alt-eingesessene Diskothek befand, der gegen\u00fcber eine neue Bar an diesem Abend er\u00f6ffnet hat. Der T\u00fcrsteher der alten Bar muss im Laufe des Abends dem T\u00fcrsteher der neuen Bar den Platzhirschen gegeben und sich infolgedessen mit ihm \u00fcberworfen haben, sodass der eine Gorilla dem andern in den Arm schoss. Peng! &#8211; Die Nacht zuvor hatte unweit am Boulevard bereits eine Bar er\u00f6ffnet und man sah, wie in einer Traube von Journalisten Brad Pitt die Bar verlie\u00df. &#8211; Also kann man sich als Tourist nicht beschweren, nicht das zu bekommen, was der Blockbuster verspricht: Verbrechen und Glamour, ein bisschen Glanz:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Und damit wurde aus diesen Stra\u00dfenz\u00fcgen im Westen von Los Angeles \u00e2\u20ac\u017eHollywood\u00e2\u20ac\u0153, das universelle Codewort f\u00fcr die Macht sch\u00f6ner L\u00fcgen, f\u00fcr eine Bildsprache, die noch in Karatschi und in Wladiwostok verstanden wird, f\u00fcr gro\u00dfes Gef\u00fchl und noch gr\u00f6\u00dfere Gesch\u00e4fte. Hollywood sei eigentlich [kein Ort &#8230; sondern eine Geisteshaltung] &#8230; Mag die Supermacht des Westens auch wanken, diese Kulturleistung wird bleiben: So, wie uns die griechische Antike die Trag\u00f6die gegeben hat und das r\u00f6mische Imperium das Recht, so wird von Amerika Hollywood bleiben, und das ist nur ein anderes Wort daf\u00fcr, dass sich das Leben in einen anr\u00fchrenden oder optischen Traum verwandeln l\u00e4sst. &#8230; Bilder str\u00f6men, t\u00e4glich, st\u00fcndlich, wie Erd\u00f6l aus einem leckgeschlagenen Bohrloch, hartn\u00e4ckig, unaufh\u00f6rlich, ist das gifitg? Wir sind dabei, uns in voralphabetisierte Zeiten zur\u00fcckzubewegen, in denen die Magie von Bildern und Zeichen gilt und sonst nichts. Wir werden nicht d\u00fcmmer, aber zunehmend hypnotisierter von unseren erfundenen Legenden, die sich \u00fcber die Wirklichkeit st\u00fclpen &#8230; [Zu Beginn] handelte es sich um eine andere, neue &#8222;Manifest Destiny&#8220;: Die Eroberung des Westens war abgeschlossen, nun sollte die Eroberung der Tr\u00e4ume beginnen.&#8220; (Matthias Matussek: Im <em>Kino gewesen. Geweint<\/em>, in: Der Spiegel 1\/2011, 3.1.2011, S. 100 -108)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Hollywood als<em> Soft Power<\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ob wir nicht d\u00fcmmer werden? Wer mag das kollektiv entscheiden k\u00f6nnen. Aber der Kulturphilosoph Theodor W. Adorno zumindest gab zu, dass die affirmativen Schnulzen der Kulturindustrie seiner Zeit, welche die gesellschaftspolitischen Verh\u00e4ltnissen zur sch\u00f6nen heilen Welt fabulierten, ihn d\u00fcmmer gemacht h\u00e4tten. Und in Ermangelung eines modernen Siegfried Kracauers, der die autoritativen Sehns\u00fcchte und Tr\u00e4ume des deutschen Publikums analysiert hatte, das damals in der Weimarer Republik vom rechtskonservativen, kaisertreuen Hugenberg-Imperium und der UFA (Universum Film AG) bedient worden war, m\u00fcssen wir uns bescheiden und es bei der offiziellen Meinung zu Hollywood aus US-Regierungskreisen bewenden lassen, wonach Hollywood und seine miteinander verflochtenen Konzernkartelle in Nachfolge von Paramount (1912), Universal (1912), MGM (1924), Disney, Dreamworks, Miramax, und wie sie alle hei\u00dfen, eine <em>Soft Power<\/em> zur Eroberung der Herzen und Gehirne sei, um ihnen den <em>American Dream<\/em> und <em>American Way of Life<\/em> einzuimpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Autor berichtet von seiner Fahrt durch Kalifornien. 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