{"id":14687,"date":"2011-11-11T00:15:16","date_gmt":"2011-11-10T23:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=14687"},"modified":"2011-11-11T11:22:55","modified_gmt":"2011-11-11T10:22:55","slug":"im-einklang-mit-dem-schopfer-gift-und-tannenbaumchen-im-sauerland-im-einklang-mit-dem-schopfer-wir-berichten-exklusiv-tendenzios-und-einseitig-aber-niemals-langweilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/im-einklang-mit-dem-schopfer-gift-und-tannenbaumchen-im-sauerland-im-einklang-mit-dem-schopfer-wir-berichten-exklusiv-tendenzios-und-einseitig-aber-niemals-langweilig\/","title":{"rendered":"Gift und Tannenb\u00e4umchen im Sauerland: Im Einklang mit dem Sch\u00f6pfer? Wir berichten exklusiv, tendenzi\u00f6s und einseitig, aber niemals langweilig."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_12323\" aria-describedby=\"caption-attachment-12323\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12323 \" title=\"fichtengeschaelt\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fichtengeschaelt.jpg\" alt=\"Warum sind diese Fichten maschinell &quot;unten rum&quot; gesch\u00e4lt? (foto: zoom)\" width=\"224\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fichtengeschaelt.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/fichtengeschaelt-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 85vw, 224px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12323\" class=\"wp-caption-text\">Fichten  &quot;unten rum&quot; maschinell gesch\u00e4lt? (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Am 09.11.2011 war in dem \u00e2\u20ac\u017eWeiler\u00e2\u20ac\u0153 Bestwig im Sauerland richtig was los. (Die Bezeichnung \u00e2\u20ac\u017eWeiler\u00e2\u20ac\u0153 benutze ich in Anlehnung an einen endlich wieder erwachten Dorf-Blogger aus dem Land der 1001 Berge, der vielleicht <a href=\"http:\/\/www.wiemeringhausen-blog.com\/wordpress\/?p=2622\" target=\"_blank\">gerade \u00fcber \u00e2\u20ac\u017eTr\u00e4kka\u00e2\u20ac\u0153 mit trocknenden T\u00e4nnchen<\/a> hinten druff sinniert.)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Der Grund des Ereignisses in der Gemeinde Bestwig im Hochsauerlandkreis:<\/p>\n<p>Die im Ort dominierende politische Partei hatte zu einer B\u00fcrgerversammlung eingeladen. Vermutlich ist das \u00e2\u20ac\u201c normalerweise &#8211; nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Doch was ist heutzutage schon normal?<\/p>\n<p>In der Tat, es tat sich Au\u00dfergew\u00f6hnliches; denn die CDU hatte die Gr\u00fcnen mitsamt ihrem Gr\u00fcnen Landesumweltminister Johannes Remmel mit ins Boot geholt haben (oder umgekehrt?). Dabei sind die Gr\u00fcnen in Bestwig bisher noch mit keinem einzigen Sitz im Gemeinderat jemals vertreten gewesen. Die neue Schwarz-Gr\u00fcne Konstellation lag wohl am Thema des Abends oder, besser gesagt, des heftig lodernden Konflikts: \u00e2\u20ac\u017eWeihnachtsbaum\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n<p>Das Rathaus wurde schnell au\u00dfergew\u00f6hnlich voll, die Sitzgelegenheiten gingen bald g\u00e4nzlich aus. Die Referentenliste war ungew\u00f6hnlich lang (Vertreter von CDU und Gr\u00fcnen, Weihnachtsbaumproduzenten, Beh\u00f6rden, des Gartenbauverbands, der Hochsauerlandwasser GmbH und nicht zuletzt der neuen B\u00fcrgerinitiative \u00e2\u20ac\u017eGiftfreies Sauerland\u00e2\u20ac\u0153).<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich auch das Thema: \u00e2\u20ac\u017eGift\u00e2\u20ac\u0153. Genauer gesagt, es ging um das deutsche Kulturgut Weihnachtsbaum und den durch seine gro\u00dffl\u00e4chigen \u00e2\u20ac\u017eKulturen\u00e2\u20ac\u0153 bedingten Fl\u00e4chenverbrauch. Vor allem ging es aber um all das Zeug mit denen den T\u00e4nnchen der Weg ins kurze Leben und lange Sterben als totchicker Weihnachtsbaum geebnet wird. Es ging um den massiven Einsatz von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden wie z.B. RoundUp.<\/p>\n<p>Die neu gegr\u00fcndete B\u00fcrgerbewegung \u00e2\u20ac\u017eGiftfreies Sauerland\u00e2\u20ac\u0153 (und nicht nur die) ist der Ansicht, die erw\u00e4hnten Spritzmittel st\u00fcnden im Verdacht giftige Stoffe (wie Glyphosat) zu enthalten, die krebserregend, fruchtsch\u00e4digend und gew\u00e4ssertoxisch sind. Nicht ungew\u00f6hnlich ist, dass die in gr\u00f6\u00dferer Zahl anwesenden Weihnachtsbaumproduzenten eine andere Meinung zu ihren zugegebenerma\u00dfen in Einsatz befindlichen Spritzmitteln- und methoden haben. \u00e2\u20ac\u017eAlles legal!\u00e2\u20ac\u0153 Genau das best\u00e4tigten auch die Beh\u00f6rdenvertreter (Landwirtschaftskammer und Untere Landschaftsbeh\u00f6rde, ja selbst der Minister). Zu Beanstandungen bei den (nicht allzu zahlreichen) Kontrollen durch die Landwirtschaftskammer sei es kaum gekommen.<\/p>\n<p>Nur den Anwohnern schien es egal zu sein, ob legal oder illegal. Sie beklagten, ihre unmittelbar an die Weihnachtsbaum-\u00e2\u20ac\u0153Kulturen\u00e2\u20ac\u0153 angrenzenden H\u00e4user und Grundst\u00fccke w\u00fcrden mit den Spritzmitteln der Weihnachtsbaumproduzenten immer wieder eingenebelt, sogar am Abend oder nachts. Fr\u00fcchte im Garten und Kaulquappen im Teich gingen ein. Und manch einer bef\u00fcrchtete, es handele sich bei den Spritzmitteln wom\u00f6glich nicht ausschlie\u00dflich um in Deutschland zugelassene Substanzen. Ob nicht vielleicht die ungesch\u00fctzt arbeitenden polnischen Arbeiter \u00e2\u20ac\u00a6? Einige der unfreiwilligen Tannenbaum-Nachbarn f\u00fchrten traurige Beispiele an und machten ihren Sorgen und ihrem \u00c4rger Luft. Es knisterte merklich im Saal.<\/p>\n<p>Ganz ohne Chemie w\u00fcrde es wohl nicht abgehen, meinte ein \u00e4lterer Herr. Jedoch m\u00fcssten wir uns die Frage stellen, ob Dinge wie Weihnachtsb\u00e4ume notwendig seien. Wir br\u00e4uchten sie nicht unbedingt. Nur f\u00fcr ein paar Mann seien sie der gro\u00dfe wirtschaftliche Faktor. Und was hier betrieben w\u00fcrde, sei keine nachhaltige Holzwirtschaft.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eNachhaltigkeit\u00e2\u20ac\u0153, der etwas abgegriffene Begriff fiel immer mal wieder an diesem Abend. Die Weihnachtsbaumproduzenten mussten sich die Frage gefallen lassen, wie sie denn Nachhaltigkeit bei ihrem Weihnachtsbaumanbau definieren. Eine einleuchtende Antwort kam nur vom Umweltminister: Nachhaltigkeit w\u00e4re der Verzicht auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln!<\/p>\n<p>Ein heimischer Weihnachtsbaum-an-bauer mahnte, diese Diskussion sei nicht sauber und sprach von \u00e2\u20ac\u017eprinzipieller Diffamierung\u00e2\u20ac\u0153. Der liebe Gott habe ihnen (den Weihnachtsbaum-an-bauern) den Boden als Produktionskapital gegeben. Sie k\u00f6nnten den Boden bearbeiten. Er w\u00e4re ein dummer Bauer, wenn er den Boden mit Pflanzenschutzmitteln kaputt machen w\u00fcrde. Intensivkulturen seien wegen des hoch besiedelten Landes erforderlich. Dann schlug er einen weiten Bogen zu Billignahrungsmitteln von Discountern und Brath\u00e4hnchen und sagte, dass die Diskussion auf ein Produkt runter gebrochen falsch sei. Glyphosat h\u00e4tte schlie\u00dflich auch die Zulassung f\u00fcr Kartoffeln. Rede \u00e2\u20ac\u201c Gegenrede! Mit etwas Zeitverz\u00f6gerung kamen die Einw\u00fcrfe, wenn der Boden so wichtig sei, warum w\u00fcrde er dann tonnenweise (als Weihnachtsb\u00e4ume mit Ballen) abgefahren und, dass die meisten Weihnachtsbaumfl\u00e4chen z.B. in Schmallenberg ja angepachtet seien.<\/p>\n<p>Eine Bestwiger B\u00fcrgerin erinnerte an PFT. Waldbauern h\u00e4tten Geld f\u00fcr das Aufbringen von PFT kassiert. \u00e2\u20ac\u017eUm dieses Geld zu kriegen, muss man ein Parteibuch haben\u00e2\u20ac\u0153, konstatierte sie. Gro\u00dfe LKWs aus Paderborn seien zum Entladen auf Gebiete in Wasserschutzzonen gefahren.<\/p>\n<p>Ein B\u00fcrger aus dem Ortsteil Ostwig wies kurz darauf hin, Weihnachtsbaumproduzenten seien keine Waldbauern.<\/p>\n<p>Minister Remmel warnte zum Abschluss nach mehr als 3 Stunden Redebeitr\u00e4gen und Diskussion: \u00e2\u20ac\u017eDas Artensterben wird ein gro\u00dfes Problem. Wir l\u00f6schen die Festplatte unserer Erde!\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Dieser Bericht ist wahrscheinlich a) zu kurz, b) l\u00e4ngst nicht alle Aspekte und Beitr\u00e4ge ber\u00fccksichtigend, c) einigen wahrscheinlich zu tendenzi\u00f6s.<\/p>\n<p>Es folgt vielleicht noch ein weiterer, vielleicht \u00e2\u20ac\u00a6 denn wir k\u00f6nnten beispielsweise noch berichten, was Herr Dietrich von der Hochsauerlandwasser GmbH zur Trinkwasserversorgung und der Zul\u00e4ssigkeit von Spritzmitteln in Wasserschutzgebieten berichtet hat, dass Minister Remmel das Forstgesetz \u00e4ndern m\u00f6chte und dabei auf die Unterst\u00fctzung auch der CDU hofft (weil dann manches, was heute noch ganz legal ist, nach der geplanten Gesetzesnovellierung nicht mehr legal sein wird), dass immer noch anscheinend niemand (offiziell) wei\u00df, wie viele Weihnachtsb\u00e4ume in Bestwig stehen und wie viel Spritzmittel darauf gehauen werden, dass die Kontrahenten weiter aufeinander zugehen wollen \u00e2\u20ac\u00a6 die Aufz\u00e4hlung k\u00f6nnte noch lang werden \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p>Alles in allem, es war ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Abend. Fortsetzung folgt \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u00a6 sp\u00e4testens <a href=\"http:\/\/www.giftfreies-sauerland.de\/termine\/\" target=\"_blank\">am n\u00e4chsten Dienstag im Kreishaus in Meschede!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 09.11.2011 war in dem \u00e2\u20ac\u017eWeiler\u00e2\u20ac\u0153 Bestwig im Sauerland richtig was los. (Die Bezeichnung \u00e2\u20ac\u017eWeiler\u00e2\u20ac\u0153 benutze ich in Anlehnung an einen endlich wieder erwachten Dorf-Blogger aus dem Land der 1001 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/im-einklang-mit-dem-schopfer-gift-und-tannenbaumchen-im-sauerland-im-einklang-mit-dem-schopfer-wir-berichten-exklusiv-tendenzios-und-einseitig-aber-niemals-langweilig\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGift und Tannenb\u00e4umchen im Sauerland: Im Einklang mit dem Sch\u00f6pfer? 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