{"id":139,"date":"2008-09-06T10:06:57","date_gmt":"2008-09-06T09:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=139"},"modified":"2008-09-07T18:11:35","modified_gmt":"2008-09-07T17:11:35","slug":"hamburg-deine-schuler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/hamburg-deine-schuler\/","title":{"rendered":"Hamburg &#8211; deine Sch\u00fcler"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"T\">Ausser Hafen, Schiffe und die gro\u00dfe weite Welt gibt es hier in Hamburg: Die schwarz-gr\u00fcne Koalition.<\/h3>\n<p class=\"T\">Dinges-Dierig: Ihr Name rief bei den betroffenen Versuchskaninchen (landl\u00e4ufig als auch unter der Bezeichnung Sch\u00fcler bekannt) Wut, Emp\u00f6rung, Protest hervor. Hoch geschraubt sind die Hoffnungen, dass die Experimente aufh\u00f6ren. Immerhin ist doch jetzt die GAL mit an der Macht und die waren mit an der vordersten Front: f\u00fcr Mitbestimmung von Eltern z.B. bei der Auswahl der Schulen, gegen die Schlie\u00dfung der Schulen, f\u00fcr mehr Lehrer, kleinere Klassen. Und nun?<\/p>\n<h3 class=\"T\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/regional\/nord\/hamburg\/artikel\/?dig=2008%2F09%2F03%2Fa0138&amp;cHash=4ace0cd856\" target=\"_blank\">Ausz\u00fcge aus der TAZ vom 3. September 2009:<\/a><\/h3>\n<h3 class=\"T\">Hamburg schafft das Elite-Gymnasium<\/h3>\n<h5 class=\"U\">Um die neue Stadtteilschule stark zu machen, soll es Pl\u00e4ne der Hamburger Bildungsbeh\u00f6rde geben, den Anteil der Gymnasiasten zu reduzieren. Daf\u00fcr m\u00fcsste aber k\u00fcnftig schon am Ende der Grundschule kr\u00e4ftig ausgesiebt werden<\/h5>\n<p class=\"Korrespondent\">\n<p>Wer wird Primarschule, wer Stadtteilschule, wer Gymnasium? Ende September beginnen im schwarz-gr\u00fcn regierten Hamburg die &#8222;regionalen Schulkonferenzen&#8220;, die \u00fcber die k\u00fcnftige Schulstruktur vor Ort beraten sollen. Zentrale Neuerung ist die sechsj\u00e4hrige Grundschule. Wie aus Lehrerkreisen zu h\u00f6ren ist, hat der zentrale Planungsstab in der Beh\u00f6rde eine Zielvorstellung formuliert: Um die Stadtteilschule, an der in 13 Jahren auch das Abitur abgelegt werden kann, stark zu machen, sollen nach der 6. Klasse 70 Prozent eines Jahrgangs dorthin wechseln und nur 30 Prozent aufs Gymnasium. <!--\/* Openads Javascript Tag v2.4.0 *\/--><\/p>\n<p>Diese Aufteilung wurde bislang in der Bildungsszene nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert. Zurzeit gehen in Hamburg nach der Grundschule 50 Prozent der Sch\u00fcler aufs Gymnasium und die andere H\u00e4lfte auf Gesamt-, Haupt- oder Realschulen. K\u00fcnftig sollen diese beiden Schulformen zur Stadtteilschule verschmelzen und neben dem Gymnasium die zweite S\u00e4ule des Schulsystems bilden.<\/p>\n<p>In der Debatte um dieses Modell, auf das sich CDU und SPD vor anderthalb Jahren in einer Enqu\u00eate-Kommission zur Schulstruktur einigten, war die Rede davon, dass es eine Aufteilung von 60 zu 40 geben m\u00fcsse, damit &#8222;die Stadtteilschule eine Chance hat&#8220;, wie es Kommissionsmitglied Reiner Lehberger formulierte. Eine richtige Quote wollten im Vorwahlkampf aber weder die fr\u00fchere CDU-Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig noch die ebenfalls von diesem Modell begeisterte SPD einf\u00fchren. &#8222;Politik sollte keine Prozente vorgeben, sondern \u00fcber Attraktivit\u00e4t der neuen Schulform \u00fcberzeugen&#8220;, sagte die SPD-Politikerin Britta Ernst im taz-Interview. Und Senatorin Dinges-Dierig sagte, es k\u00f6nnte sein, dass Eltern den 13-j\u00e4hrigen Bildungsgang zum Abitur attraktiver f\u00e4nden, &#8222;so dass wir hier eine Verschiebung von 50 zu 50 auf 60 zu 40 erreichen&#8220;.<\/p>\n<p>Nun ist alles anders. Es gibt die Aufteilung erst nach Klasse 6 und dabei keine Ber\u00fccksichtigung des Elternwillens mehr. Wenn jetzt die Schulbeh\u00f6rde in die konkrete Entwicklungsplanung einsteigt, wird auch \u00fcber Kapazit\u00e4ten gesprochen. Wenn am 22. September die ersten Stadtteilkonferenzen tagen, bekommen sie von der Beh\u00f6rde bis dato noch unbekannte Eckpunkte an die Hand. &#8222;Der Buschfunk sagt, dass 30 zu 70 in der Beh\u00f6rde diskutiert wird. Ich glaube, dass es darum einen Machtkampf gibt&#8220;, sagt eine Schulleiterin, die ihren Namen nicht nennen will. Es sei vor allem die Fraktion der Gymnasiums-Schulr\u00e4te, die auf eine kleine Gymnasiasten-Zahl dr\u00e4ngt. Denn im k\u00fcnftigen Schulmodell, das haben Gr\u00fcne und CDU im April in den Koalitionsgespr\u00e4chen vereinbart, sollen die Gymnasien von Klasse 7 bis 10 alle Sch\u00fcler behalten. &#8222;Nun legt man die Quote derer zu Grunde, die in Klasse 10 ankommen, und sagt, das seien besagte 30 Prozent.&#8220; Die Selektion w\u00fcrde einfach vorweggenommen.<\/p>\n<p>&#8222;So ein Modell w\u00e4re eine Katastrophe&#8220;, sagt eine Gesamtschulleiterin. &#8222;Wenn das Gymnasium klein ist, sagt ein Drittel der Hamburger Sch\u00fcler: ,Ich habe einen Orden bekommen.&#8216; Die Eltern, deren Kinder nicht dabei sind, werden stinksauer sein.&#8220;<\/p>\n<p>Die Sprecherin der Volksinitiative &#8222;Schule f\u00fcr alle&#8220;, Sabine Boeddinghaus (SPD), sieht sich in ihrer Kritik am Zwei-S\u00e4ulen-Modell best\u00e4tigt: &#8222;Um das zu schaffen, muss man das Gymnasium viel elit\u00e4rer machen&#8220;, sagt sie. &#8222;Auf der Strecke bleiben die Eltern, die Kinder, die P\u00e4dagogik und die Nerven.&#8220; Andere aus der Gesamtschulszene haben durchaus Verst\u00e4ndnis f\u00fcr dieses Vorgehen. Muss doch verhindert werden, dass die Stadtteilschule, in der auf die inzwischen aufgel\u00f6ste Hauptschule eingeht, zur Restschule wird. &#8222;Wenn schon nicht Schule f\u00fcr alle, dann wenigstens f\u00fcr fast alle Sch\u00fcler&#8220;, sagt ein anderer Schulleiter.Die Sprecherin der Bildungsbeh\u00f6rde, Annegret Witt-Barthel, best\u00e4tigt, dass es eine Diskussion um die Aufteilung gibt. &#8222;Ja, es wird \u00fcber einen Schl\u00fcssel diskutiert. Das ist aber auch schon zu Zeiten der Enqu\u00eate-Kommission der Fall gewesen&#8220;, sagt sie zur taz. &#8222;Aber es gibt noch keine Festlegung.&#8220; So einen Schl\u00fcssel k\u00f6nne es aber auch nur als Richtwert geben. Witt-Barthel: &#8222;Er kann nicht stichgenau sein, das w\u00fcrde an der Beurteilung des einzelnen Sch\u00fclers vorbeigehen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"T\">SCHWARZ-GR\u00dcNE BILDUNGSPL\u00c4NE<\/p>\n<p>Die Koalition aus CDU und Gr\u00fcnen hat sich in Hamburg auf eine <span class=\"F\">weitreichende Schulreform<\/span> verst\u00e4ndigt. <strong>Die Kinder werden ab 2010 <span class=\"F\">nicht mehr nach Klasse 4 in Schulformen getrennt, sondern erst nach Klasse 6<\/span>. Im Anschluss entscheidet die Klassenkonferenz, ob ein Kind auf das Gymnasium oder die Stadtteilschule kommt. <\/strong>In beiden Schulen ist das Abitur m\u00f6glich &#8211; einmal nach zw\u00f6lf und einmal nach 13 Jahren. Ziel der Reform ist es laut Schulsenatorin Christa Goetsch, mehr Kindern zu h\u00f6heren Bildungsabschl\u00fcssen zu verhelfen. Die Umsetzung der Reform soll von September bis Mai in 22 professionell moderierten <span class=\"F\">Bildungskonferenzen in den Stadtteilen<\/span> geplant werden, an denen neben Lehrern, Eltern, Sch\u00fclern und Schulen auch Kitas und Bezirksvertreter teilnehmen. Auf Grundlage ihrer Empfehlungen will dann die Beh\u00f6rde entscheiden, welche Schulform wo angeboten wird. Parallel laufen in Hamburg eine <span class=\"F\">Volksinitiative zum Erhalt der Gymnasien<\/span> und ein <span class=\"F\">Volksbegehren f\u00fcr eine &#8222;Schule f\u00fcr alle&#8220;<\/span>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausser Hafen, Schiffe und die gro\u00dfe weite Welt gibt es hier in Hamburg: Die schwarz-gr\u00fcne Koalition. 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