{"id":13710,"date":"2011-09-11T18:53:12","date_gmt":"2011-09-11T17:53:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=13710"},"modified":"2011-09-11T18:53:12","modified_gmt":"2011-09-11T17:53:12","slug":"gelesen-und-empfohlen-%e2%80%9epacken-wir%e2%80%99s-an-gegen-mobbing-und-gewalt-in-der-schule-was-eltern-und-lehrer-innen-wissen-sollten%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/gelesen-und-empfohlen-%e2%80%9epacken-wir%e2%80%99s-an-gegen-mobbing-und-gewalt-in-der-schule-was-eltern-und-lehrer-innen-wissen-sollten%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"Gelesen und empfohlen: \u00e2\u20ac\u017ePacken wir\u00e2\u20ac\u2122s an! &#8211; Gegen Mobbing und Gewalt in der Schule. Was Eltern und Lehrer\/-innen wissen sollten\u00e2\u20ac\u0153."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_11969\" aria-describedby=\"caption-attachment-11969\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11969  \" title=\"Werner Jurga\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/lt_wernerjurga-1.jpg\" alt=\"Dr. Werner Jurga rezensiert Detlef Tr\u00e4berts Leseheft (foto: jurga)\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/lt_wernerjurga-1.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/lt_wernerjurga-1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 85vw, 320px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11969\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Werner Jurga rezensiert Detlef Tr\u00e4berts Leseheft &quot;Gegen Mobbing und Gewalt in der Schule&quot;.  (foto: jurga)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u00e2\u20ac\u017eGewalt in der Schule ist seit vielen Jahren ein `Dauerbrenner\u00b4. Dabei wird immer wieder die Frage gestellt, ob sie denn tats\u00e4chlich ein bedeutsames Thema sei, ob sie zugenommen habe oder ob sie eher ein Modethema und nur deswegen so im Gespr\u00e4ch sei, weil die Medien sie bei geeigneten Anl\u00e4ssen immer wieder hochspielten.\u00e2\u20ac\u0153<\/em><\/p>\n<p>So beginnt der Klappentext zu Detlef Tr\u00e4berts <strong>Leseheft Nr. 3: \u00e2\u20ac\u017ePacken wir\u00e2\u20ac\u2122s an! &#8211; Gegen Mobbing und Gewalt in der Schule. Was Eltern und Lehrer\/-innen wissen sollten\u00e2\u20ac\u0153.<\/strong>* Tr\u00e4bert, Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule (AHS), ist seit Jahren in der Elternarbeit sowie in der Fortbildung f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte, Erzieherinnen und Erzieher, f\u00fcr Therapeutinnen und Therapeuten t\u00e4tig. Mit dieser Anti-Mobbing-Brosch\u00fcre liefert er eine gut lesbare Handreichung f\u00fcr Lehrer, Eltern und alle anderen mit dem Problem \u00e2\u20ac\u017eGewalt in der Schule\u00e2\u20ac\u0153 Befassten.<\/p>\n<p><strong>Die Grauzone zwischen Voyeurismus und Tabu bietet den idealen N\u00e4hrboden f\u00fcr das Gedeihen von Unsinn aller Art<\/strong><br \/>\nEinerseits ein Modethema, das bei entsprechendem Anlass von den Massenmedien rei\u00dferisch hochgekocht wird, handelt es sich gleichzeitig um ein Tabuthema, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Verantwortlichen davor \u00e2\u20ac\u017ezur\u00fcckschrecken, die reale Situation an der eigenen Schule \u00f6ffentlich werden zu lassen\u00e2\u20ac\u0153. Die Grauzone zwischen Voyeurismus und Tabu bietet den idealen N\u00e4hrboden f\u00fcr das Gedeihen von Unsinn aller Art. Allein schon deshalb geb\u00fchrt Tr\u00e4bert Dank und Anerkennung daf\u00fcr, die Probleme n\u00fcchtern benannt und Wege zur ihrer L\u00f6sung aufgezeigt zu haben. Sein Leseheft gegen Mobbing und Gewalt in der Schule \u00e2\u20ac\u201c mannigfach angereichert mit Lesetipps &#8211; sollte Pflichtlekt\u00fcre zumindest f\u00fcr alle Lehrer und Elternvertreter sein.<\/p>\n<p><strong>Tr\u00e4umen in einer Welt, die ratlos zwischen Begaffen und Verschweigen taumelt<\/strong><br \/>\nDies gilt auch dann, wenn man Tr\u00e4berts p\u00e4dagogisch-politischen Standpunkt nicht umstandslos zu teilen vermag. Dass er zum Ende des Heftes sich offen als Alt-68er bekennt, ist dabei durchaus sympathisch, geh\u00f6rt es sich doch, offen darzulegen, \u00e2\u20ac\u017ewo man steht\u00e2\u20ac\u0153. Tr\u00e4berts Schlussbemerkungen zur gewaltfreien Schule und zu einem menschlicheren Schulsystem, seine Hommage an Robert Jungk, an dessen Begriff der \u00e2\u20ac\u017estrukturellen Gewalt\u00e2\u20ac\u0153 m\u00f6gen etwas aus der Zeit gefallen erscheinen, sie nehmen dem Leseheft jedoch nichts von der Kraft, die Dinge offen anzusprechen, wie sie sind. Im Gegenteil: vielleicht ist Tr\u00e4umen in einer Welt, die ratlos zwischen Begaffen und Verschweigen taumelt, ein ganz n\u00fctzlicher Weg zur Realit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Mobbing, Gewalt, Amok &#8211; \u00e2\u20ac\u017eKinder stark machen!\u00e2\u20ac\u0153 <\/strong><br \/>\nTr\u00e4bert befasst sich in der 32seitigen Brosch\u00fcre mit ganz unterschiedlichen Ph\u00e4nomenen. Grob lie\u00dfe sich zwischen drei verschiedenen Dingen unterscheiden: 1. Mobbing, 2. Gewalt, 3. Amok. Drei Ph\u00e4nomene, die bei trotz ihrer Unterschiedlichkeit \u00e2\u20ac\u201c wie ich finde: zu Recht \u00e2\u20ac\u201c von Tr\u00e4bert mit ein und demselben p\u00e4dagogischen Leitmotiv angegangen werden: \u00e2\u20ac\u017eKinder stark machen!\u00e2\u20ac\u0153 Denn: \u00e2\u20ac\u017ePers\u00f6nlichkeitsstarke Kinder sind wesentlich seltener Opfer von Gewalthandlungen als angepasste, brave und schwache\u00e2\u20ac\u0153.<\/p>\n<p><strong>Mit demokratischen und offenen Unterrichtsformen st\u00e4rken<\/strong><br \/>\nTr\u00e4berts Appell, \u00e2\u20ac\u017estark zu machen\u00e2\u20ac\u0153, richtet sich dabei gleicherma\u00dfen an Eltern und Lehrer. \u00e2\u20ac\u017eLeider unternehmen die meisten Eltern nichts\u00e2\u20ac\u0153, berichtet Tr\u00e4bert, \u00e2\u20ac\u017ewenn ihre Kinder berichten, dass sie in irgendeiner Weise drangsaliert werden. So erleben die Kleinen nicht nur ihre eigene Machtlosigkeit, sondern auch das Fehlen des starken Erwachsenen\u00e2\u20ac\u0153. Wobei er hier freilich von einem aufgekl\u00e4rten \u00e2\u20ac\u017eSt\u00e4rke\u00e2\u20ac\u0153-Begriff ausgeht. Es ist keine 68er-Romantik, sondern fast schon eine Binsenweisheit, wenn Tr\u00e4bert schreibt: \u00e2\u20ac\u017eKinder stark machen zu wollen bedeutet auch, in der Schule die entsprechende P\u00e4dagogik zu praktizieren. Man kann Kinder nicht mit Frontalunterricht, \u00fcbertriebenem Leistungsdruck und Disziplinierungsma\u00dfnahmen st\u00e4rken, sondern nur mit demokratischen, offenen Unterrichtsformen.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p><strong>Mobbing-T\u00e4ter streben nach Macht und \u00dcberlegenheit, um ihre Schw\u00e4chen zu \u00fcbert\u00f6nen.<\/strong><br \/>\nWer zu Opfern erzieht, wird sich nicht wundern d\u00fcrfen, wenn er Opfer erh\u00e4lt. Dies gilt im \u00dcbrigen f\u00fcr Lehrer und Eltern gleicherma\u00dfen. Oder eben auch T\u00e4ter. Mobbing-T\u00e4ter\u00e2\u20ac\u0153, so Tr\u00e4bert, \u00e2\u20ac\u017estreben nach Macht und \u00dcberlegenheit, um ihre Schw\u00e4chen zu \u00fcbert\u00f6nen.\u00e2\u20ac\u0153 Also: Kinder stark machen! \u00e2\u20ac\u017eWer sich stark f\u00fchlt, hat es weder n\u00f6tig, seine Macht angeberisch zu demonstrieren, noch strahlt er Angreifbarkeit aus.\u00e2\u20ac\u0153 So weit, so einsichtig. Ganz anders liegen die Dinge allerdings, wenn es nicht um Erpressung auf dem Schulweg oder um allt\u00e4gliche H\u00e4nseleien und P\u00f6beleien geht, sondern um einen Amoklauf. Wenn ein martialisch Maskierter mit Maschinenpistolen das Schulgeb\u00e4ude durchk\u00e4mmt, nutzt einem auch das ges\u00fcndeste Selbstbewusstsein in aller Regel nicht viel.<\/p>\n<p><strong>Vor einem Amoklauf wie in Erfurt oder Winnenden kann es keinen unmittelbaren Schutz geben.<\/strong><br \/>\nTr\u00e4bert widmet ein eigenes Kapitel dem \u00e2\u20ac\u017eSchulleben im Angesicht der Amoklauf-Gefahr\u00e2\u20ac\u0153. Zun\u00e4chst: \u00e2\u20ac\u017eDie Berichterstattung in den Medien l\u00e4sst leicht den Eindruck aufkommen, dass Gewalttaten wie die von Erfurt, Emsdetten oder Winnenden in den letzten Jahren zugenommen h\u00e4tten. Die Kriminalstatistik kann das allerdings nicht best\u00e4tigen.\u00e2\u20ac\u0153 Und klar ist auch: \u00e2\u20ac\u017eVor einem Amoklauf wie in Erfurt oder Winnenden kann es keinen unmittelbaren Schutz geben.\u00e2\u20ac\u0153 Aber dennoch: beides vermag letztlich nicht zu beruhigen. Weder die geringe statistische Wahrscheinlichkeit noch die Einsicht in die Unvermeidlichkeit eines \u00e2\u20ac\u017eRestrisikos\u00e2\u20ac\u0153 k\u00f6nnen bedeuten, sich dem schlimmsten Fall der F\u00e4lle g\u00e4nzlich unvorbereitet ausliefern zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Was aber tun? Auch Tr\u00e4bert bietet hier keinen \u00e2\u20ac\u017eK\u00f6nigsweg\u00e2\u20ac\u0153 an.<\/strong> Er erw\u00e4hnt positiv das Beispiel einer Schule in Recklinghausen, \u00e2\u20ac\u017ewo die Polizei erst das ganze Kollegium in einem Workshop trainiert, bevor ausgew\u00e4hlte Lehrer als Mitglieder des Krisenteams noch eine spezielle Schulung erhalten\u00e2\u20ac\u0153 hatten. Nicht schlecht, jedenfalls mehr als nichts \u00e2\u20ac\u201c Weiterdenken erlaubt! Klar geworden ist jedoch, was und wie man es nicht machen sollte.<\/p>\n<p>Tr\u00e4bert: \u00e2\u20ac\u017eDie Schulleitungen zweier Schulen in Plettenberg und Winterberg (beide Sauerland) haben das im Schuljahr 2010\/11 zum Anlass genommen, einen unangek\u00fcndigten Probealarm durchzuf\u00fchren. Weder Sch\u00fcler- noch Lehrerschaft waren vorab informiert worden \u00e2\u20ac\u201c ein Vorgehen, das Polizei, Innen- und Schulministerium strikt ablehnen. Diese \u00dcbungen f\u00fchrten zu gro\u00dfer Panik und Angstzust\u00e4nden bei allen Beteiligten.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p><strong>Groteske wie unmenschlichen Ma\u00dfnahmen einiger deutscher Beamter<\/strong><br \/>\nEs ist unfassbar, zu welchen ebenso grotesken wie unmenschlichen Ma\u00dfnahmen sich offenbar einige deutsche Beamte hingerissen sehen, wenn sie im Unklaren dar\u00fcber verbleiben, wie genau nun ein ministerieller Ordner umzusetzen sein k\u00f6nnte. Auch sie sind, als sie noch Sch\u00fcler gewesen waren, gewiss nicht stark gemacht worden. So reproduzieren sich Untertanengeist und Opferkult einfach so immer weiter fort, wenn man nicht aktiv etwas dagegen unternimmt.<\/p>\n<p><strong>Unternehmen wir also etwas dagegen!<\/strong> F\u00fcr den Schulalltag ist dabei Tr\u00e4berts Anti-Mobbing-Leseheft eine wertvolle Anregung. Ein F\u00fcllhorn voller Denkanst\u00f6\u00dfe und Impulse f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<p><em>* (Das Heft, 32 Seiten, DIN-A 4 kostet \u00e2\u201a\u00ac 5,-  (zzgl. Versand) und kann bestellt werden per E-Mail:  <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"mailto:info@traebert-materialien.de\">info@traebert-materialien.de<\/a> oder telefonisch unter 0 22 08 \/ 90 19 89.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00e2\u20ac\u017eGewalt in der Schule ist seit vielen Jahren ein `Dauerbrenner\u00b4. 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