{"id":13052,"date":"2011-07-14T22:08:24","date_gmt":"2011-07-14T21:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=13052"},"modified":"2011-07-15T10:52:30","modified_gmt":"2011-07-15T09:52:30","slug":"weniger-licht-als-schatten-fur-deutsche-frauen-new-york-times-berichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/weniger-licht-als-schatten-fur-deutsche-frauen-new-york-times-berichtet\/","title":{"rendered":"Weniger Licht als Schatten f\u00fcr deutsche Frauen &#8211; New York Times berichtet"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_13051\" aria-describedby=\"caption-attachment-13051\" style=\"width: 515px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-13051  \" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/gotterdammerung.jpg\" alt=\"Himmel \u00fcber Deutschland\" width=\"515\" height=\"155\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13051\" class=\"wp-caption-text\">Himmel \u00fcber Deutschland (foto: chris)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nur 2 Prozent der Aufsichtsr\u00e4te in Deutschland sind Frauen \u00e2\u20ac\u201c ein Anteil wie in Indien. Wo sind die Ursachen daf\u00fcr, dass der Frauenanteil in Spitzenposition der Wirtschaft hinter dem anderer L\u00e4ndern wie Brasilien (6%), Russland (11%), USA und Britannien (14%) und Spitzenreiter Schweden (17%) liegt?<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser Frage besch\u00e4ftigt sich die in Deutschland, den USA und Gro\u00dfbritannien aufgewachsene Autorin Katrin Bennhold in ihrem empfehlenswerten <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/06\/29\/world\/europe\/29iht-FFgermany29.html?pagewanted=all\" target=\"_blank\">Artikel in der <em>New York Times<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Ausgangs- und Endpunkt ihrer \u00dcberlegungen ist, dass die Ausgrenzung von Frauen aus qualifizierten Positionen zu einem \u00f6konomischen Problem einer schrumpfenden Gesellschaft werden kann. Resultat k\u00f6nnte der Verlust der Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Europ\u00e4ischen \u00e2\u20ac\u017eeconomic powerhouse\u00e2\u20ac\u0153 sein, als das sie Deutschland bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Autorin nennt zun\u00e4chst historische Ursachen f\u00fcr die Behinderung von Frauen im Berufsleben: Nachwirkungen der NS-Propaganda und die fehlende \u00dcberwindung gerade des frauenpolitischen Aspekts der NS-Ideologie, Adenauers Maxim von \u00e2\u20ac\u017eKinder, Kirche und K\u00fcche\u00e2\u20ac\u009d, sowie das Steuer- und Bildungssystem dieses Landes.<\/p>\n<p>Bennhold macht zudem die Frauenbewegung selbst verantwortlich, deren vorrangiges Ziel seit dem 19. Jahrhundert der Schutz von Frauen und M\u00fcttern vor den H\u00e4rten des Kapitalismus war. Im Gegensatz dazu h\u00e4tten sich die Geschlechtsgenossinnen in England, den USA und der Sowjetunion entschieden f\u00fcr Gleichberechtigung eingesetzt.<\/p>\n<p>Entscheidende Voraussetzungen f\u00fcr die berufliche Gleichberechtigung von Frauen sind Verf\u00fcgbarkeit von Kinderbetreuung verbunden mit den jeweils vorherrschenden Rollenvorstellungen sowie die Art und Weise der m\u00e4nnlichen Netzwerke.<\/p>\n<p>Die These von der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit der Bundesrepublik durchzieht den Artikel wie ein roter Faden. Frauen im Westen der Republik haben schlechtere M\u00f6glichkeiten, Karriere und Kinder miteinander zu verbinden und noch immer gebe es hochrangige Politiker und Wirtschaftsvertreter beiderlei Geschlechts, die staatliche Eingriffe zur F\u00f6rderung von Frauen ablehnen und bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Insbesondere durch staatliche Steuerung (wie etwa Quoten), so wird die Soziologin Jutta Allmendinger in dem Artikel zitiert, seien Stereotype am besten zu bek\u00e4mpfen, was sich an der h\u00f6heren Mobilit\u00e4t und der besseren Vereinbarkeit von Kindern und F\u00fchrungspositionen bei Frauen aus dem Osten der Republik zeige.<\/p>\n<p>Die S\u00fcddeutsche Zeitung hat den Artikel in ihrer <em>New York Times<\/em> Beilage ver\u00f6ffentlicht (Online ist diese nicht verf\u00fcgbar). Der Artikel wurde in der Printausgabe leicht gek\u00fcrzt, wobei einige K\u00fcrzungen verwundern:<\/p>\n<p>&#8211; So wurde an zwei Stellen der Hinweis auf die Kontinuit\u00e4t zwischen NS-Kult und noch vorhandenen mentalen Stereotypen  (durch Thomas Sattelberger, Telekom und Ute Frevert, Historikerin) gestrichen.<\/p>\n<p>&#8211; Der Satz \u00e2\u20ac\u017eIn the emotional and moral vacuum left by the Holocaust in West Germany, the church was a powerful force\u00e2\u20ac\u0153 wurde nicht gedruckt.<\/p>\n<p>&#8211; Die sehr ausf\u00fchrliche Auseinandersetzung mit m\u00e4nnlichen Netzwerken wurde komplett gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Frau mag der S\u00fcddeutschen Zeitung nichts B\u00f6ses unterstellen, aber gerade diese drei Aspekte &#8211;\u00a0 Kontinuit\u00e4t der NS-Ideologie,\u00a0 Rolle der Kirche und Bedeutung m\u00e4nnlicher Netzwerke &#8211; benennen entscheidende Gr\u00fcnde f\u00fcr die\u00a0 ungleiche Behandlung von Frauen in unserer Gesellschaft.\u00a0 Sie sind es wert, ausf\u00fchrlich diskutiert zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur 2 Prozent der Aufsichtsr\u00e4te in Deutschland sind Frauen \u00e2\u20ac\u201c ein Anteil wie in Indien. 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