{"id":12872,"date":"2011-07-02T21:59:30","date_gmt":"2011-07-02T20:59:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=12872"},"modified":"2011-07-03T12:03:46","modified_gmt":"2011-07-03T11:03:46","slug":"wolne-pokoje-zimmer-mit-bett-in-polen-v-von-fichtenmonokulturen-keine-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wolne-pokoje-zimmer-mit-bett-in-polen-v-von-fichtenmonokulturen-keine-spur\/","title":{"rendered":"Wolne Pokoje &#8211; Zimmer mit Bett in Polen V: Von Fichtenmonokulturen keine Spur."},"content":{"rendered":"<p><strong>Heute sind wir* bei Teil f\u00fcnf der kleinen Polenreise angekommen. Gestern, das sei erlaubt zu erw\u00e4hnen,\u00a0 hat Polen den Vorsitz im Ministerrat der Europ\u00e4ischen Union von Ungarn \u00fcbernommen. S\u00e4mtliche Kapitel des Reiseberichts sind <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=34\" target=\"_blank\">hier zu finden<\/a>.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_12875\" aria-describedby=\"caption-attachment-12875\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12875\" title=\"polen15\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15.jpg\" alt=\"Postgeb\u00e4ude in Ruciane-Nida (Rudschanny-Nida) (fotos: zeitgeist)\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12875\" class=\"wp-caption-text\">Postgeb\u00e4ude in Ruciane-Nida (Rudschanny-Nida) (fotos: zeitreise)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erst am bew\u00f6lkten und etwas verregneten Montag starteten wir wieder unseren alten Audi (zum Gl\u00fcck blieb er oben dicht) und klapperten D\u00f6rfer und St\u00e4dtchen rund um den gr\u00f6\u00dften Binnensee Polens ab, dem Jezioro Sniardwy (Spirding-See). Wir hielten an in Ruciane-Nida (Rudschanny-Nida), einem frisch aufgew\u00fchlten Fleckchen Erde. Ein Heer von Stra\u00dfenbauarbeitern machte hier die Gegend fit f\u00fcr die motorisierte Zukunft. Und wieder ein Ausflug in die (Familien-)Geschichte: In dem D\u00f6rfchen Rudschanny arbeitete mein Gro\u00dfmutter als junges M\u00e4dchen ein Jahr oder ich wei\u00df nicht wie lange bei der Post. Ob das alte Reichspostgeb\u00e4ude wohl noch steht?<\/p>\n<p><strong>Ein potth\u00e4sslicher plumper, abgetakelter Betonklotz aus der sozialistischen \u00c4ra<\/strong><br \/>\nNein! Jedenfalls konnten wir nur einen potth\u00e4sslich plumpen, abgetakelten Betonklotz aus der sozialistischen \u00c4ra als Postgeb\u00e4ude ausmachen. Schade! Meine Mutter hatte mir erz\u00e4hlt, in Rudschanny h\u00e4tte meine Oma die sch\u00f6nste Zeit ihres Lebens verbracht. Von den Pferdeschlittenfahrten auf dem zugefrorenen See schw\u00e4rmte sie wohl ihr Leben lang. Gewohnt h\u00e4tte meine Oma Miezel bei den Philipponen. Philipponen?<\/p>\n<p><strong> Zu Staatsfeinden erkl\u00e4rt und grausam verfolgt<\/strong><br \/>\nIm Reisef\u00fchrer sind sie sogar erw\u00e4hnt als russische Altgl\u00e4ubige, Abtr\u00fcnnige die die liturgischen Reformen der russischen Kirche von 1667 nicht mitmachen wollten. Sie wurden zu Staatsfeinden erkl\u00e4rt und grausam verfolgt. Der preu\u00dfische K\u00f6nig Wilhelm III. genehmigte ihnen schlie\u00dflich am Fl\u00fcsschen Krutinna in Masuren zu siedeln. Irgendwo bei Rudschanny hat ein kleines Kloster gestanden. Die Preu\u00dfen-K\u00f6nige verstanden wohl was von Einwanderungspolitik!? In der Beziehung k\u00f6nnten manche Politiker des neuen Jahrtausends von ihnen lernen?!<\/p>\n<p><strong> Die EU investiert hier<\/strong><br \/>\nWeiter ging es, entlang am Jezioro Sniardwy. In Pisz (Johannisburg), einem 20.000-Einwohner-St\u00e4dtchen, glich der langgezogene Marktplatz eher einem gro\u00dfen Loch. (Auf)bauarbeiten. Blaue Schilder mit kreisf\u00f6rmig angeordneten Sternchen zeigten uns, die EU investiert hier. Hier in Pisz wie in vielen anderen polnischen St\u00e4dten und D\u00f6rfern tut sich viel. Alte Stadtbilder werden rekonstruiert. Auferstanden aus Ruinen!<\/p>\n<p><strong>Spurensuche an den Masurischen Seen<\/strong><br \/>\nSchnell vergingen die wenigen Tage in Masuren. Am Dienstag fr\u00fchst\u00fcckten wir noch einmal gem\u00fctlich im Hotel Mazur und kamen bei R\u00fchrei und Kaffee in ein angeregtes Gespr\u00e4ch mit einem traurig wirkenden, \u00e4lteren Herrn aus K\u00f6ln und dessen auch nicht mehr gerade blutjungem Sohn. Es war die Spurensuche die sie an die Masurischen Seen gezogen hatte, die Spuren der verstorbenen Ehefrau bzw. der Mutter. Sie stammte aus einem D\u00f6rfchen am Spirding-See und musste gegen Ende des Krieges als Zw\u00f6lfj\u00e4hrige in den Westen fl\u00fcchten. So eine interessante Unterhaltung, aber wir mussten nun wieder weiter.<\/p>\n<p>(\u00dcbrigens, wir waren in Masuren und nicht \u00e2\u20ac\u017ein den Masuren\u00e2\u20ac\u0153, wie man es immer wieder sogar in der Tagesschau h\u00f6rt oder in ansonsten akzeptablen Print-Medien liest. Schlie\u00dflich waren wir allesamt auch noch nicht \u00e2\u20ac\u017ein den Hessen\u00e2\u20ac\u0153!)<\/p>\n<p>Wir fuhren erst Richtung Norden, und dann, fast parallel zur Polnisch-Russischen Grenze, nahe dem Grenz\u00fcbergang bei Gronowo (Grunau), nach Frombork (Frauenburg). Unterwegs viele helle Mischw\u00e4lder, manch holprige Stra\u00dfe, hier und da ein See oder ein eher tristes St\u00e4dtchen, und je n\u00e4her wir der Grenze kamen, je einsamer es wurde, umso gr\u00f6\u00dfer war die Wei\u00dfstorch-Population.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12876\" aria-describedby=\"caption-attachment-12876\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12876\" title=\"polen15b\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15b.jpg\" alt=\"Storchennester in Gronowo (Grunau)\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15b.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/polen15b-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12876\" class=\"wp-caption-text\">Storchennester in Gronowo (Grunau)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Von Fichtenmonokulturen keine Spur<\/strong><br \/>\nAuf manchen D\u00e4chern entdeckten wir sogar zwei bewohnte Nester, eins ganz rechts, eins ganz links auf der Spitze des Geb\u00e4udes. Sozusagen Natur pur. Ob sie wohl keine Umweltprobleme haben, keine Pestizide, sauberes Wasser? Die St\u00f6rche f\u00fchlen sich jedenfalls wohl! Von Fichtenmonokulturen keine Spur, auch keine Weihnachtsbaumplantagen a la Sauerland, allerdings auch kein\/e \u00e2\u20ac\u017eWolne Pokoje\u00e2\u20ac\u0153. Wollen hoffen, dass der alte Audi hier nicht schlapp macht! Hat er auch nicht!<\/p>\n<p>Ein Lob an die Konstrukteure.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p><em>*<a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=34\" target=\"_blank\">unser Autor<\/a> reiste vor einem Jahr nach Polen, angetrieben von\u00a0 Neugier, Spurensuche      und der gemeinsamen Geschichte mit unserem \u00f6stlichen Nachbarn. Der      Bericht erscheint in mehreren Kapiteln in unserem Blog erscheinen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute sind wir* bei Teil f\u00fcnf der kleinen Polenreise angekommen. 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