{"id":11584,"date":"2011-03-18T18:07:41","date_gmt":"2011-03-18T17:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=11584"},"modified":"2011-03-18T18:08:30","modified_gmt":"2011-03-18T17:08:30","slug":"leserbrief-zu-biosprit-e10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/leserbrief-zu-biosprit-e10\/","title":{"rendered":"Leserbrief zu: Biosprit &#8222;E10&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Nachfolgend ver\u00f6ffentlichen wir einen Leserbrief zum &#8222;Thema Biosprit &#8218;E10&#8242;&#8220;<\/em>:<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der neuen Benzinsorte E 10 soll nach Meinung von EU und Bundesregierung zum Klimaschutz beitragen. Doch solche wohlklingenden Beteuerungen erweisen sich bei n\u00e4herer Betrachtung als gigantischer Etikettenschwindel. Denn mit der Bezeichnung &#8222;Erneuerbare Energien&#8220;, welche man unter diesem Label eigentlich vermuten k\u00f6nnte, hat jene allein auf Raubbau basierende Form der Energieerzeugung wahrlich nichts zu tun.<\/p>\n<p> Da der bei uns erzeugte &#8222;Biosprit&#8220; durch den Anbau von Weizen, Mais, Gerste und Zuckerr\u00fcben f\u00fcr die Ethanolgewinnung bei weitem nicht ausreicht, den Bedarf zu decken  und die Produktionskosten hierzulande hoch sind, ist man zunehmend auf Importe aus Drittl\u00e4ndern angewiesen, um die Beimischungsziele der EU von zehn Prozent Ethanol zu erreichen! <\/p>\n<p>Betroffen von diesem Wahnsinn sind vor allem die Menschen in den armen L\u00e4ndern S\u00fcdamerikas, Afrikas und Indien, wo immer mehr riesige Fl\u00e4chen f\u00fcr den  Anbau von Energiepflanzen freigegeben werden, denen nicht nur unersetzliche \u00d6kosysteme, wie Savannen und Regenw\u00e4lder weichen m\u00fcssen, sondern die auch wertvolles Land f\u00fcr die heimische Nahrungsmittelproduktion in gewaltigem Ausma\u00df in Anspruch nehmen.  Dadurch versch\u00e4rfen sich die Hunger- und Armutsprobleme dramatisch.<\/p>\n<p>Aufgrund explodierender Lebensmittelpreise k\u00f6nnen die Menschen nicht mehr gen\u00fcgend zu essen kaufen.<\/p>\n<p>Nach Berechnungen von Wissenschaftlern m\u00fcssen f\u00fcr die zehnprozentige Agrospritbeimischung etwa 4,1 bis 6,9 Mio. Hektar Land zus\u00e4tzlich geopfert werden. Das f\u00fchrt einerseits zu schweren Landkonflikten; andererseits h\u00e4tte das auch verheerende Konsequenzen f\u00fcr unser Weltklima! Sehr viel mehr vom Treibhausgas Kohlendioxid w\u00fcrde auch hierzulande infolge Umwandlung von naturnahen Lebensr\u00e4umen (W\u00e4lder, Weide- und Brachland) in Monokulturen freigesetzt, als hernach durch Agrosprit vermieden werden kann, etwa 27 bis zu 56 Millionen Tonnen zus\u00e4tzlich pro Jahr EU-weit! Dar\u00fcber hinaus beraubt man diese \u00d6kosysteme ihrer F\u00e4higkeit, von sich aus betr\u00e4chtliche Mengen an Klimagasen zu binden und so als CO\u00b2-Senken zu fungieren.<\/p>\n<p>Der exzessive Anbau von Nutzpflanzen zur Energieerzeugung, so katastrophal er sich in \u00f6kologischer, \u00f6konomischer, sozialer und &#8211; nicht zu vergessen &#8211; moralischer Hinsicht ohnehin schon ausnimmt, wird bisher von keiner Regierung, inklusive unseres Umweltministers&#8220; R\u00f6ttgen, in Frage gestellt. Und darin sehe ich die eigentliche Katastrophe.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist der Bioethanoleinsatz ein gutes Deckm\u00e4ntelchen f\u00fcr die Autoindustrie. Es nimmt den Druck von ihren Schultern, wirkliche Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um im Verkehrsbereich Treibhausgase zu senken, die auf Sparsamkeit, Effizienz und Innovation gerichtet sind! Und noch ein erfreulicher Nebeneffekt f\u00fcr die Kfz-Hersteller: Sie k\u00f6nnen  mehr neue Autos verkaufen, falls die alten den Bioethanol-Sprit doch nicht verkraften.<\/p>\n<p>Das deprimierende Fazit lautet daher: Teurer tanken, Ethanol-Sch\u00e4den an Autos beheben, mit dem &#8222;Biosprit&#8220; die Landwirtschaft subventionieren, dazu den Umsatz der Autokonzerne ankurbeln. Und das alles, ohne dabei das Klima im geringsten zu sch\u00fctzen!<\/p>\n<p>Karl Josef Knoppik, Meschede-Stockhausen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachfolgend ver\u00f6ffentlichen wir einen Leserbrief zum &#8222;Thema Biosprit &#8218;E10&#8242;&#8220;: Die Einf\u00fchrung der neuen Benzinsorte E 10 soll nach Meinung von EU und Bundesregierung zum Klimaschutz beitragen. 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